Mannheim
Compact Memory

Das Abendland · 1867-05-02 · 9 (2.5.1867) · p. Seite 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
9 (2.5.1867)
Date
1867-05-02
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9050333-9088986-9050962--0642-9050966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions (1 not found in this text)

68 b. Iechiel herrühren u. a. — Dieser hatte wiederum einen Sohn, welcher Saul Berlin hieß, der eine kurze Zeit Rabbiner in Frankfurt a. d. O. war, machte 1793 eine Reise und starb 1794 in London. Er war Herausgeber des oben gedachten tp"in D'atP2, welches er mit Noten und discnssiven Novella's u. d. T. NiDVn XD3 wie auch mit einer Vorrede bereicherte. Ferner schrieb er bxnp' rma, Polemik gegen das Werk rrnn von Rafael Kohcn R. in A. H. W. endlich nti” nrü, eine Vcrtheidigung des Sendschreibens Naftali Wessely's, genannt naxi aib^ 'irr gegen seine Feinde und Angreifer und Satyren auf eigene Feinde, wie auch eine Schrift gegen die Zeitschrift spxa, welche beide anonym veröffentlicht wurden. — Moses Heschel da- Loben Verfasser des frDn na'DX, Derascha's über den Pent. enthaltend, war ebenfalls ein Enkel (Tochtersohn) vom obigen Heschel b. Jakob. Der Ahn des andern Hauses war der weltberühmte R. Joscha Heschel*) b. Josef Rabbiner bis 1642 zu Tiktin, dann in Krakau. Er war der Lehrer des Sabbatai ha-Kohen und Genosse von dessen Vater Neir ha-Lohen wie auch des Joel Sirkes (n"2) und von dessen Schwiegersohn 4) Sehr auffallend ist die Notiz, die uns vr. Fürst in seinem B. I. zu Artikel Joscha Falk gibt, wo er sagt: Daß gedachter Heschel ein Enkel des Joscha Falk b. Alex, und Sohn des Josef (Juspa) Falk (b. Joscha), der die Gloffen CDS nim geschrieben hat, gewesen sei. Wir wissen nicht aus welcher Onelle der gedachte Gelehrte diese Notiz geschöpft! Wir unserseits glauben aber im Gegentheil, daß Heschel durchaus nicht der Sohn des gedachten Juspa ha-Kohen sein konnte, u. zwar auS folgenden Gründen: 1. Finden wir nirgends, daß Heschel je bei seiner Namensunterfenigung auch das übliche Prädikat „znin," welches die Kohanim selten Unterlasten, beigefügt hatte. 2. Finden wir daß obiger Juspa nur Einen Sohn gehabt hatte, der Samuel ha-Kohen hieß und Vers. d. bsia© 2pb welches Collectaneen verschiedenen Inhalts nach alfabetischer Ordnung enthält, wie auch P'm Deraschoth und Kommentationen über jede Sidra, theils von ihm selbst, iheils die er gehört, welche zusammen in einem Bande 1694 erschienen sind. Dieser hatte wieder einen Sohn, Namens Chajim ha-Kohen, der einen Kom. fast über die ganze h. S. geschrieben, den noch Asnlai gesehen hat, wovon aber nur der — über die Psalmen u. d. T. 2"nn gedruckt worden ist. In seinem hohen Aller ging er nach Hebron, wo er daselbst mit Tode abging. (Vgl. Asnlai ’“* 1' niS X riT22 in). Dies alles ist also was uns von JuSpas Nachkommen berichtet wird. Werden also dessen Sohn und Enkel, die doch nicht so berühmt waren von Asnlai angeführt, warum würde er eine solche talmudische Celebrität wie unser Heschel war, als dcffen Sohn anzusühren, unterlassen? Er meldet blos von ihm, daß er ein Schüler des Alex. Falk gewesen war; aber daß er dessen Enkel od. gar Jnspas Sohn gewesen (" mx i 2'7>llin IC) wäre, wird nirgends von ihm erwähnt. — Und daß Asnlai — durch seine viele und große Reisen, die er fast durch alle drei Weltthcile gemacht und bei seiner ausgebreiteten Bekanntschaft, die er überall mit den Rabbinnen angeknüpft — ein großer Kenner der Genealogien der Rabbinen sowohl der Vorals seiner Zeit gewesen, wird Niemand doch in Abrede stellen! Und daß derselbe wirklich von der Ahnenschaft Heschels gut unterrichtet war, dürfte als Belege folgendes Factum dienen. Als er nämlich 1752 nach Ff. a. M. kam, und sich bei dem dortigen Rabb. Jakob Joscha, Vers. d. 2Dln' 'iD und Enkel unseres Heschel, einige Tage aufhielt, und nachdem sie sich auch über verschiedene Rabbinen und deren Werke unterhielten, kamen sie auch unter andern über R. Isaak hakohen Verf. d. HiWI TG zur Sprache, von welchem ihm Asulai berichtete, daß er einst ein Schreiben von ihm gesehen habe an dessen Ende die Unterschrift: -CX2bl2 rüiPCrüC Cfll Ml imn pnv l'pl'ib p"pl sich befand.; worüber Jakob Joscha ganz erfreut ihm folgendes entgegnete: sannnirv "linca ','222 s'H Sigmas Ol liva r\n n2i) rbin tiicsi nbrv rcnva nnica s\n tru Nun denn würde Asulai bei Gelegenheit sich auch von dessen Familie und Abstammung nicht belehrt lassen haben? und würde ersterrr ihn nicht unterrichtet haben, daß sein Großvater Heschel ein Sohn von Juspa Kohn und Enkel des 2"acn b>22 gewesen sei? Es waltet also kein Zweifel mehr ob, daß er Joscha Falk's Enkel oder gar In Pas Sohn gewesen wäre, und wenn er'ß je war, so könnte er höchstens dessen Tochtersohn gewesen sein, und selbst sürdieß fehlen uns noch authentische Beweise. David b. Samuel (2,H nie?P2) und starb 1648. Von seinen vielen Schriften, etliche 100 Bogen enthalten, die er fast über, alle Zweige der rabbinischen Literatur geschrieben, haben sich nur noch erhalten: 1. jnpw '12 eine Sammlung von R. G. A. nach den 4 Tnrim geordnet, von dem als erster Theil 1715 zu Amsterdam erschienen ist, und andere 141 G. A. desselben sinden sich noch in der B. O. handschriftlich. 2. nobv Discnssionen über viele talmndische Traktate, worin er Raschi gegen die Angriffe der Tosafot vertheidigt. 3. m*un Noten zum i*aD zum erstenmal aus einem Autograph des Verfassers herausgegeben von Mardcchai b. Samuel Horwitz aus Kopust?) die mit noch andern Commcntationcn mit dem Semag Kopust 1807 erschienen. — Ferner finden sich noch von demselben mehrere Resp. in den 'XNN2 VXi n"n^. Auch soll er laut Angabe seines Urenkels Eljakim Götz einen Kommentar kabbalistischen Inhalts über das Werk ninaxa mtpy von Men. As. die Fano verfasst haben, der aber wie die meisten seiner Schriften nicht mehr vorhanden ist. Seine Nachkommen in männlicher Linie waren: 1. Sein Sohn Moses b. Heschel, der über 40 Jahre erster Dajan in Krakau war. (Vgl. die Einl. zu nabrr> 'iia.) 2. Dessen Enkel Mardechai, der sehr jung gestorben ist (ibid.) 3. Eljakim Götz b. Mardechai) Sohn des letztgenannten, Herausgeber des im Jahre 1715 erschienenen nabt? Via und Besitzer der 141 handschriftlichen R. G. A. die in der B. O. gegenwärtig vorhandenen wahrscheinlich von ihm herrühren. Er war Dajan in Posen. Endlich 4. der früh verstorbene Mardechai b. Götz Sohn des vorigen und Schwiegersohn des R. Löb Rabbiner zu p':x*vn (vielleicht Woronice in Lithanen?) Ein Enkel, nämlich von der Tochter des obigen Heschel war: 1. Moses Hirsch auch 'Sir ytia nva genannt. Er war Rabbiner in Grodno und Verfasser des wab mxan discussive Novella's und Commentationen über den R. C. Jore Dea, sowohl Tur und Bet Josef als Sifte Kohcn und Ture Sahab enthaltend. 2. Der in der rabbinischen Welt notorisch bekannte R. Jakob Joseha b. Zcbi Hirz. Er war zuerst Kreisrabbiner zu Lemberg (1722), dann zu Berlin, ging 1733 nach Metz, von da 1741 nach Frankfurt a. M. allwo er 1756 starb (Zorn. David p. 39 b.) Er verfasste die cpbn'i °) Unrichtig ist Fürst's Angabe (B. I. I S. 231) daß Eljakim Götz R. zu Hildesheim ein Enkel von Josua Krakau und Herausgeber des Werkes nab® Via gewesen sei, und daß er überhaupt zu Anfang des 18. Jahrhunderts geblüht habe. Derselbe war wohl der Sohn Mejr's, welcher letzterer während der Flucht vor dem verheerenden Kriege 1654 in ISlb’a (vielleicht Müllenbek in der Mark Brandenburg) starb und 3 Jahre hierauf wieder aus dem Grabe genommen und in Groß- Meseritsch im Posenschen beerdigt wurde (Vgl. 2n®n)IX n"'® Nro. 13.) Hingegen unser Eljakim Götz war wie oben erwähnt der Sohn von Mordechai und Urenkel von Joschna — Krakau und er war es, der dag gedachte nab® '2Ö herausgab. Auch könnte der obige Götz b. Mcir R» in Hildesheim vermöge der Zeitfolge in welcher er lebte, keinesfalls der Herausgeber des nas® V2 gewesen sein; da dieser als dasselbe zum erstenmal im Jahre 171b in Amsterdam erschien, wenn nicht schon todr doch wenigstens 75 Jahre alt gewesen sein musste. Denn Götz erzählt, daß wie sein Vater 1654 in Mnllenbek gestorben er noch sehr jung gewesen sei. Nehmen wir an, daß er damals 14 Jahre alt gewesen war, so würde er 1649 geboren worden sein; folglich müsste er bei der Herausgabe des nab® VSE wenigstens 75 Jahre alt gewesen sein. Nun aber erzählt der Herausgeber E G: Götz b. Mard. in d. Einl. zu Via nab®daß er an einem Freitage Abends eine Vision gehabt habe, in welcher ihm der Geist seines Urgroßvaters Joscha — Krakau erschiene» und ihn mit den Worten: bx iVl '|rn'“'aa'! Y2i8a ib H?2V!i "p na "’br ansc cvmb -jb vv nan sviirs vsp an: aufmunterte seine Werke ediren zu lasten, welches einem 75 jährigen Greise eine solche Reise in die Ferne zu unternehmen nicht zugemuthet werden kann. Endlich ist ans n"lü Nro. 124 erwiesen, daß Elj. Götz vor 1711 schon nicht mehr am Leben war; da es in der Aufschrift der oben angeführten Resp. lautet: (1699 2"i.n) y2i C’P'bx Tina ®‘T’H .x'.nn *,2*2 (vr.c-bvi) 2® rix nv.® V?.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.