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Das jüdische Blatt · 1913-02-21 · 8 (21.2.1913) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Das jüdische Klatt. Nr 8. grund gestellt. Um nun aber ein gänzliches Zurückstellen zu verhindern, muß man versuchen, dem entgegen zu arbeiten. Es ist Pflicht aller derjenigen, die die Führerstellen innehaben, uns aufzuklären und den Irrtum, in dem wir uns befinden, zur Kenntnis zu bringen. So hoffen wir Juden, die es noch ernst mit unserer Religion meinen, daß die hiesige Verwaltungskommission alles daran setzen wird, um die hiesigen Juden mit sachhaltigen und guten Vorträgen zu erfreuen. Es wäre gut, wenn sie Herren gewänne, die uns über den aktuellen Streit in unserer Religion aufklären würden und die daran gingen, Jugendorganisationen, denn die Jugend ist ja die Stütze unserer Religion, zu gründen. Hoffen wir, daß dieser Appell an die Oeffentlichkeit nicht an tauben Ohren verhallen wird. Dambach. Im „Hospice Eliza" zu Straßburg starb vor einigen Tagen die von hier vor Jahresfrist dorthin verzogene Frau Wwe. Maria Jehl im hohen Alter von 79 Jahren. Die Verstorbene hat sich durch bescheidenes, hilfsbereites Wesen ausgezeichnet und war hier allgemein beliebt. Außer einer Stieftochter, die in Habsheim verheiratet ist, leben ihre Kinder alle in Amerika. An Zeichen kindlicher Liebe haben es die Fernen und Rahen nie fehlen lassen. Hagenau. Der Vortrag über Palästina und seine Organisationen, der von den Herren Prof. Dreyfus und stud. med. Löw aus Straßburg am Samstag abend gehalten wurde, war leider nicht sehr besucht. Obschon man hier nicht zionistisch gesinnt ist, sollte man sich eigentlich doch wenigstens um das allgemeine Wohl der ausgewanderten Juden interessieren, und gerade Palästina ist die Zuflucht dieser vielen Tausenden von Auswanderern. Wenn man erfährt, was in den letzten 10 bis 15 Jahren geschehen ist, und wie rasch sich die Mittel dazu gefunden haben, so muß man sich sagen, daß man, ohne nach Palästina gehen zu wollen, doch etwas für Palästina tun kann. — Mit einem besonderen Talent hat Herr Löw die Einzelheiten geschildert über all das, was geschehen ist, und wem es zu verdanken sei. Hiernach appellierte Prof. Dreyfus an den Wohltätigkeitssinn der Anwesenden und ließ Listen zirkulieren und Broschüren verteilen. Der Erfolg war verhältnismäßig gut. Es ist wirklich schade, daß wenn Herren wie Prof. Dreyfus und Löw sich derartig aufopsern und sich so häufig hören lassen, in einer Kehiloh wie Hagenau der Jndifserentismus sich so offenbart. M. W. Mülhausen. Der letzte Woche hier gestorbene Herr David Meyer hat letztwillig dem hiesigen Erez-Jsrael-Bureau 200 Ji hinterlassen, zwecks Verwendung derselben in Jerusalem. Kchirrhofen. Am 22. Januar ist eine treue Mutter in Israel in Lutcher (La., Ver. Staaten v. A.) aus dem Leben geschieden. Es ist Frau Samuel Netter, im Elsaß gut bekannt als die „Hanna", welche fast ihr ganzes Leben bis vor ungfähr drei Jahren in Schirrhofen im Elsaß zugebracht hat. Da folgte sie den Worten ihres einzigen und liebenden Sohns, Herrn Emil Netter, und machte ihre neue Heimat mit ihm in Lutcher. Rabbiner H. Rosenwasser von Baton- Rouge gab der Verstorbenen einige gute Worte mit zu dem Grabe. — Möge ihr die Erde leicht sein! .V. L. in Plaguemine, La., U. S. A. Kaisern. Günzenhausen.*) Der Wortlaut der von hier aus ergangenen Erklärung lautet: Ihr geschätztes Schreiben vom *) Da zu unserem Bedauern durch ein Versehen des Setzers dis Korrespondenz aus Gunzenhausen verdruckt war, wiederholen wir sie in dieser Nummer. Red. 5. d. Mts. ill in unserem Besitz, müssen es aber ablehnen, Ihrem Ansintten zu willfahren. Wir halten es für uns als selbstverständlich, daß religiöse Entscheidungen nur von den hierzu bestellten Führern auf Grund des traditionellen Religionsgesetzes getroffen werden können, und daß wir als Laien uns nicht als kompetent erachten, in schwerwiegenden religiösen Fragen, wie es die vorliegende ist, ein allgemein gehaltenes Urteil abzugeben. Unter Nr. 4 Ihrer geschätzten Zuschrift erklären Sie jedem Vorgehen entgegenzutreten, daß die Autorität Ihrer Rabbiner zu beeinträchtigen geneigt ist; wir bitten Sie, dieses Recht auch uns zubilligen zu wollen. Die Entscheidung des V. G. h. in Sachen des Präsentalions, rechtes der kulkusgemeinden. Unter dem 11. Januar erging die Entscheidung des V. E. H. Es ist ein Standard Work. 1. Zunächst der Wortlaut der Entscheidung: I. Aus Anlaß der von dem Rechtsanwalt Dr. S. Jacoby namens der israelitischen Kultusverwaltung Hainsfarth erhobenen Beschwerde wird der Senatsbescheid der K. Regierung von Schwaben und Neuburg, Kammer des Innern, vom 23. Februar 1911 dahin abgeändert, daß der genannten Kultusverwaltung das Recht zusteht, bei jeweiliger Erledigung der Stelle eines Volksschullehrers an der dortigen israelitischen Elementarschule den künftigen Stelleninhaber auszuwählen und der K. Kreisregierung behufs Bestätigung und Anstellung zu benennen. II. Die Kosten des Verfahrens beider Rechtszüge fallen der Staatskasse zur Last. Gebühren werden nicht erhoben. III. Die Entscheidungsgründe geben in ihrem ersten Teil eine Geschichte der Vorgänge. Aus den Ausführungen des K. Staatsanwalts Beilth heben wir folgendes hervor. Die israelitische Elementarschule zu Hainsfarth sei unter 8. VI. 22 auf Grund des § 33 des Judenedikts vom 10. VI. 13 errichtet worden; es müsse daran festgehalten werden, daß die in Gemäßheit dieser Bestimmung errichteten israelitischen Elementarschulen öffentliche Volksschulen leien und nicht unter die Verordnung vom 10. Mai 1905, die Gründung, Leitung und Beaufsichtigung von Ernehungs- und Ilnterrichtsanstalten fielen . . . Die israelitischen Elementarschulen . . . wurden von den Schulbehörden errichtet und unmittelbar geleitet gleich allen übrigen Volksschulen . . . Was die öffenllichen Volksschulen jeder Art — Gemeindeschulen christlich-konfessionelle Sonderschulen und israelitische Elementarschulen — von den Schulen im Sinne der Verordnung vom 10. V. 1905 unterschieden, se' der hinsichtlich ihres Besuches bestehende Schulzwang. (Fortsetzung folgt.) Kaden. Mannheim. In der vor kurzem stattgefundenen Generalversammlung der Jüdischen Frauenvereinigung konnte die Vorsitzende, Frau Elise Gutmann, der zahlreichen Zuhörerschaft einige interessante, von ihr aufgestellte statistische Zahlen vortragen über die Tätigkeit innerhalb der jüdischen Kinderstube in bezug auf die Verpflegung. Seit 6 Jahren besteht nun diese Gründung der Frauenvereinigung und hat in diesen 6 Jahren 680 Kindern Unterkunft, Verpflegung und Erziehung gegeben. Im abgelaufenen Jahre 1912 wurden bei! 230 Stubentagen im Durchschnitt mit 60 Kindern gerechnet { 13 800 Mittagessen verabreicht, zur Vesper inklusive Hort über [ 8000 Liter Milch und 40 000 Brote gegeben und 2400 Bäder

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