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Das jüdische Blatt · 1913-04-04 · 14 (4.4.1913) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Da« jüdische Statt. Nr. 14. das Interesse der weitesten jüdischen Kreise für die durch die veränderten Zeitverhältnisse notwendig gewordenen Maßnahmen auf dem Gebiete unserer Jugenderziehung zu wecken. Daher wird beabsichtigt, die Konferenz auf breiter Basis aufzubauen und alle die Kreise, die auf irgend einem Gebiete der Jugendfürsorge tätig sind, heranzuziehen. Hauptsächlich aber soll das Interesse der jüdischen Oeffentlichkeit, vor allem der Eltern und Erzieher für die großen Fragen der Erziehung geweckt werden. Um eine gründliche Erledigung der Aufgabe zu ermög lichen, wurde einstimmig beschlossen, das Programm auf folgende Punkte zu beschränken, über die hervorragende Sachverständige referieren werden: 1. Einleitendes und einfiihrendes Referat; 2. Erziehungsaufgaben: r>) in der Familie, 1>) in der Anstalt; 3. Jugendpflege (2 Referate). Der Diskussion soll ein weiter Spielraum eingeräumt werden. Wenn die Konferenz die erhofften günstigen Ergebnisse zeitigt, wird beabsichtigt, in künftigen Jahren weitere Konferenzen folgen zu lassen, die sich mit dem Thema der Berufswahl für das männliche und weibliche Geschlecht und mit der Fürsorge für die gefährdete Jugend beschäftigen sollen. Es handelt sich um eine Lebensfrage für die Zukunft des Judentums, und die Einberufer sind überzeugt, daß das Verständnis dafür bei einem jeden Freunde unserer Jugend und des Judentums und in allen beteiligten Kreisen ausbreiten und segensreiche Frucht zeitigen wird. Berlin. Aus dem Bureau des D.J.G.B. erhalten wir folgende Zuschrift: Bei den Verhandlungen des Gemeindtages im Jahre 1911 über das damals noch zu erwartende Angestellten-Versicherungsgesetz und mehr noch bei den anschließenden Kommissionsberatungen im Schoße des D.J.G.B. ist der Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Gemeindebeamten, in das Gesetz einbezogen zu werden, so lebhaft hervorgetreten, daß sogar eine entsprechende Petition an den Reichstag gerichtet wurde. Ohne daß man die Unzulänglichkeit der Leistungen, besonders an dem natürlichen Wunsch unserer Beamtenschaft gemessen, den öffentlich angestellten christlichen Kollegen mit gleicher Vorbildung hinsichtlich der Alters- und Reliktenversorgung gleichgestellt zu werden, verkannte, überwog doch die Genugtuung über die Erfüllung des langgehegten Wunsches, endlich einen, wenn auch noch so bescheidenen, Rechtsanspruch erlangt zu haben. Eine gewisse Verbesserung der Leistungen wurde durch die Umwandlung der bestehenden Lehrerhilfskassen in „Ersatzkassen" im Sinne des Gesetzes und ihre Zusammenfassung in eine Verbandskasse angestrebt. Der D.J.G.B. hat große Opfer an Geld und größere an Arbeit aus Erreichung dieses Zieles verwendet, das unter schwierigen Verhältnissen Mögliche ist geschehen, die Verbandskasse ist in Tätigkeit und die Frage ihrer endgültigen Zulassung durch die Aufsichtsbehörde wird in absehbarer Zeit entschieden werden. Gleichviel aber, ob das heißerstrebte Ziel erreicht wird, daß die Beiträge an eine unter kollegialer Leitung stehende Kasse, oder ob sie schließlich doch an den Staat gezahlt werden müssen, sie bleiben eine drückende Belastung für die in ihrer Mehrzahl kärglich besoldete Beamtenschaft, zumal für die Fürsorglichsten unter ihnen, die schon vorher freiwillig Beiträge für Alters- und Reliktenversorgung übernommen haben. Bei den jetzigen teuren Zeiten ist die Lage mancher Beamten geradezu kritisch geworden und läßt Schlimmes befürchten. Deshalb hat sich der Verband der jüdischen Lehrervereine an den D. I. G. B. gewandt, er möge die Gemeinden veranlassen, die Beiträge für die Angestelltenversicherung im vollen Betrage zu übernehmen. Eine ernste Aufgabe, der sich der Bund im Vertrauen auf die Erkenntlichkeit der Gemeinden für die treue Pflichterfüllung ihrer Beamten unterzieht. ^Zu seinem Teile geht der D.J.G.B. mit dem Beispiele voran, indem er für sein Personal die vollen Beiträge übernommen hat. Gern würde er mehr tun und den bedürftigen Gemeinden, deren Beamte eine Hilfe ja am nötigsten haben, finanziell beistehen. Aber es ist genugsam bekannt, daß die knappen Mittel des D.J.G.B. mehr als gänzlich für die von ihm bereits übernommenen Aufgaben festgelegt sind; er ist zurzeit für mehrere unaufschiebbare Aufgaben bei den Großgemeinden gleichzeitig vorstellig, er kann die eine Sache nicht durch die andere schädigen. Ein gutes Vorzeichen ist es, daß bereits verschiedene Gemeinden freiwillig im Sinne unseres Appelles vorgegangen sind. So dürfen wir hoffen, daß überall, wo es irgend möglich ist, die Gemeinden diesem würdigen Vorbilde nachstreben und den Trägern des Gottesdienstes und des Unterrichtes, den Erhaltern und Förderern unserer Religion die Möglichkeit schaffen werden, deren Forderung zu erfüllen, daß sie „Gott in Freuden" dienen. Berlin. Eine jüdische Aerzte-Gesellschaft für P a l ä st i n a. Die kürzlich ins Leben gerufene „Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina" ist bereits im Begriffe, ihre Tätigkeit im Lande mit der Gründung eines Institutes für bakteriologische und serologische Untersuchungen zu eröffnen. Das Institut wird einen Teil der Arbeiten zur Sanierung Jerusalems übernehmen, die jetzt von verschiedenen Seiten energisch betrieben wird. Vor allem sind hierbei die in dem Hoalth-Office (begründet von dem bekannten New-Porker Philantropen Nathan Strauß) und von dem in Deutschland angeregten internationalen Komitee in Angriff genommenen Arbeiten zu erwähnen. Die jüdische Aerzte-Gesellschaft versendet soeben einen Aufruf zur Werbung von Mitgliedern (Jahresbeitrag mindestens M. 6.—, auch Nichtärzte werden ausgenommen), und es steht zu hoffen, daß in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache es auch an namhaften Zuwendungen nicht fehlen wird. Von den unter dem Aufruf genannten Mitgliedern des Komitees feien erwähnt, an Aerzten: Exzellenz Prof. Dr. Paul Ehrlich, Prof. James Israel, Geheimrat Prof. Leopold Landau, Prof. Jacques Loeb (Biolog. Institut New-Pork), ferner zahlreiche medizinische Autoritäten aus Deutschland, England, Rußland, Skandinavien, Italien usw.; an Nichtärzten sind u. a. unterzeichnet: Dr. Paul Nathan, Geheimrat Pros. Rosin (Freiburg i. Br.), Dr. James Simon, Geheimrat Timendorfer, Prof. Dr. O. Marburg. Anmeldungen und Zuschriften nimmt der erste Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Aron Sandler (Berlin- Charlottenburg, Droysenstr. 6), entgegen. Leipzig. Gute jüdische Schulen sind die besten Institutionen zur Aufrechterhaltung und Festigung des überlieferten Judentums. Solchen Institutionen, die in Deutschland sofort nach dem Auftreten der Reform entstanden, ist die Erhaltung der Ueberlieferung und des Talmudstudiums in Deutschland zu verdanken. Dadurch allein konnte dem Abfall vom überlieferten väterlichen Glauben ein Damm entgegengesetzt werden. Die Bestätigung dieser Erfahrung kann man wieder in Leipzig machen. Dort wurde vor einem Jahr dank der kräftigen Initiative und unermüdlichen Arbeit des Rabbiners Dr. Ephraim C a r l e b a ch (Lehrziele: Realschule, Realprogymnasium, Höhere Töchterschule) unter großen

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