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Das jüdische Blatt · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Das jüdische Statt. Nr. 7 Bischweiler. In »nserm vor kurzem gegründeten „Jüdischen L i t e r a t u r v e r e i n " hielt letzten Samstag abend .Herr Dr. (5 a l e b - Straßbnrg einen höchst aktuellen Vortrag über „die sephardischen Inden und der Baltankrieg". Die sehlzahlreich erschienene Zuhörerschaft folgte mit regem Iilteresse den Ausführungen des Redners, der mit Geschick die geschichtliche Eiltwickelung der jetzt aufgerollten orieiltalischen Frage behandelte und die Geschichte und Lage der dortigen Juden in anschaulicher Weise — der Referent ist Bulgare lind Sephardi — unter Ausblicken auf deren Zukunft schilderte. Der junge Verein, welcher trotz feines kurzen Bestehens schon über 40 Mitglied erzählt, hat folgenden Vorstand: Herr Rabbiner Dr. Lehmann, Präsident; Herr Jul. Wertheimer, Vizepräsident; Herr E. Nathan, Schriftführer: Herr A. Sommer, Kassierer; Herr Henri Marx, Beisitzer. — Der nächste Vortrag, voraussichtlich der letzte in diesem Winter, soll'in drei Wochen stattsinden. Brumaih. Am letzten Samstag, ben 8. d. M., fand hier ein Lichtbildervortrag über Palästina statt. .Herr Prof. Dreyfuß aus Straßbnrg sprach unter großem Beifall über Palästina und seine Kolonisation. Eine große Anzahl von schönen Lichtbildern, die von Herrn Dr. Nawratzky ans seiner letzten Reise in Palästina angefertigt worden sind, illustrierten die Aussüyrungen des Redners und fanden großes Interesse bei allen Anwesenden. Insbesondere freute sich die zahlreich anwesende Jugend über das Leben und Treibeil in den jüdischen Kolonien. In der sich anschließenden Disklission wurden die ans dem Publikum gestellten Fragen von Herrn Prof. Dreyfuß beantwortet; die non Herrn Rabbiner Dr. Levy vorgebrachten Punkte gegen die Idee und Arbeit des Zionisinns wurden von Herrn Oberlehrer M y r t i l l Bloch in einer längeren Ausführung über die kulturelle Bedeutung des Zionismus durchaus widerlegt. Sehr befriedigt ging die große Anzahl der Anwesenden nach Hanse. Chambrey i. L. Unsere früher mehr denn 20 Familien starke Kehilloh zählt heute eigentlich nur noch eine, und diese wurde vorige Woche durch eitlen Trauerfall heimgesuckit. F r a u F r a n k ist gestorben und wurde von ihrenl 42jährigen Leiden heftiger Rheumatismen, 77 Jahre alt, befreit. Die Teilitahnte der christlichen Bevölkerting war allgemein. Die Leiche wurde nach Delme überführt. Colmar. Die im Dezember gewählte und im Laufe des Januar bestätigte Verwaltungskommission ist sofort an eine Hauptaufgabe herangetreten, ilämlich: Die Restauration unserer Synagoge. Die Kommission hat sich auch scholl mehrfach Pläne ausarbeiten lassen, und es ist Zll erwarten, daß sie zu einem baldigen Abschluß gelangt, lim einen Teil der Unkosten zu bestreiten, will man am Purim eilt Wohltätigkeitsfest veranstalten. — Die „societe des damex israelites" hat ihre volle Tätigkeit nach einiger Jahre Ruhe wieder begonnen und ist in der letzten Zeit unter Leitung der Frau Oberrabbiner Weill und Frau Jacques Levy allen hilfesuchenden Glaubensgenossen mit Unterstützungen zur Seite gestanden. * Colmar. Der hiesige Pferdehändler Louis h e i m e n - d i n g e r, der dieser Tage geschäftshalber nach Paris reiste, wurde plötzlich im Zuge von einem Unbekannten überfallen, der ihn zu beraubeil versuchte. Da h. sich zur Wehr setzte, war er jo glücklich, denselben zu überwältigen und ihil festziihalteil, um bei Ankunst in Paris ihn der Polizei zu überliefern. Im handge menge wurde denl h. durch einen Messerstich die Hand dnrchstochen. Glücklicherweise ist die Verwundung eine ganz geringe, so daß er nach Anlegung eines Notverbandes seine Reise fortsetzen tonnte. j In hiesiger Stadt hatte sich zuerst das Gerücht verbreitet, Herr j heimcildingcr sei bei dem Vorkommnis ermordet worden. Deni ist aber ilicht so. I Dieuze. Die gailze Stadt und weite Kreise Lothringens traf j wie ein Blitz aus heiterem Himmel die traurige Nachricht vom plötzlichen Tode der Frau Mantoux. Noch nicht 60 Jahre alt, hat ihr segensreiches Leben ein jähes Ende gefunden. Überall war sie bekannt und beliebt wegen ihrer herzlichen Charaktereigenschaften, die sie zu einer wahren machten. Viele Tränen hatte sie getrocknet, recht viele wurden bei ihrem hinscheiden um sie geweint. Denn herb ist ihr Verlust für unfern lieben Herrn Mantoux, herb für die zahlreichen Freunde dieses mit Recht so geachteten Hauses. Der Leichenzug war schier nneildlich. Am offenen Grab sprach außer dem zuständigen Rabbiiler der Oberrabbiner von Metz. Alle wünschen: D'Nrii^r. Hagenau. Bei der Neuwahl des Vorsiarldes der Armenkasse wurden gewählt die Herren Charles Levy, Fram-ois half, Bernard Bernheim, Isidore Sichel und Victor Marter. Herr Maurice Blum in Para (gebürtig aus Bischheim) hat als Ergebnis einer Sannnlung unter einigen dort wohnenden Elsässern eine Summe von 250 -tt an das hiesige Knabenmaisenhcms eingesandt, ein schönes Zeichen von Menschenliebe sowohl wie von edlem heimatssinn. Dr. L. Weill, der bekannte Arzt und Mitglied des Gemcinderats, wurde zum Mitglied der Verwaltungskommission der höheren Schtilen ernaitnt. Diese Woche hielt Dr. A r t h u r Weill aus Straßburg einen sehr intcreffatiteii Vortrag über den Mohammedanismtis und seine Beziehungen znm Judenttim, der von einem gefüllten Hause mit Interesse angehört und mit großem Beifall belohnt wurde. Nächsten Samstag findet ein Vortrag statt mit Lichtbildern: Palästina als Juden! and. Referenten: die Herren Prof. Dreyfuß und stud. med. L ö w. M.W. Herr Leon Hirsch in Paris (aus Hagenau gebürtig) ist zum rhevjiüer du merite ap-irole ernannt worden. Ingweiler. Der Arbeitsverein jüdischer Frauen und Mädchen hiesiger Gemeinde veranstaltet im Laufe des nächsten Monats eine Verlosung von all den schönen, im Laufe zweier Winter angefertigter Handarbeiten aller Art. Daß bei der bekannten Kunstfertigkeit der Ingweiler Damen nur hervorragendes geleistet wurde, ist selbstverständlich und wird den anerkannten 'Hnf besagten Vereins, wenn möglich, noch erhöhen. Da die Lotterie auch von vielen freiwilligen Gaben mannigfachster Art beschickt wird, sind die Gewinnchancen besonders günstig. Es braucht darum nicht wundernehmen, daß die Nachfrage nach den Losen eine außerordentlich rege ist. Der pekuniäre Erfolg, der ganz allein zu wohltätigen Zwecken bestimmt ist, wird die emjigen Mitglieder des geschätzten Vereines auch weiterhin zu eifriger Arbeit im geselligen Kreise anspornen und ihm außerdem große Befriedigung gewähren in dem Bewußtsein, damit einer guten Sache zu dienen. Den Abschluß der heurigen Arbeitsperiode wird ein Vereinsfest bilden, das, nach den Vorbereitungen, die getroffen werden, zu schließen, etwas Rechtes zu werden verspricht. Avis mix amatem-s. Ingweiler. Die hiesige Apotheke, unstreitig der besten und schönsten eine im Lande, ist soeben in den Besitz des Herrn Joseph Lazarus von hier übergegangen. Wir freuen uns aufrichtig dieser Aqnisition, da Herr Lazarus allenthalben als sehr tüchtiger Pharmazeut geschätzt ist und infolge seines freundlichen, liebe-

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