Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- IV (1867)
- Issue
- 1 (10.1.1867)
- Date
- 1867-01-10
- Page
- Seite 6 (sequence 12)
- Language
- German
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6 ausdrücklich sagt: mnxi ptnxn «np fnc iSxa nx'npinxnp Sca .S«ntm vnnxi 'iS So oft das Lesen der Thora in der Synagoge stattfindct, muß zuvörderst der anwesende f.nc dann der 'iS und zuletzt der S«nrr" gerufen werden. Uedrigcns will ich Ihnen noch aus dem n"i« beweisen, daß der Schulchan Aruch in Betreff der Reihenfolge der zur Thora gerufenen Individuen zwischen?]Cia und nnaa keinen Unterschied kennt. Es heißt nämlich im n":x Hilchot r/'D nxrp §. 135: 'tmanai 'atna pxi nmSy mmma pxi mnmc px mnStn mmp nnaaa ncmci nma mS«-tn' cm n'aa mann 'atn vn cxi : nan .x*aaa pmaca .'i3i spinS nnivrn mmc 'in inmnSn *n nnpS fpmnS Wenn man also, wie Ihr Herr Rabbinatsvcrwescr glaubt, beim Miuchagottesdicnst den anwesenden f.nc nicht zu berücksichtigen braucht, weshalb sagt «"vn, daß man bei Anwesenheit zweier mann anstatt drei—die gewöhnlich am Montag und Donnerstag zur Thora gerufen werden— vier zur Thora rufen möge, um die mann berücksichtigen zu können, selbst ohne?pniv zu sein, können doch die mann aufgernfen werden, so der etwaige anwesende fnc ignorirt wird, da jedoch R. Moses Jserls fest behauptet, daß man der Ehassanim wegen syma sein kann— was zwar nach X"v und VIcS nicht sein darf und eher einer der beiden mann auf die mSj? verzichten müsse— so unterliegt eS wohl keinem Zweifel, daß der Ausdruck "ptnxn «mp f,nc„ sowohl zu Mincha als zu Musaf berücksichtigt werden muß. Sollten jedoch die manc Ihrer Gemeinde aus Bescheidenheit n"n naxxtn 'ana auf ihr Vorrecht, das Ihnen der Talmud sowohl als der Schulchan Aruch einräumt, zu Gunsten der jungen Studenten verzichten wollen, so bitte ich dieselben gefälligst auf n"Sp "D i"v aufmerksam machen zu wollen. Dort heißt es: mS n*S pnc xrxn «C'.n Sc ans map an Sc« an c"ci Sx'tmctn xnna 'in '•£« map 'npeS SxntmS mtm 'ici n"n SxnmS cmp n"j? fnc "v«n *xainaa. Eben so schließt auch der i"v a. a. O. mit den Worten fnci nirnn na V'nSi 'ana «S. Aus den oben angeführten Duellen werden Sie geehrter Herr meines Dafürhaltens die Lösung Ihrer Frage entnommen und gleichzeitig die Ueberzeugung gewonnen haben, daß Ihr Herr Rabbinatsverweser bei Einführung dieses in Rede stehenden Mißbrauches durchaus nicht an dem Schul« chan Aruch gedacht haben kann, daher er auch nicht im Sinne desselben gehandelt hatte. Indem ich Sie ersuche den Frieden in Ihrer Gemeinde zu wahren und zu fördern— denn der Friede führt zur Einigkeit und in der Einigkeit liegt die Kraft, wie es im Talmud heißt niSv'.n «Sx SxmmS ncna p'ina 'Sc n"cpn xxa «S und die alten verrotteten nichtssagenden Mißbräuche, die Ihren Ursprung dem Schulchan Aruch am allerwenigsten zu verdanken haben, aus Ihrer Gemeinde zu bannen, habe ich die Ehre zu zeichnen hochachtungsvoll Ihr ergebener vr. M. H. Friedländer Rabbiner. Correspondenzrn. Ans dem nördlichen Böhmen. Als vor einigen Jahren die jüdischen Notabeln Böhmens in der Hauptstadt des Landes tagten, um den EntwursFeiner Eultusorduung zu berathen ward allgemein der Wunsch rege, daß ein Seminar zur Heranbildung von Rabbiuen und Lehrern gegründet werde, und viele gaben sich der Hoffnung hin, daß jene bedeutende Summe, welche von den Resten der Judensteuer herrührend, und für allgemeine jüdische Zwecke bestimmt war, dem Seminar zugeweudet werden könnte— Diese Hoffnung zeigte sich jedoch als nichtig, da jene Summe bereits für die Gründung eines Waisenhauses bestimmt wurde, und eine Aenderung in dieser Bestimmung nicht beliebt und auch nicht angestrebt wurde— Mittlerweile haben sich über die Stimmenzahl bei Leitung des Waisenhauses zwischen der Landesrepräsentanz und dem Vorstande der Prager Eultuögemeinde Differenzen erhoben, die kürzlich, wie uns die Zeitungen berichten, durch die Verfügung hohen Orts, daß das vorhandene Vermögen nach dem Verhältnisse 2: 1 zwischen Prag und Land getheilt werde, ihren Abschluß fauden — Durch diese Theilung ist die Landjudenschaft in den Besitz eines freien verfügbaren bedeutenden Vermögens gelangt; zu welchem Zwecke nun diese Summe verwendet werden soll, ist unbekannt— Wäre es nicht zweckmäßig, wenn kompetente Männer sich in Ihrem geschätzten Blatte über die Verwendung aussprechen würden? — K. Ostindien. In der Nähe von Bombay, längs des Bant kotflusses lebt ein Stamm, welcher— „Bne Israel" genannte» ird, in einer Seeleuzahl von lOoOO- - Einige derselben wohnen in Bombay, die Handwerke treiben, mit dem Handel befassen sie sich wenig, auch Ackerbau wird von ihnen betrieben, viele derselben sind in indischen Regimentern Englands eingereiht, und zeichnen sich durch ihre Treue gegen die Regierung aus. In dem großen Aufstande 1857—58, wo so viele eingeborne Soldaten von England abfielen, blieben sie ihrer Fahne treu — Ihre Hautfarbe ist etwas weniger weiß als die der übrigen Indier— Ihr Gesicht verräth die Mischlingsabkunft von Juden und Araber, sie kleiden sich ganz wie die Indier oder Moslemen unter denen sie wohnen— Sie beobachten die Beschneidung, und haben den mosaischen Glauben traditionell unter sich erhalten — Vor 50 Jahren lenkten sie zuerst die Aufmerksamkeit der Engländer auf sich, damals war ihre Religion eine Mischung von Judenthum und indischem Götzendienst— Den Namen Juden wollen sie sich durchaus nicht beilegen lassen, sie halten ihn für eine Schmach, hingegen halten sie an dem Namen „Israel" fest— Die Juden in Kochin behaupten, daß ihre Vorfahren, als sie in die Provinz Konkon einwanderten, viele dieser— „Bne Israel" vorgefunden haben. Diese selbst behaupten, ihre Urahnen seien von Westen her über's Meer eingewandert. Man hielt sie lange Zeit für Ueberreste der 10 verlornen Stämme, doch lassen manche ihrer Gebräuche auf eine spätere Einwanderung schließen. In den letzten Jahren haben die englischen Missionäre ihr besonderes Augenmerk auf diesen Stamm gerichtet und mit ihnen Bekehrungsversucke vorgenommen, doch haben sie sich bis jetzt noch keines besondern Erfolges zu erfreuen— (I. Eh.) Locale und auswärtige Neuigkeiten. Prag. Am letzten Sonntag wurde wie alljährlich am Lern n"n cnp die Jahresfeier der Beerdigungsbrüderschaft begangen. Im Sitzungssaale des Verein's hielt Herr Prof: Dr. Kämpf einen geistvollen mit vielen witzigen Bemerkungen gewürzten Vortrag, welcher von der zahlreich versammelten Zuhörerschaft, unter welcher sich auch nebst dem Präses der Eultusgemeinde - Repräsentanz Herr Dr. Tedesko mehrere Mitglieder dieses Kollegiums befanden, mit großem Beifalle ausgenommen wurde. Abend's hielt der ehrwürdige Oberrabbiner Rappoport in dem Winterbetlokale der Klaussynagoge eine der Tagesfeier entsprechende Rede, welche wie alle Kanzelvorträge dieses bewährten Meisters für den Intelligenten viel Anregendes und Geistvolles both. R. — Berlin. Die Petitionskomission des Abgeordnetenhauses berieth am 19. Dezember v. I. über eine Petition betreffend die Anstellung von Juden im Staatsdienste. Gegenüber den Ausführungen der Eomissionsmitglieder, erklärte der Vertreter des Justizministeriums, daß die Staatsregierung in