Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- IV (1867)
- Issue
- 9 (2.5.1867)
- Date
- 1867-05-02
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 D'W by jwirp '>2 wie auch einen Kommentar über den Pentateuch der nicht vollendet worden ist. Dieser hatte 3 Söhne: Der erste hieß Isaschar Bär, von dem sich eine Haskama de anno 1742 im o"n mit dem beigedrnckten Kommentar von und *]V Edit. Homb. v. d. H. befindet. Der 2. Natan, war Rabb. in Dobrimyl und Herausgeber seines Vaters v"21 p"3 by jmT 'JD Fürth 1779. Endlich der 3. Löw (Lebusch) Rabb. in Hanover und Verfasser des Werkes nnx ’JB disc. Novellas über Traktat Lada Lamina enthaltend. Der vulgäre Name Heschel ist nichts anders als ein altdeutsches Diminutiv von jmT, so wie von apr Iäker von P|DV* Josscl und von Onnarr Abcrle entstanden ist. Ebenso entstand das polnische Diminutiv Kp«n von L"n; »pcv oder ncdi11 von p]DV; Hösehke von jnpw;Kpapy* oder aapr von apr; Bärusch von Bär, Lebusch von Lob und Abesch von Abraham. Und da in dem Namen ytPliT die drei Buchstaben des Tetragramaton so wie das n* unmittelbar nach einander folgen; so ließ man aus heiliger Scheu um nicht vulgär den Namen Gottes zu entweihen das He weg, wo der Name prr>i' — oder durch Weglassung des Jod und durch Anhängung der altdeutschen Verkleiuerungssilbe ei, wodurch der Name bvyr\ entstand. Correspondeiyen. Prag. Von Herrn G. Barzilai, vr. der Rechte in Triest ist daselbst eine italienische Uebersetzung der Klagelieder des Jeremias (I treni di Geremia) in Versen erschienen, der als Anhang eine gleiche Uebcrtragung der bekannten Zionelegie des Jehuda Halewy beigegeben ist. Das elegant ausgestattete mit 2 prächtigen Photographien gezierte Werkchen ist dem Sir Moses Montefiore gewidmet, und der Ertrag für die in Triest bestehende Montefiorestiftung bestimmt. Eine schwungvolle von südlicher Gluth angehauchte Vorrede geht dem Schriftchen voran, lieber den poetischen Werth der Uebersetzung haben sich bereits kompetente Richter in Italien sehr günstig ausgesprochen, dem wir, so weit uns im Punkte fremdsprachlicher Dichtung ein Urtheil zusteht, nach dem aus der Lektüre gewonnenen Eindruck beistimmeu müssen — für die Etymologie und sprachliche Exegese des biblischen Buches biethet die schätzbare Arbeit nur geringe Ausbeute, und hat sich der Uebersetzer in dieser Beziehung zumeist den vielfachen . frühcrn Uebertragungen der „Klagelieder" angeschlossen. Neu und interessant hingegen ist die Auffassung und Deutung des 3. Kapitels. Nach Herrn Barzilai hat der Prophet Jeremias die poetischen Bilder dieses Kapitels in Egypten, wo er bekanntlich eine Zeit verweilte (Jeremias 43 44) aus der Anschauung der monumentalen Bauten, namentlich der Pyramiden gewonnen. — Diese Ansicht wird mit vielem Geist und gründlicher Sachkenntniß vertreten. V. 5. deutet auf den Bau der Pyramiden, der 100000 Arbeitern das Leben kostete — V. 6 wird obiy Visa auf die Mumien bezogen (ebenso die Parallelstelle in Psalm 143, über das Prioritätsverhältniß beider Stellen spricht sich der Uebersetzer nicht aus. Wir glauben, daß hier wie in den andern Parallelstcllen, welche Jeremias und die Psalmendichter gemein haben, dem klagenden Propheten die Autorschaft gebührt, was natürlich die Hypothese des Herrn B. unterstützen würde) V. 7. 8.9 weisen auf den künstlich verrammelten Zugang zu den Pyramiden und auf das Labyrinth hin. V. 10 ist die Sphynx, die halb Weib halb Löwe so viele Menschen ins Unglück lockte, persouificirt, deren unheilvolles Treiben, wie B. geistreich nachweist, auch im 7. Kapitel der Sprüche Salomons ausführlich dargestellt Mrd. — Warum jedoch Jeremias gegcn die Wahrheit den Oberthcil der Zwittergestalt mit einem Barenkopf versieht, wird mit dem nach Berichten neuerer Naturforscher konstatirten romantischen und koquetten Gebühren dieses sonst plumpen Thieres motivirt, das nun auch der Dichter aus Rücksichten der Decenz für den jungfräulichen Theil der Sphynx substituirte. — V. 53 bezieht sich ans den großen Stein, der den Eingang zu den Pyramidengräbern verdeckte. V. 54 spielt auf das Wasser an, das vom Nil in die Pyramiden geleitet wurde, um die Gräber *u isoliren, wie auch das Wort »mua die gänzliche Abgeschlossenheit von der Außenwelt ausdrückt — Das Wort „Pyramide" leitet B. v. Bur. Amot (Grube des Todes) ab, was uns unrichtig scheint. Es ist jedenfalls ein egypt. Wort, und ki-rama (das Hohe) ist die einfachste Ableitung. Die verschiedenen Ableitungen aus den griechischen sind durchaus nicht stichhaltig. Obgleich alle oben angeführten Ausdrücke im allgemeinen Sinn und ohne alle historischen Beziehungen verständlich sind, so lässt sich doch nicht leugnen, daß das 3. Kapitel der Klagelieder durch die Auffassung des Uebersetzers an poetischer Kraftfülle und an Klarheit der verwendeten Bilder bedeutend gewinnt. Herr B. hat sich durch diese schöne Arbeit um die Bibelexegese verdient gemacht, und die Achtung und Anerkennung der Fachmänner wird ihm nicht ausbleiben. Wir freuen uns auf die in einer Note versprochene baldige Veröffentlichung seiner „57 biblische Worte und Phrasen." R. Prag Wir sind in der angenehmen Lage, den Lesern des „Abendland" ein interessantes Schriftstück mitzutheilen, von dem wir zufällig Einsicht erlangten, welches einerseits dem Judenthume zur Ehre gereicht, anderseits den erfreulichen Beweis liefert, daß das wahre Verdienst, bei welcher Eonfession es sich immer findet, in den höchsten Regionen unseres Staates die verdiente Anerkennung findet. Es ist dieß ein Schreiben Sr. Excellenz des Herrn Justizministers an unfern verehrten Prof: Or. Wessely, das wir hier seinem ganzen Inhalte nach, wiedergeben. An Seine des Herrn Professors vr. Wolsgang Wessely, Hochwohlgeboren. Euer Hochwohlgeboreu! Die kaiserlich - österreichische Negierung beabsichtigt, dem nach der bestehenden Staatsverfassung zur Mitwirkung bei der Gesetzgebung berufenen Reichsrathe demnächst unter Andern auch ein neues Strafgesetz über Verbrechen und Vergehen zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzulegcn Ehevor sie aber diese Vorlage macht, wäre es der k. k. Regierung begreiflich von hohem Werthe über den im kais. österreichischen Justizministerium zu Stande gekommenen Entwurf dieses Gesetzes vorläufig noch die Urtheile kompetenter Fachmänner der deutschen Strafrechtswissenschaft vernehmen zu können, um so fort den erwähnten Entwurf mit Benützung dieser Urtheile nochmalseiner Revision zu unterziehen und erst in der hiernach verbesserten Gestalt dem genannten Gesctzgebuugskörper vorzulegen. Ihre hochgeachteten literarischen Leistungen im Gebiethe des Eriminalrechtes und der warme Eifer, welchen Euer Hochwohlgeboreu in denselben für die Fortbildung der deutschen Strafgesetzgebung an den Tag legen, machen es mir wünschenswerth auch Ihr gediegenes Urtheil über den vorerwähnten öftere. Gesetzentwurf zu erlangen. — Darum erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren in der Anlage 1, 2, 3 und 4 je einen Abdruck des dießfalls von einer Spezial - Eomission des kaiserlichösterreichischen Justizministeriums in Antrag gebrachten Gesetzentwurfes sammt dem dazu gehörigen Motivenberichte zur gefälligen Verfügung zu stellen und daran den Wunsch zu knüpfen, daß sich Euer Hochwohlgeboren bestimmt finden möchten, Ihre Ansichten über diesen Gesetzentwurf, sei es nun im Wege öffentlicher Besprechung desselben in e»ner fachwissenschaftlichen Zeitschrift oder in einer schriftlichen, gütigst unmittelbar an mich zu richtenden Acußerung bekannt zu geben, um dieselben bei der Schlußrcvision dieses Gesetzentwurfs würdigen zu können.