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Das jüdische Blatt · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Das jüdische Klatt. Nr. 3. das nicht sehen, es. znckt ihm im ganzen Körper, auch er möchte nach den Waffen greifen, erst recht kämpfen, wo die Jungen versagen, kämpfen mit oder gegen die Gemeinde, mit oder gegen den Rabbiner: will seinen D i e n st machen, zu dem er kraft seines Amtes berufen ist, und in der Front sollte keiner fehlen, keiner fehlen dürfen Und ich, der Alte, frage Sie offen: 1 La Ion u atoli ou k'zoremi? Wollen Sie mit mir sich mutig in die Bresche stellen für unser altes Judentum? Wollen Sie! Und ein herrlicher Erfolg ist uns sicher, wenn so einige Tausend jüdischer Lehrer gemeinsam aufslehen würden mit dem Bekenntnis j-j^ pHifi -py PPilp nan'tt )jp r wenn sie ihre Gemeinden aufklärea werden über den Verrat, den die Richtlinien begehen a.i allem, was gut jüdisch ist! Bedenken Sie, wie es uns bei einiger Einigkeit (und wir sind doch in unseren Standesversammlungen auch immer einig in so vielen weniger wichtigen Angelegenheiten) gelingen könnte, die ganze deutsche Judenheit vor einem Unglück zu bewahren, nämlich vor dem Riß mit dem Kein LL JsroeJ Baarba Kauf aus Hoorez. Ich zweifle nicht daran, daß Sie mit mir empfinden, schreiben Sie mir bitte sofort streng vertraulich Ihre Meinung, wir wollen dann gemeinsam mit allen Gesinnungsgenossen einen Druck ausüben auf unsere Vorstände, und haben wir nur erst die Massen in Bewegung, dann sollen Sie sehen, daß die alte Garde noch Feuer genug hat, um den Kampf für unsere Emunoh auch auszuführen. Gottlob, Scheiterhaufen warten doch nicht auf den, der sich heute zur bekennt, darum mutig mir nach, Ihr Jungen. Der Sieg muß unser sein. »n Ich erwarte baldigst Ihren Anschluß an unsere Bewegung. Bin mit kollegialem Gruß Ihr ergebener Tubijoh Hamelamed. Iestrede des Direktors Dr. KeU'chenfetd anläßlich des 50 jährigen Jubiläums der israelitischen Realschule in Fürth. (Fortsetzung.) Damit treten wir in die 2. P e r i o d e der Anstalt ein: Im März 1873 übernahm D r. Samuel Dessau die Leitung der israelitischen Bürgerschule. Im Jahre 1826 zu Hamburg geboren, stand Dr. Dessau damals bereits im kräftigsten Mannesalter und hatte schon eine längere Lehrpraxis hinter sich, die er hauptsächlich als Mitarbeiter Samson Raph. Hirschs an der rühmlichst bekannten Unterrichtsanstalt, jetzigen Realschule der Jsr. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., gewonnen hatte. Wie die 9 Jahre ältere Frankfurter Schule sowohl in ihrer Tendenz als auch in ihren Leistungen schon den Gründern unserer Anstalt als Muster vorgeschwebt hatte, so traf es sich gut, daß der 2. Leiter unserer Schule mannigfache in Frankfurt erlangte Erfahrungen für sein neues Amt mitbrachte. Die Organisation der Anstalt blieb zunächst noch unverändert, wie denn auch die 4 Hauptmitarbeiter seines Vorgängers ihm noch eine Reihe von Jahren, 2 von ihnen (die Herren Eldod und Nordheime r) sogar während seiner ganzen Amtstätigkeit zur Seite standen. Aber Dr. Dessau erkannte bald, daß die neue Zeit eine weitere Ausgestaltung und Entwicklung der Schule erheischte. Trotz des großen Vertrauens, das man ihm und seinen bewährten Mitarbeitern entgegenbrachte, sah er doch, daß die Frequenz der Schule seit der Mitte der siebziger Jahre eher abals zunahm. Mehr und mehr machte sich zu jener Zeit in Fürth wie im übrigen Bayern in den gebildeten Familien das in Norddeutschland schon länger herrschende Bestreben geltend: die Söhne die Einjährigen-Berechtigung erwerben zu lassen, und auch unser Kreis konnte von diesem Bestreben nicht unberührt bleiben. Die Bürgerschule mit ihrem Lehrziel einer vierklassigen.Realschule bot keinen solchen Abschluß dar. Daher traten nicht wenige Schüler aus der Bürgerschule vorzeitig aus, um noch in eine andere Schule überzugehen und den Einjährigen-Schein zu erlangen. . . Die Schule konnte ohne Militärberechtigung eben auf die Dauer nicht mehr existieren, und die großen Opfer, die für die Anstalt gebracht wurden, mußten noch bedeutend vermehrt werden, um den Weiterbestand der Schule zu ermöglichen. Dr. Dessau wußte denn auch trotz der finanziellen Schwierigkeiten das Komitee der Israelitischen Bürgerschule, an dessen Spitze bis 1881 noch der ehrwürdige Menki Zimmer, bis 1885 Abraham Felsen st ein stand, davon zu überzeugen, daß man die Schule gemäß den Anforderungen, die an eine militärberechtigte Anstalt gestellt werden, umgestalten müsse. Diese Umgestaltung erfolgte einerseits durch Ergänzung des Lehrkörpers, der durch zwei weitere akademisch gebildete, für das höhere Lehramt geprüfte und zwei seminaristisch gebildete Lehrer verstärkt wurde. Von den in jener Periode (1880 bis 82) eingetretenen Lehrern gehören noch zwei unserem jetzigen Lehrerkollegium an: seit 1880 der Lehrer der neuen Sprachen Professor Dr. Herzstein, dessen Verdienste um die Anstalt erst kürzlich von allerhöchster Stelle durch Verleihung des Titels eines Kgl. Professors mit dem Range eines Gymnasialprofessors in erfreulicher Weise gewürdigt wurden, und seit 1882 der Lehrer unserer Vorschule Herr B. E l l i n g e r. Andererseits wurden die unzulänglichen Räume im Jahre 1884 durch die Errichtung eines Hinterhauses erweitert, in welchem alle noch notwendigen Räume gut untergebracht werden konnten. Der Opfersinn unserer kleinen Gemeinschaft betätigte sich bei der Errichtung dieses Erweiterungsbaues wieder in hervorragendem Maße. Die Ergänzung des Lehrerkollegiums war bereits durchgeführt und der Bau des Hinterhauses in Aussicht genommen, als 1882 die Verleihung der Militärberechtigung an die Israelitische Bürgerschule erfolgte. Es war nicht so leicht gewesen, die Bedenken zu zerstreuen, die die Reichsschulkommission noch gegen die äußeren Verhältnisse der Anstalt, namentlich gegen die noch unzureichende Anzahl für das höhere Lehramt geprüfter Lehrkräfte, geltend machte. Da war es denn dem energischen Eintreten unserer heimischen Staatsbehörden und ihrer warmen Befürwortung des Gesuches der Bürgerschule, von deren Leistungen sie sich durch eine umfassende Revision überzeugt hatten, in erster Linie zu danken, daß die schließliche Entscheidung zugunsten unserer Anstalt ausfiel. Von großer Bedeutung war es auch, daß an der Spitze der Reichsschulkommission ein so vorurteilsfreier Mann wie der Ministerialrat Herm. Bonitz stand, der die anfangs erhobenen Bedenken mit Rücksicht auf die tatsächlich festgestellten Leistungen fallen ließ. Von ihm ist das Gutachten unterzeichnet, in welchem die Verleihung der Militärberechtigung an die Bürgerschule empfohlen wird. Es dürfte wenig bekannt sein, daß Dr. Dessau während der hierüber geführten Verhandlungen in bewundernswerter Selbstlosigkeit anbot, wenn in seiner Person ein Hindernis zur Erteilung der Berechtigung liegen sollte, von der Leitung der Anstalt zurückzutreten: ein Opfer, das aber von den Behörden als nicht im Interesse der Anstalt liegend zurückgewiesen wurde. In der nun folgenden Periode hatte die Anstalt 'gerade dadurch, daß sie militärberechtigte Realschule geworden war, mit manchen neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Hauptforderung, die der Schule bei Verleihung der Berechtigung auferlegt worden war, war die, daß fortan nur ordnungsmäßig geprüfte, akademisch gebildete Lehrer, für die Realklassen angestellt werden dursten. Solche Lehrer waren aber nicht immer leicht zu bekommen und infolge des Strebennach den besser besoldeten Staatsstellungen noch schwerer festzuhalten. Wenn Lehrermangel

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