Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 2 (10.1.1913)
- Date
- 1913-01-10
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2. Das jüdische Matt 9 jüdischen Volksboten" zu gründen, der die Mitglieder des Vereins mit der Geschichte der Juden in der Schweiz sowie mit der jüdischen Volkskunde vertraut machen soll. Ferner wurde auf Anregung des Herrn Ejs - Zürich eine Kommission zur Anschaffung neuer Bücher gewählt. Es sollen besonders hebräische Bücher berücksichtigt werden. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. An Stelle eines in St. Gallen ausscheidenden Mitgliedes wurde Herr- Rabbiner Saffet-St. Gallen und für Zürich Herr Rabbiner D r. L e w e n st e i n neu gewählt. Nach einer Pause versammelten sich die Mitglieder des Vereins zu einer S i j u m - F e i e r. Zunächst hielt der Präsident, Herr Lehrer Müller- Winterthur, eine einstündige Ansprache, die mit herrlichen miP ''"CI durchwoben war und mit begeisternden Worten zum Talmudstudium aufforderte. Er rühmt besonders den Thorageist in Zürich und Basel. Wohlverdienter Beifall belohnte den trefflichen Redner. Hierauf vollzog der als ppp “pp’pp \° bekannte Herr Rabbiner Schüler-Bollweiler den p-ep In einer sehr scharfsinnigen Rede stellt er eine Brücke zwischen der letzten und der ersten Masechto her. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten alle Anwesenden den Ausführungen, und es wurde allgemein der Wunsch geäußert, diese Rede durch den Druck einem größeren Kreise zugänglich zu machen. Nach einer kurzen Pause hielt Herr Rabbiner K o r n f e i n - Zürich einen Halachi-schen Vortrag über die ^'pp rP2>>- "*0" rm'£ SWit. einer dialektischen Schärfe, mit der sich eine gründliche Belesenheit verband, entwickelte der Referent den logischen Jdeengang der Abhandlung, von der jeder Satz ein beredtes Zeugnis von dem p^ppS des Referenten ablegts. Langanhaltender Applaus folgte diesen trefflichen Ausführungen. Nach diesen geistigen Genüssen sollten auch die körperlichen nicht ausbleiben. Ein Bankett, das von der Pension Wolf geliefert wurde, und dieser auch alle Ehre machte, versammelte die Festteilnehmer. Diese wurden zunächst mit einigen trefflichen Gesängen überrascht, die vom Chor der israel. Religionsgesellschaft unter Leitung des Herrn Kantors M e s s i n g e r zum Vortrag kamen und den reichen Beifall aller Anwesenden ernteten. Überhaupt wurde während des Bankettes eine Menge vorzüglicher ernster und humoristischer Gesänge zum besten gegeben. Es seien hier hervorgehoben die der Herren Kantor Schnitzler-Endingen, «.•and. med. Krupernik-ZUrich und Meisner-Basel. Von der Menge der Tischreden seien hier besonders erwähnt die Rede des Herrn Lehrers Fröhlich-Baden, die durch ihren Humor alle ergötzte, ferner die wissenschaftlich gediegenen Ausführungen des Herrn cand. phii. S. Kraus-Bern und die schönen ppip ’npp der Herren G r ü n st e i n - Z ü r i ch und slud. med. Bibrovsky-Zürich. Als Vertreter der auswärtigen Vereine sprach Herr cand. phiJ. S. Adler-Basel, im Namen des Schomrö-Thora-Männervereins- Bafel. Er wies darauf hin, daß die Talmudausgaben auf eine Ausgabe zurückzuführen fei, die in Basel in den Jahren 1578—81 erschienen ist. Für den Bund jüdischer gesetzestreuer Akademiker in der Schweiz sprach Herr cand. jur. Markus Cohn-Basel. Er schilderte in formvollendeter Rjede die Anteilnahme, die die akademische Jugend in der Schweiz am Talmudstudium nehme. Im Namen des I ü n g l i n g s v e r e i n s - S ch o m r e Thora-Basel sprach Herr Hermann Cohn, der mit schönen Worten die Glückwünsche der Basler gesetzestreuen Jugend überbrachte und auf den Präsidenten des p'p'-Vereins ein kräftiges Hoch ausbrachte. Zum Schlüsse hielt Herr Rabbiuer I >r. Lewenstein- Zürich eine alle fürs Thorastudium begeisternde Rede, in der er sich die Sympathien aller, die ihn früher nicht kannten, erwarb. Harmonisch verlief dies schöne Fest der schweizerischen Thorafreunde, und es wird noch lange eine angenehme Erinnerung an die fröhlich verlebten Stunden zurückrufen und alle Teilnehmer zum weiteren Talmudstudium anregen. . Während der „Verein zur Förderung" tagte, traten die g e - setzestreuen Akademiker der Universitäten Basel, Bern und Zürich zu einem Bunde zusammen, der von Herrn cand. jur. M. Cohn-Basel angeregt wurde. Dieser Bund hat den Zweck, gegenseitigen Ideenaustausch zu pflegen und das Thorastudium zu fördern. Eine periodisch in hebräischer und deutscher Sprache erscheinende Zeitschrift soll über alle von der Zeitströmung geschaffenen Fragen Aufschluß erteilen. Häufige Zusammenkünfte sollen ein starkes Freundschaftsband der Gleichgesinnten Herstellen. In das provisorische Komitee wurden gewählt die Herren cand. iur. Markus Cohn-Basel, cand. phil. S. Kraus-Bern und cand. chem. Hermann Rom-Zürich. Am Gründungsabend waren sämtliche in Zürich anwesenden gesetzestreuen Akademiker bei Herrn Rabb. Dr. Lewen st ein, der als A. H. in den Bund einträt, eingeladen und genossen in reichem Maße seine Gastfreundschaft. In gemütlicher Unterhaltung verflossen die Stunden, und die Mitternacht war schon lange vorüber, als man aufbrach. Am anderen Morgen versammelten sich alle zu einem gemeinsamen Frühschoppen, dem sich ein Ausflug in die herrliche Umgebung Zürichs anschloß. Im Fluge verstrich die Zeit, und als die auswärtigen Bundesbrüder ihre Heimreise antraten, waren sie davon überzeugt, daß sie nun einem Bund von Brüderu angehören. Simon Adler- Basel. Frankreich. Paris. Der Oberstleutnant K a tz ist zum Oberst, der Artilleriehauptmann Hesse zum Schwadronchef befördert worden. — Der bekannte Philosoph H. B e r g s o n ist einstimmig zum Vizepräsidenten der Academie des Sciences morales et politiques ernannt worden. Rn Irland. Moskau. Das Bezirksgericht fällte gestern das Urteil in dem Prozeß gegen 280 Juden, die beschuldigt waren, sich durch Bestechung gefälschte Zeugnisse über ihre Vorarbeiten zum Zahnarztexamen verschafft zu haben, uni dadurch das Recht zu erlangen, außerhalb der Ansiedelungszone zu wohnen. 79 Angeklagte wurden freigesprochen, die übrigen zu einjähriger Kerkerhaft verurteilt. Für die Mehrzahl der Verurteilten will das Gericht beim Kaiser nm Strafmilderung bitten 9 Aerzte und Beamte wurden zu Kerkerhast von 1 bis 3 Jahren verurteilt. England. Die Hochzeit der Familie Sassoon. London. Dienstag, den 17. Dezember fand hier im Hotel Ritz, Piccaddilly, die Hochzeit des Herrn David Solomon Sassoon mit Fräulein Selina Prins, Tochter des Herrn und der Frau Moritz Prins, Amsterdam, statt. Fräulein Prins ist die Enkelin des gelehrten Herrn Lipmann Prins in Frairkfurt a. M. sowie des unvergeßlichen Rabbiners, Herrn Doktor Lehmarur, Mainz. Der