Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 17 (6.9.1866)
- Date
- 1866-09-06
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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132 — und Veränderungen der beiden 7,1121, die er aber, in der Voraussetzung, daß ein Jeder die Zahl derselben kennt mit dem einen Wörtchen 218 ausdrückt. Der gefragte K**i '1, der wohl die 111211 utpj* fammt den Veränderungen in den beiden Abschriften genau wußte, der nur niemals die Worte in denselben gezählt, um auch zu wissen, daß in der zweiten Abschrift grade siebzehn Worte 2"ib poa mehr enthalten sind als in der ersten, wird erst durch die verfängliche Frage aufmerksam gemacht, vergleicht in Gedanken noch einmal die beiden 11131, findet das Wörtchen 318 nicht, zählt und vergleicht wieder, findet jetzt erst, daß die Zahl der in den zweiten 7N121 mehr enthaltenen Worte siebzehn machen, verstehet nun, was der Andere mit dem Wörtchen 218 meint und gestehet offen: 218 2712 18K2 OK *2l?K1tt' 218 012 18K2 .181 *2*7X11? 11KIP ix Nicht nur weiß ich die Ursache dieser Verschiedenheit nicht, ich wußte nicht einmal, daß siebzehn Wörter mehr in den 7>i2iinK 7N121 Vorkommen, ich hatte sie nämlich niemals gezählt. Durch diese gegebene Erklärung glauben wir all die beregten Schwierigkeiten gelöset zu haben. Doch thürmt sich uns jetzt wieder ein fast unübersteiglickies Hinderniß entgegen» Nach der gegebenen Erklärung nämlich, wäre ja wieder die endliche Beantwortung der Frage durch lOlttM*? sOIOI *?'K11 '121 *?"K *X*?*21 12 011271 '1 ganz unverständlich, sie würde ja die gegebene Frage gar nicht berühren? Darüber wollen wir, so Gott will in einem zweiten Artikel sprechen. M. Adler. Religionslehrer an den k. k. Gymnasien. Etymologisches. In Nr. 14 Seite 107 dieses geschätzten Blattes bemühen sich die Herren Rabbiner Dr. Schmidl u. Prof. Stöffel die Etymologie des im Talmud oft vorkommenden Wortes «8112 zu eruiren, was ihnen jedoch meines Erachtens nicht gelungen ist. Wir erkennen in K8112 das griechische yoHj/t«, welches aber so wie einen aufgeworfenen Erdhügel, Wall, Berg u. dgl. bezeichnet. Die Bedeutung der Form ymna scheint also in der nachclaffischen Zeit eine ähnliche Metamorphose erfahren zu haben wie diejenige der Form vntQßofoj, die ursprünglich einen Berg, Hügel, Wall, denn das Ueber st eigen eines Berges, Hügels u. dgl., und endlich metaphorisch die U e b e r t r e i b u n g im Ausdrucke, daS Außerordentliche, Ungewöhnliche, die Hyperbel: tovto yrtQ ’wtiv v'nfQßo/.i] ro?.a߀~iv. In seiner gewohnten Licenz nahm der Talmud keinen Anstand, sich von dem Namen K8112 in der Bedeutung Uebertreibung ein Verbum 012 zu bilden, was jedoch die Griechen nicht gcthan. 0121 l?2*X T2J? (Scheb. fol. 46a) heißt also nicht bedrohen, wie Aruch u. seine Nachfolger meinen, sondern übertreiben,mehr versprechen als man zu thun entschlossen ist, wie schon Rasch i z. St. richtig aufgefaßt hat. Der Umstand, daß die Wurzel 012 in den orientalischen Sprachen schneiden bedeutet, hat selbst den scharfsinnigen Fürst (hebr. chald. Wörterb. 8. v.) verleitet, dem Worte K8112 die Bedeutung Aufschn cid erei zu imputiren, was beinahe so fremd klingt, wie die sonderbare Erklärung, die Herr Dr. Duschak in einer frühern Nummer dieses Blattes diesem Worte angedeihen ließ. In gleicher Weise vermuthen wir in dem talmudischen Worte K812 das griechische yo/ia, das auch Grab, Grube bedeutet. Die bisher übliche Auffassung des Wortes als Umbildung des hebräischen f8i2 ist schon deswegen unwahrscheinlich, weil dafür jede Analogie mangelt, daß der Talmud eine biblische Form in solcher Weise corrumpirt hätte, wohl aber hat man Beispiele, wo derselbe eine geläufige griechische Form auch dann ohne Bedenken gebraucht, wenn ihm für den betreffenden Begriff eine hebr. Form zu Gebote steht. Ob übrigens yoiftct, das auch im Chaldäischen vorkommt, mit dem hebräischen 1811 Wall, Damm, Mauer, irgendwie correspondirt, lassen wir dahingestellt. Wie geläufig die Form yo,itri in jener Zeit war, ist schließlich auch daraus zu ersehen, daß sie nach Freund auch in lateinischen Schriften statt des classischen agger, Damm, Wall angetroffen wird. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, auch noch auf einige andere Wörter im Talmud u. Midrasch aufmerksam zu machen, die bis nun entweder gar keine oder eine falsche Erklärung erfahren haben. In Midr. R. Sect. 1 heißt es: ... p*iir 1**718 p*ur X1*2X1 o*pxi K21D *?t?8. Das Wort K31D ist das griechische' a&Qn'/.o±f ein Korb zur.Aufbewahrung der trockenen Feigen. Das Sprichwort heißt demnach: Der Feigenkorb erhält die Feigen. Die entsprechende Jalkut-Stelle (1. Sam. C. 134) faßt das Sprüchwort kürzer: K7T2i 12122 (1212 ist offenbar ein Schreib- oder Druckfehler!) der Sinn bleibt derselbe. Das. Seet. 30 : '121 pBDK K112 Xl"ilX3 pj,*bi ]*p02 pH Die Form p8DK scheint aus dem griechischen ((TroaeQiy.os corrumpirt zu sein. Wir vermuthen hier jedoch einen Druckfehler und soll es wahrscheinlich pBDK K112 in einem tfU'iTcQioY Unterkleid, interula, heißen. Als Paralelle könnte man dann folgende Stelle anführen: 2'1*8*71 ,iir»r? 1118* 11112 poijn INK 1^82 1*0318 (Sanhedr. Fol. 20 a.) Das. Sect. 36: 02*78 j*82 18K nySx'i nxi 01*7 >it?p2 ir3 Es ist das griechische trß.rwy 1,01g Glanz, Schimmer, der auch in der Ferne wahrgenommrn werden kann. Die Form K8**i (Jebam. Fol. 52 a und 69 b) ist corrumpirt ans dem griechischen tinuc«-), bezwingen, b e-. schlafen. Eben'so ist 1811 121 .1811 (Sota Fol. 27 a) das griechische ihwnß, die Unterjochte, B e; w ung ene, was weder der Aruch, noch seine Nachfolger geahnt haben. Dagegen ist "Ty 18*1 wahrscheinlich duuog, Furcht, Schrecken. Rabbi Jochanan hielt nämlich in der betreffenden Stelle (Nidda Fol. 66 a) das Leiden der ihn consnltirenden Frau für eine Folge ihrer überspannten, bis zur Scheu gesteigerten Schüchternheit und der damit verbundenen innern Aufregung, und rieth ihr daher dieser Aufregung auszuweichen. Der Ausdruck *7*22 *21*112 (Nidda 67 a), von dem Raschi sagt: 1218'^> xii* *2*K, während R. Ehanan el ihn mit 11*1* *pi erklärt, ist nichts Anderes als das griechische (\ofhov, die brausende Welle, Woge, Strömung, was in allen drei Stellen einen klaren und passenden Sinn gibt. Dr. 3. 3. Unger Rabbiner. biographische Skiern. der hervorragendsten Wilnaer Rabb. welche durch die in den Jahren 1648—49, sowie bald darauf in den Jahren 1654 — 55 enstandene Judenverfolgung in der Ukraine, Lithauen, Podolien x. nach Deutschland auswanderten, von David Holub. Das verhängnißvolle Jahr 1648 (11) wo man durch den bewirkten Aufstand des berüchtigten Kosaken-Hetmanns Chmielnizki oder Chmel mit so viel Judenblut den polnischen Boden tränkte, jenes tragische Jahr, das noch heute mit eisernem Griffel in den Herzen aller Juden der polm-