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Das jüdische Blatt · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 5

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3. Das jüdische Statt 5 in irgend einem Fache, z. B. (wie früher so häufig) in den Fächern der Mathematik und Naturwissenschaft eintrat, so wurden nicht selten Lehrer der Anstalt plötzlich, womöglich mitten im Schuljahr, in den Staatsdienst berufen, und die Anstalt kam in große Verlegenheit. Unablässig suchte Dr. Dessau nach Mitteln, um eine größere Stabilität des Lehrkörpers herbeizuführen. Vor allem verlangte er die Einführung einer, wenn auch zunächst bescheidenen Gehaltsskala, Gewährung von Alterszulagen nach bestiminten Zeitabschnitten und Pensionen im Jnvaliditätsfall. Aber die Verwirklichung dieser Bestrebungen kam über kleine Anfänge nicht hinaus. Umsomehr ist es unter diesen Umständen anzuerkennen, daß die Lehrer große Anhänglichkeit an die Schule zeigten, und daß ein, wenn auch nur kleiner fester Stamm von Lehrern, sich im Laufe der Jahre gebildet und erhalten hat. (Schluß folgt.) Gll'atz-Ksttsvrnge». Die Pensionskasse sür die Kantoren in Elsaß-Lothringen. Der vom D. I. G. B. angeregte Kassenverband für die Beamten *) (Rabbiner, Lehrer, Kantoren u. a.) der jüdischen Gemeinden ist in Berlin am 26. Dezember 1912 gegründet worden und hat eine provisorische Verwaltung und einen Aufsichtsrat gewählt. Die Pensions- und Hilfskassen, die sich dem Kassenverband rechtzeitig vor dem 5. Dez. 1913/ angeschlossen haben, sind berechtigt, die nach Maßgabe des neuen Gesetzes über Versicherung von Privatbeamten und Angestellten fälligen Beträge einzuziehen und zu verwalten. Die Gemeinden und Beamten, die in diesen Pensionskassen ihre reichsgesetzlich festgesetzten Beiträge hatten, sind von der Zahlung derselben an den Staat befreit. Daß der Kassenverband den Beamten viele Vorteile gewährt, die vom Staate nie zu erlangen sein werden, ist außer Zweifel. Der Anschluß an den Kassenverband liegt also im Interesse der Beamten und Gemeinden. Für Elsaß-Lothringen ist „die P e n s i o n s k a s s e für die Kantoren in Elsaß-Lothringen gegründet, an den Kassenverband angeschlossen und rechtzeitig angemeldet worden. Die Beiträge, die die Gemeinden und Kantoren an die Pensionskasse zu zahlen haben, sind genau so hoch wie der Beitrag der zur staatlichen Kasse zu zahlen wäre. Sie sind i n V o rauszahlungen bis spätestens den 10. des ersten Monats jedes Vierteljahres einstweilen an Sj. Alfred Hagenaue r, Sekretär des israelitischen Konsistoriums, portofrei mit Abtragegeld einzusenden. Diejenigen Gemeinden, die sich der Pensionskasse für die Kantoren in Elsaß-Lothringen noch nicht angeschlossen haben, können dies immer noch tun. Auch denjenigen Kantoren, die im Besitze einer Lebensversicherung sind, die sie von den reichsgesetzlichen Beiträgen zur Angestelltenversicherung befreit, ist anzuraten, der Pensionskasse für die Kantoren in Elsaß-Lothringen beizutreten. Denn sie verschaffen sich neben ihrer Versicherung die Vorteile des Gesetzes, nämlich nach dem 65. Lebensjahre an Pension 1. jährlich ein Viertel der in den ersten 10 Jahren gezahlten Beiträge und 2. ein Achtel der ferner gemachten Einzah- *) Auch die Versicherungen von Synagogendienern, die Vorbereitungen zum Gottesdienst, und von Friedhofswärtern, die Vorbereitung zur Beerdigung treffen, ist zulässig. lnngen, außerdem Versicherung von Frau und unmündigen Kindern im Falle des Ablebens. Die Gemeinde, die der Pensionskasse sür die Kantoren in Elsaß-Lothringen beitritt, hat dieser (z. H. des H. Alfred Hagenauer) ihren Beitritt anzumelden in einer Beitrittserklärung, deren Wortlaut ihr zugehen wird. Sie wird dann eine Bescheinigung ihres Beitritts zur Pensionskasse erhalten und hat dann an den Bundesrat ein Schreiben folgenden Inhalts zu richten: An den Bundesrat in Berlin! Der Unterzeichnete Vorstand der Synagogengemeinde. beabsichtigt, seine sämtlichen nach dem Angestellten-Versicherungsgesetz versicherungspflichtigen Beamten von dem Inkrafttreten des reichsgesetzlichen Angestellten-Versicherungsgesetzes ab für den Fall der Berufsunfähigkeit und des Alters sowie zugunsten der Hinterbliebenen nach Maßgabe der Vorschriften des Angestellten-Versicherungsgesetzes bei der entsprechend ausgestatteten Pensionskasse für die Kantoren in Elsaß-Lothringen, die ihre Zulassung als' Ersatzkasse beim hohen Bundesrat rechtzeitig nachgesucht hat, zu versichern. Wir bitten den hohen Bundesrat ehrerbietigst, auf Grund der beabsichtigten Ersatzversicherung gemäß § 14 des Angestellten-Versicherungsgesetzes die Befreiung von der reichsgesetzlichen Versicherung für ‘ uns und unsere Beamte gütigst genehmigen zu wollen. (Folgen drei Unterschriften.) Slraßburg. Herr Oberrabbmer Ury ist durch Verleihung des Kgl. Kroneuordens 3. Klasse ausgezeichnet worden. jWir gratulieren herzlich. Red.j Denselben Orden hat der Dezernent für israelitische Kultusangelegenheiten, Herr Geheimer Ministerialrat Dr. Laucher, erhalten. sWir gratulieren ebenfalls herzlichst. Red.j Das Israelitische Konsistorium des Unter-Elsaß hat Herrn Justizrat Dr. Schmoll zu seinem Präsidenten gewählt. Straßburg. Nach der neuesten Liste wirken an den höheren Schulen Elsaß-Lothringens unter 133 wissenschaftlichen Hilfslehrern 10 jüdische, zwei in Buchsweiler, je einer in Altkirch, Diedenhoien, Metz, Thann, Colmar und Gebweiler und zwei in Straßburg. Unter 59 Probekandidaten sind fünf Juden, zwei in Straßburg, einer in Zabern, Bischweiler und Saarburg. Daneben sind zwei anstellungsfähige Kandidaten, die einstweilen bis zur Einberufung ausgeschieden sind, M. Buttenwieser, zurzeit an der Realschule von Dr. Carlebach in Leipzig, R. Levy, zurzeit an der Israel, höheren Mädchenschule zu Hamburg. Unter den Oberlehrern sind 10 Juden, je einer in Metz, Diedenhofen, Colmar, Gebweiler, Saargemünd, Münster, zwei in Mülhausen und vier in Straßburg. Bischweiler. Vereinsgründung. Auch hier beginnt sich der Sinn für jüdisches Wissen zu regen. Letzten Samstag Abend beschloß nach einem Vortrag unserers Rabbiners Dr. Lehmann eine zahlreiche Versammlung von Damen und Herren die Gründung eines Vereins zur Verbreitung der Kenntnis in jüdischer Geschichte und Literatur und Hebung der Geselligkeit unter den Gemeindeinitgliedern. Ein provisorisches Komitee wurde mit der Ausarbeitung der Statuten beauftragt. Colmar. Die am 15. Dezember l. I. von der Kultusgemeinde Colmar vorgenommene Wahl der Verwaltungskommission ist von dem Konsistorium bestätigt worden. Herr Paul Wurmser wurde als Präsident und Herr Simon Weil als Vizepräsident ernannt. Die beiden Herren nahmen letzten Schabbos von ihrem Ehrenplatz in der Synagoge Besitz und wurden auch zur Thora aufgerufen. Es war ein feierlicher Moment, und jeder Anwesende war gerührt, wie die Vertreter ihr Amt mit religiösem Empfinden angetreten haben. Sie spendeten namhafte Beiträge zur Renovierung der hiesigen Synagoge, was sehr nach-

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