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Das jüdische Blatt · 1913-01-10 · 2 (10.1.1913) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das tttMfrtjc Dlatt erpicht wären, in einem Punkte seien sie traditionell geblieben, nämlich in der Hinsicht, daß die 1* o s c li e h a k n o s s e t h nicht gelehrt zu sein brauchten; davon wurde oft ein etwas zu ergiebiger Gebrauch gemacht. Eine in der jüdischen Gemeinde warmen Anklang findende Einrichtung hat dieselbe Bezirksgruppe Schönhauser Vorstadt ins Leben gerufen. Sie veranstaltet vom Januar bis April 1913 Volkstümliche Vorträge aus dem Gebiete der jüdischen Religionswissenschaft in der Aula der R e l i g i o n s s ch u l e Rykestr. Die Vorträge umfassen Lernvorträge und „freie Vorträge". Die Lernvorträge finden allwöchentlich zunächst einmal statt und werden von Herrn Rabb. Dr. P e t u ch o m s k i abgehalten, welcher M i s ch n a vorträgt und zwar vorerst „Traktat Pessochim". Die freien Vorträge umfassen: 2 Vorträge des Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher mit dem Thema „Der Talmud". 4 Vorträge des Herrn Rabbiner Dr. Königsberger mit dem Thema „Das Gebet" (im Anschluß an Traktat Berachoth). 2 Vorträge des Herrn Rabb. Dr. Bergmann mit dem Thema „Die Erbauungsbücher unserer Väter". Der erste Vortrag fand am 2. Januar 1913 statt. Der Vorsitzende des Hauptvereins, Herr R. A. Dr. Klee, hielt eine kurze Eröffnungsansprache, in welcher er dem Gemeinde-Rabbinat und Gemeinde- Vorstand für das bewiesene Entgegenkommen und der Bezirksgruppe Schönhauser Vorstadt für die Jnaugurierung der Vorträge dankte. Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher hielt dann seinen ersten Vortrag über den Talmud. Der Obmann des Vortragsausschusses Herr Ludwig Vehr erläuterte dann kurz den Zweck der Vorträge: So anerkennenswert das Streben der Juden nach allgemeiner Bildung sei, so sei doch das Eigentümliche des Judentums dabei zu kurz gekommen. Run soll cs sich endlich einmal darum handeln, vor der großen jüdischen Oeffentlichkeit grade die Eigentümlichkeit, die positive Weltanschauung der jüdischen Religion und die Formen, in denen sie ihren Ausdruck findet, in ihrer absoluten Notwendigkeit darzustellen und wieder im Herzen zur lebendigen Tat zu erheben, aufzubauen statt einzureißen, zu erhalten, statt preiszugeben. Die Förderung des Wissens bedeute aber eine Förderung der Pietät. Die Verständnislosigkeit sei die Quelle der Pietätlosigkeit. Daher solle das Verständnis wieder erweckt werden. Obwohl der Versand der Rundschreiben erst am selben Tage erfolgt war, erfreute sich der erste Vortrag bereits einer erfreulich zahlreichen Zuhörerschaft. I s a ch a r. Allona. Die Iugendgruppe der Moria-Ortsgruppe Hamburg- Altona veranstaltete am Mittwoch, 1. Januar, im Logenheim eine Mitgliederversammlung. Der Vorsitzende Herr Henry Pels teilte bei Eröffnung der Versammlung mit, daß sich unter Zusammenwirkung mehrerer Vereine, zu denen auch die Jugendgruppe zählt, ein Komitee für hebräische Sprachkurse gebildet habe und forderte die Mitglieder auf, sich an den Mitte Januar beginnenden Kursen zu beteiligen. Der vorliegende Statutenentwurf wurde nach längerer Debatte mit mehreren Aenderungen angenommen. In der darauf folgenden Vorstandswahl wurde Herr Henry Pels zum Vorsitzenden gewählt. Als Vorsteher wurden ferner gewählt die Herren Max Bundheim, Referendar Dr. C. Cohn, Paul Möller und Raphael Lerner. Posen. Das neue Kalenderjahr hat hier Neues gebracht. Zum erstenmal wurde in dem Tempel der „Brüdergemeinde" (Orgel mit „modernem" Gebetbuch) am Freitag Abend nach Geschäftsschluß ein zweiter Abendgottesdienst eingerichtet, den derselbe Kantor versieht, der bei dem ersten fungiert. Die Erregung darüber in gesetzestreuen Kreisen ist groß; ganz mit Unrecht. Der neue Schulchan aruch („Richtlinien") verbietet es ja nicht. Die Einrichtung kann Bestand haben. Denn wenn auch die durch den Reiz der Neuheit angelockte Menge Nr. 2. sich verlaufen hat, was verschlägt's — Minjan ist ja zum Gemeindegebet nicht mehr erforderlich! Brief aus der Schweiz. Generalversammlung des Vereins zur Förderung des gesehestreueu Judentums in der Schweiz. - Sijum-Feier der □■>'£ Chevro. — Gründung des Bundes gesehestreuer Akademiker in der Schweiz. Sonntag, den 1. Januarfand im großen Saale des Kaufmännischen Vereins zu Zürich die ordentliche Generalversammlung des „Vereins zur Förderung des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz" statt. Aus Baden, Bafel, Endingen, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Zürich und aus anderen Orten waren die Mitglieder recht zahlreich erschienen. In recht trefflicher Einleitungsrede wies der Präsident des Vereins, Herr Rabb. Dr. Cohn-Bafel, auf die Wichtigkeit hin, die besonders im Zeitalter der Richtlinien von großer Bedeutung für das gefetzestreue Judentum fei. Nachdem der Sekretär, Herr Charles Nord mann- Bafel, das Protokoll, das einstimmig genehmigt wurde, verlesen hatte, erstattete der Präsident den Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen. Der Verein ist im stetigen Aufblühen begriffen. Er zählt 410 Mitglieder, die sich auf 49 Ortschaften der Schweiz verteileil. Rituelle Bäder wurden neu errichtet bzw. subventioniert in Genf und in St. Gallen. Eine rituelle Restauration, die sich sehr gut bewährt, wurde in Biel eingerichtet. Ferner wird vom Vereine ein Wanderlehrer besoldet, der an 14 verschiedenen Orten an 31 Kinder Religionsunterricht erteilt. Diese Neueinrichtung ist ein besonders segensreiches Werk des Vereins. Die vom Vereine unterhaltene Wanderbibliothek erfreute sich einer regen Benützung. Dem durch den Bibliothekar, Herrn Kailtor Nt. L ö b - B a s e l, erstatteten Bericht entnehmeil wir, daß im abgelaufenen Jahre 1157 Bücher gelesen wurden. Für „Erez Jsroel" gingen beim Komitee 2732 Frcs. eiil. 10% dieses Betrages wurden der Reserve überwiesen, aus deren Mittel ein Häuschen in Jerusalem gekauft werden soll, um es einer aus der Schweiz stammenden jüdischen Familie zur Verfügung zu stellen. Der übrige Betrag wurde an die verschiedenen wohltätigen Institutionen in Palästina verteilt; auch eine aus der Schweiz stammende lind in Jerusalem wohuende Familie wurde bedacht. Mit einem namhaften Betrag unterstützte auch der Verein eine unter Leitung des Herrn Josef Brandeis stehende Schule in Zürich, die mit recht gutem Erfolge die Kinder osteuropäischer Glaubeilsgenossen unterrichtet. In dieser Schlile wurden im verflossenen Jahrgang 103 Knaben und Mädchen im Religionsunterricht unterwiesen. Der von Herrn Charles Nordmann verlesene Kassenbericht wurde ohne Widerspruch genehmigt. Mit dem Wunsche, daß es dem Vereine auch im kommenden Jahre vergönnt sein möge, recht viel Gutes zu leisten, dem Grundsätze entsprechend: „Jedem zur Freude, niemandem zu Leide", schloß der Präsident den äußerst fein durchgearbeiteten Jahresbericht, der mit großem Interesse und lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Dem Jahresberichte schloß sich eine kurze Diskussion an, in deren Verlauf die Anregung gegeben wurde, einen „Schweizerisch- 4 4 fe* S!Ö!K f'K :k.:2"2 CT;:l SBtotaJjBpK.V:!: tatest - .\r - U tön Ke ■ vvj sk Ei-tü:;.. 'y >» Ä Biliü, :üt & tote Mkn uiTiädm i-*; i!****hr. “ji :: . . *• b, ,F‘; Wl'til , M;| :: b k

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