Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 4 (15.2.1868)
- Date
- 1868-02-15
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 27 434. De judaeis, quantum ad debita soluta testimonio juratorum contracta. 435. De judaeis, quantum ad formam jurandi. 436. De judaeis, ratione vulnerum. 437. De judaeis, quantum ad conyictionem in criminibus. 438. De judaeis, quantum ad pignora et juramenta. 439. De judaeis, quando cedant sortem et quando non, et utrum judaeus sorte et usura receptis pignora sine contradictione restituere teneatur ipso jure vel non. 440. De ja daeis, utrum solutio in parte facta judaeis sit in sorte vel usura defalcanda. 441. De judaeis, ad invicem contendentibus. Diese Capitel, mit der ihnen als Substrat dienenden Erzählungen von Rechtsfällen, in den einzelnen namentlich aufgeführten Ortschaften geben uns ein Bild darüber, wie es damals in Brünn und Mähren mit den Judenrechten dem Judenrichter, dem Judeneid, der Stellung der Juden zu Gericht, in Strafsachen, im Schnldverhältnisse und bei Klage und Reinigung gehalten worden ist. Me Urkunden. In den in H o lland. Bon Ludwig Lichtschein, Rabbinats-Assessor in Gr.-Kanizsa. (Fortsetzung.) Zu den ausgedehnten Freiheiten und Privilegien, deren sich die Juden in Holland erfreuten, gesellte sich auch bald das Recht, jüdische Druckereien zu errichten, und zwar wurden solche Druckereien nicht selten theils von einzelnen christlichen Privaten, theils auch von der Regierung materiell unterstützt. So errichtete der weltberühmt gewordene Rabbiner und Prediger der „Neve Salom"-Gemeinde zu Amsterdam, R. Menasse Israel, dessen Biographie wir kurzgesaßt folgen lassen werden, und worüber ausführlich handelt Dr. M. Kaiserling (im Jahrbuch der Geschichte der Juden und des Judenthums 2. Band. Leipzig 1861), eine der berühmtesten Druckereien zu Amsterdam, aus der zahlreiche und treffliche hebräische und spanische Bibelausgaben, Gebetbücher, Pentateuche und seine eigenen trefflichen Werke hervorgingen. Ich will hier vorübergehend blos die einzelnen Werke R. Menasse b. Israels erwähnen, die aus seiner eigenen Druckerei stammen. Am 1. Jänner 1627 erschien der erste Druck seiner Officin, ein hebräisches Gebetbuch nach spanischem Ritus mit spanischer Uebersetzung von R. Menasse. Es war dieß zugleich die erste hebräische Schrift, welche aus dem, durch seine zahlreichen jüd. typographischen Anstalten später so berühmt gewordenen Amsterdam hervorging. (Vergl. Steinschneider hebr. Bibliogr. Berlin 1859). Hieraus folgte bald eine hebr. Grammatik seines Lehrers Usiel, und im März 1628 ein Index zum Midrasch Nabbot von R. Menasse, betittelt ^L» Im Jahre 1633 erschien in seiner Osficin sein größtes Werk: der Eonciliador (Conciliator, opus ex vetustis et recentioribus omnibus Rabbinis, magna industria ac fide congestum), das eine seltene Aufnahme und Anerkennung gesunden. Es ist dem Gesammtrathe der ost-indrschen Gesellschaft und mehreren angesehenen Glaubensgenossen in dem Recife genannten Stadttheile Pernambucos gewidmet, wohin er auszuwandern gedachte, und daselbst sich dadurch eine freundliche Ausnahme sichern wollte. Es sind diese, wie es daselbst in der Widmung heißt, „Xobilissimos y magnificos Senores: David Senior Coronel, Doctor Abrahem de Mercado, JahakobMucate,Ishak Castanho, y mas Senores de nuestra nascion, habitentes en al Recife de Pernambuco. Im Jahre 1639 erschien in seiner Druckerei seine lateinisch abgefaßte Schrift „de termino vitae" i. e. „lieber das Ende des Lebens." Es ist diese eine . theologisch-philosophische Gelegenheitsschrift, welche R. Menasse bezüglich der Frage verfaßte, welche in damaliger Zeit die größten christlichen Gelehrten, wie Vossius, Episcopius und Hugo Grotius beschäftigte, nämlich ob der Tod, das Lebensende des Menschen, einem bloßen Zufalle oder der göttlichen Bestimmung zuzuschreiben sei. Dieses Werk R. Menasses wurde im Jahre 1699 von Pocoke ins Englische übersetzt, und der Gelehrte Hr. Dr. Carmoly (Revue Orientale s. 305) befindet sich im gewaltigen Jrrthnm, wenn er daselbst behauptet, daß diese Schrift auch ins Hebräische übertragen sei. (Vergl. Dr. Kaiserling zur Stelle: „De termino vitae, Libri tres, quibus veterum Rabbinorum ac recentium Doctorum de hac controversia sententia explicatur. Amsterdam, typis et sumptibus authoris 1639. — Hierauf erschien sein in spanischer Sprache verfaßtes und bald ins Lateinische übersetzte Buch: „De resurrectione mortuorum“, i. e. „Von der Auferstehung der Todten", umfaßt ebenfalls libri tres, d. h. 3 Bücher. 1642 erschien in seiner Officin seine berühmte Schrift: „De 1a Fragilidad humana, e inclinatio del Lombre al peccado“, d. h. über die menschliche Schwäche und die Neigung zur Sünde, worin er mit schlagenden Beweisgründen heftig gegen die in der Kirche herrschende Lehre von der Erbsünde zu Felde zieht. Diesen reiht sich nun an sein großes hebräisch verfaßtes Werk "CTTI FiÜtPJ» das größtenteils aus dem „Sohar" geschöpft ist. Im selben Jahre ging auch ans seiner Officin sein Werkchen hervor: „De creatione problemata, cum summariis singul problematum.“ lieber die Schöpfung rc. — 1655 erschien in spanischer Sprache, gleichsam als Supplement des eonciliador seine, seinem Freunde Vossius gewidmete Schrift "mp1 pK» „Piedra gloriosa o de la Estatua de Nebuchadnesar.“ Es bildet diese Schrift eine Erläuterung zur Deutung des Traumes des Königs Nebuchadnesar. Wie Dr. Kaiserling daselbst berichtet, soll ein Exemplar dieser seltenen Schrift in der Bibliothek des jüd. theologischen Seminars zu Breslau Vorhandensein. 1645 erschien von ihm das Werkchen: „Tbesoro dos dinim“, welches er in der Absicht verfaßte, um seinen der hebräischen Sprache unkundigen Glaubensgenossen ein Buch in die Hände zu geben, woraus sie sich über ihre religiösen Pflichten Belehrung verschaffen könnten, und schließlich die Uebertragung des Phocylides in spanische Verse mit Noten versehen, 1645. (Vgl. hierüber ausführliche Geschichte der Juden. Leipzig 1861 von Kaiserling). Wir werden übrigens Gelegenheit haben, so es uns die Zeit und Muße gönnen wird, auf diese Werke näher znrnckzukommen. — Anno 1679 errichtete R. Jekutiel zu Amsterdam eine mit allem Comfort eingerichtete Druckerei; und da seine Geldmittel hiezu nicht ausreichten, wurde er hierin kräftigst unterstützt von zwei reichen, christlichen Gelehrten, und zwar von Wilhelm Jahnsohn, Schöffe zu Amsterdam, und Lorenz Bache, Professor der juridischen Fakultät an der Universität daselbst. Diese unterstützten den Juden R. Jekutiel sowohl materiell wie auch geistig. Das erste Werk, welches aus dieser Druckerei hervorging, war eine deutsche Uebersetzung des alten Testaments, wozu er auch ein Privilegium von Johann HI. Sobjesky, König in Polen, erhielt. Eine weit gelungenere deutsche Uebersetzung des alten Testaments erschien ebenfalls zu Amsterdam im Jahre 1682 von R. Josef Vizenhausen, dem der Verleger Josef Athiaö für jeden Bogen 4 Thaler bezahlte. Die zweite Edition derselben erschien in: Jahre 1686, und hat R. Sabbathaeus, Cantor zu Prag, wie er sich ans dem Titelblatt nennt, zum Corrector. (Vgl. Hornbeck de convine Judaeorum s. 84). — Diese Druckerei des R. Josef Athias schwang sich auch bald zu einer der berühmtesten Druckereien empor, und der Besitzer desselben rühmt sich, in der Vorrede der deutschen Übersetzung zn der biblis pentaplis, daß er für die Drucklegung derselben von den General-Staaten nicht blos ein Privilegium für die Dauer von 22 Jahren, sondern auch eine goldene Kette, 36 Loth schwer erhalten. An dieser Kette hing ein Gnadenpfennig, aus dessen einer Seite das *