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Das Abendland · 1867-08-08 · 16 (8.8.1867) · p. Seite 125

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
16 (8.8.1867)
Date
1867-08-08
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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125 außerhalb des Wassers zubringen können. Diese sind cs auch wahrscheinlich auf welche der Bericht Strabos (XII. 3) zu beziehen ist, wo es heißt: „Eudoxus spricht von Fischen, die in Paphlagonien an trockenen Stellen aus gegraben werden, gibt aber den Ort nicht an; von feuchten Stellen um den askanischen See bei Eins gibt er das auch an, jedoch ohne nähere Bestimmung." Von etwas geringerer Bedeutung ist eine andere Stelle desselben Schriftstellers (Strabo IV; 1) in Bezug aus das südliche Gallien, welche lautet:" Nahe bei Ruscino ist auch ein See und ein Platz! mit unterirdischen Wasser etwas höher als das Meer, ganz! salzig aus dem man Meerfische gräbt. Wenn man näm- > lich zwei oder drei Fuß tief gräbt und dann den Dreizack > in das schlamichte Wasser stößt, so bekommt man diesen Fisch von beträchtlicher Größe, er nährt sich von Schlamm wie die Aale." Aber auch die neuern Erfahrungen geben uns ausreichende Anhaltspunkte zur Erllärung der angeführten Talmudstelle. Wir wollen nicht von dem kletternden Barsch (kerea seandens), jenem wandernden Fisch sprechen, welcher seine wunderbare Reise aus dem Wasser hinweg an dem Schafte der indischen Palmyra-Palme empor unternimmt,! um sich im Blätterwipfel noch seine Nahrung in zarten! Gliederthieren zu suchen (Die Palmen von Karl Müller, , Meyer Volksbibl. 78. B. S. 68,) denn dieser konnte den Talmudisten kaum bekannt sein. Um so eher werden wir aber eine Wahrnehmung in Betracht zu ziehen haben, die Babylonien selbst den Boden auf dem unser Talmud sich zumeist bewegt, betrifft. —■ Heber die Gegend des untern Euphrat heißt es bei Ritter (XI; S. 1027:) „Zu dem Schlammboden, der unter dem Wurzelgeflechte jener Mariskus- Zone sich fest setzt, so lange er noch von Ebbe und Fluth bespült und wieder verlassen wird, gesellt sich zur Bildung des neuen Ufersaumes noch ein anderes, im Einzelnen kleines, aber im Ganzen und im Zusammenhänge mit jenen wichtig förderndes Moment, es ist der Aufenthalt zahlloser Schwärme von Meergrundeln (Gobius) an diesen Küsten, die durch ihr Eiubohren von Gängen in denselben ihn um so mehr zur Aufnahme der Pflanzen und ihrer Wurzelgeflechte vorbereiten. Diese Thiere, wie mehrere andere Acten ihrer Familie (die Stachelflosser), die vermöge ihres Organismus innerhalb und außerhalb des Wassers leben können, liegen zu vielen Myriaden an diesen Ufern sich im Sonnenschein badend, und ungemein schnell beweglich, wenn ihre Feinde die Wasservögel, wie die Pelikane und andere in Schaarcn nahen, wo dann der Uferrand selbst wie beweglich erscheint." Ohne Zweifel ist es auch die eine oder die andere Art der Stachelflosser, welche der Talmud unter dem „Fische des Ackers," Benitha di de kraba versteht. Hygienische Zünden bei der Leschneidung. Vom Comunalarzte Emanuel Pereles in Säzau. Durch alle Gesetze des Judenthums zieht sich der Faden der Humanität, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Allgemein bekannt ist der Wohlthätigkeitssinn des Judenthums, zahlreich die Anstalten und Vereine, welche für die vom Schicksale nicht begünstigten Glaubensbrüder in schonender und ehrenhafter Weise, Sorge tragen, überhaupt, der Jude hat immer Auge und Ohr für das Leiden seines Nächsten. Es ist daher räthselhaft, warum bei der Beschneidung, die vom operativen Standpunkte aus betrachtet, gewiß kein kleiner^ Eingriff in das Leben des Neugeborenen ist, noch immer viele Unzukömmlichkeiten unter dem Deckmantel des Ritus, Platz greifen, die dem Kinde absolut nachtheilig sind. . Die Beschneidnng ist für uns ein heiliges Gebot, das leder Jude befolgen muß, an diesem kann und darf man nrchts ändern, aber die Art und Weise wie diese geschehen soll ist unserer Einsicht anheim gestellt. Es ist daher unsere Pflicht, daß wir dem Neugeborenen diesen schmerzharten Akt mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu erleichtern und nicht wie cs leider oft der Fall ist zu erschweren trachten. Das Einwickeln des Kindes vor der Beschneidung geschieht oft in einer für dasselbe nachtheilig wirkenden Art, indem Hände und Füsse mit mehrern Binden mittelst Zirkeltouren in einen derartigen gestreckten Zustand versetzt werden, daß jede Bewegung absolut unmöglich und Respiration und Zirkulation beeinträchtigt werden. In dieser Lage muß der Neugeborene oft viele Stunden verharren, da man dadurch einer Blutung entgegen zu treten glaubt. Ein 8 Tage altes Kind kann doch unmöglich einen größern Wiederstand leisten, als daß eine einfach: Binde mäßig angezogen nicht hinreichen würde die Beschneidung ungehindert zu verüben, da ohne dieß Arm und Schenkel des Kindes in der Gewalt des Sandeks sich befindet. In allen Fällen aber soll die Binde allsogleich nach der Besch leidung entfernt werden. Es heißt im Traktate 8a ’b natfo o*’ pQ ,rap„ "So ab rri« nS’on nx jna „Wer die äußere Vorhaut beschnitten und die innere nicht getrennt hat, ist es, als hätte er gar nicht beschnitten." Das ist wahr! — Aber hiermit ist noch nicht gesagt, daß die Trennung der Duplikatur der Haut mit den Nägeln zu geschehen hat." Ist eö nicht mit weit mehr Anstand, und mit viel weniger Schmerzen verbunden, wenn dieses mit einem kleinen scheerenförmigen Instrumente geschehen würde? Oder trägt dieses etwa zur Verherrlichung!des heiligen Aktes bei, wenn der Mohl mit 2 scharf zugespitzten Nägeln, die noch obendrein manchmal einen kleinen Rest von Schnupftabak beherbergen, bei der Beschneidung erscheint? Es ist ferner nicht nur Aerzten, sondern auch Laien hinlänglich bekannt, daß kaltes Wasser ein vorzügliches Mittel bei Verwundungen ist, und doch herrscht noch bei vielen Mohlim die Unsitte des Brstreuens der Wunde mit 127, ein Gemenge welches entschieden die Heilung beeinträchtigt und die Schmerzen vergrößert. Aus dem Lande kommt es sehr oft vor, daß die Kinder bei der Beschneidung eine förmliche Tortur zu überstehen haben. Da ist oft eine einzige Stube, die an diesen Tag nicht nur die Hauslente, sondern auch sämmtliche Verwandte und Bekannte aus der Umgebung in sich faßen mnß; da wird gekocht, gebacken, Tabak geraucht, Karten gespielt etc. und in dieser heißen, mit Rauch geschwängerten, sauerstoffarmen, mit Kohlensäure überfüllte Atmosphäre liegt das arme 8 Tage alte Kind an Händen und Füßen gebunden mit einer schmerzhaften Wunde an einem der empfindlichsten Theile des Körpers aus der sich noch eine Masse gepulvertes Faul-- holz, dolus armen befindet. Es ist daher Pflicht eines jeden, auf Bildung Anspruch machenden Israeliten, dahin zu wirken, daß derartige Unfuge und inhumane Behandlungen bei Seite geschafft werden, damit kein Kind den dornvollen Weg des Lebens unter Marter betrete, nur die Geschlechtstheile, nicht aber der ganze Körper das Denkmal der Beschneidung erhalte und der Beschneidnngstag des Kindes nicht, wie es oft der Fall war, der Todestag des Kindes werde. Correspon-elyen. Aus Böhmen. (Zur Rabbinerwahl.) , Seit Jahren schon wird ein ernster und humoristischer Weise über Rabbinerwahlen geschrieben, geklagt, polemnisirt, gestatten Herr Redakteur auch folgende Betrachtung eines Unbefangenen einen Raum in Ihrem geschätzten Blatte. Von jeher gingen die Rabbiner aus der freien Wahl der

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