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Das Abendland · 1867-10-31 · 22 (31.10.1867) · p. Seite 172

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
22 (31.10.1867)
Date
1867-10-31
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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vcit die Bekehrungen mit dem größten Pomp und Luxus verbunden, um dadurch etwa Seelen zu locken, allein alle diese Vorkehrungen blieben beinahe resultatlos. (Wanden S. 50) berichtet über solche Taufen: „Quand un Juif se convertit, le parrain, qui est pour 1’ ordinaire un Cardinal, le promene en carosse par la ville quinze jours durant habitte de Satin blanc. Et quand tout le monde 1* a vu et reconu pour Chretien, il quitte son liabit de Satin et s’ liabille cömme les autres Ckretiens“ d. h. So ein Jude sich bekehrt, führt ihn der Tauf-Pathe, der gewöhnlich ein Cardinal ist, 15 Tage hinter einander in weißer Seide gekleidet, in seiner Kutsche durch die Stadt, und wenn ihn alle Welt gesehen und für einen Christen erkannt, so legt er das seidene Kleid ab, und kleidet sich wie alle Christen." Diese Taufen wurden gewöhnlich am Charsamstag vorgenommen, und zwar in der Kirche St. Jokan di Laterano weil man vorgab, daß auch Karl der Große in dieser Kirche soll getauft worden sein. — Das jerusalemitische Targum. von Dr. M. Dujchak. c) Targum Hiobs. Dieses Targum hat den eigenthümlichen Charakter, daß es oft zwei verschiedene Uebersetzungen mit einander verbindet. Zuweilen läuft die zweite Uebersetzung mit der ersten in einem ununterbrochen fort und die Kritik muß erst diese Einschiebsel, mit Zuziehung des hebräischen Textes, ausspähen. Anderwärts hat der Interpretator schon in der beigefügten Anmerkung ausdrücklich gemeldet, daß noch eine andere Uebersetzung derselben Stelle folge. So oft zwei solche Uebersetzungen vereinigt sind, geht ordentlich eine ziemlich wörtliche voran, und hinterher folgt eine paraphrasische. 14, 18 folgt auf die wörtliche Uebersetzung die Trennung Lots von Abraham. S. Jalkot. — 24, 19. nach der wörtlichen Uebersetzung x"n die Vernachlässigung der Zehnten. S. Sabbath 32, 2. — 25, 2, nach der wörtlichen Uebersetzung StPön ist der Engel Michael, wi, der Engel Gabriel. Jalkut. — 30, 19. nach oc. kommt die Leseart mSö D-BBipn von den Tafeln des Herzens. Chagiga 12, 2. Manche Bemerkung dieses Targums ist sehr zutreffend. — 1, 3. hatte Hiob 7000 Schafe und 3000 Kamele. Ein Tausend Schafe für je einen Sohn, 1000 Kamele für je eine Tochter, ibid. 13 der Tag dieses Gastmals war der erste Tag der Woche. Hiob hatte nämlich 7 Söhne, nach den Tagen der Woche, und da die Reihe beim ältesten Sohne anfing, so gab er sein Mal am 1. Wochentage. Eine wichtige Rolle spielt die Angclologie in diesem Targum n^Ti ->vx ist der Engel der Empfängniß 28, 2. ist ein Engel des Todes. Sabbat 89, 1.— 33, 23 werden 1000 Engel bezeichnet, von welchen einer für den Menschen plaidirt. Den Töchtern Hiobs gibt das Targum Namen nach Baba B. 16, 2. nö'C sind Tagessöhne vgl. Condi; nst'Xp Ziemtriechende, vgl. Veilchen "pssn pp ist im Talmud Safran, im Targum aber Smaragd. Das Targum der 5 Megiloth. Dieses Targum bezog den größten Theil seines Stoffes aus den beiden Thalmuden und den Midraschim, und wird von Raschi häufig citirt. Dieses Targum verdient eher den Namen Midrasch als Targum, und wird auch von Raschi 2. K. 10, 19. so genannt. Man kennt 3 Targum, des Buches Ester 1) ein kurzes, ohne Digressionen in der Antwerper Polyglotte. 2. ein weitschweifigeres, das nicht Uebersetzung, sondern Midrasch, in der Londoner Polyglotte, welches schon vorher der Engländer Tailer in einer lateinischen Uebersetzung unter den: Namen Targum prius bekannt gemacht hatte. In diesem ersten Targum wird aus dem Midrasch das Gebeth der Ester und der Juden angeführt, als ihr Todesurtheil promulgirt ward, dann die Anschläge gegen Mordechai, und der größte Theil aus dem Traktat Megila. Das Targum spricht oft so kurz, daß man nur mit Hilfe des Thalmuds seine Meinung anffaßt z. B. 6, 12; dann dasjenige, welches Tailer unter dem Namen Targum posterius in einer lateinischen Uebersetzung hat drucken lassen. Auch dieses zweite Targum wird von Raschi citirt Deut. 3, 4. 1 K. 6. Auch dieses Midrasch entlehnt seinen ganzen Inhalt aus Thalmud unk Midrasch, und citirt oft das Targum der Hagiographen. — Das Targum canticum citirt häufig die frühere Targumim. Dieses Targum wurde wahrscheinlich in Babilon versaßt, da es vom Raschi Metibta, vom Ab bet bin und vom Resch Geluta spricht 7, 3. 5. Das Targum Rut hat ebenfalls Thalmud und Midrasch zur Quelle. In diesem Targum kommen viele rabbinische Anordnungen vor, der Sabbathwcg von 200 Ellen 1, 16. das Alleinsein mit einem Frauenzimmer. Die Kreuzigung wird hier als Todesstrafe genannt, was Ture Sahab Eben H. 17, 43. urgirt. Ieschai wird ttmj genannt S. Baba B. I. Sollte man nicht demnach lesen isizi Dpu n"n tPfus und darunter den Destructeur des Iudcnthums verstanden haben. Am meisten aber strotzt das Targum Kohelet von Sagen und Legenden. nSnp nennt er die Prophetie, welche Benennung dieses Buch auch in Sifre P. Ekeb erhält, 1, 13 wird die ganze Aschmedaisage aus Gitin 68 ausgetischt. Dieses Targum nennt Engel, welche der Thalmud nicht kennt, den Engel der Geheimnisse. Targum über die Chronik. Ein Targum zu Daniel,Chronik Csra, hieße Eulen nach Athen tragen, ein solches war auch dem Alterthume nicht bekannt, wird von Aruch niemals citirt, und Juchasin S. 54, 1. bemerkt, daß er ein solches nicht gesehen. Gleichwohl gab der Prediger Mathias Friedrich Beck 1680 ein Targum der Bücher der Chronik aus einer Erfurtschen Handschrift heraus. Dieses Targum hat Spuren tiefer Jugend 1 Chr. 5, 10 kommt der erst nach dem vom 4. Jahrhundert bekannt gewordene Name Ungarn vor das cwon welches gegenwärtig eine eine heftige Polemik zwischen den Türken- und Ungarnfreunden hervorruft, ist dem Targum Ungarn. 1. CH. 5, 26 ist die Rede von den finstern Bergen, in welche die2% Stämme angebracht wurden, es benützt auch sehr die 2 Recensionen des Targum jer. wimmelt von Fabeln, und strauchelt gegen die Geschichte. Correspondenzen. Prag. Am 18. d. M. fand das Leichenbegängniß des selig. Oberrabbiners Rappoport statt. Um den von Seite der hiesigen Cultusgemeinde-Repräsentanz zur Leichenfeier geladenen auswärtigen mitunter ziemlich fernen Gemeinden die Möglichkeit der Betheiligung zu verschaffen, und da man das Abhalten von Leichenreden in den Halbfeiertagen des Laubhüttenfestes aus religiösen Gründen für unstatthaft hielt, obgleich, wie man sich später von kompetenten Fachmännern belehren ließ, die religiöse Satzung bei solchen durch Tugend und Gelehrsamkeit ausgezeichneten Persönlichkeiten eine Ausnahme gestattet, — wurde die Leichenfeier auf den möglichst spätesten, durch das Eintreten des Sabbath begränzten Zeitpunkt, auf Freitag Nachmittags halb 3 Uhr verlegt. Um 1 Uhr wurde bereits von Seiten des Vorstandes der Beerdigungsbrüderschaft mit der religiösen Funktion der Leichenwaschung begonnen, die im Trauerhause vorgenommen wurde. Die ziemlich geräumige Wohnung konnte die große Anzahl der Verciusmitglieder, die in Massen herbeiströmtcn, um dem

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