Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 19 (9.5.1913)
- Date
- 1913-05-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Das jüdische Statt Nr. U». Lehrer Wormser mar in der Tat, wie Herr Kultusvorsteher Jsner im Sprechsaal (Nr. 16) hervorhebt, durchaus sachlich. I. Fürth. Der Israel. Manul. Krankenunterstützungsverein hielt am 14. April seine Generalversammlung ab. In derselben wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Obwohl an den Verein, der seinem Titel entsprechend, den israelitischen männl. Armen in Krankheitsfällen Unterstützung durch Zahlung von Arzt und Apotheke, sowie z. T. wöchentliche Barunterstützung gewährt, zeitweise große Ansprüche gestellt werden, so konnte dessen Kassenbericht in dieser Periode doch günstigen Abschluß melden, so daß er, das sich schon seit nahezu 50 Jahren vorgesteckte Ziel der Wohltätigkeit ungeschmälert weiter ausüben kann, durch die in Fürth nie erlahmende Wohltätigkeit der jüdischen Einwohner. L Fürth. Laut dem vor einiger Zeit eröffneten Testamente des am 14. Januar d. I. verstorbenen Herrn Leopold Löwenhaar wurden diverse hiesige, israelitische Wohltätigkeits- und Lehranstalten bedacht. Unter anderem wurden auch der Israel. Realschule in Fürth 200 J( ausgehändigt, zum Zwecke der Errichtung einer „Leopold und Ernestine Löwenhaarsche Stiftung", deren Zinsen als ewiger, jährlicher Beitrag für Erhaltung der einzigen jüdischen Realschule in Bayern, benützt werden sollen. Möge diese Idee der Wohltätigkeit vorbildlich wirken, für alle Israeliten Bayerns, um diese Lehranstalt, als einzige in Bayern, die nur dem Idealismus für die Religion ihre Gründung und ihr Bestehen verdankt, stets erhalten zu können. Preußen. Hamburg. Auf gestern, Sonntag, den 4. Mai, hatte das provisorische Komitee der Agudas Jisroel eine Versammlung zwecks Gründung einer Ortsgruppe einberufen. Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M., eröffnete die Versammlung namens des provisorischen Komitees und bat Herrn Moritz Heymann den Vorsitz zu übernehmen. Es sprach zunächst S. E. Herr Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer über die Aufgaben und Zwecke der Agudas Jisroel, nach ihm verbreitete sich Moritz A.Loeb eingehend über die Gegenwartsaufgaben, die der neue Weltbund zu lösen habe, während S. Ehrw. Herr Dr. Carlebach, Lübeck, in begeisternder Rede zum Eintritt aufforderte. Nach einer kurzen Pause begann die Diskussion, aus welcher wir nur die eine Frage hervorheben wollen, die Herr Dr. Hirsch, Hamburg, an die Leiter der Versammlung richtete, warum S. E. der Herr Oberrabbiner und die Vorstände des deutsch-israelitischen Synagogenverbandes nicht erschienen seien, wo es sich doch um eine so hochwichtige Angelegenheit von SsHSr handle. Herr Jakob Rosenheim gab diesem Herrn, sowie den übrigen Diskussionsrednern Rede und Antwort. Er hoffe bestimmt, daß bei der demnächstigen Konstituierung der Ortsgruppe, die an diesem Abend bereits 200 Mitglieder zählte, die Herrn, die heute noch aus organisatorischen Gründen fern geblieben seien, sich aktiv beteiligen werden. Er verbreitete sich alsdann noch über Organisation des Bundes, die Gründung von Ortsgruppen und Landesverbänden. Nachdem noch Herr Wolf Jakobson die Mitarbeit der Jugend zusicherte, schloß die Versammlung mit einem warmen Dankeswort des Herrn Aron Auerbach an die von auswärts herbeigeeilten Redner. Einige Stunden vorher hatte in Altona eine Versammlung stattgefunden, die ebenfalls zur Gründung einer Ortsgruppe mit über 100 Mitgliedern führte. E. E. Köln. Zur Inthronisation des neuen Erzbischofs Dr. Felix v. Hartmann waren auch die Rabbiner Dr. Frank und Dr. Rosenthal eingeladen. Saarbrücken. Aclu-on schal Posaeh begruben wir hier den nach langer schwerer Krankheit verstorbenen Leopold Marx im Alter von 62 Jahren. M. war noch einer von den alten Saarbrückern, die unsere Kehillo noch in einer Stärke von 30 Balbatim kannten und der die riesige Entwicklung unserer Stadt sowohl als auch unserer Kultusgemeinde mit eigenen Augen gesehen hat. Eine große Menschenmenge gab dem Toten das letzte Geleite. Lehrer Lißner sprach schöne und zu Herzen gehende Worte. J.B. Saderr. Karlsruhe. Hier soll ein „Jüdischer Jugendbund" ins Leben gerufen werden. In einem Aufruf, der zu diesem Zwecke erlassen wird, heißt es u. a.: „Er will alle Juden aller Richtungen und Ansichten bei absoluter Gewährung der Gewissensfreiheit als Juden bei sich vereinigt und zentralisiert sehen. In ihm sollen seine Mitglieder lernen, welche Strömungen es gibt, sie sollen Gelegenheit haben, sich der ihnen zusagenden Ansicht anzuschließen, sie sollen aber vor allem lernen, auch die Meinung und Ueberzeugung des Andersdenkenden zu achten und trotz sachlicher Gegensätze in ihm den Juden und nicht den Feind erblicken." An einer andern Stelle heißt es: „Sie sollen empfinden lernen, was jüdische Ethik und Tradition bedeuten und welche Stellung der Jude im modernen Leben einnimmt." Weiter wird mit Bezug auf die bereits bestehenden Jugendorganisationen gesagt: „Es muß aber nochmals eindringlich betont werden, daß der jüdische Jugendbund keiner der bestehenden, erfolgreich arbeitenden Organisation konkurrierend entgegentreten, sondern mit ihnen arbeiten und schaffen will." E. ben J. Konstanz. Der hiesige neugegründete Jüdische Jugendverein hielt am Samstag Abend, den 19. d. M. im Saale des Hotel Schönebeck eine Gabriel Rieser-Feier ab. Das Referat hatte Herr Norbert Einstein übernommen, der uns in einem einstündigen wohldurchdachten Vortrag, mit dnn Wesen und Wirken dieses Mannes bekannt machte. Gedichte, Musik und Gesangsvorträge von mehreren Damen und Herren verschönerten den Abend, der recht zahlreich besucht war. Kessen. Bad Homburg. Zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde wurde Herr Dr. A. Winter, bisher Rabbiner in Myslowitz, gewählt. Frankreich. . Paris. Baron Edm. v. Rothschild hatte durch Vermittlung des Chacham-Baschi Nahum bei der türkischen Regierung um die Erlaubnis nachgesucht, in Palästina Grabungen vornehmen zu dürfen. Die Regierung hat nun diese Erlaubnis gegeben, und Baron Rothschild beabsichtigt, in Jerusalem ein Museum zu gründen, in dem alle die Geschichte der Juden in Palästina betreffenden Objekte vereinigt werden sollen. Paris. Beförderungen. Es wurden befördert die Oberstleutnants Picard und Lemant zu Obersten, Bataillonschef Gerst zum Oberstleutnant, Hauptmann Jgnace zum Schwadronschef und Hauptmann Hertz zum Bataillonschef, Leutnant Bloch zum Hauptmann. Die Academio dos inscriptions ot Bollos-lottres hat den Prix Stanislas-.Tulicn Herrn Caston Cahen zuerteilt.