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Das jüdische Blatt · 1913-04-04 · 14 (4.4.1913) · p. Seite 2

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Das jüdische Statt. Nr. 14 Ernst der Sache und wurden desto liebevoller und zärtlicher zu ihrer Mutter. Kam dann später das Nachdenken, so daß die weiteren Fragen sich einstellten, so wurden auch diese in reinster natürlichster Weise von der Thauroh in Verbindung mit dem feinen Taktgefühl ihrer Lehrer beantwortet. Nicht Nimbus, sondern Ernst war da die Hauptsache, der Ernst der des neugeborenen Kindes sich erfreuenden Mutter, der Ernst der frühgelernten Verantwortung, dazu noch der Ernst der Hygiene, von der die beiden y'HTP in ihrem ganzen Umfange sprechen. Es ist selbstverständlich, daß die letzten Fragen erst mit dem reiferen Alter auftauchten und behandelt wurden, sie konnten da um so freier behandelt werden, als das Gefühl eines Bar-Mizwos das Bewußtsein des Voll-genommen-werdens einen tieferen Ernst mitbrachte, als es bei unseren heutigen 13jährigen der Fall sein mag. Was bei unseren Alten eine aus dem Milieu erwachsende, auf frühes Thoralernen sich stützende Selbstverständlichkeit war, wird heute von den modernen Pädagogen angesichts der drohenden Gefahr für die Heranwachsende Jugend als dringende Forderung des Tages aufgestellt. Man verlangt unbedingt die frühe Aufklärung. Gar manche Mutter sehe ich da erröten, gar manchen Vater bedenklich den Kopf schütteln ob dieser Zumutung. Und in der Tat darf nicht genug gewarnt werden vor Verallgemeinerung dieser Aufklärungsmethode. Beispiele rechtfertigen diese Warnung. Es ist unter heutigen Verhältnissen ein gefährliches Unterfangen. Das sollte uns Juden aber zu bedenken geben, daß wir wieder unsere jüdische Atmosphäre uns schaffen, daß wir wieder zu unserer alten Methode der Erziehung zurückkehren sollten, die uns die Mittel an die Hand geben, ohne Gefahr Dinge unseren Kindern zu sagen, die von größtem Nutzen für ihre Zukunft sind. In der Schule bilden die Brücke zu ynTpl und Erst muß der enge Zusammenhang zwischen Schuld und Sühne erkannt werden, ehe man zur Lösung der wichtigsten Lebensfragen schreitet. Rabbiner Dr. I. Weil l. -- Encore les „Richtlinien“. A force d'entendre parier des „Richtlinien“ j'ai eu la curiosite de connaitre ce do cum ent desormais faineux. Juif frangais, donc completement btranger aux querelles intestin es du Judai'sme allemand, je puis, conime Tacite, juger „sine ira et Studio quorum causas procul habeo“. La lecture des Richtlinien m’a conduit, je dois l‘avouer, de surprise en surprise, jusqu'ä la deruiere, la plus forte de toutes: 61 rabbins, oui, 61 docteurs de la religion et do la Science juives, avaient signö cet extraordinaire manifeste! . . . . Mais je compris vite que la meine se trouvait la clef de toutes les enigmes. N'avait-il pas fallu mettre d'accord ces soixante-un esprits aux conceptions variees, aux imaginations fecondes, dont la seule conviction commune etait: pour permettre au Judai'sme moderne de resister a la „erise de la liberte“, il faut y apporter des changements, des rcformes? De lä le caractere vague, indems, illogique meine, du manifeste. Com ment pouvait-il en etre antrement? Comment les soixante-et-un se seraient-ils entendus pour' modifier, sans le rniner do fond en comble, un edifice aussi homogene, aussi luirmoniensement construit et aussi solide que le Judai'sme traditionncl? (stii parle de transformer les antiques pyramides d'Egypte? Reportez-vous ä un siede seulcment en andere, ä 1'annee 1810 par exemple. Le Judai'sme do 1810 est exacteinent le meine que cd ui de Tan 1700, de l au 1600 . . . ., de Tan 1000. Rachi ressuscite et penetrant dans une synagogue ou dans nne maison juive de la fin du dix-huitiöme siede, n'eiit eprouve aucun etonnement: il n’eüt retronve que de vieilles connaissances. Et voila que tout-ä-coup Ledifice ne vaut plus rien, (pie tont y est ä changer, a reformer, a detnolir! Doucement! me repond-on. Il ne s'agit nullement de renverser Ledifice, mais bien au coutraire de le consolider, de le replacor sur ses veritables assises, d’oii la routine des siocles l’avait deplace. Yotre Rachi n’cst plus de mise, c'est nous qui sonnnes l'histoire et la vraio tradition! Als geschichtliche Religion hat das Judentum seinen ewigen Wahrheiten und sittlichen Grundgeboten Ausdruck gegeben auch in geschichtlich bedingten Glaubensvorstellungen und Erscheinungsformen. Jedes Geschlecht hat den Glauben der Väter in den ihm eigentümlichen religiösen Vorstellungen und Ausdrucksformen sich zu eigen gemacht. Das liberale Judentum steht deshalb auf dem Standpunkt der Anerkennung einer fortschreitenden Entwicklung, kraft deren jede Zeit im Judentum das Recht und die Pflicht hat, bei Wahrung seines wesentlichen Gehalts geschichtlich bedingte Glaubensvorstellungen und Erscheinungen aufzugeben, fortzubilden oder neue zu schaffen. Glaubensvorstellungen, welche die Reinheit der jüdischen Gotteslehre trüben, sind aus dem Lehrinhalt der jüdischen Religion auszuscheiden (ai'ticles V et VII des Richtlinien). Descendons un instant de ces hauteurs transcendentales. Voici qudque chose de plus terre a terre: Durch den Eintritt der Juden in die geistige Kultur und die soziale Lebensgemeinschaft einer Zeit, die durch neugewonnene Erkenntnisse ihren geistigen Gesichtskreis erweitert und eine Umwälzung auf allen Gebieten des Lebens erfahren hat, sind viele überlieferte Vorstellungen, Einrichtungen und Bräuche aus dem Bewußtsein und aus dem Leben geschwunden und haben somit ihren Inhalt uud ihre Bedeutung verloren (exti'ait de l’article VI). Ce n’est plus ici la purete de la doctrine juive „die Reinheit der jüdischen Gotteslelire“ qui se trouve menacee; c'est a la necessite de suivre la mode du siede que Ton fait appel: „sind viele überlieferte Vorstellungen, Einrichtungen und Bräuche aus dem Bewußtsein und aus dem Leben geschwunden“. Tont le document est dans le meme goüt. Tächons d’etre moins obscur que lui; demandons-lui en tonte franchise ce qu’il pretend nous dire dans son langage enigmatique. Le Judai'sme comprend une partie thooriquc et une partie pratique, un dogme et un culte; ce que notre document appelle de ces grands mots scolastiques: „die Glaubens Vorstellungen und die Erscheinungsform e n“. Voyons d’abord ce que devient le dogme juif. Le Dogme (articles 1 ä V). Il est incontestable que les rabbins liberaux croient en Lexistence de Dieu. Mais leur Dien, ce n'est plus le Dien d’Abrahatn, d'Isaac et de Jacob, ce n’est plus le Dieu du Sinai': c’est le Dieu des philosophes spiritualist.es, Rrovidence et Pore de tous les hommes, avec cette seule difference qu'ils attribuent a Israel la mission historique d’amener le royaume de Dieu sur la terre (articles I et 111). De qui Israel tient-il une aussi glorieuse mission V A quelle heure, en quols lieux. La-t-il regneV Motus:

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