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Das jüdische Blatt · 1913-05-02 · 18 (2.5.1913) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
18 (2.5.1913)
Date
1913-05-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Das jüdische Klatt. Nr 18. folg war ein außerordentlicher. Der erste Fechtabend am Montag, 13. April, vereinigte eine stattliche Teilnehmerzahl, die dem neuen Zweig des jüdischen Turnvereins eine erfreuliche Blüte gewährleistet. Der geringe Mehrbeitrag, der für die Fechtkurse zur Deckung der Unkosten erhoben wird, ermöglicht es jedem, den gesunden Sport zu erlernen und zu betreiben. Die Fechtstunden finden in dem Turnlokal des Vereins, in der Oberrealschule bei St. Johann, allwöchentlich Montag abends um 9 Uhr statt. Ev. weitere Anmeldungen werden in den Fechtstunden entgegengenommen. Straßburg. Von der Israelitischen Gewerbeschule zu Straßburg. Zum erstenmal kam dieser Tage in der Israelitischen Gewerbeschule zu Straßburg der Preis aus der Moch-Schuhl-Reims-Stiftung zur Vergebung. In edeldenkender Weise hat Herr Fernand Mach aus Reims, ein geborener Straßburger, zum Andenken an seine Eltern vor Jahresfrist der Israelitischen Gewerbeschule einen Betrag von Jt 800 als unveräußerliche Stiftung mit der Bestimmung gespendet, daß die Zinsen alljährlich demjenigen Schüler als Preis gegeben werden sollen, der sich vor seinen Mitschülern durch tadelloses Betragen und fortgesetzten Fleiß besonders auszeichnet. Der Preis wurde dem Goldschmiedelehrling Ferdinand Ehrlich aus Her - l i s h e i m zuerkannt und demselben am verflossenen Samstag in Form eines Sparkassenbuches mit Ji 32 Einlage unter Beisein von Mitgliedern des Verwaltungsrates überreicht. Möge sich der Preisträger auch in seiner ferneren Lebensbahn tüchtig entfalten und gleich vielen ehemaligen Schülern ein Stolz der Anstalt und des elsässischen Judentums werden. Herrn Fernand Moch aus Reims aber, unserem sympathischen Landsmann, gebührt vor allem öffentlicher Dank für sein Wohlwollen, das er einer der segensreichsten elsaß-lothringischen Erziehungsanstalten in solch anerkennens- und nachahmenswerter Weise zum Ausdruck gebracht hat. Mit der Bitte um Veröffentlichung wird uns folgendes eingesandt: Straßburg, den 30. April 1913. An die Wähler des Israelitischen Konsistoriums des Bezirks Unterelsaß. Infolge verschiedener Vorkommnisse im Konsistorium habe ich mich veranlaßt gesehen, meine Demission als Konfistorialmitglied einzureichen, da ein gedeihliches Arbeiten für meine Wähler mir in demselben zurzeit unmöglich ist. Die näheren Gründe werde ich in einem ausführlichen Referate in öffentlichen Versammlungen bei Gelegenheiten bekannt geben. Ich hoffe, daß sich mir baldigst eine solche bieten wird. Mit vorzüglicher Hochachtung Aron Durlach bisheriges Miglied des Ist. Konsistoriums des Bez. Unterelsaß. Vollweiler. Das Konsistorium des Oberelsasses hat den Rabbinatskandidaten Dr. Julien Weil aus Buchsweiler zum Rabbiner von B o l l w e i l e r ernannt. Seine Studien hat der junge Rabbiner am Hildesheimerfchen Rabbinerseminar in Berlin absolviert. Hagenau. Der Verwaltungsrat der Armenkasse hatte am Samstag Abend eine Versammlung einberufen, zu der sich gegen 80 Mitglieder einfanden. Eine genaue Uebersicht des lokalen Armenwesens wurde verlesen, aus der sich ergab, daß die Beiträge nicht mehr ausreichen. Es wurde daher beschlossen, die Armengelder verhältnismäßig auf das Budget der Gemeindemitglieder zu schlagen, und der Verwaltungsrat wurde beauftragt, eine diesbezügliche Tabelle aufzustellen und in einer späteren Generalversammlung den Mitgliedern zu unterbreiten. M. W. hellimer. In große Trauer wurde am zweiten Pesachtage die ganze jüdische Gemeinde versetzt. Unser Chason, Herr Marx, ist als 58 jähriger plötzlich gestorben. Nach dem Gottesdienste am ersten Tage sagte er noch: „Noch nie habe ich so leicht geort wie heute." Nach dem zweiten Seder ging die Familie ahnungslos zur Ruhe und wenige Stunden darauf gehörte er nicht mehr zu den Lebenden. 18 Jahre lang waltete Herr Marx in unserer Gemeinde gewissenhaft seines Amtes und stand bei Juden und Nichtjuden in großem Ansehen. Unsere einst blühende Gemeinde, aus der in den nächsten Tagen wieder eine Familie verziehen wird, wird diesen Verlust nur schwer ersetzen können. Sulz (O.-E.). Am Sonntag, den 20. April, fand die Beerdigung von Frau Theodore G r u m b a ch statt. Die Verstorbene erlag an den Folgen einer Operation im Hasenrainspital zu Mülhausen. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung statt. Auch viele christliche Mitbürger hatten sich dazu eingefunden. Dem Leichenkondukt folgte Herr Rabbiner Bloch aus Dörnach, der auf besonderen Wunsch der Familie der Verstorbenen hierher gekommen war. Schirmeck. Am ersten Tag Cholhamoed verstarb hier im Alter von 71 Jahren Herr Charles Weil!, der Vater unseres Kantors, ein edler, allgemein geachteter Charakter. Früher in Oberehnheim wohnhaft, woselbst man ihn ungern scheiden sah, hat er dort ebenso wie hier in uneigennütziger Weise als Baaltefillo und Baaltokea fungiert. Er war echter Jehudi mit allen Fasern seiner Seele. Wegen des Festes konnte Herr Rabbiner Dr. Goldstein nur einige kurze Worte an seinem Grabe sprechen. Mögen seine Witwe und seine Kinder Trost finden in dem Gedanken, daß sein Leben ein wohlausgefülltes war. Trimbach (Kr. Weißenburg). Mittwoch, den 16. April starb der Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, Raphael F e i st, eines raschen Todes. Sein unerwartetes Hinscheiden ist um so tragischer, als eben sein Sohn aus Amerika erwartet wurde. Der so jäh Verblichene war ein frommer Jehudi, der mit Treue seines Ehrenamtes waltete. Unter seiner Verwaltung wurde vor ca. 4 Jahren der hiesige groß? jüdische Friedhof (wohl der älteste im Kreise Weißenburg) restauriert, und auch sonst war der Verstorbene stets auf die Angelegenheiten der Gesamtheit bedacht. Ehre dem Andenken des wackeren Mannes! lieber die Viehhändlerverbände. Das Gute wird oft von einem Uebel erzeugt. Die Wahrheit dieses Sprichwortes wird am besten illustriert durch die gegenwärtige Bewegung in den Viehhändlerkreisen. Bor zwei Jahren wurde in Zabern der 1. Elsaß-Lothringische Biehhändlerverein gegründet, auf Anregung des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Viehhändler, Herrn Hermann Daniel. Groß war das momentane Interesse, groß auch die Hoffnungen, die man auf sein Wirken setzte, am größten aber wohl war die Enttäuschung, als er ohne nur die geringste praktische Leistung wieder einschlief: der erste Versuch zur Organisierung der elsaß-lothringischen Viehhändler war mißlungen. Aus ihrem Schlafe wurden die Viehhändler aber bald sehr unsanft geweckt und zwar durch Maßnahmen der Reichs- und Landesregierung, die durch das Viehseuchengesetz und seine Ausstihrungsbestimmungen gar scharf den Händlern auf den Pelz stiegen, ihre Existenz, wenn nicht direkt bedrohten, so doch ganz erheblich erschwerten. In Saargemiind gründete sich ein neuer Verein, der Zaberner Verein erwachte zu

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