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Das jüdische Blatt · 1913-04-18 · 16/17 (18.4.1913) · p. Seite 3

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
16/17 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 r>, 17. Das jüdische Kiatt. 3!j, VU; „' $,nn... Uns Sfc Mir ■Nriii&e Wiiiiik rl®Q5 andere- % ■ Ü - >*41?!^S"ichW« nioen 5*„ 4 UUB ur i ist "“t5QnÄ: VH,rd,f 3Ufle©ieiett v *'rdle vorauf "öten den Mn,t ,bilbe» vermöge neren;ierung^>ie^ :ird)f" das ffiort für eine ftultusgemt; welche für die in en den MittchunM r glauben ja alljfe chliegung von 1863 p goge verlangt mirb, 1 idlich könnten dieeine Lynagoge ich Mung, inneren (Eiitie alle KultusgeM rte. Es wäre nolj mzierung etwa-ir ie inde zum Slusöruif c: ilb nicht angängig, ro. B.;0. die EemeinjM nan vor ganz rM > inan ja den 23orid)lc ,z auszuschalten und c! -njgen Juden oerftcbf. I ihrer Äultusbebürfrar die Synagoge!! l'M glaube», schon die js, das —-v Vir geM nderB.-G^ Aussetzung henl^ko hengemeinde nottj' ’i d.r .jgnel sein "E ch die von uns "S **•*&* chenrechM, ZU len'- erbebensoll es Diese C wahnen wir deshalb, weil doch ein neues Gesetz vorwiegend ein Umlagegesetz werden müßte. Erst wenn die Schwierigkeiten in Bezug auf den Begriff „Kultusgemeinde" gelöst wären, könnte man daran gehen, die Frage der Anwendungsmöglichkeit des Art. 2 der K.-G.-O. zu prüfen. Noch eine Möglichkeit eröffnet sich uns, die freilich — wir gestehen es gerne zu — mancherlei Widersprüche in sich birgt. Die K.-G.-O. schafft einen ganz neuen Begriff: Fernbezirk. Man versteht darunter sehr entfernt von der Kirchengemeinde wohnende Konfessionsangehörige, die infolge der Entfernung häufig darauf aitgewiesen sind (Motivenbericht S. 429), durch freiwillige Beiträge ihre Kultusverhältnisse zu verbessern. Ihre Kräfte sollen geschont werden, heißt es an der angeführten Stelle, Pflichtbeiträge zur entlegenen Pfarrei bei unzugänglicher kirchlicher Versorgung sind ihnen schwer zuzumuten. Deshalb schreibt Artikel 19 vor, daß der Fernbezirk zu den kirchlichen Bedürfnissen des Hauptbezirkes nichts beizusteuern habe, ebenso der Hauptbezirk nichts zu den Bedürfnissen des Fernbezirkes. Wenn man nun erst den Begriff Kultusgemeinde glücklich unter Dach und Fach hätte, dann könnte man vielleicht statt eines räumlichen Fernbezirkes einen ideellen dahin schaffen, daß man all diejenigen Juden, welche in den Kultuseinrichtungen der Kultusgemeinde eine Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse nicht finden können, als Fernbezirk auffaßt und dieselben in Beziehung ihrer Kultuseinrichtung und deren Deckung von der Kultusgemeinde loslöst. Das wäre u. E. die einzige Möglichkeit, wie im Rahmen einer Analogie der K.-G.-O. so etwas wie die so oft erstrebte Trennungsmöglichkeit gegeben werden könnte. Daß jedoch damit die Kultusgemeinde zerfällt, ist klar. Was rechtlich möglich wäre, würde jeder Zweckmäßigkeit entraten. Es würde auch überflüssig, wenn die Kultusgemeinde das wäre, was sie sein mühte. (Fortsetzung folgt.) „Liberal." Unter allen Schlagworten, mit denen die moderne Zeit so überreichlich arbeitet, ist in jüdischen Kreisen vielleicht keines so bestechend und keines so irreführend, wie das Wort „liberal" in dem Begriffe „Liberales Judentum". Seine Anziehungskraft beruht auf der Bedeutung des liberal gleich frei. Die Freiheit ist ein Gut, das dem jüd. Volk sozusagen bei seiner Geburt in die Wiege gelegt worden. Wohl die höchste Bezeichnung für das Pesachfeft ist es, wenn wir es nennen s’iiiiin clieniNsemi, die Zeit, da wir befreit wurden. Aber frei ist nicht „der seiner Ketten spottet". Unsere Weisen s. A. lehren, „frei ist nur, wer sich der Thora weiht". Wenn der thoratreue Jude den Sabbat heiligt und frohen Herzens auf Geschäftsgewinn verzichtet, so zeigt er seine Freiheit, seine Herrschaft über den materiellen Besitz — wer zu schwach ist, dem Gottesrufe zu folgen und am heiligen Tage dem Gelderwerb zu entsagen, der ist nicht frei, der ist der Sklave seines Geldes. Wenn jener die verbotenen Speisen, auch unter den Entbehrungen des Weges, meidet, so zeigt er sich frei, zeigt er sich als Herr über die Gelüste des Körpers — ihr Sklave ist, nicht frei ist, wer die Kraft nicht findet, sie zu überwinden. Lasset uns darum dankbar sein unfern großen Lehrern für diese weise Lehre, wodurch sie uns aufgeklärt haben über den wahren „Liberalismus", daß wir uns nicht irre machen lassen, wenn die Kinder einer neuen Religion — um deren wahres Wesen zu verbergen — ihr den doppelt falschen Namen „Liberales Judentum" beilegen (denn daß sie auch kein „Judentum" ist, haben die Rabbiner bereits konstatiert). Aber wie schlecht muß es um eine Sache stehen, die nur unter falscher Firma sich erhalten zu können glaubt. Ein Kaufmann ändert die Firma erst, wenn er bankerott ist. Die „ausländischen" Studenten. Die fremdenfeindlichen Bestrebungen der deutschen Studenten haben auf die Regierungen ihre Wirkung nicht verfehlt. Sachsen hat den Anfang gemacht. Die Universität Leipzig hat die Bestimmung getroffen, daß nur solche Russen immatrikuliert werden sollen, die an einer russischen Universität bereits mindestens ein Jahr studiert haben. Damit sind die russischen jüdischen Studenten von der Universität ausgeschlossen, denn in Rußland ist ihnen der Besuch einer Universität untersagt. Und es ist wohl anzunehmen, daß andere Universitäten diesem edlen Beispiele Sachsens folgen werden. Schon hat die Universität München eine ähnliche Bestimmung getroffen, und die übrigen werden nicht Zurückbleiben. Nun wird sich für die russischen Studenten die bange Frage erheben: Wohin? Etwa nach Frankreich? Aber auch dort haben die Studenten ein Kesseltreiben gegen die russischen, d. h. jüdischen Studenten begonnen. Ueberall wogt der Kampf um die Plätze an den Kliniken, überall werden die russischen Studenten und Studentinnen als Eindringlinge oder als lästige Konkurrenten behandelt. Ohne es zu wollen, machen sich die Behörden zu Gehilfen russischer Willkür und Bedrükkung. Das ist hart für die Beteiligten und für die Humanität im allgemeinen. Mief vom Lande. LXIV. „Rührt Euch." So fasse ich das Kommando des Pefach auf. Rührt Euch und ruht Euch ein bissel aus. Und wir haben es wahrhaftig nötig. Es war wirklich hochgradig numejufchef, wie man so zu sagen pflegt, ich will aber der schöneren Hälfte daraus keinen Vorwurf machen. Nun aber wird's gemütlich, denn hoffentlich ist im Chomezfeuer manche Erklärung mitverbrannt. Und da nehme ich alter Kerl die uralte, unverwüstliche Erklärung vor, die wir Hagadah nennen und zwar eine ohne jeden Kommentar, aber mit den alten, niedlichen Bildern. Und wieder lache ich, wie als dummer Junge über den dummen Jungen, der so lieblich und graziös den einen Daumen an feine Nasenspitze gelegt hat und dann nach krausem Fingergewirr den äußersten kleinen Finger wie fragend in die Lüfte streckt. Also etwas zu fragen versteht er doch, der dumme Junge mit der gewandten Fingerkunst. (Sehen Sie wohl, wie ich bereits von der Kritik angefressen bin!!) Ja, ja, dieser dumme Junge hat mirs angetan. Denn ich fürchte, ich fürchte seine Nachfolger werden sehr bald eine sehr kompakte Majorität bilden von solchen, die nichts mehr zu fragen verstehen, hingegen aber viel anständigere Handbewegungen machen werden, sogar in Glacehandschuhen. Und sie werden sich verschmitzt lächelnd mit einem famosen Augenzwinkern zu denen gesellen, die nichts fragen wollen und sie werden starke Persönlichkeiten heißen oder Individualisten und sie werden in einer Neuauflage dieses reizenden Kunstwerkes vielleicht sogar mit einem stattlichen Bart geschmückt sein. Ja, ja, solch alte Bilder „entwickeln" sich, und wer weiß, was aus dem biederen selmmio stxU-a lischol noch wird. Ich verspreche ihm eine große Zukunft. Hingegen bin ich, offen gesagt, aus seinem Nachbarn, dem ausdruckslosen 76989^

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