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Das jüdische Blatt · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Nr 10. Das jüdische Klatt. ii Korrespondenzen. 1P - Msa ß-Kotst rinaen. - SM Klraßburg. Donnerstag, den 1. Mai fand fand im hiesigen Konsistorialsaal eine Plenarsitzung der drei Konsistorien statt. Anwesend waren 15 Mitglieder der verschiedenen Konsistorien. Folgende Punkte standen auf der Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Resolution des Landtags betreffend Verteilung des Kultusbudgets nach der Kopfzahl der Religionsangehörigen und zur Einführung der Kirchensteuer: 2. Statuten der Pensionskasse der Witwen und Waisen der Rabbiner und israel. Beamten in Elsaß-Lothringen; 3. auf Antrag des Konsistoriums von Lothringen: Beschwerde des Rabbinerverbandes gegen die Verleihung von Rabbinerdiplomen: 4. auf Antrag der Herren Bernheim und Meyer, Mülhausen: Vorschlag betreffend Aenderung unserer Kultusverfassung und Ernennung einer Kommission zur Ausarbeitung eines Entwurfs der neuen Verfassung; 5. Verschiedenes. Die Debatten waren stellenweise sehr erregt und dauerten sehr lange. Es war halb neun abends, als die Sitzung, die um drei Uhr begonnen hatte, geschlossen wurde. Dies allein ist schon Beweis von der großen Wichtigkeit der zur Diskussion gestellten Punkte. Wir werden auf die Verhandlungen noch zurückkommen. Dazu wird uns von anderer Seite berichtet: In der Plenarversammlung der drei elsaßlothringischen Konsistorien, die Donnestag den 1. Mai stattgefunden hat, wurde eine Frage von prinzipieller Bedeutung erledigt. Der Religionslehrer, Herr Kohn-Diedenhofen, hat fein Rabbinatsexamen kürzlich in Posen vor der Prüfungskommission der Liberalen Vereinigung abgelegt und sich nun um das Rabbinat Diedenhofen beworben. Das lothringer Konsistorium hat die Frage, ob ein Rabbinerdiplom, ausgestellt von der Liberalen Vereinigung, die die „Richtlinien" aufgestellt hat und die Göttlichkeit der Thora leugnet, anzuerkennen sei, nicht allein entscheiden wollen und sie daher vor die Plenarversammlung gebracht. Die vereinigten drei Konsistorien haben der Gültigkeit dieses Diploms die Anerkennung versagt und damit auch den Richtlinien und der Liberalen Vereinigung das Urteil gesprochen. Diemeringen. Letzten Freitag wurde der älteste hiesige Bürger, Herr Heymann Falck zur letzten Ruhe bestattet. H. Falck hat das Alter von 92 Jahren erreicht. Krank war er wohl in seinem langen Leben nie. Er bewahrte bis ans Ende eine erstaunliche geistige Frische. Herr Falck war früher einer der bedeutendsten hiesigen Viehhändler. Er lebte schon über 30 Jahre als Witwer und starb kinderlos. Immer guten Humors erzählte er seinen Freunden gern frühere Erlebnisse, zeigte aber auch bis in die letzten Tage hinein Interesse für alle Vorgänge in hiesiger Gemeinde. In treffenden Worten schilderte Herr Rabb. Dr. Debr6 am Grabe die Vorzüge des an Jahren so reich gewesenen Verschiedenen. D. Hagenau. Die Einrichtung eines Jugendgottesdienstes wäre hier dringend notwendig und wie es heißt, wird darauf hingearbeitet. Die heutige Jugend ist etwas vernachlässigt vom Standpunkt der religiösen Erziehung, und gerade dieser regelmäßige Gottesdienst würde dazu beitragen, diese Erziehung zu vervollkommnen. Dieser Gottesdienst soll jeden Samstag nachmittag, nach dem Minchagebet abgehalten werden. Unser Herr Rabbiner wird sich dieser Sache sicher gerne annehmen. M- W. hatten. Seit den Pesachfeiertagen brennt in unserer Synagoge das elektrische Licht; das prächtige Innere unseres Bethauses kommt dadurch noch mehr zur Geltung. £ Horburg. Am letzten Tag Pesach fand die Beerdigung unseres Mitbürgers David Bigard statt. Schon längere Zeit war sein Gesundheitszustand durch ein hartnäckiges Leiden geschwächt. In der Nacht nDS hauchte er seine Seele aus. David Bigard war ein selten frommer Mann. Ueberaus zahlreich war die Menge derjenigen, die aus Colmar und Umgegend herbeigeströmt waren, dem Verblichenen das letzte Geleit zu geben. Tttederrödern. Ein Beweis dafür, daß in unserer verhältnismäßig kleinen Gemeinde die Gebefreudigkeit nicht erloschen ist, kann man darin sehen, daß die Kosten für die neue Einrichtung des elektrischen Lichtes in der Synagoge durch Thoraspenden und freiwillige Gaben an den Pesachfeiertagen fast ganz gedeckt sind. Oberehnheim. Die neue Synagogenverwaltung hat sich in der kurzen Zeit ihrer Wirksamkeit sehr gut angelassen. Zunächst sei hervorgehoben, daß trotz der umwälzenden Aenderung in der Verwaltung der Friede in der Gemeinde voll und ganz aufrecht erhalten blieb, was beiden Parteien hoch anzurechnen ist. Die Armenkasse, die seit einigen Jahren aufgehört hatte, ist infolge der Bemühungen des neuen Parneß, Herrn A. N e h e r, neu gegründet worden und wird ehrenamtlich verwaltet durch Frau Neher und Herrn Kantor Kaufmann unter Aufsicht einer Kommission. An den letzten Feiertagen wurde der Gottesdienst verschönt durch ein prachtvolles Quartett. Die Herren A. Neher, N. Lehmann, O> Alexandre sangen zusammen mit dem Kantor verschiedene Stücke aus dem Festritual und ernteten für ihren tadellosen Gesang den Dank der ganzen Gemeinde. Die Synagoge war gedrängt voll. Neben vielen Fremden, die zum Besuch hier weilten, waren auch die Niederehnheimer G,emeindemitglieder erschienen, da Niederehnheim, früher und zwar seit uralten Zeiten Sitz des Rabbinats, heute nicht mehr über Minjan verfügt. — Herr N. Strauß, der Schwiegervater des Synagogenvorsitzenden, hat zum ehrenden Andenken an seine vor einem Jahre verstorbene sel. Frau ein drittes silbernes Ez Chajim-Paar zum Schmucke der Thorarollen gestiftet. Püttlingen. Hier starb plötzlich während der Pesachfeiertage der wie alljährlich bei seinem Schwiegervater Maurice Eahn zu Besuch weilende A. Schiel. Der Verblichene hat längere Zeit in Brasilien geweilt und wohnte die letzten Jahre in Paris. Sch., den der Tod so plötzlich aus dem Leben gerissen hat, erfreute sich hier bei jung und alt großer Beliebtheit, demgemäß waren auch aus Nah und Fern Freunde und Bekannte herbeigeeilt, um dem Dahingegangenen die letzte Ehre zu erweisen. ,7. II. Weitersweiler. Unserer Gemeinde wurde an den letzten Tagen des Pesachfestes eine angenehme Ueberraschung zuteil. Herr Simon Hoenel,ein rüstiger Greis von 70 Jahren, hat mit jugendlicher Frische und herzerfreuendein Wohlklang das Al-Hakaul vorgetragen, so daß die ganze Gemeinde sich durch den innigen religiösen Gesang gehoben fühlte. Sayerir. Burghaslach. Da die Notiz in Nr. 15 eine mißverständliche Aufassung zuläßt, so sei auch unsrerseits konstatiert, daß dem Herrn Referenten kein Vorwurf zu machen ist. Herr

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