Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 14 (4.4.1913)
- Date
- 1913-04-04
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Das jüdische Matt. Nr. 14. heim kann mit Stolz auf sein erstes Fest schauen. Wieviel Mühe und Arbeit es gekostet hatte, bis alles eingeübt war, mag wohl nur der Leiter des Ganzen, Lehrer Metzger, wissen, dem sein Erfolg an diesem Abend reiche Entlohnung sein wird. Bis zum frühen Morgen blieb eine fröhliche Gesellschaft bei den heiteren Klängen der Tanzmusik zusammen. 7Neh. Das israelitische Konsistorium für Lothringen hat an alle Gemeinden das Ersuchen gerichtet, dieses Jahr das Machzis Haschekel doppelt zu geben, zugunsten unserer notleidenden Glaubensgenossen auf dem Balkan. ,1. B. Hessen. Ober-Ingelheim a. Rh. Herr Rechtsanwalt Dr. Erich Kehr aus Kaiserslautern sprach hier in der Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens über „Gabriel Riester und die Judenemanzipation in Deutschland". Im Verlaufe seines ausführlichen Referates schilderte der Redner den Werdegang Riesters und seine Wirksamkeit für die Gleichberechtigung der deutschen Juden, indem er gleichzeitig an vielen Stellen Vergleiche mit den heutigen Verhältnissen treffend beleuchtete. Der von großem Idealismus durchwehte, gut aufgebaute Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. An den Vortrag schloß sich noch ein gemütliches Beisammensein. Bayern. Unsleben. Bald folgt die Wiederkehr des Tages, an dem Frau Moses Gärtnervon hier das Zeitliche gesegnet hat. An diesem Tage gelangen die von ihr und ihrem sel. Gatten der ihr kaum zwei Jahre in den Tod vorausging, bestimmten Legate zur Auszahlung. Das genannte Ehepaar, das über ein großes Vermögen verfügte, in seinen Lebensansprüchen aber selten bescheiden war, setzte seinem Wohltun die Krone auf durch Errichtung eines Testamentes, in welchem der dritte Teil seines Vermögens für wohltätige Zwecke bestimmt wurde. Das Testament, das schon vor 13 Jahren unter Anleitung des damaligen Rabbinatsverwesers, des Herrn Rabb. Dr. Stein in Schweinfurt, abgefaßt wurde, berücksichtigt viele Zweige der Wohltätigkeit. Für den hiesigen Ort und Umgebung wurde eine Braut-Ausstellerstiftung errichtet, der Armenfonds wurde vergrößert, dem heiligen Land, dem Würzburger Lehrerseminar, dem Spital in Würzburg, der Präparandenanstalt in Burgpreppach, der Kinderheilstätte in Bad Kissingen, der Pensionskaste bayrischer Rabbiner und dem Bayrischen Lehrerverein wurden größere Summen zugewendet, die nun bald zur Auszahlung gelangen; alles in allem bestimmte das Ehepaar ungefähr 100 000 Ji für wohltätige Zwecke. Dieses wohltätige Wirken verdient öffentliche Anerkennung, wenn auch das Gärtnersche Ehepaar niemals nach Ehre und Anerkennung strebte, sondern im Gegenteil über sein Testament stets das größte Stillschweigen bewahrt wissen wollte. Möge jederzeit mit innigen Gefühlen der Dankbarkeit des Gärtnerschen Ehepaares gedacht werden, und seine segensreichen Stiftungen zur Nachahmung veranlassen. Schweix. Basel. Heute geleiteten wir eine würdige Greisin zur Gruft; Wwe. Karoline Bloch, welche das seltene Alter von 86 Jahren erreicht hat. Geboren in Bollweiler, heiratete die Verstorbene den ihr im Tode vorausgegangenen Metzger Meyer Bloch in Sulz, mit dem sie in glücklichster Ehe vereinigt war. Rach dem Tode desselben siedelte sie nach Basel über, wo sie im Kreise ihrer Kinder und aufblühenden Enkel, von der Liebe und Verehrung der Ihrigen umgeben, ruhig und sorglos lebte. Bei ihrem Sargenes fand man Geld, zur Verteilung an die Armen, auch hatte sie bestimmt, daß ihre Kleider den Auswanderern gegeben werden sollen. Frankreich. Paris. Am vergangenen Sonntag fanden hier in der orthodoxen Gemeinde (Coinnnniautö <U* I:> stricte* <>bsi*rvjuice*, riu* Ciiili't) die Vorstandswahlen statt. Gewählt wurden die Herren Prague mit 46, N. Klein mit 45, Nepht. Levy (bisheriger Präsident) mit 41, Stein mit 40, Jos. Tedesco mit 39 und Siegfried Oppenheimer mit 30 Stimmen. Wir haben berechtigte Hoffnung, daß mit den neugewählten Herren ein neuer Zug in die Verwaltung kommt. Ihr Arbeitsfeld ist ein großes. Eine der wichtigsten ihrer harrenden Aufgaben, auf deren Lösung ein großer Teil der Gemeinde schon lange vergeblich warten muß, ist die Anstellung eines tüchtigen Religionslehrers für die Schuljugend sowohl, wie für die reifere Jugend. Außerdem sind unsere Kaschrusinstitutionen noch sehr der Besserung bedürftig. Q»i viimi, verra! s Wochenkalender. M 1913 5673 Sabbat Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag 5. April 6. „ 7. „ 8. „ 9. „ 10. .. 11. „ 27. Adar II 28. „ 29. „ 1. Nissan 2. „ 3. „ 4. „ -rnnn D -ynin pan cy bD EHn Gebeiszeiten. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Ansbach. . 6 U. »b 7 U. 32 Basel . -. 7 U. 46 Fürth . . 6 U. i‘> 7 U. 30 Metz. . . 6 U. so 7 U. r.o Mülhausen. U. —U.- München: Synagoge Herzog-Maxstr. . . 6 U. u'> 7 U. 25 „ Herzog-Rudolfstr. . 6 U. *> 7 U. 26 „ Müllerstraße. . . 6 U. ao 7 U. 28 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . 6 U. 4o 7 U. 32 Strahburg: Synagoge Kleberstaden . . . 6 U. 30 7 U. 40 „ Kageneckerstraße . 6 U. 45 7 U. 45 Stuttgart. . 6 U. 15 7 U.;;s (Amtswoche: Stadtrabb. Dr. Kroner, Kirchenrat.) II Jarnitieimachrichlen. i- 11 (Mitteilungen für diese Rubrik werden - kostenlos ausgenommen) Gekorene: Eine Tochter, David Feigenbaum, Straßburg. — Ein Sohn, Bloch-Singer, Uttenheim. — Eine Tochter, Jakob Wyler, Zürich. —