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Das Abendland · 1867-08-08 · 16 (8.8.1867) · p. Seite 128

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
16 (8.8.1867)
Date
1867-08-08
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 — Sie Herr Präses, ohne ihren Charakter im Entfernsten antasten zu wollen, vor 3 Jahren es ja selber in einem von ihnen selbst geschriebenen Aktenstück, das im hiesigen Gemeindcarchiv aufbewahrt liegt, constatirt, daß Selke Hersch Zewuje in jüdischtheologischen Dingen ein psn ey Ignorant sei, daher er auch völlig unfähig ist rabbinische Functionen zu versehen. Meier Putz. Wenn Reb Selke Hersch wirklich so unwissend ist wie sie ihn da schildern, warum ist er so fromm, es heißt ja Yen pan oy aS und wozu geht er mit einem so großen Stock wie ein Landrabbiner? H. Arnstein. Diesen Stock kann er keinen Augenblick entbehren, sonst würden ihn die Hunde zerfleischen. M. P. Warum grade ihn? H. A. Weil er die Hunde ihrer von der heiligen Schrift ihnen eingeräumten Emolumente beraubt. Meier Putz. Wie so das? . H. Arnstein. In der heiligen Schrift heißt es, das Trefefleisch werfe man den Hunden zu, und da dieser famose Selke Hersch vor lauter Gelehrsamkeit nicht weiß, wenn ein Fleisch trese heißt, so wird unter seiner Acgide niemals was trefe, daher die Hunde selbstverständlich ihrer Emolumente beraubt werden. Ignatz Hoker. Was frommen uns ihre Witze, trachten wir einmal einen Beschluß zu fassen, damit wir zu einem Ziele gelangen. Meier Putz. Auch ich glaube, daß wir im Sinne des Herrn Ignatz Hoker beschließen sollen; denn wozu brauchen wir einen Rabbiner oder Prediger? daß er etwa von der Kanzel herabdonnern soll, man darf am Sabbat nicht rauchen, keine Geschäfte machen u. s. w. Wem soll dieses dumme Zeug? Wahrlich unser Präses hier ist ein ganz ehrenwerther Mann, obschon er in seiner Jugend, als er noch bei einem gallizischen jüdischen Sabbatlichtsteucr-Pächter im Dienste stand, und später in einer großen Stadt Polens als „Szednak" figurirte, den Sabbat sehr wenig berücksichtigte. Jonas Chameidenofskh. Was will dieser Laffe hier? Herrmann Arnstein. Diese Controvcrse führen zu nichts, daher glaube ich, daß wir uns entweder einigen, um etwas beschließen zu können, oder wir gehen auseinander. Hierauf wurde durch Stimmenmehrheit beschlossen in der Zeitung einen Rabbiner-Prediger und Lehrer Concurs auszuschreiben. Von dem Resultate der Concursausschreibung will ich Ihnen nächstens mittheilen; denn ich habe ihnen noch so manches höchst interessante mitzutheilen. Sara Kuh geh. Plohn Ornamkntenstickerei f. d- Synagoge M.M». JEPvsfe.gft. kleiner Ring Nr. 457 — 3. Stock. Diese Firma welche sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, wird nun nach Dahinscheiden meiner seligen Mutter Salomon Plohns Wittwe von mir fortgeführt und empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publicum insbesondere den löblichen Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamentenstickerei für die Synagoge als: NL2v fllBE rDV“lB miBD und Thoramäntcl und verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Thorahmäntel und Thoradecken sind zu jeder Zeit vorräthig. Concurs. An der hiesigen israelitischen höhern Bürgerschule, (welche einer vierklassigen Hauptschule gleichgestellt ist) kömmt mit erstem November d. I. die Stelle eines Lehrers für die 1. und 2. Klasse, verbunden mit einem Jahrgehalt von 360 Gulden, Dreihundert sechszig öfter. Währ., welcher in monatlichen Raten aus der Gemeindekassa entrichtet wird, zu besetzen. — Bewerber hierum haben ihre dicsfälligen eigenhändig geschriebenen Gesuche, belegt mit der Nachweisung, über die Befähigung als Hauptschullehrer und zum Unterrichte in der hebräischen und französischen Sprache, sowie über ihre bisherige Verwendung und Moralität, mit Angabe ihres Alters und Standes längstens bis Ende August d. I. bei der gefertigten Vorstehung einzustellen. Dem acceptirten Competenten wird auch ein Reisepauschale von dreißig Gulden ö. W. zugesichert. Die Vorstehung der Jsraeliten-Gemeinde zu Hohenems Am 15. Juli 18 6 7. Der öiirgermeister Sam. Wenz. So eben ist erschienen die 9. und 10. Lieferung NN von vr. M. Deutsch in Pilsen. Zu haben bei Herrn Jakob W. Pascheles und Herrn D. Ehrmann in Prag, bei Herrn I. Kaufmann in Frankfurt a. M. und beim Verfasser. Druck von Senders ft Brandeis in Prag.

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