Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Das jüdische Statt. Nr 9. G Ingweiler. Lotterie des Damenarbeitsvereins. Wie vorauszusehen war, sind die Lose in kurzer Zeir fast alle ausverkauft morden, so daß ein hübscher Ueberschuß zu erwarten ist. Die Verlosung wird bestimmt am 15. März stattfinden. 1. Gabenliste: Etwa 120 diverse Handarbeiten, ferner: 1. Körners Werke v. Frau Lehrer Wahl; 2. eine Jardiniüre m Majolika v. ders.: 3. eine gestickte Manschetten- und Kragenschachtel v. ders.; 4. ein Kinderhäubchen, Handarbeit v. Frau Wwe. Henri Meiß; 5. ein Spitzenjabot v. ders.; 6. ein Arbeitskorb v. Frau Emanuel Meiß; 7. eine Geleedose in Kristall mit Untersatz in Nickel v. Frau David Lazarus; 8. eine Tortenplatte in Majolika v. ders.; 9. eine Cakesdose in Kristall v. Frau Felix Lazarus; 10. eine Bonbonniere in Kristall und Neusilbereinfassung v. ders.; 11. ein Sofakissen, Handstickerei v. Frl. Clemi Lazarus; 12. eine Tafelschaufel und -Besen v. Frau Jacques Kling in Mommenheim; 13. Salz-, Pfeffer- und Senfgarnitur in Porzellan v. Basar Wertheimer in Straßburg; 14. ein Gutschein v. Benj. Levy für 10 Liter Milch; 15. dass. v. Frau Joseph Meiß. — Weitere Gaben werden dankend entgegengenommen v. Frau Lehrer Wahl. Ingweiler. In der nächsten Zeit wird auch unsere Synagoge mit Zentralheizung ausgestattet werden, was von allen Seiten mit Freuden begrüßt wird. .J.'B. Ingweiler. Da der am 9. d. Mts. von der zionistischen Ortsgruppe Straßburg hier abgehaltene Propaganda-Abend infolge zu frühen Abgangs des Zuges abgebrochen werden nrußte, hatten die Straßburger Zionisten zur Fortsetzung dieses Abends auf letzten Sonntag abend, den 23. d. Mts., in den großen Saal des Bahnhofhotels die hiesige Gemeinde zu einem neuen Vortrage eingeladen über das Thema „Palästina als Judenland". Im Gegensatz zum vorhergehenden Diskussionsabend verlief der letzte Abend durchaus harmonisch?) Herr Prof. Dreyfuß, der rührige, selblose, sympathische Redner, leitete auch heute mit einigen Worten den Abend ein, indeni er, gerade wie ein Professor der Geographie, vor der großen neuen hebräischen Landkarte Palästinas stehend, das Land der zionistischen Hoffnungen unter größter Spannung der den Saal füllenden Zuhörer jeden Alters und Geschlechts, in großen Zügen beschrieb. Die prächtige Palästinakarte, die jetzt allgemein an den he.bräischen Schulen Palästinas eingeführt wird, erregte dabei die rückhaltlose Bewunderung von Alt und Jung. Der zweite Redner des Abends, Herr Dr. Navratzki, schilderte unter gleichzeitiger Vorführung von Lichtbildern, die er selbst ausgenommen, in einer Weise seine Ausfahrt nach Zion und seinen dortigen Aufenthalt, die das Herz jedes Anwesenden sicherlich höher schlagen ließ. Spontaner Beifall lösten die Ausführungen beider Redner aus. Der Erfolg des Abends war die Beitrittserklärung von 20 Gemeindemitgliedern und die Abgabe einer Reihe der nett ausgestatteten Nationalfonds-Büchsen. 0 Es fand keine Diskussion statt. Mülhausen. Eine imposante' Trauergemeinde hatte sich eingefunden, um eine edle Dulderin zum „Hause des Lebens" zu geleiten. Frau Adele Kahn-Picard, die als würdige Tochter ihres durch Gelehrsamkeit und Menschenliebe ausgezeichneten Vaters, Rabbiner Picard aus Randegg, in den Kämpfen des Lebens sich bewährte. Ihr frommer, Gott ergebener Sinn trat schon in dem Heldentum zutage, wie sie langjähriges körperliches Leiden zu ertragen wußte. Nichtsdestoweniger kam die sonnige Heiterkeit ihres Wesens stets zum > Durchbruch und offenbarte sich jedem, der über die Schwelle ] des Hauses trat: Dem Armen und dem Reichen, denn abgeklärtes Denken und Reinheit des Gemüts schufen jene schöne Harmonie, die nötig ist, das wunde Menschenherz zu laben. In tiefer Trauer läßt sie den Gatten zurück, der ihr allezeit edelste Liebe und zarteste Sorge widmete. Mit ihm werden die schwergeprüften Familienangehörigen in Wehmut dieser mackeren Frau gedenken, die im Alter von erst 50 Jahren, mit einem Kranz blühender Tugenden geschmückt, in die himmlische Heinmt zog. Zabern. Am letzten Samstag den 22. d. Mts. fand hier im Hotel Salinen ein Vortrag von Herrn Prof. Dreyfuß aus Straßburg über den Zionismus statt. Herr cand. med. Loew besprach sodann die Erfolge des Zionismus. Beide Redner fanden allgemeinen Beifall. Für die nächste Zeit ist ein Lichtbildervortrag aus Palästina in Aussicht genommen; näheres darüber wird noch bekannt gegeben. Sttyern. Würzburg. Gegenüber anderen Auslegungen der hiesigen Resolution sei sestgestellt, daß in der Sitzung keinerlei Zweifel darüber herrschte, daß irgendwelche Aufgaben, welche religiöser Artung sind, in Zukunst nicht mehr von der Rabbiner- Konferenz in Angriff genommen werden können. Nürnberg. Was die Seminarien durch Fülle des Lehrstoffes und daher Mangel an Zeit versäumen mußten, hat sich der Verein der Kantoren und übriger Kultusbeamten im Königreiche Bayern zur anerkennenswerten Aufgabe gestellt. Die Ausbildung und Vervollkommnung der Lehrer zu Kantoren ist ein Ziel des genannten Vereins. Nach dreijährigem Bestehen ist es nun dem Vereine gelungen, diesem Streben näher zu treten. In dankenswerter Weise haben die beiden Vorstände des Kantorenvereins, Herr Kantor Krämer, Ansbach und Herr Kantor Neufeld. Nürnberg, die Leitung der allmonatlich in Nürnberg ftattfindenden Kantorenfortbildungskurse in die Hand genommen. Am 2. Februar versammelten sich die Teilnehmer des Kurses zum erstenmal in der „altberühmten Burgstadt". An dieser Stelle sei den beiden Leitern der gebührende Dank gebracht. Möge ihre Mühe durch recht regen Besuch gelohnt und geehrt werden! Die Entscheidung des D. G. h. in Sachen des Präsentationsrechtes der Kultusgemeinden. (Fortsetzung.) Für diesen sei unerläßlich der einen Ausfluß des staatlichen Hoheitsrechtes bildende Akt der förmlichen Schulerrichtung durch die Schulbehörden. Der Rechtsanspruchs) der Israeliten aus die Errichtung der Elementarschule sei in den Eingangsworten des § 33 des Judenedikts enthalten, der lautet: Den Juden ist „bewillig t", eigene Schulen zu e r - r i ch t e n, wenn sie vorschriftsmäßig gebildete und geprüfte Schullehrer a u f st e l l e n . . . Es sei bereits dargelegt, daß die Errichtung der Schule ein staatliches Hoheitsrecht für alle öffentlichen Schulen mit Schulzwang, also auch die israelitischen, sei, ... Die Errichtungsbefugnis der staatlichen Schulbehörden gehe am besten aus der hinsichtlich der israelitischen Schule zu Hainsfarth unterm 9. Juni 1822 an die K. Distriktsschulinspektion Haussen ergangenen Regierungsentschließung hervor, in der es heiße: Daß die Lokalschulinspektion für die Errichtung der israelitischen Schule nach den Allerhöchsten Verordnungen Sorge tragen solle, so daß ' sie in allen Stücken einer gesetzmäßig eingerichteten christ- \ lichen Schule gleiche . . . Könne aber das Präsentations- | J) Vvn uns unterstrichen. Red.