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Das jüdische Blatt · 1913-03-14 · 11 (14.3.1913) · p. Seite 5

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 11. Das Mische Kiatt. 5 anstaltenden Kollekte ein erfreuliches Resultat. Aus Sparsamkeitsrücksichten will der Verwaltungsrat vom Drucke eines Jahresberichtes pro 1912 absehen und einen solchen, wie dies übrigens bei vielen gleichartigen Anstalten gehandhabr wird, fernerhin m>r noch alle zwei Jahre veröffentlichen. Er hofft, daß die Freunde unseres Hauses diese Maßnahme billigen werden und empfiehlt es auch fernerhin ihren! Wohlwollen. Hagenau. Herr Hagenauer, Sekretär, des Konsistoriums aus Straßburg, hielt Sonntag abend im großen Saale des Hotel zur Traube vor einer großen Zuhörerschaft einen Vortrag über das „Armenwesen im allgemeinen". In einer anderthalbstündigen Auseinandersetzung, worauf sich eine rege Diskussion entfaltete, gab er Anleitung und Mittel zur Bekämpfung des Wanderbettels. Er betonte, daß es nicht im Sinne der neu zu gründenden Organisation liege, die Wohltätigkeit zu beschränken, sondern es handle sich nur darum, den jungen armen Wanderern Gelegenheit zu bieten, durch Arbeit ihre Existenz womöglich zu sichern und aus ihnen brave und redliche Mitbürger zu machen. Er bewies durch Zahlen, daß in Straßburg, Metz, Mülhausen und noch vielen anderen Städten viel besser geworden ist, und versicherte, daß es noch besser werden wird, und forderte den Vorstand der hiesigen Armenkasse auf, sich auch an die neue Organisation anzuschließen zum Wohl der Armen und der hiesigen Gemeinde. Seine Ausführungen wurden mit großem Interesse angehört. M. W. s. Hegenheim. Letzte Woche feierte in La Chaux-de- Fonds, im Kreise ihrer Familie, die früher hier wohnende Witwe Nordmann ihren 101. Geburtstag. Die Greisin ist bei guter Gesundheit und ohne jegliche Gebrechen. Es war gewiß eine Freude zu sehen, mit welcher Freundlichkeit und herzlichem Wohlwollen, die Urgroßmutter alle Familienangehörigen empfing, und ihre Gratulationen, sowie auch Geschenke in Empfang nahm. Als sie voriges Jahr ihren hundertjährigen Geburtstag feierte, schenkte ihr die Stadtbehörde einen Sessel. — Möge es ihr noch lange Jahre vergönnt sein, sich dieses Geschenkes zu bedienen. l) Schletlstadt. In der Angelegenheit des in der Nacht vor der Hochzeitsfeier seiner Nichte so plötzlich hier verstorbenen Herrn Netter aus Toul fand hier eine Schöffengerichtssitzung statt. Die Witwe des Verstorbenen hatte gegen die Hotelbesitzerin Frau Simeon W e i l l Zivilklage angestrengt, und auch von seiten der Amtsanwaltschaft war Strafantrag gestellt worden. Frau Weil! wurde freiges p r o ch e n, da nach Annahme des Gerichts der Tod entweder durch Herzschlag oder durch Gasvergiftung aus eigenem Verschulden herbeigeführt worden ist. Ingweiler. Armenlotterie. (Fortsetzung der Gabenliste.) 52. Frau B. Weiß 2 Vasen in Majolika; 53. eine Obstschale in Porzellan von ders.; 54. eine Bettvorlage von Salomon Levy; 55. ein weißer Unterrock von Frl. Sophie Kahn; 56. ein Salatbesteck mit Silbergriff von Frl. Clemence Joseph; 57. ein Servierbrett mit gesticktem Deckchen von Frau S. Kauffmann-Lauterburg; 58. eine Käseglocke von ders.; 59. ein halbes Dutzend Taschentücher von Fr. Leopold Bloch; 60. ein Kinderanzug in Trikot von Frau Wwe. Franck-Großblittersdorf; 61. Stoff zu einem Kleid von Frau Emil Lazarus-Großblittersdorf; 62. Seide zu einer Bluse von Frl. Marie Lutznesky-Hagenau; 63. Obstschale in Majolika von Frl. Cecilie Uhry; 64. Obstschale in Majolika von Frl. Coralie Weill; 65. eine Flasche Kirsch von Wilhelm Sorgius; 66. u. 67. je eine Flasche Malaga von Ungenannt; 68. zwei Vasen in Porzellan von Frau Henri Bär-Reichshofen; 69. eine Buttermaschine von Frau Theophil Kahn-Benfeld; 70. Stofs zu einem Kleid von David Wolf; 71. Brotkorb in Nickel von Frau Joseph Hänel; 72. Likörservice von ders.; 73. u. 74. je ein Bild, Landschaft in Goldrahmen von Joseph Meiß; 75. ein halbes Dutzend Kaffeelöffel von Emanuel Meiß; 76. ein gesticktes Deckchen von Frl. Carmen Levy-Hellimer; 77. zwei Leuchter in Nickel von Frau Mathilde Hoenel; 78. eine Tischdecke von Frl. Reine Meyer; 79. eine Buttermaschine von Aron Meyer; 80. ein Bierservice von Albert Meyer; 81. ein Arbeitskorb von Frl. Pauline Bloch; 82. zwei Kompottschalen von Frl. Elise Eichel; 83. eine Küchenwage von Joseph Weill, Hintergasse; 84. eine Butterdose von dems.; 85. eine dekorierte Vase von dems.; 86. eine gehäkelte Pelerine von Frl. Pauline Bloch; 87. Rauchservice in Majolika von Frau Sophie Braun; 88. zwei Wandteller, eine Zierschürze von Frl. Bertha Caron; 89. Eierservice von Frau Melie Weill; 90. Gutschein für zwei Flaschen Boulogne von Louis Gerlinger; 91. Gutschein für zwei Flaschen Malaurent von dems.; 92. ein Arbeitskorb von Frl. Louise Schneider. Lingolsheim. P u r i m f e i e r. Am Purimabend, den 22. März, abends 9 Uhr, wird der Jugendbund bei freiem Eintritt eine größere Purimfeier im Saale zum roten Löwen hier abhalten, bestehend aus Konzert und Ball. Auswärtige Gäste, Damen und Herren, sind herzlich willkommen! Lingolsheim. Samstag Abend hielt Herr Referendar Dr. I. Schneider-Straßburg im hiesigen Jugendbund einen sehr interessanten Vortrag über deutsches Zeitungswesen. Ausgehend von den allerersten Anfängen der Nachrichtenübermittelung führte der sehr gewandte Redner seine aufmerksamen Zuhörer schrittweise durch die verschiedenen Phasen der Entwickelung, des Zeitungswesens nicht allein bis heute, sondern er malte sogar ein Zukunftsbild aus, zu dem die ersten Ansätze bereits heute sich fühlbar machen. In mehr als einstündiger Rede zeigte uns der Referent seine reiche Erfahrung auf dem Gebiete des Zeitungswesens überhaupt und des deutschen insbesondere, und es war ein Vergnügen, zu beobachten, wie der Redner mir so aus dem Vollen schöpfte. Zum Schlüsse führte er die Versammlung an der Hand eines trefflichen Veranschauungsmittels (aufgeklebte Zeitungsköpfe) durch den deutschen Blätterwald und skizzierte mit markigen Strichen die verschiedenartige Färbung. Reicher Beifall belohnte den Herrn Dr. für seinen Vortrag, und der Vorsitzende wußte seinen Beifall und Dank nicht besser zum Ausdruck zu bringen, als daß er die Bitte aussprach, der Herr Referent möge den hiesigen Jugendbund im nächsten Jahre wieder mit einem Vortrage erfreuen. Die Beteiligung (Damen und > Herren) war recht zahlreich. Dank gebührt auch H. F. Bloch aus Straßburg, welcher den Referenten für uns gewonnen hatte. Mülhausen. Am Sonntag, den 2. März, hat der Israelitische Mädchenoerein „L'Abri" in den Sälen der hiesigen Börse seinen Bazar abgehalten. Derselbe stellte ein holländisches Volksfest dar. In den Verkaufsbuden walteten reizende Verkäuferinnen in holländischer Tracht ihres Amtes. Alles denkbare wurde verkauft, von den einfachsten Delfter Porzellanfiguren' bis zu den feinsten, Genterspitzen. Am niedlichsten war das Kinderballett, nusgeführt von 4 Pärchen ebenfalls in holländischer Tracht. Ein Marionettentheater amüsierte die Kleinen bei Tag, ein lustiger Ball hielt die Großen bis in die Frühe des nächsten Tages zusammen.

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