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Das jüdische Blatt · 1913-04-04 · 14 (4.4.1913) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 14. Das jüdische Statt. 7 Recht an den Opfersinn der elsässischen Judenheit und hofft, daß die Unterstützungen ihr in noch reichlicherem Maße wie bisher zufließen werden. Tatsächlich fehlt im Spenderverzeichnis noch manche- Gemeinde. Es bedürfte wohl nur einer Anregung, um auch die noch abseits Stehenden zur Hilfeleistung heranzuziehen. Straßburg. Von dem Elsaß-Lothringischen Verein für Krüppelfürsorge erhalten wir folgenden A u f r u f, dem wir gerne Aufnahme gewähren. Die vor 2 Jahren auf Veranlassung Ihrer Exzellenz der Frau Gräfin von Wedel zugunsten der Errichtung eines elsaß-lothringifchen Krüppelheims veranstalteten Blumenfeste haben dank der überaus regen Beteiligung der gesamten Bevölke- , rung unseres Landes bekanntlich ein glänzendes Resultat ergeben. Ein Betrag von 320 000 Ai, der vorläufig verzinslich angelegt ist, steht für den angegebenen Zweck zur Verfügung; der Bauplatz ist uns in dankenswerter Weise von der Stad! Straßburg unentgeltlich überlassen worden und vom Vereinsvorstande angenommen. Bevor nun an die Ausführung des Baues herangetreten werden kann, erscheint es als die Nächstliegende Aufgabe des Vereins, die sehr erheblichen Betriebsmittel, welche das Krüppelheim erfordert, einigermaßen sicher zu stellen. Diese Betriebsmittel werden sich hauptsächlich zusammensetzen aus jährlichen Beihilfen, welche wir von der Landesregierung, den Landarmenverbänden, der Landesversicherungsanstalt, den Gemeindeverwaltungen, den Krankenkassen pp. auf unsere bereits dorthin gerichteten Gesuche erhoffen dürfen, außerdem aus den Beiträgen, welche von seiten der Mitglieder unseres Vereins eingehen. Nachdem der Gedanke eines Krüppelheims in allen Schichten unserer Bevölkerung so lebhaften Widerhall gefunden hat, glauben wir in der Annahme nicht fehlzugehen, daß uns zur weiteren Ausführung dieses Gedankens die opferwillige Unterstützung unserer Mitbürger nicht ermangeln wird. In dieser Zuversicht richten wir an alle diejenigen, die willens sind, unser menschenfreundliches Werk zu fördern, die herzliche Bitte, unserem Verein beitreten und zu diesem Zwecke ihre Namen in die im Laufe der nächsten Tage zirkulierenden Listen eintragen zu wollen. Der Arbeitsausschuß: P ö h l m a n n, Bezirkspräsident, 1. Vorsitzender; C o ß m a n n, Regierungsrat, Bürgermeister der Stadt Mülhausen; Dr. Gerber, Geheimer Regierungsrat: Max Frank, Mitglied des Gemeinderats der Stadt Straßburg: Alfred Haguenauer, Mitglied des Armenrates Straßburg: Dr. Bogumil Lange, leitender Arzt des Krüppelheims Straßburg: Camille Schauffler, Präsident des Gewerbegerichts Straßburg. Straßburg. Ein altes Gebet. Unter dieser Ueberschrift werden vielfach anonyme Postkarten im Lande herumgeschickt mit der Bitte, an eine Anzahl Bekannte Postkarten gleichen Inhalts zu senden und mit der Versicherung, daß dann Freude in das betreffende Haus einziehe. Es ist wohl unnötig, vernünftige Leute vor diesem Spiel zu warnen. Wer es mitmacht, nützt nur der Reichspost. Dischweiler. Am Purim fand im großen Saale des Hotels Zum Ochsen der bereits angekündigte, von unserem „Jüdischen Literaturverein" veranstaltete Familienabend statt. Derselbe hat, um es gleich hervorzuheben, alle unsere Erwartungen übertrosfen. Nach einer Ouvertüre, gespielt von einer leistungsfähigen Kapelle, richtete der Vorsitzende Dr. S. Lehmann eine Begriißungsansprache an die zahlreich Erschienenen, Mitglieder und Gäste. Darauf betrat Frl. Germaine Meyer die Bühne und erfreute die Versammlung durch den künstlerischen Vortrag einiger Lieder. Es folgte ein jüdisch-deutsches Dialektstück, dem die Damen Germaine und Jeanne Gugenheim, die Herren Jacques Mandel, Andre Meyer und Albert Weinberg durch ihre wirksame Komik und Darstellungskunst einen vollen Erfolg verschafften. Als letzte Nummer des offiziellen Programms, einstudiert und geleitet durch Herrn Sali Sommer, bewunderten wir die Gesangs-Szene „La ruso d’amour", gespielt von Frl. Jeanne Gugenheim und Herrn Marx. Nicht endenwollender Beifall belohnte die Darsteller. Ein solenner Ball, welcher erst gegen Tagesanbruch endete, — ein Beweis, wie gut man sich ainüsierte, beschloß die äußerst gelungene Festlichkeit, überhaupt die erste derartige in unserer Gemeinde. Herzlichen Dank und Anerkennung den Veranstaltern und den Mitwirkenden! Großbliktersdorf. Die hier am Purim veranstaltete Geldsammlung für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern auf dem Balkan ergab die hübsche Summe von 75 Ai. J. I>. Hagenau. Jugendbund. Am 29. März hieü Herr Edmund Loeb, Mitglied des Vorstandes unseres Jugendbundes, im Vereinslokal einen Vortrag über die politische Lage der Juden seit dem Jahre 1248. Am 5. April, abends 8 Uhr, wird ebenfalls im Vereinslokal Herr vtud. im>d. Rene Levy von hier über die Tagung des Südwestdeutschen Bezirksverbandes zu Freiburg sprechen. M. W. Lingolsheim. Purimfeier des Jugendbundes. Am Purimabend veranstaltete der hiesige Jugendbund eine in allen Teilen wohlgelungene Purimfeier. Der große Saal zum Löwen war gut besetzt, und trotz des strömenden Regens waren auch auswärtige Gäste, besonders aus Straßburg, erschienen. Mit dem schönen und gut vorgetragenen Chore „Gott grüße dich" begann die Feier. Hierauf begrüßte der jüngste jüdische Jugendbund, je ein Knabe und ein Mädchen von 6 Jahren, die Erschienenen. Ein junges Mädchen sprach einen sinnigen Prolog, worauf der 1. Vorsitzende, Lehrer C. Metzger, das Wort zur Festrede ergriff. In kurzen, markigen Worten sprach er über die Bedeutung des Tages, über Zweck und Ziel der Jugendvereine, die nicht in Veranstaltung von Unterhaltungsabenden bestehen, sondern in ernster, stiller Arbeit an llen Vortrags- und Leseabenden. Nach ihm sprach der 1. Vorsitzende des Jugendbundes Straßburg, Herr Referendar Ed. Weil, in formvollendeter inhaltsreicher Weise. Reicher Beifall entlohnte beide Redner. Ein sehr gut gegebenes Purimfestspiel „Der Weg der Treue (Judentum, irrendes Kind, Mode, Treue) beschloß den ersten, ernsten Teil. — Mit dem Vortrage des Miserere aus Jl Trovatore von Verdi (2 Knaben, Söhne des Vorsitzenden) begann der unterhaltende Teil. Im Chore „Elsaßlied" von Wiltberger hatte man Gelegenheit, die schöne Tenorstimme eines hiesigen jungen Kaufmannes zu hören. Hierauf führten 16 Schulkinder ein vorzügliches Purimspiel mit Reigen auf, betitelt „Schulhumor an Purim". Jedermann hatte seine Freude an den exakten Bewegungen, frischen Jugendstimmen und der guten Sprache. Herr Konzert- und Opernsänger, L. Loeb aus Straßburg, erfreute durch den Vortrag dreier Lieder Von ewiger Liebe, von ihm selbst komponiert, Mädchen mit dem roten Mündchen, von R. Franz und Liebeslied aus der Walküre von Wagner. Es herrschte nur ein Lob über den begabten Sänger. Ebenso gefiel Herr Jos. Bloch aus Straßburg mit seinen humoristischen Vorträgen. Zum Schlüsse gaben junge Mitglieder unseres Vereins den Prozeßmichel, Lustspiel in einem Aufzug in elsässischer Mundart von Louis Meyer in einer so vorzüglichen Weise, daß niemand glauben wollte, daß sie zum ersten Male sich aus den Brettern bewegten. Der Jugendbund Lingols-

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