Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Blatt · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9052070-9096771-9052196--0137-9052204
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

8 Da« jüdische Matt Nr. 7. gebildeten Lehrer geleitete Schule hat sehr beachtenswerte Erfolge zu verzeichnen. Die Schüler erwerben sich nennenswerte Fertigkeit im Lesen des v«»-| Komentars, sowie ein Verständnis der K"i£„r Besonders hervorgehoben verdienen die Kenntnisse zu werden, die sich eine Abteilung im Gebrauche der hebräischen Sprache erworben hat. Dem Vereinslehrer Herrn S. Adle r wurde der Dank der Versammlung für seine Tätigkeit, die von großem Erfolg gekrönt ist, ausgesprochen. Auf Anregung des Herrn Dr. H a u s m a n n wurde eine Schulkommifsian eingesetzt. Der Verwaltungskommission gehören an die Herren Charles Nordmann, Präsident; Moses Schwarz, Vizepräsident; M. L ö b, Schriftführer: I. Haas, Kassierer; P. Buchs, Beisitzer. — Vergangenen Mittwoch hielt Herr Rechtsanwalt Dr. F. Arnstein im Verein Kadima einen Vortrag über Beiträge zu Geschichte der Kriminalität der Juden". Die auf Grund gediegener Fachkenntnisse in recht anregender Form gebrachten Ausführungen fanden bei den zahlreich erschienen Zuhörern lebhaften Beifall. Dem Referate schloß sich eine Diskussion an. Frankreich. Paris. Weitere Beförderungen in der Ehrenlegion. Zum Kommandeur wurde ernannt Dr. Georges Hayem, Ehrenprofcsfor an der medizinischen Fakultät zu Paris, Mitglied der medizinischen Akademie; zum Offizier, Armand Mayer, Schriftsteller in Paris; zu Rittern, Brifac, Präfekt des Departements Loir-et-Cher, Kinsbourg, Vizepräsident des Bezirksrats Meurthe-et-Moselle, Dr. Isaac Bruhl, Chefarzt im Hopital Boucicaut, Leon Wisner, Zahnarzt in Paris. Dom Dallran. Bericht der „Union des Afsociations Jsraeliles" über die Informationsreise in den Notstandsgebieten des Balkans. Vorläufiger Bericht vom 19, bis 29. Januar 1913. (Unsere geschätzten Leser werden aus diesem geschäftsmäßigen und doch infolge der geschilderten Tatsachen so ergreifenden Bericht der Delegierten*) erkennen, wie gut angebracht die Spenden sind, die in so freigebiger Weise aus der Mitte unseres Leserkreises für die Notleidenden des Balkans aufgewendet worden sind.) Abreise von Sofia nach den geschädigten Orten des Kriegsschauplatzes. In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar fuhren wir van Sofia über Nisch nach Saloniki. Von Nisch aus konnten wir nur auf Grund unserer besonderen Erlaubnis mit einem serbischen Militärzug, der außer Soldaten und Offizieren, Gefangenen und Flüchtlingen nur wenige Passagiere ausgenommen hatte (unter ihnen den bekannten russischen Dumaabgeordneten Professor Miljukow), durch das von den Serben besetzte Gebiet weiterfahren; Am Montag, den 20. Januar, gegen 11 Uhr morgens, langten wir in Uesküb an. Auf der Strecke Kumanowa—Uesküb, besonders in der Nähe von Kumanowa, sahen wir durch den Krieg zerstörte menschenleere Dörfer. Uesküb. In Uesküb erwarteten uns an der Bahn die Vertreter der Gemeinde und der Direktor der Alliance, der erst einige Wochen in *) Von den drei Delegierten sind Dr. Nathan und Dr. Kahn von dem Deutschen Hilfsverein und H. Elkan von der englischen Allianz die Vertreter sämtlicher jüdischer Hilfs-Gesellschaften, außer de>- Alliance Israölite Universelle. Diese hat an dem gemeinsamen Werke nicht teilgenommen, mit der Begründung, sie sei durch die Leiter der Allianceschulen schon genügend über die Lage der Juden in der Gegend des Kriegsschauplatzes unterrichtet. Uesküb amtiert. Während eines mehr als zweistündigen Aufenthalts hatten wir reichlich Gelegenheit, die Verhältnisse in Uesküb eingehend zu besprechen und zu prüfen. Während wir einzeln mit den Erschienenen verhandelten, nahm sich bald der eine oder andere ron uns die Zeit, einen Blick in die Stadt selbst zu werfen, die einen belebten, ruhigen, wenn auch noch etwas verängstigten Eindruck machte. Drei Herren aus Uesküb begleiteten uns noch bis zur nächsten Station etwa 1/ Stunden weit, um uns noch weitere Aufschlüsse zu geben. Nach unseren Untersuchungen ist die Lage in Uesküb folgende: Uesküb zählt unter 60—65 000 Einwohnern 2000 Juden. Bereits vor dem Kriege haben die Juden unter der Revolution der Albanier wirtschaftlich sehr stark gelitten, zumal sich unter den Juden, mit Ausnahme einer geringen Anzahl reicherer Kaufleute, nur Kleinhändler, Hausierer und Strahenhändler usw. (fast keine Handwerker) befinden. Der Krieg hat diese Schädigungen außerordentlich verstärkt. Etwa 60—65 jüdische Soldaten, von denen die meisten mittellose Familien zurückgelassen haben, wurden ins türkische Heer eingereiht. Seit der Albanierrevolution und noch mehr seit dem Kriege, sind die vereinzelt in den umliegenden Dörfern wohnenden Juden mit ihren Familien nach Uesküb geflüchtet und fallen etwa 50 an der Zahl der Gemeinde zur Last. Von Flüchtlingen befinden sich weiter alle jüdischen Einwohner aus Kumanowa, wo der schwerste Kampf zwischen Serben und Türken stattfand (15 Familien), und ebenso alle aus B o j a n o w t s ch e, etwa 20 Familien, in Uesküb in meist völlig mittellosem Zustande. Diese Flüchtlinge, die vorerst, da die Umgegend noch keineswegs pazifiziert ist, in ihre Heimatsorte nicht zurückkehren können, zu denen sich noch einige aus M i t r o w i tz a, P r i s ch t i n a und N o w i b a z a r gesellen, vergrößern naturgemäß die schwierige Lage der Gemeinde. Alle Kaufleute haben durch die Zerstörungen in den umliegenden Ortschaften, durch die Massaker, die stattgesunden haben, und bei denen viele Schuldner den Tod fanden, ferner durch die Emigration der türkischen Bevölkerung einen großen Teil ihrer ausstehenden Forderungen verloren, und viele zugleich auch die Möglichkeit, selbst nach dem Frieden ihre Geschäfte in der bisherigen Weise, da ihre Abnehmer teils tot, teils ausgewandert sind, fortzuführen. Etwa 50 Familien leiden große Not, weil sie ihren Lebensunterhalt dadurch gewannen, daß sie in den Dörfern an den Markttagen ihre Waren feilboten. Das ist jetzt unmöglich. Ebenso unmöglich ist es, in der Stadt selbst mit Waren zu hausieren, da die Militärbehörden das während des Kriegszustandes nicht gestatten. Zu all dem kommt noch, daß die Gemeinde eine Anzahl türkischer jüdischer Soldaten, die, wie wir im vorigen Bericht mitteilten, von den Serben freigelassen wurden und über Uesküb nach der Heimat gesandt worden sind, mit Reise- und Zehrgeld unterstützen mußte. So betrübend, wie geschildert, die Lage der jüdischen Bevölkerung m Uesküb auch ist, so glaubten wir doch vorerst mit einer Beihilfe non 1000 Franken auskommen zu können, zumal auch von anderer Seite etwa 2000 Franken gegeben worden sind. Sobald die Umgegend pazifiziert ist, müssen weitere Summen zur Repatriierung der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Wir haben darüber die Verhandlungen mit Belgrad bereits ausgenommen. Von dort aus wird man mit Unterstützung der serbischen Behörden und des Belgrader Großrabbiners und mit Hilfe des Komitees, das wir in Uesküb eingesetzt haben, für die Repatriierung, sobald sie möglich ist, Sorge zu tragen. Von Uesküb gelangten wir weiter in langer und langsamer Fahrt teilweise über zerstörte und provisorisch notdürftig wieder- Miilu ,„n die leihet 3abl in Den ■’ Die iijti Tage jaruntcr itr Amgal Wer den Vitaler iie tit cijnflc IQ: battt iiir iür die die Sc pidjttn im den Eine bleiben bändle rinnen »on

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.