Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 6 (7.2.1913)
- Date
- 1913-02-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Das jüdische Statt. Nr. 6. sonnörent le glas, et tous les villageois, dans leurs habits de dimanche, le cur6 en töte, Faccompagnerent ä sa derniere demeure. Elle avait cinq freres. Leur descendance, melde par les mariages, compte actuellement, a cdte de negociants d’une haute honorabilitd, cinq medecins, dont deux membres de l’Academie de medecine Tun professeur de clinique a la Faculte, un conseiller d’Etat, un avocat, un inspecteur gendral des eaux et forets, uu inspecteur des domaines, un com Mandant d’artillerie, un Magistrat, denx ingenieurs civils, etc., tous du nom de See; d’autres, sous des noms difförents, se sont de meine eie v es par leur merite a des situations eminentes. Un de ces derniers est actuellement professeur au College de France et membre de l’Institut. La belle action de Rose a porte bouheur a sa famille. C. Julien. Glsatz-Kstheingen. Der Sabbataufenthalt eines Geschäftsreisenden in Straszburg i. E. Von einem jüdischen Geschäftsreisenden. Der Typus des Elsässers ist eigenartig, aber gastfreundlich und gemütlich. Diese drei Eigenschaften fallen dem Fremden, wenn er nach Elsaß kommt, stets auf. Durch letztere beide Eigenschaften angezogen, findet er sich dort stets zu Hause. Nur muß er die erste Eigenschaft verstehen und mit in den Kauf nehmen. Als ich vor vielen Jahren zum erstenmal nach Straßburg kam, um mich im Elsaß ca. 8 Tage geschäftlich aufzuhalten — es war an einem Dienstagmittag —, da fand ich die Leute durch ihre esperantisch deutsch-französisch-jüdische Sprache so eigenartig, daß ich mich abends entschloß, des andern morgens Elsaß wieder zu verlassen, und war froh, nach 16 Stunden wieder in Aschkenaß zu sein — wie die Elsässer sagen —. Ich machte eine mehrjährige Pause, sodann nochmals einen Versuch, zu sehen, ob es denn so sehr ungemütlich dort sei, wie ich zuerst glaubte. Und ich fand es tatsächlich ganz anders. Ich erwarb mir bald Bekannte, Freunde auf Freunde, und heute gehört Straßburg mit zu denjenigen Städten, welche ich mit Vorliebe aufsuche, meinen Sabbat dort zu verbringen; denn nun verstehe ich die Elsässer. Im allgemeinen liegt im Elsässer Juden heute noch, auch bei den Neologen, die es mehr durch die deutschen Juden geworden sind, — ein zeremoniell jüdisches Gefühl, das sie besonders durch Beibehaltung altjüdischer Gebräuche zeigen, wenngleich sie an einzelnen althergebrachten Uebertretungen, wie z. B. Orgelschule, die Schechito-Verhältnisse, ebenso festhalten und sich nicht darüber belehren lassen wollen, daß letztere schon längere Zeit nicht mehr im Sinne des jüdischen Gesetzes waren. Infolgedessen hat auch vor 25 Jahren eine Trennung, an welcher sich diverse deutsche fromme Juden hervorragend und verdienstvoll beteiligten, stattgesunden. Diese wackeren Männer mit ihrem bewundernswerten Opfersinn, hatten es durchgesetzt, sich in religiöser Beziehung von der Hauptgemeinde loszusagen, eine sehr hübsche Synagoge mit Mikwe zu bauen, einen eigenen Begräbnisplatz anzulegen, extra Ehafan und Schachet anzustellen, einen Verein zum Zwecke des jüdischen Studiums zu gründen und, was für uns arme Reisende, die auf streng Koscher reflektieren, die Hauptsache ist, zu veranlassen, daß eine streng koschere Restauration errichtet wurde. Diese wird derartig geleitet, sowohl bezüglich des Kaschruß, der Küche und Reinlichkeit, daß wir uns gratulieren würden, wenn wir überall eine derartige Restauration antreffen würden; steht solche doch in ihrem guten Rufe keiner anderen — auch nicht der besten jüdischen Restauration — nach. Aber auch die große Gemeinde schläft nicht in der Verbesserung jüdischer Einrichtungen; denn es gibt dort eine Religionsschule, jüd. Turnverein, Iugendbund, ein neurenoviertes und vergrößertes jüd. Spital, Wohltätigkeitsstiftungen zur Stütze der verschiedenen Zweige des jüdischen Lebens. Dadurch ergibt sich eo ipso, daß auch das gesellschaftliche und altjüdische Familienleben in Straßburg noch zu Hause ist. Der elsässer Jude nähert sich, wenn er einen Fremden in der Synagoge sieht, diesem, um ihm Scholem Alechem zu geben, sich zu erkundigen, woher er ist, seine Gebräuche und die des Fremden zu vergleichen. Diese Freundschaft Fremden gegenüber habe ich ganz besoüders in der Synagoge in der Kageneckerstraße bei den Frommen beobachtet. Der so begonnenen Bekanntschaft folgt das zweite, die Einladung zum Besuche, um auch mit der Familie bekannt zu werden, so dann des weiteren die Einladung des Fremden zu einer Mahlzeit. Von der Kofaud in der Schule selbst nicht zu sprechen, die darin besteht, daß man von der Gemeinde aus zur Thora gerufen wird, von dem einen oder anderen Mitgliede eine ersteigerte oder gekaufte Mizwoh verehrt bekommt. Je öfter er kommt, desto mehr Zeichen der Gastfreundschaft erhält der Fremde. Xolens volens muß er sich dort zu Hause fühlen. Gern wird er daher es einzurichten suchen, seinen Sabbat in Straßburg zu verbringen, weil er dort den wirklichen Auneg-Schabbos hat. Freitag Abend nach dem üblichen allgemeinen gut Schabbos-Gruß nach Schul wird gelernt, d. h. im Winter, sodann nach Tisch da oder dort noch ein Besuch gemacht. Wenn das ein Fremder liebt, ist er überall willkommener Gast. Samstag Morgen nach der Synagoge werden die Besuche fortgesetzt und dabei die gegenseitigen Familienverhültnisse ausgetauscht. Vor Mincha ist ein Vortrag oder ein Schiur. Dazwischen, mittags, findet Iugendgottesdienst statt, bei welchem von jungen Leuten nochmals die Sidro geleient wird, um den Schülern und Studenten, die vormittags im Dienste des Studiums sind, Gelegenheit zu geben, die Sidro und Haftora zu hören. Nach Mincho wird ein kleiner Spaziergang gemacht oder man trifft sich im Eafe, bis die Zeit des Dreigestirns kommt, welches die Nacht ankündet, um Maarif zu oren und mit Hafdolo den Samstag zu beschließen, in dem Bewußtsein, einen Schabbos erlebt zu haben, welcher einen im wahren Sinne des Wortes durch die viele Abwechslung non allen werktätigen Gedanken ferngeholten hat. Diese Schilderung war mir ein Bedürfnis, um meine Dankbarkeit zu zeigen für die hübschen Schabbosim, die ich in Straßburg verbringe. Möge das jüdische Sabbatleben von Straßburg den vielen übrigen jüdischen Gemeinden vorbildlich dienen, zum Segen des Judentums und des jüdischen Glaubens. Der jüdische Geschäftsreisende L. Ktraßburg. Am 5. Februar haben wir einen braven Mann und edlen Jehudi begraben, Salomon L e v y, aus Oberehnheim gebürtig, seit vier Jahren hier wohnhaft. In der Friedhosshalle sprachen die Herren Oberrabbiner Ury und Dr. Marx, sowie Dr. Staripolsky-Zabern und Dr. Bloch-Oberehnheim Worte der»Anerkennung, des Schmerzes und des Trostes, ' Colmar. Die Beerdigung des Herrn Oberkantor Metzger, über dessen Hinscheiden Sie bereits berichteten, gestaltete sich zu einer erhebenden Sympathiekundgebung, die einen vollgültigen Beweis erbrachte für die Beliebtheit, die er in den weitesten Kreisen genoß. Ein unabsehbares Trauergefolge, wie wir es hier noch nie gesehen, gab ihm das letzte Geleib Nicht nur