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Das Abendland · 1867-04-04 · 7 (4.4.1867) · p. Seite 51

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Journal
Das Abendland
Volume
IV (1867)
Issue
7 (4.4.1867)
Date
1867-04-04
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 «jnrvi anxn 122 du iv>2 citr i'22'2 xSx 1:21p nSiy spyn fö ^XXVl 2,1 D’ltt D'm ^2X D1X1 7j? |’1B2Ö 21X1,122 |2X |222 ° m ®o« Befremdende und Auffallende dieser Stelle ist wohl nicht nöthig auseinander zu setzen, und die löbl. Redaction wird gewiß nicht anstehn, jeder annehmbaren Interpretation in diesem Blatte Raum zu geben.*) M. wtark. Correspondenzen. Prag. Der für die Förderung des ortodoxen Judenthums so strebsame und thätige Rabbiner in Eisenstadt, Herr Dr. Hildesheimer versendet ein Flugblatt unter der Aufschrift— „Der Wrchenmarkt am Sabbat" worin er in lebhaften Farben auf den Uebelstand hinweist, der durch das Stattsinden des Wochenmarkts am Sabbath in unzähligen Ortschaften des österreichischen Kaiserstaats sehr viel zur Entweihung dieses heiligen Tages beiträgt, und zur Gründung eines Vereines unter dem Namen 12V new 1121 — dessen Hauptzweck die Entfernung des beregten Uebelstandes durch alle gesetzlichen Mittel ist, ausfordert — Nach Anmeldung der ersten 200 Mitglieder, die sich zu einem Geldbeitrag anheischig machen, soll ein Eomite zur Ausarbeitung der Statuten konstituirt werden (Der Ausdruck konstruirt im erwähnten Flugblatte ist vermuthlich ein Druckfehler)— Wir wünschen dem Aufrufe den günstigsten Erfolg, und zweiflen gar nicht, daß auch in Prag viele Fromme sich dem Vereine anschließen werden und es werden selbst jene zum Anschlüsse eingeladen, die es mit der Beobachtung der Sabbatruhe nicht so genau nehmen, die aber um des Rechtes und der Gewissensfreiheit willen, jeden Anlaß zu einem innern Eonflikte, zu dem der Wocheumarkt am Sabbat bei den strenggläubigen Juden führen muß, beseitigen möchten — Hostaun im März 1867. In Nr. 3 und 4 d. I. Ihrer geschätzten Zeitschrift ergehen Aufforderungen dahin, daß maßgebende Stimmen sich rücksichtlich der Gründung eines Rabbiner-Seminars in Böhmen äußern sollen. Nun bin ich mir wohl bewusst, daß meine Stimme nicht zu den maßgebenden gehöre; auch das 11271 ix o^n: 2ip22 ist mir nicht unbekannt; allein die Frage ist so hoch wichtig, daß es niemanden, der Herz und Sinn für die Veredlung und Religiösität seiner israelit. Glaubensbrüder hat, nicht als Anmaßung zugerechnet werden kann, wenn er ein bescheidenes Wort darüber spricht. Also ad rem Niemand wird in Abrede stellen, daß eine Bilduugsanstalt für Rabbiner und Rcligionslehrer resp. Eatecheten wie das positiv-historische Judenthmn und die jetzige Kultur es fordere; unumgänglich nothwendig sei. Denn die Art und Weise, aus welche sich unsere der Theologie widmende Jünglinge, ihr Ziel erreichen sollen, ist sehr traurig. Die alten Talmudschulen ni2W haben aufgehört und doch wird von den Rabbinatskandidaten und zwar mit Recht gefordert daß sie den Umfang der alten jüdischen Theologie und die'neuere wl,sen,chasttiche Auffassung desselben inne haben — denn Ä?.** eine Wissenschaft sei, das haben die chrw. Rabbmcn Rappoport, Frankel, Ehajcs und Zunz zur Genüge *) Jedenfalls ist die Fassung der obigen Tanchumastelle höchst unklar, obgleich ihr Sinn leicht zu errathen ist. Sie will sagen: Die Opferthiere wüsten entweder Blut wie der Mensch (warmes) oder die gleiche Fortpflanzungsart haben. Das 1 in ',2X PX8V1 bedeutet, wie oft das i in der Bibel „oder", Bei den Fischen fehlen beide Bedingungen. Der Midrasch erwähnt nur die Fortpflanzung derselben, den Abgang des warmen, und daher zum Genüße nicht verbothenen Blutes bei den Fischen, als bekannt voraussetzend. Der Redakteur' dargethan; — anderseits aber müssen sie, die Eandidaten — die Studien moderner und klassischer Sprachen, der Literatur und Philosofie und (es ist fast unglaublich) Studien wie israelitische Exegetik, isr. Homiletik, ifrael. Religiousfilosofie bei christl. Lehrern hören! Oder glaubt man etwa, daß man sich damit begnügen kann, wenn die l. Landesrepräseutanz, um dem Uebel in etwas abzuhelfen, den zwei Rabbinatscaudidateu, welche die eneie ixSd 1'7 Prag nach Breslau sendet mit Stipendien bedenkt? doch dato non eoueesso daß fragliche Einrichtung entspräche, darf man es. dem Zufall überlassen, ob die künftige Repräsentanz diese jährliche Ausgabe genehmigen wird. So aber ein Seminarium errichtet würde, daun hat die l. Repräsentanz sich ein unsterbliches Denkmal gesetzt und hat dem Judenthum ein neues sicheres Fundament gegeben. Wir hoffen um so mehr, daß fragliche Anstalt ins Leben treten werde, als die l. Landesrepräsentauz am % 1865 selbst beschlossen um hochort. Genehmigung einzureichen, daß sie einen Theil der aus den böhm. ifrael. Vermögen entfallenden Renten dem zu gründenden Seminarium zuwenden könne. Die Nothwendigkeit eines Rabbiner Seminars in Böhmen glauben wir genügend erwiesen zu haben; einen Plan für dasselbe auszuarbeiten, überlassen wir natürlich tüchtigern Kräften; rücksichtlich der Mittel hingegen zur Erhaltung des Seminars, wollen wir, wenn cs gewünscht wird unsere Ansicht, in einem andern Artikel darlegeu. Dr. Marcns Melis Rabbiner. Slabez. Der EultuS-Gemeinde zu Svinar, aus ca. 40 Familien bestehend, wurde im Laufe Mai v. I. deren Synagoge, als auch die wenigen Paramente und heil. Gesetzrollen ein Raub der Flammen. Dadurch daß sämmtliche Gemeindemitglieder vollkommen arm, ferner daß die Mildthätigkeit der isr: Gemeinden Böhmen, durch unzählige, im v. I. ähnliche Unglücksfälle genügend in Anspruch genommen war, so daß die Absendnng eines Bitt-Eirculairs für uns keinen günstigen Erfolg versprechen durfte; hielten wir den Neubau unserer Synagoge zu unserem größten Leidwesen, für eine Unmöglichkeit. — Um so freudiger und rühmlicher muß es daher hervorgehoben und anerkannt werden, wenn in dieser Zeit, wo das materielle, das geistige Jntreffc verdrängt, sich Männer erheben, die nicht nur mit Wort und Schrift, sondern thatkräftig sich erheben, zur Ehre Gottes und des Judenthum's das Ihre beizutragen. — Nur durch die Munificenz der hiesigen in der Geschäftswelt allgemein geachteten Firma: Moritz Popper und Sohn Leopold besonders aber der Rührigkeit und Energie des letztern, womit er Hindernisse, die jeder guten That in den Weg gelegt werden, beseitigte, ist es zu verdanken, daß in kurzer Zeit, sich wieder ein Gotteshaus würdig seines Zweckes erheben werde obzwar noch nicht der vierte Theil des Kostenüberschlages gedeckt ist! — Möge diese Pietät gerechte Anerkennung und zahlreiche Nachahmung finden.! — „Verite“ Paris, lieber die Installation des Großrabbiuen von Frankreich bringt Herr Eduard Daugin im Pariser Journal „L' Epoque" folgenden Bericht: Ich war so eben Zeuge einer imposanten Feierlichkeit, der Installation des Herrn Isidor, als Großrabbinen von Frankreich— Die Feier fand in dem Tempel der Nazarethstrasse statt, und sä)on seit 1 Uhr umlagert die neugierige Menge die Thüren der Synagoge, der Zudrang ist so groß, daß es sehr vielen unmöglich wird hineinzukommcn— Der Anblick des Tempels ist imposant— 1400 Kerzen beleuchten das Schiff und die Gallcrien— Der achtarmige große Leuchter strahlt in der Mitte des Heilighums im schönsten Glanze — In den für die Damen re- 7*

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