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Das Abendland · 1867-08-08 · 16 (8.8.1867) · p. Seite 127

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
16 (8.8.1867)
Date
1867-08-08
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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127 Nachlasses M. I. Landaus vom hiesigen Bürgermeister J. U. Dr. Wenzl Ritter von Belsky ein äußerst schmeichelhaftes Schreiben dto. 23 Juli erhalten, in welchem er unter Anderem den unvergeßlichen Landau „einen ebenso gebildeten als begeisterten Mann" nennt „der eine wahre Zierde seiner Zeit und seines Volkes war." — * Bei der am 28. v. M. stattgefnndenen Sitzung der Cultusgcmcindercpräsentanz kamen mehrere administrative Gegenstände von geringem Belange und ohne principielle Bedeutung zur Verhandlung. — Unsere Notiz in voriger Nr. über Besetzung des Piscker Kreisrabbinat ist nach eingcholter verläßlicher Erkundigung dahin zu berichtigen, daß die fragliche Stelle noch gar nicht besetzt ist. — Betreffs der Breslauer Correspondcn; in voriger Nr. geht uns von Herrn I. F. die Berichtigung zu, daß auch Herr vr. Kohut, Rabbiner in Stuhlweißenburg und Herr vr. Groß (gegenwärtig in Paris) vor den festgesetzten 7 Jahren aus dem Breslauer Rabbinerseminar entlassen wurden. * Seit einigen Tagen weilt unser geschätzter Mitarbeiter, Herr Oberrabbiner Fasset aus Großkanischa zum Besuche seines Schwiegersohns, Herrn vr. Sonneschein, Predigers der Neusynagoge hier. Herr Fasse! ist besonders wegen seiner Bearbeitung des mosaischtalmudischen Rechts in der jüdischen Literatur ehrenvoll bekannt; diesen literarischen Leistungen verdankt er nebst dem ihm von Sr. Majestät dem Kaiser verliehenen goldenen Verdienstkreuze auch die österreichischen, russischen und sächsischen großen goldenen Medaillen für Kunst und Wissenschaft. * Wegen Änderung resp. Vereinfachung des Iudeneides werden von Seiten der politischen Behörden rabbinische Gutachten abverlangt. Bereits hat das hiesige Rabbinat den Auftrag zur Abfassung eines Gutachtens erhalten, eine ähnliche Anfrage ist an Herrn Pros. Kämpf ergangen, und wie wir hören, werden auch die Rabbinen auf dem Lande zu Gutachten aufgefordert. Das Gutachten des Herrn vr. Philipp Bondi, Rabbiner in Kassegowitz, das er über Aufforderung des k. k. Piseker Kreisamts abgab, liegt uns vor. In demselben erklärt Herr Bondi „die Meineidserinnerung von Seite des Rabbiners habe zu unterbleiben, hingegen empfiehlt er zur Erhöhung der Feierlichkeit, das Anzünden der Lichter, das Bedecken des Hauptes und das Auflegen der rechten Hand auf die Zchngebothe der im Urtext geschriebenen Bibel. * Die letzte Nr. der „Wiener medizinischen Wochenschrift" enthält aus Ischl einen warmen Nachruf an unfern trefflichen Landsmann und Glaubensgenossen, Herrn vr. Polak von einem Collegen, dem Kurarzt vr. Kann. Aus demselben entnehmen wir, daß Herr vr. Polak, der nach vieljähriger Praxis aus Gesundheitsrücksichten Ischl verließ, um sich ins Privatleben znrückzuziehen, sehr viel zum Glanze dieses Kurorts beigetragen habe. Als Mitglied der Kurkomission förderte er die Verschönerung des Ortes, dessen Ehrenbürger er war; und wo seine Stimme in den Gemeindeberathungen einen entscheidenden Einfluß erlangte. Als Kollega war er offen ehrlich, Feind aller Ränke. Seine Thcilnahme am Krankenbette sein diagnostisches Talent, seine vielseitige Bildung machen ihn unersetzlich. Triest. Ihre Majestät die Königin von Belgien beehrte > am 27. v. M. den belgischen Generalkonsul auf hiesigem Platze, Herrn Ritter Joseph Morpurgo mit einem Besuche auf dessen prachtvoller Villa. Die Königin geruhete ein Dejeuner einzunehmen, und sprach sich in huldvollen Worten über den ihr zu Theil gewordenen Empfang aus. (vorriere Isruelitieo). Paris. Am vorletzten Sabbath predigte Herr Rabbiner Lazard mit großem Beifalle im portugiesischen Tempel. Als er von der Kanzel stieg, zog Herr Baron L. M. von Rothschild, der sich unter den Zuhörern befand, einen kostbaren Ring vom Finger und überreichte ihn dem Redner. Metz. In der letzten jährlichen Maimesse hielt ein niederländischer Jude, Herr Kuntznaar ein akrobatisches Theater, dessen sämmtliche Mitglieder beiderlei Geschlechts dem Iudenthume u. z. der ortodoxen Richtung angchören. Von Freitag Abend bis Samstag Abend blieb das Theater geschlossen; alle Mitglieder besuchten die Synagoge und beobachteten überhaupt strenge die Vorschriften des jüdischen Rituals. London. Wie der „Daily Telegraph" berichtet, beabsichtigt Baron Ferdinand von Rothschild, zum Andenken an seine in der Blüthe der Jugend verstorbene Gattin ein Spital zu gründen. Der Grund für den Ban in der Nähe von Southwork- Bridge ist bereits erlangt. Die Kosten der Herstellung werden auf 10000 Pfund Sterling veranschlagt, und eine gleiche Summe wird zur Erhaltung des Spitals bestimmt. * Am letzten Samstag wurden iu den hiesigen Synagogen der englischen, deutschen, polnischen und sogenannten portugiesischen Juden Gebete für den glücklichen Erfolg der Reise des Sir Moses Montefiore nach Jassy abgehalten. Plymouth. (England) Unser unlängst verstorbene Glaubensgenosse H^r Jakob Nathan hat großartige Legate im Betrage von mehreren hunderttausend Gulden zu wohlthätigen Zwecken in fast allen jüdischen Gemeinden Englands hlntcrlasscn. Constantinopel. Die hiesigen Griechen haben gegen die Juden Excesse begangen, zu denen sie ans den Berichten eines jüdischen Blattes über den Sieg Omar Pascha's den Vorwand nahmen. Dem Bischof im Vereine mit dem Großrabbiner gelang es die Ruhe wieder herzustellen. Bukarest. Durch die am 18. v. M. stattgefundene Einweihung der nenerbauten Synagoge, bei welcher auch der Minister Bratiano anwesend war, und die von den meisten Blättern mit Wohlwollen und Anerkennung besprochen wurde, hat sich die Stimmung gegen die Juden in der Wallachci günstig geändert; in der Moldau hingegen sieht es noch sehr traurig aus. Möge es dem trefflichen Montefiore, der denn doch seine Reise nach den Donaufürstenthümern unternehmen will, gelingen, die Lage seiner unglücklichen Glaubensbrüder zu verbessern. Bukarest 2. August. Ein israelitischer Gefangener, der aus der Hast in Galatz entfliehen wollte, wurde von der Schildwache, auf deren Anruf er nicht stehen blieb, erschossen. Die Rabbinerwahl in Zappelsdors in Ungarn mitgetheilt von vr. M. H. Friedländer. (Schluß.) Ignatz Hokcr. Es lebt ja noch Reb Selkc Hccsch Zewuje! Er wird sich noch glücklich fühlen, so sie nur zu ihm eine zum paßkencn schicken werden. Herrmann Arnstein. Das will ich ihnen gern glauben, aber wie kann es ihnen nur in den Sinn kommen, daß ich jenem Zeloten, dessen ganze Kunst im Augenverdrchen und Frömmlen besteht, jenem Erzbetrüger, der wenn ihn niemand beobachtet, sogar nat? y?nö ist, eine nSxv zum paßkenen schicken werde? — Nein lieber erkläre ich selber jede in meinem Hause vorkommeude nSst? für nana bevor ich sie zu jenem Selke Hersch, der nie etwas gelernt hat, zur Entscheidung schicke. — Diese Karikatur, dieses elende Zerrbild ist erzdumm und impertinent schlecht. Dieser Selkc Hersch glaubt weil er einen großen Stock und lange Pcoth trägt, er schon ein pöb sei, daher er sich gar mit der wno zur Thora rufen läßt obschon er nie im Besitze eines solchen Documentes von irgend einer Capazität war. Uebrigens haben

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