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Das Abendland · 1867-10-17 · 21 (17.10.1867) · p. Seite 166

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
21 (17.10.1867)
Date
1867-10-17
Page
Seite 166 (sequence 6)
Language
German
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166 daß die Juden die Heizung der Bäder mit Menschenxcrementen voruehmend das einzige Mittel für den Juden um nur feine Existenz erträglich zu machen, ist, daß er sich unter den Schutz eines Arabers begibt, er ist nun allerdings gleichsam ein Sklave seines Beschützers, doch ist er dann gegen weitere Unbilden gesichert. Der Araber ist von Natur träge und arbeitsscheu, wodurch er von dem unermüdct thätigen Juden, dessen Dienste er häufig in Anspruch nimmt, in einem gewissen Sinne abhängig ist. Handwerke werden fast ausschließlich von Juden beteicben. Jede Gemeinde hat ein geistliches und weltliches Oberhaupt. Letzteres ist der Anwalt der Gemeinde bei den Orts- Behörden und bei den häufig vorkommcnden Gewaltthätigkcitcn, eigentlich ist er bei den dortigen Zuständen der Sündcnbock der Gemeinde für die er nicht selten cingesperri oder mit Schlägen und Strafen traktirt wird. Es ist wohl natürlich, daß sich zu einem so odiosen Ehrenamte die Candidaten nicht drängen. Für diesen Vorsteherdienst werden meistens arme wenig geachtete aber schlaue und mit einem guten Mundwerk versehene Individuen gesucht, diese sind dafür von allen Abgaben frei, welche die Gemeinde für sie leistet, und sie verstehen es auch so cinzurichten, daß hie und da etwas in ihre Tasche fällt, zu welchem Bchufe sie zuweilen! selbst die Angeber bei dem regierenden Häuptling machen. Die Juden daselbst sind ziemlich bewandert in der Bibel und in den kabbalistischen Schriften, die sie mit besonderer Vorliebe studircn, vom Talmud wissen sie wenig oder gar nichts, dieses mehrbändige Werk ist kaum im ganzen Lande zu finden, überhaupt haben sie wenig gedruckte Bücher, cs wird alles geschrieben, weßhalb sich auch viele von dem Abschreibergeschäfte ernähren. Als religiöser Codex dient ihnen das maimonidische Werk „Jad Hachasaka," das sie auch eifrig studiren. In hoher Achtung steht auch bei ihnen die arabische Bibelübersetzung des Saadias, von dem sie fest behaupten, daß er in Arabien gelebt habe, obwohl wir wissen, daß Oberegypten die Heimath des großen Gaon war. (Fortsetzung folgt). Das jerusalrmitische Targum. b) Targum der Psalmen. von Dr. M. Duschak. (Fortsetzung.) Von den Psalmen waren ehedem, nach einzelnen noch vorhandenen Bruchstücken zu urtheilen, mehrere chaldäische Uebersetzungcn vorhanden; denn manchmal folgen zwei bis drei ganz verschiedene Versionen einer und derselben Stelle auf einander, bald ohne alle Anzeige daß noch eine andere folge bald mit der Anzeige 78, 64 die Priester, welche durch's Schwert sielen. K"n Elis Söhne. S. auch 88, 3. 110, 1. Aus solchen verschiedenen Psalmenübersetzungen ist vielleicht die gedruckte zusammen gesetzt, ihr ungleicher Ton scheint sie als eine Rhapsodie mehrerer Arbeiten zu chrakterrisiren. In manchen Psalmen als Ps. 1.3. 5.6.8.11. 13. etc. ist der hebräische Text Wort für Wort übertragen, in andern hingegen verliert sich das Original in den aus Midrasch und Talmud geholten Umschreibungen z. B. 4. 5. 6 „Sündigt nicht, und erinnert euch des Todes, so ist es so viel als hättet ihr Opfer gebracht S. Jalkut z. St— 19; 2. die, welche die Himmel betrachten, erzählen die Herrlichkeit Gottes. S. Jalkut. 4, 2. 7 der kleine Berg ist der Berg Sinai, und die Drittln sind die nachher begangenen Sünden. S. Jalkot. 49, 15 weil sie seine Wohnung zerstört Rosch. Hasch. 17, 1. 50, 2 '£r> ist Zion, weil dort die Welt ins Dasein trat. jcr. Nasir. So heißt auch im Griechischen xoa/nog Welt und Schönheit, 68, 7. wird auf die Ehe angewendet, nach dem rabbinischen Spruch. Das Haus ist das Weib, veg. domina und domus. ib. 10. Ein sanfter Regen beruhigte die bei der sinaitischcn Gesetzgebung erschrockenen Israeliten. S. Sabbat 88, 1. ibid 17 „der kleine niedrige Berg Sinai erhielt den Vorzug Meg. 27,1. 86, 17, die Pforten des Heiligthums wollten sich der Lade nicht öffnen, als bis David genannt ward. Sabb. 30, 1. 101, 1. Für deine Huld und für deine Strafe preise ich dich. Bcrachot 60, 2. — 104, 26. Der Leviatan ist die zukünftige himmlische Speise B. B. 74, 2. — 105, 37 die Egypter fordern das Silber und Gold zurück, welches die Israeliten bei ihrem Auszug aus Egypten mitgenommen hatten. Synh. 91, 1. — 122, 3 das himmlische Jerusalem, wahrscheinlich weilund nicht ruaa steht. Taanit 5, 1. Besonders folgt der Chaldäer in den Ueberschriften der midraschischen Auslegung 7, 1. ist 'Z'L' p tPin Saul aus dem Stannne Binjamin. Mocd K. 72. pb nitt ist der Riese Goliat, der zwischen der Philister Reihe stand die Pcsikta bezieht diesen Ps. auf Amalek, der Chaldäer nimmt spcciell Goljat, und statt Amalek, Plcschet. “ntpn nS'X die Kraft, welche im täglichen Morgcnopfer liegt. D’WitP, das Syuhcdriun, dessen Aussprüche Rosen. S. Jalkut. rvny pntp das Syuhcdriun gab Zeugniß, daß Joab Mesopotamien bekriegen könne, obgleich ein Bund zwischen Jakob und Laban dagegen bestand Midr. Rabba 74. Der 92 Ps. hat Adam zum Verfasser, Jalkut. CorrespondrnM. Dobrovitow bei Ledec. Am 25 v. M. wurde in unserer kleinen Gemeinde die neuerbante Synagoge eingeweiht. Dieser Tag war für uns ein wahrer Freudentag, da es uns unter Gottes Beistand bei unfern spärlichen Mitteln gelungen ist den Bau auszuführen. Wir können es nicht unterlassen unfern Dank dem Herrn M. B. Teller aus Prag, Besitzer der Zuckerfabrik in Kuttenberg öffentlich auszusprechen. Dieser Ehrenmann, durch dessen Unterstützung auch vor 2 Jahren der Synagogenbau in Malin zu Stande kam, hat nicht nur unser Unternehmen durch nahmhafte Spenden gefördert, sondern setzte noch seinem Werke der Wohlthätigkeit dadurch die Krone auf, daß er unserer Einladung zur Einweihung Folge leistete, und bei dem Festmale neuerdings seinen Wohlthütigkeitssinn bewährte. Herr Teller eröffnete mit dem ihm dargcrcichten Schlüssel die Synagoge und sprach dabei einige schlichte Worte, die aus dem Herzen kamen und zum Herzen drangen. Möchteu sich alle Männer in Israel, die Gott mit Reichthümern segnet, an diesem wahrhaft ftommen gemüthvollen Manne ein Beispiel nehmen; wie man zur Ehre Gottes geräuschlos wirken kann. Die Einweihungsfeier war sehr würdig und erhebend unter Leitung des würdigen Rabbiners Spitz aus Jenikau, dessen treffliche Weihrede sich des allgemeinen Beifalls seitens der zahlreichen Anwesenden erfreute; auch der Chor leistete Vorzügliches, und wir sprechen hiemit allen Mitwirkenden unfern innigsten Dank aus. X. Neu-Iork. Das Comite eines Mäßigkeitsvereins versandte Cirkulare an die Geistlichen der verschiedenen Confessionen, worin sie angegangen werden, gegen den Verkauf geistiger Getränke an Feiertagen zu predigen. Herr vr. Günzburg, Rabbiner in Rochester erwiederte auf diese Zuschrift: daß er gewiß gerne bereit sei jeder guten Sache, besonders was zur Förderung der Moralität beiträgt, von der Kanzel aus das Wort zu reden, den Antrag des Comite jedoch aus dem Grunde ablehnen müsse, weil Trunkenheit ein der jüdischen Nation unbekantes Laster sei. In seiner Gemeinde, der er mehr als 4 Jahre vorstehe, sei dieses Laster, das übrigens an jedem andern Tage ebenso verwerflich sei wie an Festtagen, niemals vorgckommen. Sollte er nun über ein sittliches Gebrechen predigen, dessen sich seine Zuhörer niemals schuldig machten, so würde er nicht nur ihre Gefühle verletzen, sondern auch ihnen höchst unrecht thun. — Der Tod des vr. Moritz Mayer hat nicht nur die Israeliten der hiesigen Stadt sondern auch die der ganzen Union mit schmerzlicher Theilnahme und inniger Trauer erfüllt. Das amerikanische Judenthum hat einen unersetzlichen Verlust durch seinen Tod. Als politischer Flüchtling kam er nach den Ereignissen des Jahres 1848, bei denen er sich in hervorgehender Weise be-

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