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Das jüdische Blatt · 1913-05-16 · 20 (16.5.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
20 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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4 Nr. 20. Das jüdische Klatt. halten, wofür die gleiche Gesellschaft alle Vorkehrungen getroffen hatte. In Ellis-Jsland waren beim Feste anwesend: der Präsident der Gesellschaft, Richter Leon Sanders und Frau, Vizepräsidentin des Damenhilfskomitees, H. I. M a s - s e l samt Fainilie, Ehrensekretär der Gesellschaft, Morris Asowski und Morris M o l z, Mitglieder der Direktion, und I. Irving Lipsitsch, Vertreter der Gesellschaft auf Ellis- Jsland. Hier wurde das Seder von dein beliebten jungen Rabbiner Ed. Lißmann gegeben. Abgesehen von dieser Feier in Ellis-Jsland, erhielt jeder jüdische Einwanderer, der kurz vor Pesach oder am Pesach zurückbefördert werden mußte, vollständige Pesachkost für die ganze Rückreise. Das waren herrliche Sederabende, eindrucksvoll das Absingen der ehrwürdigen Gesänge der Aggada, diese feierlicher! Hymnen, diese uralteil Melodien. Es war eine Leil Scliilmirim — eine wahrhaftige Nacht der Hut und Wacht — Me-awdus le-cliaiins — von der Knechtschaft in die Freiheit — L’clioiio Haboo! — Fürwahr, der Hilter Israels schläft und schlummert nicht! m Korrespondenzen. 11 UM - Glsast-Kotstrinaen. - MB Slrahburg. In der P l e n a r v e r s a m in l u n g der drei Konsistorien vom 1. Mai, deren Tagesordnuirg sowie teilweises Ergebnis wir in der vorigen Nummer gebracht haben, wurden folgende Beschlüsse gefaßt. Zu Punkt 1: Kultusetat. Es soll abgewartet werden, bis die Sachlage im Parlament sich geklärt hat. Zu Punkt 2: Rabbinerkasse. Es soll nochmals eine Versammlung der Kassenmitglieder einberufen werden, behufs Feststellung der Bestimmung der "Kasse und Aufstellung neuer Statuten. Punkt 3 ist scholl berichtet worden, daß das voll der liberalen Rabbinerkommission ausgestellte Rabbinerdiplom nicht anerkannt wurde. Punkt 4: Antrag Jacques Meyer-Mülhausen und A. Bernheirn-Mülhausen betreffend Wahl einer Kommission zur Vorbereitung der Revision der Kultusverfassung. Es war halb 9 Uhr abends, als man an diesen Punkt gelangte. Die Herren voll Straßburg uild Meß drückten ihre Sympathie zu diesem Antrage aus und erklärten sich bereit, mit den Antragstellern im Siilne des Ailtrags zu wirken. Doch in Anbetracht der vorgerückten Stunde wurde der Wunsch ausgedrückt, d'e Beratung über diesen Punkt auf die llächste Plenarsitzung zu verschieben, wonrit sich die Antragsteller einverstanden erklärten. Straßburg. Der Unfug mit den „Gebetsknrten" nimmt in letzter Zeit wieder in größerem Maße zu. Es gibt also noch immer viele Leute, die auf so blöden Schwiltdel trotz unserer Verwarilung hereinfallen und es für ihre Pflicht halten, ihre Nebenmenschen zu belästigen, die Post 31t bereichern und eigenhändig ihren geistigeil und religiösen Tiefstand zu bezeugen. Hoffentlich nützt die heutige Mahnung kräftiger und macht dem Schwindel, der sich übrigens nicht bloß im Elsaß, sondern in ganz Deutschland breit rilacht, endlich ein Ende. Straßburg. Die letzte Vorstandssitzung des Kantorenverbandes fand Mitte April statt. Kantor Kaufmann-Forbach hielt einen Vortrag über den Kantor als Religionslehrer, welcher zu einer angeregten Diskussion Anlaß gab, worin von verschiedenen Seiten gegen die entwickelten Ideen scharfer Widerspruch laut wurde. Als zweiter und Hauptpunkt stand die Ersatzkasse auf der Tagesordnung, und da scheineil die Aussichten auf Annahme der Kasse ziemlich schlecht zu fein. In den meisteil andern Bundesstaaten sind die Staffen bereits angenommen. Es rächt sich da die unglaubliche Gleichgültigkeit der jüdischen Gemeinden. Dem Aufruf des D.J.G.B. im Dezember 1911, sich zur Ersatzkasse anzunleldeil, ist der größte Teil der Gemeinden nicht gefolgt. Der schon bestehenden Pensionskasse der Kantoren stehen jetzt noch ein großer Teil Kantoren fern, so wird es kommen, daß die Ersatzkasse nicht angenommen wird, demzufolge die Gelneinden danil an die staatliche A.-Versicherung bezahlen müssen, was für die betr. Beamten von großem Nachteil sein wird, und die weitere Folge wird sein, daß die bisherige Pensionskasse aus Mangel an Gemeindebeiträgen, die jetzt wegsallen, nicht mehr lebensfähig sein wird. J. B. Hagenau. Mit großer Freude habe ich in der jüngsten Nulnmer des „Jüdischen Blattes" die Notiz aus Hagenau gelesen, daß dort die Einrichtung eines Jugendgottesdienstes geplant sei. Dies wird besonders für die Jugend der höheren Schulen von Vorteil sein, da diese durch den Schulbesuch am Sabbat dem gottesdienstlichen Leben ziemlich entfremdet ist. Es wäre zu wünschen, daß die Einrichtung an allen Orten mit höheren Lehranstalten und größerer jüdischen Schülerzahl Wurzel fassen würde. Nur möchten wir raten, die Sache auch für die Jugend lebendig zu gestalten. Jeden Samstag Mittag, besonders in den Sommermonaten, eine Predigt wirkt auf die Jugend ermüdend. Vielmehr muß diese durch eigene Mitarbeit interessiert werden, etwa so, daß die älteren Schüler genötigt werden, abwechselnd selber vorzubeten, eventuell auch eine Parschah der zu verlesenden Sidrah selber vorzubereiten und vorzutragen. Man glaube ja nicht, daß dies unmöglich sei, es könnten Beispiele angegeben werden, in denen sich diese Methode bei Veranstaltung von Jugendgottesdiensten sehr gut bewährt hat. Ein Jugendfreund. Schlettstadt. An Stelle des nach Paris verzogenen Synagogendieners Bauer ist seit 1. Mai Herr Albert Bloch aus Müttersholz zum Synagogendiener und gleichzeitig zum Aufseher des israelitischen Friedhofs in Schlettstadt ernannt. Es hatten sich um diese einträgliche Stelle viele Kandidaten beworben. Bayern. Würzburg. Die Vereinigung für das liberale Judentum ist an der Arbeit nach gewohntem Muster. Es ist merkwürdig, wie rasch man die feierliche Versicherung vergessen hat, daß die ganze Bewegung nur der Gewinnung der Gleichgültigen gälte, daß man aber niemals daran denken würde, die Orthodoxie zu bekämpfen. Uns wundert die Vergeßlichkeit deshalb nicht, weil wir die Versicherung von Anfang an nicht ernst genommen haben. Aber gegen eines müssen wir uns verwahren, gegen die Unterstellung, als versuche es, die Orthodoxie zu „beeinflussen". Die Orthodoxie wird sich gegen derartige Vorwürfe zu wehren wissen. Perusten. Bericht des Palästina-Vereins „Esra" für die Jahre 1910, 1911 und 1912. Die Einnahmen des Vereins „Esra" beliefen sich in der dreijährigen Periode auf 65 590 4l. Die Ausgaben umfassen: 1. Diverse Subventionen an in Not geratene Kolonisten im Betrage von 5310 JL; 2. für die Kolonie Bne-Jehuda 2574 dl; 3. 13 000 Fr. für Einwanderung von 1500 Juden

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