Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 18 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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140 tet, und deren Häuser den Flammen preiSczcgcben. Im Juli des Jahres 1655 drangen sie siegreich bis Wilna vor. Eine allgemeine Verwirrung und Entsetzen bemächtigte sich der Juden Wilnas; sie trafen Anstalten zur Flucht und binnen einigen Tagen wanderte zum zweitenmale die ganze jüdische Bevölkerung von dannen aus, m man ,anbnb 0x11 may nayro my njm npban mm D3 nmn (nami) mimen cy r.annna nempexen jmtp anxn xö'S nanea man nwvrp mbnp i M yifl r\w xvrn natra ppb w “pan* iet? n©mp by ismwi mm x*mm xibm p*p ryn by avxn anp mpxa \ti .,ma namx mbian myn fv ixm orta by ivbai von mp nanb j"a ova -.'iai Snpn Sa rrxva (S. Einleitung des Moses Ribkes aus Wilna zu seinem Beer Hagolah über Orach Ehajim). Unter dieser Legion von Flüchtigen wanderten auch, sowohl während der ersten (1648), wie auch der zweiten (1655) Verfolgung sechs der größten rabbinischen Celebritäten sämmtlich aus Wilna gebürtig in verschiedenen Richtungen nach Deutschland aus, welche später die größten Rabbinatsstellen daselbst einnahmen, und ihre immense talmudische Gelehrsamkeit auf den deutschen Boden verpflanzten. Diese der rabbinischen Welt genugsam bekannten Größen waren: R. Efraim Kohn nebst dessen Schwiegersohn Jakob Wilna Aschkenasi, R. Hilel den Naftali Herz, R. Samuel Koidenower, R, Sabbatai ha-Kohen unter der Chiffre bekannt und R. Moses Ribkis, Männer die sämmtlich am Horizonte der rabbinischen Literatur als Sterne erster Größe hell leuchten. Wir wollen, so weit es im Bereiche unserer Kräfte steht, das Leben und Wirken dieser Männer nur skizzenhaft darstetten und beginnen den Reigen mit I. R. Hillel ben Naftali Herz. Dieser überaus fromme und rigorose Rabbi — selbst Emden spricht mit großer Hochachtung von ihm, indem er ihm das Epitheton odd pSao)bbnma nxmn Sya morn am beilegt — wurde in Wilna 1615 (,n"yp) geboren. Seine früheste Jugend in Brisk unter Leitung des dortigen Darschan R. Hirsch verbringend (wie es aus dein in seinem Bet Hilel oft vorkommenden xe-bn pcna p"pa "snin wa rn-xrn zu ersehen ist) vollendete er seine Carriere unter seinem Onkel dem berühmten R. Joschua Heschel Rabbi zu Krakau (Bet. Hil. Kap, 84; Kap. 199) und unter R. Moscheh Rab. in Wilna Verf. des Chelkat Mechokek (ibid. Kap. 243). Nachdem er die Rabbinncrreife erlangt hatte, fungirte er anfangs als Dajan in seiner Vaterstadt Wilna (Bet. Hil. Kap. 110 ibid, Kap. 279 in der 39. Hagaha des Sohnes.) Als aber die oben gemeldete Judenverfolgung in dem Jahre 1648—49 auch in Lithauen ausbrach, verließ er Wilna, wo er im Jahre 1651, wieHr. Rabb. vr.J. Fränkel im Literaturbl. des Orients 1846 Nr. 40 aus dessen Bet. Hil. Kap. 218 richtig eruirt nicht mehr daselbst sich befand. Er bekleidete hierauf mehrere Nabbinate in Lithauen, und wurde, nachdem er sich da einen bedeutenden Namen erworben hatte, als Ober- Rabbiner nach Altona-Hamburg berufen, wo er daselbst viele Jahre mit großem Erfolge wirkte. *) Er kehrte 9 Wann unser Hil. das Altonaer-Hamburger Rabbinat angetreten, und wie lang er es da verwaltet habe, läßt sich vorder Hand nicht so leicht mit Gewißheit bestimmen. Soviel ist gewiß, daß er im Jahre 1656 uoch nicht Rabb. daselbst war, wie aus folgender Bemerkung in dessen Bet. Hil. Jore Dea Kap. 201, welche lautet: D© 'mn©2 nCfOl 'b i-wm ,ru anao norna m c© vrpm mtrm aa© nea a*r. mas p»pbisai p*ab (1656) van n;©a sabmjr'psbwn io 'isaüüPeibnps» ,nai TYiaesn deutlich hervorgkht. Im Jahre 1666 bekleidete noch das Altona-Hamburger Rabbinat ein gewisser Meir ben Binjamin Wolf Aschkenast, wie es aus stiner Approbation zn Nachlath Schibah v. Samuel Halewt Pars I.eäit. Amsterdam 5427 ersichtlich ist. Wir können also anuehmett, daß uu>er Hit. das oben erwähnte Rabbinat vor Meir Aschkenast etwa von 1658 bi- 1665, oder, welches wahrscheiuticher ist, erst nach wieder, nachdem er hier sich einen großen Namen erworben hatte, in sein Vaterland Lithauen zurück, erhielt das Rabbinat zu Zolkiew, und endete endlich da seine irdische Laufbahn am 22. Tebet 1690 (s"n) in einem Alter von 75 Jahren. * * * * * * * * 9) Er schrieb einen Kommentar zu allen vier Theilen de- Schulchan Aruch, welcher jedoch nur über den Codex Jore Deah und zum Theil zu Eben Ha-Eser unter dem Name« am ma mit dem Texte des R. C. und mit Noten von seinem Sohne Mose ben Hil. Aschkenasie in Dyrhenfurt 1691 also ein Jahr nach dessen Vaters Tode — in Fol. erschien. Der Komment, zu den andern zwei Ritual-Codices, wie der zu dem Pentateuch wurde trotz des gehegten Wunsches des Verfassers nicht veröffentlicht. 3) R. Hil. gehört zu den mittleren Geistern; er besaß noch mehr mx'pa als mann, war mehr sammelnd als selbstdemselben verwaltet habe. Er mußte da ziemlich lange das Rabbinat verwaltet haben, welches theils aus dem v. uns oben angeführten Citate Da© nna am V2S D3TTTOP nasal auä den gar vielen dort vor ihn gekommenen Anfragen, die er in seinem Werke anführt, zu er sehen ist. Und daß Hil. wirklich das Rabbinat der beiden Gemeinden verwaltete, erhellet nicht nur aus Emdens ma nbaö (eine Biografie seines Vaters wie die seiner Vorfahren enthaltend, ein Theil derselben, wurde im rpKE int Jahre 1810 ausgenommen) wo er uns meldet: snebsi jniaasna ■■asb bapro bbn ma bva nam sondern auch au« Hil. eigener Angabe, wo er in seinem Bet Hil. Eben Ha-Eser Kap. 34 ausdrücklich sagt: 'naaa dvd b» TOTi© na . .. iai nco rp2a maasni saitabsp'pn mas mvmVBITp Meir Aschkenast und Hil. waren also demnach die ersten, die von den Schwesterstädten Hamburg und Altona zu ihrem gemeinsamen Rabbiner berufen worden sind. Nach ihnen erhielt das gedachte Rabbinat Meschullam Salman Neumark auch Mirelcs genannt, einer der Wiener Exulanten vom Jahre 1670, und bekleidete laut Emdens Angabe in seinem von uns oben erwähnten Megilat Sefer schon das Rabbinat der Trippel-Gemeinde, welches er sehr lange inne hatte, und ein hohes Alter einnahm b'lN S©v©p V2 naa S3S -pra nsn b*r s.m .. mb©ai aib©a mbnp aa inabaa bv bw mnsn ... sD’b yma lb nbv 'rcn nn an ,mv ix vabn 'ssv antiarn nxe Hirsch Aschkenast vertrat schon bei Lebzeiten seines Schwiegervaters Mtreles in Folge desim eingetretener, langwieriger Krankheit nicht nur die drei Gemeinden, sondern es ordnete sich selbst die Portugiesische Gemeinde Hamburgs demselben unter, so daß er gleichsam vier Gemeinden Vorstand VN rnaana© arniso bnpi ama©s mbnp ©b©n mas 'ans aa "bnpb bnp vai msnb ©'S ya nrnnbi mb vb» a'baia. Vgl. auch Eduth Bejakob k. 13. und R. G. A. Chacham Zebi 14. Gleich nach Absterben seines Schwiegersvaters erhielt Hirsch Aschkenast das Rabbinat von Hamburg und Wandsbeck; jedoch Altona wurde ihm in Folge einer sich bildenden gegen ihn feindlich gesinnten Partei und durch Ausstellung eines Gegenrabbi nicht zugestanden. Es scheint, daß Hirsch überhaupt dem oben erwähnten Rabbinate nicht lange verstand. Hiermit wäre die Bemerkung des Hm. Rabb. Gutmann Klemperer in seiner Biografie deS Jon. Eibenschütz, welcher meint, daß oiej jüd. Gemeinde zu Wandsbeck erst nach 1708 dem Altona - Hamburger Rabbinat sich angeschloffen hätte, wie auch daß Jecheskel Katzenellenbogen der erste gewesen wäre, der als Rabb. der Trippel - Gemeinde berufen worden sei, zu berichtigen. Da wir, wie wir's dargethan haben, sehen, schon Salomon MireleS viele Jahre vor Katzenellenbogens Antritte, welcher bekanntlich erst nach 1710 geschah, das Rabbinat inne hatte. 9 Hr. vr. Fürst in seinem „BiMiotheca Judaica“ ißarS. I. Schlagw. Hil. lässt ihn um 20 Jahre früher sterben; denn er setzt sein Todesjahr auf 1670, welches zu berichtigen ist. Da einerseits in dem Merkchen ^brnn sna© noch eine Haskama von unserem Hil. sich vorfindet, welche sich von 1685 (■'arpmön-vn av) datirt, anderseits aus dem von seinem Sohne in deffen Vorrede zu Bet. Hil gegebenen Chronogram«, welches lautet: m©a aa© B’saw n©an na d’B’ ra©i;pt rvn bbn ©sn bva man nbs: ,»-a: bbnnn, genugsam ersichtlich ist, daß sein Todesjahr, auf die von uns oben angegebene Jahreszahl zu setzen sei. 9 Daß Hil. die drei letztgenannten Komment, auch verfafft habe, geht aus seinen eigenen Citaten hervor, auf die er sich in seinem edirten Werke oft beruft. So führt er in B. H. Eben Haeser K. 34 sein« Komment, zum Pentateuch nsi ©m nmnn bv bbn NP PCO r» nai 'N©rn© na; ibid. I. D. K. 297 meldet er seinen Komment, tu Orach Ehajim, wie auchK. 16 den Komment, zu Choschen ha- Mischpot