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Das jüdische Blatt · 1913-05-16 · 20 (16.5.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
20 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20. Das jüdische Matt. 5 aus dem Jemen. Diesen Subventionen iin Gesarntbetrage von 18100 dl stehen Ausgaben iin Gesaintbetrage von 82 500 cU gegenüber, die in Form von durch Bürgschnst sichergestellten Darlehen gemacht wurden. Den größten Teil dieser Ausgaben hat der Verein „Esra" für Ansiedelung von jiidischen Landarbeitern in den bereits bestehenden jüdischen Kolonien Palästinas gemacht. Die Kolonisten verfügen über weit mehr Land, als sie selber bearbeiten könnten. Daher werden in den Kolonien jahraus jahrein mehr als 300 Araber dauernd beschäftigt. Der Verein „Esra" ist nun bemüht, die jüdischen Kolonisten mit jüdischen Landarbeitern zu versehen. Auf diesem Wege könnten nicht bloß viele Tausende brot- und arbeitslose Glaubensgenossen aus Rußland und Rumänien in Palästina eine dauernde und wohlgesicherte Existenz als Landarbeiter finden, die jüdische Bevölkerung in den Kolonien würde dadurch verstärkt und gegen das eindringende Arabertum widerstandsfähiger werden. Bereits im Jahre 1911 hat der Verein „Esra" in Kufr-Saba 12 und in der Kolonie Chedera 25 jüdische Arbeiter anzusiedeln beschlossen. Jeder von ihnen erhält ein Haus nebst 10 Morgen Land, die auf Kosten des Vereins bepflanzt werden sollen. Die Kosten einer Installation von 35 Familien werden sich auf etwa 56 000-ll belaufen, wobei das Land im Umfange von etwa 925 Dunam (etwa 90 Hektar) von den K o l o n i st e n hergegeben wird. Letztere übernehmen gleichzeitig die Verpflichtung, die bei ihnen angesiedelten jüdischen Arbeiter zu auskömmlichen Löhnen dauernd zu beschäftigen. Andererseits verpflichten sich die Arbeiter, die ihnen gewährten Darlehen für Haus, Land und Anpflanzungen in 25 Jahresraten zurückzuzahlen. Die Garantie für diese Rückzahlungen hat die A.P.C. in Jaffa übernommen, wofür sie von den angesiedelten Arbeitern alljährlich 2 % des für dieselben verwendeten Kapitals erhält. Durch die Ansiedelung von 12 Arbeitern hat Kufr Saba, welches bisher nur ein von Arabern bearbeitetes jüdisches Besißtum war, zum ersten Male eine jüdische Bevölkerung erhalten und ist so erst zu einer jüdischen Kolonie gemacht worden. Die Kolonie Chedera wies zwar früher schon eine jüdische Bevölkerung von 39 Familien und etwa 240 Seelen auf. Eine solche Bevölkerung genügte jedoch bei dem enormen Umfang der Kolonie (Chedera umfaßt etwa 4500 Hektar) bei weitem nicht, das jüdische Besitztum vor Diebstählen und Plünderung zu schützen. Auch vermochten die 39 Familien nicht die großen Gemeindekosten, wie sie die Verteidigung eines so großen Komplexes erfordert, zu tragen. Durch die Ansiedelung von 25 Arbeitern erhält Chedera einen namhaften und sehr wünschenswerten jüdischen Zuwachs. Leider befindet sich in Chedera noch eine Anzahl fieberschwangerer Sümpfe, und der Verein „Esra" sah sich genötigt, eine namhafte Summe zur Sanierung der Kolonie zu bewilligen. So wurde in erster Reihe mit einem Kostenaufwand von 13 000 Fr. eine Krankenstation eingerichtet, in welcher namentlich alleinstehende jüdische Arbeiter die erforderliche ärztliche Behandlung und sachgemäße Verpflegung erhalten sollen. Des ferneren wurden 25 000 Fr. für eine Wasserleitung bewilligt, wobei die Kolonisten ihrerseits mit 5000 Fr. beteiligt find. So hat der Verein „Esra" in wenigen Jahren für jüdische Kolonisationszwecke im Ganzen nicht weniger als 108 000 dl (133 000 Fr.) bewilligt, von denen bereits 60 000 gezahlt, der Rest aber im Jahre 1913 zur Auszahlung gelangen muß. Der Verein hat damit den Weg gezeigt, wie in Palästina mit möglichst geringem Kostenaufwand die möglichst größte Wirkung erzielt werden könnte. Indem der Bericht diese Tatsachen besonders betont, erinnert er gleichzeitig daran, daß die Mittel des Vereins einstweilen noch sehr gering sind. So hat der Verein allein im Jahre 1912 dl 60 347 ausgegeben und dabei gegen 36 000 dl aus seinen Beständen zugesetzt. Im Jahre 1913 dürfte das Defizit dl 30 000 betragen und so das Vermögen des Vereins sehr bald völlig erschöpfen. Daher richtet der Verein an alle Freunde der Kolonisation Palästinas die Bitte, ihn bei seiner Tätigkeit zu unterstützen. Namentlich werden diejenigen Mitglieder des Vereins, die bisher geringe Beiträge zahlten, gebeten, ihre Leistungen für den „Esra" zu erhöhen und so ihm zu ermöglichen, seine bisherige segensreiche Tätigkeit fortführen zu können. Äaden. Mannheim. Während der Maifestwoche findet zurzeit hier auch eine Ausstellung des „Bezalel" statt. Es ist den hiesigen jüdischen interessierten Kreisen gelungen, ein Komitee dafür zu gewinnen, dem auch Christen angehören, und die Hofmöbelfabrik L. I. Peter dahier hat ihre Ausstellungsräume dazu hergegeben. So sehen wir unter der freundlichen Führung von Frl. Hannah Peter Schnitzereien in Elfenbein und Holz, Treib- und Batickarbeiten in Metall und Holz, orientalische Teppiche, arabische Nadelspitzen, ganz der alten jüdischen oder damaszenischen Geschmackrichtung nach. Da sind jene seltsam geformten und gezierten Metallarbeiten in ihren meist finsteren Tönungen, jene exotischen Becher, Schatzkästlein und Schalen; da sind jene, den modernen Bedürfnissen angepaßten Schnallen und Nähkästchen, die mit bunten Steinen herausgeputzt sind; da sind jene alten Damaskusarbeiten mit Silber- und Kupfereinlagen, jene Kästchen aus Zedernholz, jene Soitzentüchlein und Decken, von denen Brüssel beinahe lernen könnte, und dann die Tevpiche! Und der Besucher sieht die Photographien, die Bezalel-Werkstätten selber, und er freut sich, wie unsere Inden da arbeiten! Vielleicht gelobt er sich, Professor Boris Schatz bei nächster Gelegenheit ein Scherflein zu opfern. Der Eintritt ist jederzeit bis zum 18. Mai ohne Kaufzwang frei, doch wer kaufen will, wird über die billigen Preise erstaunt sein. Wiirtteiirlreva. Crailsheim. 6. Mai. Der hiesige israelitische W o h ltätigkeits verein feierte sein 75 j ä h r i g? s Inbi - l ä u m mit Festgottesdienst in der Synagoge und Festessen im Postsaal. wobei Hauptlehrer Straus einen vsreinsgeschichtlichen Rückblick gab und für die vom Verein der israelitischen Kirchengemeinde gemachte Stiftung, bestehend ans einer silbernen Weinkanne mit zwei silbernen Bechern, iin Namen des Kirchenvorsteheramts dankte. Die Feier nahm einen schönen Verlaus. Äessen. Alzey. Durch den Rücktritt des langjährigen ersten Vorsitzenden der hiesigen jüdischen Gemeinde. des Herrn Moses Levy, wurde eine Neuwahl notwendig. Gewählt wurde Herr Abraham Koch. f). .7. Frimlrreich. Nancy. Im hohen Alter von 96 Jahren ist hier nach kurzer Krankheit Frau Witwe Haas geb. Metzger gestorben. Durch tiefe und innige Frömmigkeit ausgezeichnet, hat sie durch ihre Güte und ihr liebevolles Wesen sich die allgemeine Achtung und Zuneigung erworben, die sich auch bei ihrer

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