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Das Abendland · 1866-10-18 · 20 (18.10.1866) · p. Seite 159

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
20 (18.10.1866)
Date
1866-10-18
Page
Seite 159 (sequence 7)
Language
German
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159 unb 12 Gewölber brannten ihnen ab, und im ganzen Iudenquartier blieben bloß 12 Häuser stehen. Im Ganzen wurden 441 Häuser und 139 Gewölber ein Raub der Flammen, wodurch 2500 Individuen obdachlos wurden, unter welchen viele ihr ganzes Habe verloren haben. Es wird schwer werden den Unglücklichen während des nächsten Winters Obdach zu verschaffen. (I. Ehr.) Corftl. Sr. Majestät der König von Griechenland wurde von der ganzen Bevölkerung der Insel, besonders aber von den Israeliten mit großem Jubel empfangen. Zu dem großen glänzenden Balle, der zu Ehren Sr. hellenischen Majestät gegeben wurde, waren auch viele angesehene jüdische Familien geladen. Frau Regina Levy, eine Dame von ausgezeichneter Bildung und feinem Anstande hatte die Auszeichnung, mit Sr. Majestät zu tanzen. Am darauf folgenden Sabbath besuchte der erst seit Kurzem hier residirende Nomarch in Begleitung zweier Adjutanten des Königs unsere Synagoge, verweilte da über eine Stunde während des Gottesdienstes, nach dessen Beendigung er sich mit dem Herrn Rabbiner und den Vorstehern der Gemeinde unterhielt, und seine Befriedigung über die weihevolle Andacht und die musterhafte Ordnung aussprach. New-Hork. Am 31. August wurde der neue Tempel Adas Ieschurun eingcweiht — Der neuernannte Rabbiner der Gemeinde, Herr l)r. Einhorn hielt die Festrede, in welcher er mit bekannter Eloquenz seine Reformgrundsätze entwickelte, nach ihm predigte Herr Rabbiner Tuska aus Memphis, der sich gleichfalls weitläufig über Reform im Iudenthume ausließ — Am andern Morgen predigten als Gäste der hiesige Prediger vr. Adler und vr. Mayer, ersterer in deutscher, letzterer in englischer Sprache — Die Einweihungsfeier war sehr erbaulich, und machte auf die zahlreichen Anwesenden, unter welchen man auch die beiden neuernannten Prediger der Gemeinden Ahawath-Cheßed und Rodef Schalom, die Herren vr. Hübsch und Seligson, von dcuen der erste N2n '2 'a, der letzte xan '2 'a die Antrittsrede hielt, bemerkte, den günstigsten Eindruck — Abends fand ein glänzendes Banquet statt. Cincinati. (Amerika) Der neue prachtvolle Tempel der Gemeinde Bne Ieschurun wurde am 24. August mit großer Feierlichkeit eingeweiht — Alle hervorragenden Persönlichkeiten der Stadt waren bei der Feier, die den erhebendsten Eindruck machte, anwesend — Den gesanglichen Thcil der Feier leitete der aus New-Jork hieher berufene Cantor des Emanuel Tempels Herr Rubin — Die Festreden wurden vom hiesigen Rabbiner vr. Wise und vr. Lilienthal aus Philadelphia gehalten, (vedre^v veaäer). * Unlängst erwähnten die Zeitungen der im Staate Ohio aufgefundenen antiken indianischen Grabhügel, bei denen man Reste hebräischer Inskriptionen gefunden haben will. In Bezug daraus entnehmen wir dem „Nederl. Spectator" vom 1. September folgendes: Es ist nichts Neues, daß man in den amerikanischen Indianern die Nachkömmlinge der verlorenen Stämme des israelitischen Volkes sucht. In neuester Zeit hat folgendes Ereigniß wieder die allgemeine Aufmerksamkeit auf diesen Punkt hingezogen. Man hat namentlich in New-Jork, Licknig, County und in Ohio indianische Grabhügel angetroffen in denen sich Steine vorgefunden, die hebräische Inskriptionen enthalten. Der kleinste dieser Steine hat die Gestalt eines Menschenkopfes, der sehr scharf vom Rumpfe abgehauen ist, daß kein Rest des Halses sich an demselben befindet — In der Stirne dieses Steinkopfes befinden sich 5 hebräische Buchstaben — Der andere Stein trägt menschliche und thierische Abbildungen, zwischen welchen ebenfalls hebräische Charaktere sehr geschickt angebracht sind — Dev dritte Stein, in herzförmiger Gestalt, hat auf jeder Seite eine Inschrift. Diese Inschriften lauten: „Der König der Erde" — „das Gesetz des Herrn" „das Wort des Herrn" „Der Heilige der Heiligen" — Auf einem vierten ist Moses mit den Gesetzestafeln in der Hand abgebildet. Etymologisches. Herr Rabb. vr. Unger hat in Nr. 17 dieses Blattes meiner vom Herrn Redakteur d. Bl. gebrachten und acceptirten Erklärung des Wortes Na™ sein „plaeet“ verweigert. Vielleicht geschah dieß, weil die verehrt. Redaktion, meiner vor Beginn des unglücklichen Krieges gegen „Aufschneiderei" gerichteten Artikel abzuschneidcn sich genöthigt sah; dabei aber so weit ging, daß selbst die Motivirung meiner Ansicht weggeschnitten wurde. Ich will daher in Kurzem hier meine Ansicht motiviren 'aynauct „Gegenstand der Bewunderung" wird abgeleitet von 'aynncu bewundern, von demselben Worte wird abgeleitet ’aynvo^ bewunderungswürdig rc. Indessen ist von 'ayauca fefbft, wie aus dem Worte /tti'poc, zu ersehen, der Stamm yca& oder yctvi» „stolz sein" rc. gleich dem häbräischen nxj so daß, wenn auch in den griechischen Classikern nicht zu finden, dennoch ein yavaun ’aycioua vollkommen entsprechend dem Na™ als vorhanden gewesen anzunehmen ist. Mit der Erklärung des Hrn. vr. Unger kann ich mich wieder nicht befreunden; denn in %ioua yjnouu „Wall," „Damm" liegt noch Nichts von „Uebertreibungder Vergleich mit 'vnfQßob] hinkt aber sehr, denn hier liegts in dem cvti£() nicht in dem ßolr.; dem entsprechend müßte auch das fragliche Wort 'vrctyxöJoftc' heißen. Den Vergleich zwischen den aramäischen und talmudischen Narrt mit dem Griechischen Xo>ua ist wohl schön, aber forcirt kann dieser „Wal l ü be rgan g" doch nicht dadurch werden, daß, wie Herr vr. Unger meint. Die Corruption aus dem bibl. plZ zu stark wäre; das hebräische a wird ja im Aramäischen nur zu oft in y und dieses wieder in x verwandelt vergl. das hebr.p, mit dem aramäischen yx „Holz" u. dgl. m. Uebrigens findet sich die Wurzel xa) doch fim Hebr.! selbst und hat in Hiob 39, 24 ganz gewiß die Bedeut, „scharren" was auf das vor Ungeduld „den Boden scharrenden,, Streitroß am besten paßt und auch von Raschi und Targum acceptirt wird. Dieß ist auch die Grundbedeutung der Verba pap und pp xaj — yaa — pa — nart und «an und wahrscheinlich auch des Griechischen xcowvtu yom. Aus „Scharren" wird einerseits „Graben" daher „Grube," anderseits : „Zusammenscharren, aufschütten," daher „Wall, Mauer", dann: „Ansammeln, zusammenziehen, aufnehmen und aufschlürfen." Wir haben es hier mit einer Gruppe von Stammwörtern zu thun, deren ckerivata aus der Grundbedeutung in divergirender Richtung anseinander liefen, dgl. kommen im Hebräischen weil dem verbuni die Präpositionen nicht angeschlossen werden sehr häufig vor. Ich will hierauf Einige dgl. Hinweisen, weil noch immer die Erklärung der divergirenden Derivationen aus dem Grundbegriffe jzu wenig versucht wurde: px sammeln und hinwegraffen, Grundbedeutung : „Nehmen"; indem man von einer Seite nimmt — wegrafft, legt man es auf die andere Seite — sammeln. }>Sn rüsten und ausziehen, Grundbedeutung : Ziehen, das Anziehen ist ein Wegzichen von der andern Seite, daher „die Rüstung anziehen,, und „die Kleidung ausziehen; eben so ist: an* besitzen und vertreiben entstanden aus der Grundbedeutung „drücken" (daher artTn der ansgedrückte Saft-Most,) dann: fortdrücken — vertreiben in einer Beziehung und „an des Verdrängten Stelle treten" — „in Besitz nehmen" in anderer Beziehung; ebenso ist nix schmücken und rauben,, aus der Grundbedeutung: Ziehen — „anziehen,, ablcgen kleiden rc. einerseits und: „abziehen — entreißen" entstanden ruy „sagen und unterdrücken" erklärt sich aus der Grundbedeutung „drücken" daher unterdrücken und dannausdrücken — sagen rc. Hierauf läßt sich auch das von Hrn. Rabbiner vr. Duschak berührte aart „hart sein und feucht sein" zurückführen. Die Grundbed. ist „stark sein" hievon einerseits „fest sein" „körperlich sein" anderseits aber:starkerfester Regen wie aart iöe Zach. 10. 1. und iaa aa^a Hiob 37. 6, „stark naß sein." Die Darlegung dieser Spracher-

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