Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 3 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Das jüdische Ktatt 11 Verlobte: Laura Vlumenslein, Gunzenhausen, u. Nathan Weil, Oehringen. Laura Massenbacher, Burghaslach, u. Kaufmann Levi, Lehrer, Halsdorf. — Friederike Ols, Regisheim, u. Alexandre Halle!, Niederehnheim. Herr Königsbacher, Basel, u. Frau Wwe. Veilchenblau, Mainz. — Fanny May, Scharrachbergheim, u. Henri Bader, Dambach. - Frl. Haußer u. Jules Bloch, Paris. — Flore Levy, Westhofen, u. H. Polatschew, Rabbiner, Toulouse. Robert Blum, Mülhausen, u. Jane Spira, Thann. Vermahlte: Moritz Wiener, Basel, u. Camille Goeischel, Hegenheim. Eduard Hiidenfinger, Grussenheim, u. Adele Rorphouro, Küttolsheim. Abraham May, Küttolsheim, u. Babette Levy, Schlettftadt. — Hermanne Dreyfusz, Saarunion, u. Gustav Weil, Wals. Gestorbene: Wwe. Rannette Levy, 86 I., Biesheim (O.-E.t. Lea, T. v. Armand Levy. 3 Monate, Regisheim. — Wwe. Wolfs Scheid, geb. Sara Loeb, 67 I., Straßburg (Hagenau). Jsaie Levy, 75 I., Mülhausen. — Fr. Louis Wolfs, geb. Haguenauer, 61 I., Straßburg. Wwe. Lazarus Kahn, geb. Braun, Lauterburg. Elise Cers, Winzenheim (O.-E.). II Mtsel-Kcke. Sendungen für diese Rubrik nur an 11 .. - Dr. Bloch-Barr erbeten. 1. Silbenrätsel. Bon Benno Braunschweig, Basel. Aus den Süden a, a, a, as, ben, bot, bach, cy, cha, char, e fer, fen, he, ham. ho, is, ja, le li, let, lo, min. mi. ne nes, of, ri. re, rus, sa, span, xan sind 13 Worte von folgender Bedeutung zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen den Namen zweier jüdischen Philantropen ergibt: 1. Stamm. 2. Stadt in Aegypten. 3. Französischer Staatsmann. 4. Komponist. 5. Statthalter Judäas. 6. Stamm. 7. Männlicher Borname. 8. Trauerspiel von Shakespeare. 9. Stamm. 10. Weiblicher Vorname. 11. Deutsche Festung. 12. Perserkönig. 13. Tyranischer Herrscher im Judithbuch. 2. Scherzfrage. Von M. S., Lehrer a. D. Welcher Name eines israelit. Lehrers des Unter-Elsaß ist vorwärts und rückwärts gelesen gleichlautend? Rätsellosnngen aus Ur. 1 1. Eli, Elisa, Sara, Rama, Mara, Rad. 2. Rechabeam, Eber, Chor, Haber, Amen, Bach, Cmma, Arche, Mama. _ _ Richtige Rätsellosnngen: Marguerite Levy, Hirsingen. Suzanne, Marguerite u. Rene Weil, Hochfelden. Helene Marx, Ellingen (Bayern). Roland Levy, Zabern. Naftali Rabbi, Schüler der israelitischen Volksschule, Colmar. - Suzanne Levy u. Marcelle Leder, Oberehnheim. - Paul Weil!, Jttersweiler. — Robert u. Suzanne Geismar, Romansweiler. — Georges Stahl, Realschüler, Dörnach. — Suzanne u. Viktor Wahl, Mülhausen, Ornastaden 1 (Nr. 1 nicht richtig!). — Susi Zivi u. Anny Hildenfinger, Colmar. — Renee u. Georges Weill, Kürzel. — Martha u. Albertine Weill, Westhausen. — Blanche u. Marcel Israel, Niederbronn. Leo u. Lucie Blum, Rosheim. — Albert Weil, Mittelschüler, u. Ferdinand Marx, Gymnasiast, Zabern. — Norbert Lehmann, Molsheim (Dauendorf). Briefkasten der Rätsel-Ckke. — Aline n. Moritz Schwab, Mommenheim. Wir holen es gerne nach, daß Ihr das Zahlenrätsel in voriger Nummer eingesandt hattet; Euer Name ist durch ein Versehen weggeblieben. C. B. Basel. Das Rätsel enthält nichts Jüdisches, sonst wäre es gut. Mitleid mit fremden Ärmen. Alles mahnt uns bereits an das Nahen der rauhen Jahreszeit, an das Heranrücken des Winters. Taufende von Herzen sehen seinem Nahen mit schweren Sorgen entgegen. Denn die, zwei unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse — nach dem Brot, die zwei dringendst notigen, die man jedoch im Sommer ganz umsonst hat, sind des Winters, ihrer .Kostspieligkeit halber für tausende Familien fast unerschwinglich, nämlich Licht und Wärme. Und wieviel traurige Szenen birgt ein oft unerbittlich harter Winter in seinem Schoße! Man denke nur beispielsweise an unsere arnren Glaubensgenossen im fernen Osten, die draußen in der Welt umherirren, nachdem die Heimat ihnen zur Hölle geworden ist. Jüngst traf ich ein solch unglückliches russisches Ehepaar auf der Landstraße von H. nach S. Wohl von langem Marsche übermüdet, hatten dieselben auf einem an der Straße liegenden Steinhaufen Platz genommen. Schon das Aeußere dieser Menschen war dazu angetan, Mitleid zu erwecken. Der Mann in den vierziger Jahren, mit Sorgen umwölkter Stirn, gehüllt in ein fadenscheiniges Kleid, das kaum reichte, die Blöße zu bedecken, geschweige vor der Kälte zu schützest. An seiner Seite ein Weib von noch jugendlicher, schlanker Gestalt. Ihr Angesicht trug den Stempel des Elends, der Not. Blaß imd hager, machte es den Eindruck, als habe es sich niemals zum Lachen erheitert. Es war marmorkalt und starr, und in den Augen glomm ein unaussprechliches Angstgefühl. Um das sorgenschwere, vorgeneigte Haupt hatte sie ein Stück kariertes Zeug geschlungen. Ein grober, wollener Rock und eine ebensolche Jacke dienten ihr als Kleidung. So saßen die Beiden da, ein Bild des Januners und des Elends. Vom Mitleid überwältigt zog ich meine Börse,- gab ihnen einen Zehrpfennig und erkundigte mich näher über ihre Verhältnisse. Eine gar traurige Geschichte bekam ich zu hören. Einst, Hub die Frau mit schwacher Stimme an, nannten wir ein glückliches Heim unser Eigen. Froh sahen wir der Zukunft entgegen. Hatten wir doch ein gutgehendes Geschäft, das sich mit jedem Tag erweiterte. Aber der Stolz, das Glück unseres Hauses war ein schwarzlockiger Knabe. Es konnte kein schöneres Familienbild geben, als wenn wir abends bei trautem Lampenschein saßen, unser Knabe sich aus dem Boden tummelte oder auf des Großvaters Schoß kletterte und sich belustigte. Aus tiefster Seele dankte ich dem Allmächtigen für diese schönen Stunden. Aber nur zu bald nahm dies alles ein Ende. Wie einen tollen Hund hat man uns aus dem Hause gejagt, aus dem Dorfe unserer Heimat getrieben. Mein Vater wurde hingemordet, unser Knabe ist' den Strapazen erlegen. Unser Elend ist unbeschreiblich, heiinat- und mittellos stehen wir da. Ein qualvolles Ausschluchzen erschiitterte ihre Gestalt, sie weinte bitterlich. Gewaltsam ihre Tränen zurückdrängend flüsterte sie mit zitternder Stimme, indem ihre Augen Blitze schossen. Einst wird auch für den Urheber all dieses Elends sowie für seine Schergen die Stunde schlagen, dann wehe ihnen! Auch der Mann wurde beim Anblick seines unglücklichen Weibes vom Schmerz überwältigt und Tränen rannen an seinem Bart herunter. Mein Herz zerfloß in Mitleid angesichts dieser unglücklichen Menschen. Ich tröstete sie so gut ich konnte in Hinblick auf Gott, den Vater aller Menschen, der ferne Kinder nie verläßt, auf Hiob, den großen Dulder, und fügte die Hoffnung hinzu, daß auch für fie wieder glückliche Tage kommen werden. Aber nein, riefen fie wie aus einem Munde; nie, nie mehr; denn unser Teuerstes wurde uns entrissen, unser Liebstes genornmerr. Unter Tränen nahmen sie von mir Abschied. Lange schaute ich ihnen rrach, bis sie ineinen Blicken entschwunden waren. Mein Inneres bäumte sich auf angesichts dieser