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Das Abendland · 1867-08-22 · 17 (22.8.1867) · p. Seite 133

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
17 (22.8.1867)
Date
1867-08-22
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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133— in Umschreibungen. Endlich wissen auch die altern Juden nur von einem Jonatan über die Propheten (Meg. 3. 1.), und die spätern legen ihm erst ein Targum über das Gesetz bei, weil sie dachten, das es unschicklich sein würde, wenn er die Propheten allein, mit Uibergehnng des Pentateuchs chaldäisch heraus gegeben hätte. Wenn T. I. die 6 Teppiche 2. M. 26, 9 zur Symbolisirung der 6 Mischnaabtheilungcn benützt; wenn er rya tip Taxm 4 M. 24, 19 mit Constantinopcl in Verbindung bringt, ib. 24 mit der Lombardei DTro (1 M. 10, 2 mit Türkei übersetzt, wenn er talmudische Anschauungen reproducirt, daß Adam Mann und Weib in sich vereinigte; daß bei der Gesetzgebung ein Berg über der Juden Häupter schwebte, daß Og jene ungeheuere Natur hatte, wie sie im Traktat Berachot geschildert wird, so sind das lauter Spuren eines ziemlich neuen Ursprungs. Man hat zwar bald erkannt sagt Zunz, daß Jonatan der Uibcrsetzer der Propheten keineswegcs der Verfasser dieses Targum sein könne, allein über das Verhältniß das jenem so äußerst ähnlichen und oft ganz gleichen jerusalemischen Fragmeutenwerkes wollte kein rechtes Licht aufgehen. Nun sprechen die ältesten Autoren von einem Targum Palästinas, und die Autoren bis zu Ende des 14 Säculums erwähnen sehr oft das Targum jeruschalmi R. Meir im Kol bo. 1, 1. sagt: Man sollte billig jeden Sabbat das jer. Targum des Wocheuabschuittes widerholen da es besser als Onkelos den Grundtext erläutert; allein es sei selten und überdieß richteten wir uns nach den Babiloinern. Daraus geht auf das Bestimmteste hervor, daß dasselbe vollständig den Pentateuch umfaßt habe, Zunz gelangt auf kritischem Wege zu dem Resultate, daß vom jer. Targum des Pentateuch eine doppelte Receusion existirt, von welcher die eine unser Pseudojonatan ganz, die andere aber nur in Fragmenten zu uns gelangt ist. Meir Enaim sagt ausdrücklich 9, 50. ,.i^a minn a-eirn 'a Ti'xa vWi ainai pio nxiD »an D’X'twn Ta xn nSoa nbo tron vWai naieaea D‘Dp Sxibp rn Ta xm ya' aiain xinL> ’ö^it Dirn rua* desgleichen äußert sich auch Mussafia, Artikel 2. Es müssen von dem T. j. mehrere Recensioncn vorhanden gewesen sein; mehr als ein Besitzer mag schon in früherer Zeit, um einen vollständigen Codex zu haben, sich aus einer zweiten Rccension die abweichenden Stellen und Wörter haben aushebcn, und dem Texte beifügen lassen, so entstanden die Fragmente der zweiten Recension und der unfern Ausgaben zu Grunde liegende Codex. Auch mag die Abkürzung »"n durch ungelehrte Abschreiber in das ihnen bekannte Targum Jonatan anstatt in Targum jeruschalmi aufgelöst worden sein, und solchergestalt der Fehler sich in den Handschriften verewigt haben, was Landau nicht beachtete (Rappop. Bickure Haitim Bd. 10, 45.) Daher kommt das Targum von jerusalem mehrmals in ganzen Stellen mit Pseudo - Jonatan überein, und wiederholt seine Auslegungen bald erweitert, bald zusammen gezogen, daher liefert es von manchen Stellen gar keine Uebersetzung, von andern hingegen mehrere hinter einander; daher ist eine Handschrift immer von der andern in Ansehung der Stärke und der Zahl der Uebersetzungen, die hie und da vereinigt sind, verschieden. Der Styl ist im T. j. immer abwechselnd, nur darin bleibt er sich immer gleich, daß er überall ausländische, lateinische, griechische und persische Wörter und neue geographische Namen, als Asien, Franken, Barbarei und andere ähnliche einmengt. — Pseudo Jonatan wurde zuerst iu einzelnen Ausgaben des Pentateuchs mit Onkelos und dem Targum von Jerusalem gedruckt Vcnet. 1591. 4. Hanov. 1614. 8. Amft. 1640. 4. Prag 1646 8. Walton nahm ihn zuerst in die Londoner Polyglotte auf die Ausgabe des Targ. jer. in den bibliis rabbinicis vcnet. Dan. Bömberg 1518 ist die Grundlage der übrigen Hauptausgaben geworden. Er wird benützt von Alfasi Baba M. Absch. 2. Tosafot Aboda S. 59, 1. Tosafot Chag. Ende vom Midrasch und Talm. jer. 2. Zu den Profeten. Daß das jer. Targum nicht auf den Pentateuch allein beschränkt sei wird von Zunz nachgewiesen. 1. B. S. 9. 13 wird von Jonatan mit xaiia by Dno tx, vom jer. Targum aber nach einem Zitate des Abudr. 25. a mit DiD xoa by oaö heißt beten, wahrscheinlich von tpaa ausbreiten, weil das Gebet mit ausgebrcitctcu Händen zu geschehen pflegte, und cs dürfte das ym by dts davon abgeleitet sein. — Kimchi spricht in seinem Commentar zu den Propheten oft von einem Zusatztargum. Die Veranlassung Jefta zu verjagen lag nach diesem Targum in dem Umstande, daß dessen Mutter einem fremden Manne angehörte, daher von ihnen Sona xtrpuia genannt ward. Die Sage, daß Goliat sich den Israeliten gegenüber gerühmt haben soll, Chofni und Pinchas getödtet zu haben, welche Sage sich im Jonatan befindet, gehört nach Kimche dem Zusatz-Targum. Die Sage, daß der sich vor Gott stellende und sich anheischig machende Geist, Achab zu verfolgen, der Geist des Nabot war, gehört diesem Targum; das Gespräch, welches Obadias Frau an ihres Mannes Grabe, in ihrer Verzweiflung mit ihm geführt haben soll, entspringt diesem Targum. Eben so die Sage, daß durch ein Wunder die Scherben sich wieder zu einem Gefäße fügten 2 S. 4. 6., so wie auch ihre Anfrage bei einem Propheten, ob sie das Öhl vcrzehnten müsse, und wie sie der Gefahr vor Achab entkomme, ib. 7. Im Namen dieses Targums erzählt Kimchi, daß Salum den Tikwas, wegen seines wohlthütigen Sinnes vom Tode zum Leben erwachte, da sein Leichnam Elisas Körper berührte, und seine Gattin soll die Prophetin Chulda gewesen sein, mit welcher er den Chananel zeigte. Auch Rasch! kannte dieses Targum bei dem Taanit 26, 2. erzählten Factum, daß Manasse am 17. Tamus ein Götzenbild im Tempel aufftellte, verweist Raschi auf dieses Targum S. Ez. 27, 17 5, 1,1. 3. Bei Zacharias 12, 10 wird eine ziemlich lange Stelle aus diesem Targum im cod 154 (bei Keini.), u. z. in dem 1006 geschriebenen Reichlcnianischen Manuscript am Rande also angeführt: „Ich will über das Haus Davids und Jerusalems den Geist der Weissagung und treuer Gebete auSschütten. Nachher wird der Messias, der Sohn Ephraims ausgchcn, um Krieg mit Gog anzufangen. Ihn wird Gog vor den Thoren Jerusalems umbringen. Mich werden sie darauf zu Rathe ziehen und fragen, warum die Völker den Messias, den Sohn Ephraims durchstochen haben. Und sie werden über ihn trauern, wie Vater und Mutter über einen eingeborenen Sohn trauern und über ihn klagen, wie man über einen Erstgeborenen klagt." Als Choni Hameagel in einem um sich gezogenen Kreise den Regen herab flehte, berief er sich auf Chabak. 3, 1. wozu Raschi bemerkt: In dem Targum werde gesagt, daß der Prophet sich eine Art von Kerker gemacht, und sich darin uiedergesetzt habe. Hievon findet sich in unserm Targum nichts. Dürfen wir. sagt 'Zunz bei dieser Uebereinstimmnug historischer Zeugnisse und in Besitz hagadischer Targumfragmente zu den Büchern Richter, Samuel, Könige, Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Micha, Chabakuk, Zacharia nicht die Folgerung machen, daß cs zu den sämmtlichen prophetischen Büchern ein vollständiges jer. Targum müsse gegeben haben. Indessen kann man auch sagen, daß diese recipirten jer. Targums spätere Randglossen von der Hand eines Jerusalemer zu dem jonatanischen Targum bildeten, die dann abgesondert wurden, und den Namen ->"?> erhielten, daher der Ausdruck Zusatz-Targum. S. Tosaf. Baba B. 8, 2. B. R. 70, 2- Bechorot 8, 1. Breschit Rabba 24. Das Targum der Hagiozraphen. Die jüdische Ucbcrlicfernng legt das Targum sämmtlicher Hagiographcn einem Ncbcrsetzcr bei, verschweigt aber dessen Namen demnach schrieb man es bald Akilas, bald Onkelos zu. Daß Josef der Blinde nicht Verfasser dieses Targums sei, wurde bereits von Autoren des 13. Säculums erhärtet. Schon Tosaf. Sabb. 115, 1. sagt, daß schon zu Zeiten R. Gamalicls I. ein Targum der Hagiographcn bestanden haben müsse; denn da schon Hiob in's Chaldäische

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