Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 17 (6.9.1866)
- Date
- 1866-09-06
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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135 tuteg, und Fräulein Adele Ullmann, die Tochter des Direk tors der Pannonia- Dampfmühle. * Aus Anlaß des Allerhöchsten Gebnrtsfestes Sr. Majestät wurden die im isr: Spitale sich befindlichen verwundeten Krieger von dem isr: Vereine — „Chevra Kadischa" jeder mit einem Gulden und mit 25 Stück Cigarren beschenkt. Zur Tafel, welche Sr. Excellenz der Tavernikus am Stefanstage gegeben, war auch Herr Oberrabbiner Df. Meisel geladen. Altofen. Im isr. Spitale allhier ist die Einrichtung getroffen, daß den daselbst befindlichen Verwundeten, Zeitungen und Bücher, je nach der Nationalität, zur erheiternden Lektüre verschafft werden; überhaupt zeigen Krankenpflege und ärztliche Behandlung in diesem Spitale von Humanität und Fachkenntniß *). Ragy-Kallo(flngarn).Vor einigen Tagen wurde der Grundstein zu'dem neuen Schulgebäude, welches die hiesige Israelitengemeinde aufzuführen beschloß, in feierlicher Weise gelegt. Der Obergespann des Szaboliser Komitates, Graf Daniel Vay, sowie der Schulkommissionspräses, Herr Df. Bleuer hielten bei dieser Gelegenheit treffliche, mit Begeisterung aufgenommene Reden. Der edle Gras soll zu diesem humanen Zwecke auch einen nahmhaften Beitrag gespendet haben. — (Jüd. Schulbote). Karlsruhe. In dem neugebildeten Ministerium gehört auch ein Israelite, Herr Anwalt Ellstädter aus Mannheim, zu den Räthen der Krone — In der Eigenschaft eines Ministerialrathes ist derselbe Vorsteher des großherz. Handelsministeriums geworden — London. Die Times bringen folgende Notiz: Die Anzahl der Choleraopser in. London stieg Samstag wieder auf 94 gegen 85 am Freitag. Beachtenswerth ist es, daß in denjenigen Bezirken, wo die Epidemie am heftigsten grassirt, Israeliten alldort wohnen, und diese ziemlich zahlreiche jüdische Bewohnerschaft fast gar nicht davon zu leiden hat. Dieselbe Beobachtung wurde schon früher gemacht, namentlich zur Zeit als die schwarze Pest in Deutschland wüthete, und weßhalb sie auch damals als Brunnenvergifter angeklagt waren, wie auch im Jahre 1849 wo kaum ein halbes Procent der jüdischen Bevölkerung der Cholera zum Opfer fiel. Man erklärt sich diesen Unterschied aus der regelmäßigen nüchternen Lebensweise der Israeliten, wonach z. B. Mindestens am Pessachfeste jede jüdische Wohnung gründlich gescheuert und gereinigt werden muß, daß ferner das eheliche Leben ein derart ehrbares bei ihnen ist, daß selten mehre Ehepaare in einem Zimmer Zusammenleben, endlich daß nach Vorschrift ihrer Lehre, ihnen der Genuß des Fleisches von krankhaften Thieren verboten ist. Ueber Alles jedoch ist der hohe Wohlthätigkeitssinn unter den Israeliten, welcher auch die armen Israeliten nicht gänzlich selbst in gesunden Zeiten körperlich verkümmern lassen. Ren-Aork. Die von hier aus an Herrn Oberkantor Sulzer in Wien, nebst einer Adresse abgesandte Medaille ist aus *) Diese. Einrichtung verdient in allen Spitälern Nachahmung. Es unterliegt keinem Zweifel, daß vielen Kranken und namentlich NekonvaleScenten die Lektüre nicht nur ein geistiges Bedürfniß ist, sondern auch häufig zur Erleichterung ihrer traurigen Lage beiträgt. Allerdings ist nicht jedeS Buch für jeden Kranken von wohlthätiger Wirkung; und muß nach der Beschaffenheit der Krankheit und dem Bildungsgrade des Kranken eine gehörige Auswahl getroffen werden. — Der Arzt ist zunächst berufen über die Zweckmäßigkeit der Lektüre zu urtheilen und zu wachen; und gehört unbestreitbar dieser Zweig der Krankenpflege zu seinem Reffort. Wenn man nun nicht von ihm verlangen kann, jedem Kranken die geeigneten Bücher zu verschaffen, so sollte jede Spitalverwaltung auf Gründung und Einrichtuug einer Spitalsbibliothek Bedacht nehmen, um diesem Bedürfniffe zu genügen. — Wir zweifeln gar nicht, daß, sobald dieser Gegenstand von kompetenter Seite angeregt würde, sich auch Wohlthäter und Menschenfreunde finden dürften, die ein solches humanes Unternehmen thatkräftigstunterstützen möchten. — Die Redaktion. massivem Golde 2% Unzen schwer. Die obere Ansicht besteht aus einer erhabenen'in Gold gearbeiteten Inschrift umgeben mit einem ciselirten Eichenkranz. Das Mittelstück besteht aus einer Lyra, öurchbrochen und erhaben gearbeitet. Aus der Rückseite befindet sich in gleich eiselirter erhabener Arbeit der amerikanische Adler mit dem emaillirten Schilde und den Sternen und der Inschrift: „dem Meister die Krone" Das Kunstwerk ist von den Herren Klotz und Tenner ausgeführt. Die schwungvolle Adresse ist von den Mitgliedern des Comite's, von Vertretern verschiedener Gemeinden und mehreren Cantoren unterschrieben. — In einem jüdischen Blatte Amerikas war vor einigen Monaten folgendes eigenthümliche Inserat zu lesen: „Für die Gemeinde N. in der Stadt N. wirdein Lehrer, der zugleich Schochet ist und der gemäßigten Reformpartei angehört, gesucht" — Wenn die Reform nun schon gsr in das Schlachtgebiet gedrungen ist, würden unsere Herrn Rabbiner darauf sehen müssen, wem dieses dem religiösen Gewissen überlassene, nicht durch eine Controlle zu sichernde Geschäft anzuvertrauen sei — Verus Tetnan (Afrika) In Tetuan sind 17 Synagogen, die sämmtlich bis auf eine Privateigenthum sind. In neuester Zeit wurde durch die Stiftung des sel: Josef de Juda Levy, der zu diesem Zwecke sein ganzes Vermögen testirte, eine Talmudschule gegründet. Die jährlichen Einnahmen dieser Stiftung belaufen sich auf 500 Livre's, eine für Tetuan ziemlich bedeutende Summe. — Die gelehrten Rabbinen Tetuan's sind so schlecht besoldet, daß viele von ihnen als Juweliere, Landbebauer, Weber und Lohgärber arbeiten, um ihre Familien nothdürftig zu ernähren. Vor 30 Jahren war der Zustand Tetuan's ein blühender und die Bevölkerung wohlhabend, seitdem jedoch Tanger und die andern Hafenstädte, welche regelmäßige Verbindung mit Gibraltar, Lissabon, Marseille und London unterhalten, den ganzen Handel absorbirt haben, und das Geschäft in Tetuan sich lediglich auf die Stadt und die umliegenden Ortschaften beschränkt, sind die wohlhabenden Israeliten nach dem Handel günstigeren Plätzen gezogen, nur die Armen und unter ihnen die Rabbinen sind in der gänzlich herunter gekommenen Stadt zurückgeblieben. (Jew. Chronicle) Kuchschail. 3S. jisan myo '3'. Sy b-oS p ’iS.i ein niawn -ca Kritik des Dunasch den Labrat über ^einzelne Stellen aus Saadias arabischer Uebersetzung des A. T. und aus dessen grammatischen Schriften, nach einem Codex des Prof. S. D. Lnzzato, zum ersten Mal herausgegeben und mit kritischen Anmerk versehen, von Df. Robert Schröter. Breslau, Schletter'sche Buchhandlung (H. Skutsch) 1866 — IX. 63 S. 1. Heft (Text) Nebst den großen Verdiensten, die sich der selig. Luzzato als Forscher und fruchtbarer Schriftsteller um die jüdische Literatur erwarb, trug er auch viel zu deren Förderung und Klärung durch Editionsalter und werthvolle Manuskripte bei. Arm an irdischem Besitz wie er war, brachte er die größten Opfer, um selteneCodices zu erwerben und sic der Oeffentlichkeit zuzuführen. Was er bei seinen beschränkten Mitteln nicht selbst ediren konnte, überließ er mit selbstverläugnender, nur auf das Interesse der Wissenschaft bedachter Uneigennützigkeit andern gelehrten Männern zur Herausgabe, und gab ihnen noch die nicht zu unterschätzende Mühe des Abschreibens, Beschreibens und der kritischen Sichtung mit in den Kauf — diesem edlen Eifer hat die jüdische Literaturgeschichte die Beleuchtung vieler der wichtigsten bisher dunkel gewesenen Parthien zu verdanken. Ein solches Denkmal humaner Gelehrsamkeit ist auch das vorliegende Schriftchen. Es enthält gegen