Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- IV (1867)
- Issue
- 10 (16.5.1867)
- Date
- 1867-05-16
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9050333-9088986-9050971--0653-9050977- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
j:; ■ä < i £! «i fr ■ -Z Vaterland ehrt und glcichzeirig die Dichtkunst verherrlicht. Jeremias hat mir nie schöner geschienen als in Ihren so herrlichen reinen und ticsgefühlten Versen" — Der hiesige Banquier Elio Freiherr von Morpurgo hat das Offizierskrcuz des königl. italien. St. Maurizius und LazarusordcnS erhalten — Die Inden gemeinde zu Corfu hat in der hiesigen griechischen Zeitung „Klio" einen Protest gegen das Parlamentsmitglied, Herrn Layard in London veröffentlicht, welcher die griechischen Christen der Unduldsamkeit gegen die Juden geziehen hatte — Ich lasse diesen Protest in deutscher Nebcrsctzung hier folgen — „Nachdem wir in Nr. 301 Ihres geschätzten Blattes Alles gelesen haben, was Herr Layard im englischen Parlament über die Behandlung der Israeliten in Griechenland gesagt hat, betrachten wir es als eine heilige Pflicht alles was gesagt worden ist als der Wahrheit zuwiderlauscnd zurückzuweisen. Das Princip der Gleichheit und Freiheit, welches in Griechenland herrscht, wird gewissenhaft auch auf uns Israeliten angewendet, die wir erst jetzt im Vollgenus; der bürgerlichen Rechte uns befinden, die uns unter englischer Schutzhcrrlichkeit versagt waren. Wir sind daher glücklich und froh darüber, daß diese gesunden Principien nicht bloß im Staatsoesetze geschrieben stehen, nein auch in dem Herzen unserer christlichen Mitbürger, sowohl der Regierenden als der Regierten, wovon wir alle Tage sprechende Beweise erhalten, da das vorstehend Gesagte nur von uns veröffentlicht wird, um der Wahrheit die Ehre zu geben, bitten wir die Erklärung in Ihrer Zeitung zum Abdruck zu bringen" — A Locale und auswärtige Neuigkeiten. Wien. (Prediger „Mannheimer- Stiftung.") Am 17. Oktober d. I. gelangen die Zinsen der „Prediger Mannheimer-Stiftung" zur Verthcilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben Rabbinen, Prediger und Lehrer in Oesterreich, die dienstunfähig geworden sind oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, die mindestens 50 Mitglieder zählt, wenigstens zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten so wie die Dicnstunfühigkeit sind nachzuwciscn. Gesuche, welche keines Stempels bedürfen, sind längstens bis Ende Juli d. I. an die israel. Gcmeindekanzlei in Wien unter der Adresse: „Euratorium der Prediger Mannheimer-Stiftung" zu übersenden. Pest. Das ungarische Cultusministerium hat die israel. Gemeinden des Landes durch ein Rundschreiben ausgcfordert ihre Wünsche in einer Denkschrift vorzutragen. Hierauf hat die israelitische Gemeinde in Pest mit der Bitte geantwortet, eine israelitische Landesversammlung abhaltcn zu dürfen, um sich über gemeinsame Anträge zu verständigen. Der Minister ist hierauf einzugehen geneigt. Die fortgeschrittenen Gemeinden Ungarns haben die Pcfter Eingaben mit freudiger Zustimmung ausgenommen, dagegen scheint die Ortodoxie davon nicht sehr erbaut zu sein.—In Pest selbst hat diese Parthei ein Gcgcnmcmorandum au den EultuSminister entworfen, hat sich aber schließlich zu der Forderung geeinigt, daß bei der bercgtcn Landcoverfammlung nur die Administration der Gcmeindcangclegenhcitcn zur Sprache kommen möge. — Wenn jedoch einmal die Versammlung ihre Berathungen hält, werden sich kaum die Gränzen scststcllen lassen, innerhalb welcher der religiöse Parthcistandpunkt unberührt bleibt. Es ist begreiflich, daß die inner« Angelegenheiten der Israeliten weit ersprießlicher und friedlicher in Ordnung gebracht werden könnten, wenn bereits die bürgerliche und politische Gleichstellung gesetzlich anerkannt wäre. Frankfurt a. M. 10. Mai. Gestern Nachmittag verschied nach mehrmonatlichem Krankenlager Dr. Sigmund Stern, Direktor der israelit. Realschule. 1835 von Berlin chiehcr berufen, hat er durch Thätigkeit und umsichtsvollc Leitung die von seinem Vorgänger Dr. Heß bereits auf eine achtbare Stufe erhobene Anstalt so gedeihlich weiter entwickelt, daß sie jetzt unter den städtischen Schulen in vorderster Reihe steht. Stern, der wohl zu den bedeutendsten Pädagogen der Neuzeit zu rechnen ist, erstreckte seine gemeinnützige Wirksamkeit über die Gränzen seines engern Wirkungskreises hinaus und hat auch als mehrjähriges Mitglied der frühen: gesetzgebenden Versammlung ersprießlich für das Schulwesen gewirkt — London. Der frühere Sekretär der konföderirten Staaten im Süden Amerikas: Herr Benjamin, der bekanntlich hier als Advokat thätig ist, wurde neulichst vom Lord Oberrichter anläßlich eines wichtigen Gerichtsfalles höchlich belobt. Smyrna. Seit lange besteht hier eine rührige Parthei, welche gewissenlos den Samen der Zwietracht und des Hasses unter die Mitglieder der Gemeinde streut, und eine Gemeinde, die bisher wegen ihrer Eintracht musterhaft war, ist jetzt zum Schauplatz der schmählichsten Auftritte geworden^ Die Sache nahm eine schlimme Wendung dadurch, daß mehrere Gutgesinnte in der besten Absicht über die hiesigen Vorgänge an den Oberrabiner zu Constantinopel, der nach ottomanischcm Gesetz dazu berufen ist, die Streitigkeiten zwischen seinen Glaubcnsbrüdern zu schlichten, Bericht erstatteten Dieser schickte einen Rabbiner nach Smyrna, um die Sache zu untersuchen, welcher bei der hohen Pforte die Absetzung des 80jährigeu Rabbiners zu Smyrna und die Ernennung seiner eigenen Person als Nachfolger erwirkte. Mehr brauchte die subversive Parthei nicht, um sich den schändlichsten Ausschreitungen hinzugebcn. Der aufgehetzte Pöbel der Gemeinde drang in die Häuser der Gegner und richtete fürchterliche Verwüstungen an. — Erst durch die Ankunft des hiesigen Pascha, der allen Eifer für Herstellung der Ordnung entwickelte, wurde dem Exccsse ein Ende gemacht. Neu-Iork. Dr. Abrahams, der am 14. April mit Hinterlassung eines Vermögens von einer halben Million Dollars eines plötzlichen Todes starb, vermachte außer andern wohlthätigen Stiftungen dem Sinai- Spital ein Legat von 25000 Dollars. — In der südamerikanischeu Republik Peru kömmt jetzt die bürgerliche und politische Gleichstellung aller Confeßionen zur gesetzlichen Enscheidung. Der Congrcß scheint der Maßregel günstig zu sein, doch übt der weibliche Theil der Zuhörerschaft, der obwohl der bessern Klasse angehörend, vom Ekerns aufgestachelt jeden Redner für die Gleichstellung mit Toben und Zischen empfängt, eine solche Preßion auf die Congreßmitglicder aus, daß beinahe zu befürchten steht, die Bcrathungen werden zu keinem günstigen Resultate führen. — Es wäre traurig, wenn die Israeliten Perus gcnöthigt würden, ihren Glauben zu verleugnen, während sie selbst im spanischen Muttcrlande freie Religionsübung genießen. — Es scheint uns angezeigt, daß die Regierung der Union ihren Einfluß bei der benachbarten Republik zu Gunsten der heiligsten Menschenrechte zur Geltung bringe. Wie früher hier wurde auch in Chicago ein von israelitischen und christlichen Bürgern zahlreich besuchtes Meeting abgehalten, in welchem mehrere Resolutionen gegen die das Judenthum und seine Bekenner verunglimpfenden^ Cirkulare einiger Ncu-Iorker Versicherungsagenturen gefaßt wurden, bte' mit gerechter Entrüstung jene aus Ignoranz und Böswilligkeit entsprungene Verleumdung zurückwcisen, und jeden Geschäftsverkehr mit den genannten Agenturen zu vermeiden sich erklären. Mehrere christliche Redner sprachen sich sehr günstig über den Charakter der Juden aus. Hr. I. Ioung Scammon legte Zeugniß ab für die Biederkeit derjenigen Israeliten, mit denen er in Berührung kam, und bemerkte unter anderem, daß von 276 Fcuerbrünsten die während des letzten Jahres in Chicago ausgebrochen seien nur 9 bet ist >n einer Prediger getreten. Z-n B teratur in J Handlung zr in rechtlich" mudischcr ■ Buchholz 5 138. S. - dcutung bei gen das rci einander ur gilt Anhan der Eltern: sich diesen I ches zeigt c> reichen Bor! gebotenen Z Die fasslii oder Unvl lung ihm zur Errei die streng cs die B Meensens Krink, di und Bell alles Gu tung brir Buches z chertitel i schilder, zu verlai wo der i dium de: Bedeutui ches erre den Titi Das Ze Tie Mi halt der