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Das Abendland · 1866-09-06 · 17 (6.9.1866) · p. Seite 130

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
17 (6.9.1866)
Date
1866-09-06
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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130 Kärnten und zu Kram sc, Entbieten allen und jeglichen unseren Juden und Jüdinen unseres Fürstenthums Steher, denen der Brief gezeigt wird, unsere Gnade. Uns hat der ehrsame, geistliche, unser lieber, andächtiger Abt zu Rein anbringen lassen, wie Manche in Euch, wegen Schulden, so Euch seine und seines Gotteshauses Leute und Hörige Schuldner sind, aufseinen und seines Gotteshauses Gründen, Habseligkeiten Hofstatte, welche seine bemeldeten Leute ein ihm und dem berührten Gotteshause innehaben und besitzen, im Judenrechte Recht führen und darauf weisen (urtheilen), daß dadurch demselben Gotteshaus Rein, von den bemeldeten Gründen, Habseligkeiten Hofstatte viele verderben und verödet werden; daß er sich beschwerdet bcdünkl und uns gebeten hat ihn und sein Gotteshaus gnädiglich darin zu versehen, und solche Rcchtsdurchführung und Weisung auf seines Gotteshauses Gründen und Güttern abzuschaffen und sich darnach gegen uns erboten und bewilligt in Obacht darauf zu-sein und zu bestellen, daß welche in seiner und seines Gotteshauses Leuten und Hörigen Euch schuldig bleiben, daß ihr für diese Euere Schuld um ihnen innerhalb Jahresfrist, nachdem sie von Euch verklagt würden von diesen Leuten und Hörigen fahrenden gut sollt bezahlt werden: Empfehlen wir Euch allen und Euerer jedem besonders ernstlich, und wollen daß diejenigen aus Euch, welche Geldschuld auf des berührten Gotteshauses Rein Leuten und Hörigen angemeldet, auf Brief oder an Brief haben, daß Ihr die auf des obgenannten Gotteshauses Rein offene Meldung oder Berufung, so er dieselbe in unsere Landschranz und Hofrechte hier zu Gratz thun lassen wird, diese bemeldeten Euere Geldschulden aus solches obcnbcrichtetes Anerbiethen des bemeldeten Gotteshauses am Rein innerhalb Jahresfrist darnach an ihm suchet, ihm sie angebct und Euch an dem bemeldeten seiner und seines Gotteshauses Leuten und Hörigen fahrendem Hab und Gut ohne Verzug und Weigerung bezahlen lasset; diejenigen aber, die sich dem widersctzen, und solche Geldschuld mit Rechtführung oder Weisung auf des berührten Gotteshauses Gründen, Hofstätten und Gütern, so dieses Gotteshauses Rein Leute und Hörige innehaben, oder in anderer Weise dann von dem benannten Gotteshause im Rein in der berührten Zeit oder nachmals suchen würden, das soll alsdann diesem Gotteshaus Rein an den berührten Gründen und Gütern darauf als Recht geführt oder' geurtheilt wird zu Schaden sein. Daher thuet darin nichts anderes, das ist unsere ernstliche Meinung. Gegeben zu Gratz am Montag nach dem Sonntag Invocavit in der Fasten 9. Feber anno domini etc. (14) septuagesimo octavo unseres Kaiserthums im scchsundzwanzigstcn Jahr. Aus den Nutzanwendungen, die sich Abt Christian aus dieser Urkunde zog, sehen wir auch gleich den Kern der Klagen der Grundherren wider die Juden. Er sagt Fol. 36 b Nota was für Nutzen und Vortheil der königliche Judenbrief'bringt: 1. Zum ersten: Die Juden sollen nicht ohne unser Wissen, Recht führen, und sich Guthabung machen, auf unseren Gründen, so wie sie bisher gethan haben. 2. Der andere Nutzen und Vortheil. Die Juden müssen offenbaren und melden ihre Guthabungen und so sie dieß thuen, so mögen wir von ihnen fordern Zins und andere Gerechtigkeit und vornemlich von den Einsichten (exewpli gra> tia) das Barthelmi Haus zu Gredwein. 3. Der dritte Nutzen und Vortheil: Wir mögen solchen Juden gebieten hinzugeben und zu verstiften, bei Verlust ihrer Gerechtigkeit. . Der vierte Nutzen und Vortheil: Wir werden geübt und ermahnt jährlich unfern Zins abzunehmen, und ihn nicht von Jahr zu Jahr anstehen zu lassen, so wir nur mit einem Jahreszins den Juden Vorgehen. 5. Der fünfte Nutzen und Vortheil: Wir werden durch unseren Brief ermahnt mit unfern Bauern so unter die Juden sind, zu verfahren und zu handeln nach laut ihrem Kaufbrief, wobei die andern Furcht- und Ehrenbild mögen nehmen. 6. Der sechste Nutzen und Vortheil: Der Juden Bosheit und die Falschheit ihrer Briefe mag desto minder erhalten und hinterlegt werden, sondern sie müssen hervor an daß Licht. In verschiedenen steyerischen Pfand- und Bergleichsvermerkcn tauchen jüdische Unterschriften und Genehmigungen! auf. Häufig fanden sich auf Schuldurkunden Randansätze.! welche als Bemerkungen von Abschlagszahlungen oder von! Fristenverlängerungen aufgefaßt werden können. Eine vollkomi men jüdisch oder richtiger gesagt hebräisch abgcfaßte Urkunde wurde in dem Archive des historischen Vereins für Kärnten entdeckt, dessen Vereinssecretär Herr A. Ritter von Gallenstein sie Herrn Professor I. G. Zahn zur Nachbildung hinterließ, und die der Ausschuß des historischen Vereines für Steiermark als außerordentliche Seltenheit auf seine Kosten photographisch abnehmen ließ, und sie wie erwähnt seinen Mittheilungen beifügte. Das Document stellt sich nach der äußern Aufschrift als „ein berueff Brieff umb das Sigill jn der Judenschuell zu. Judenburg dar". Unter berueff aber ist in der Regel das heutige Concurs oder besser Vergleichsverfahren eines Schuldners mit seinen Gläubigern zu verstehen. Der Abdruck folgt hier im jüd. Original wie in deutscher Uebcrsetzung letztere nach Prof. Dr. Jos. Goldenthal, die übrigens nicht wortgetreu ist. ana a*raitp ix a*xn SaS aTmai n*ma nee ’amn un: pxa naa:n pan anan n*aa pnartv n*ra na vianS n*xntp nt mntp |*a S"jn naa:n pan Sr xavn *ana iS r*r *aS iraS*a nya arnnx ix annx manin rinn ix ianin nnn laicra a"N ipni'i ixi'i mx *ja cmx ixia*ip arnnx mamna ix namna mrn xim pixair^ar nna pa oi* a*tpStP fin amana Sai in Sa tdd* m nrr xSr *ei amana man *aa annaS S*rSn nnann inx ai* a^rSra inv iiar nxi Sa Sr mm imai St? ana air nxia mnr nrx ix mx p xa xS mx ein S'yS ixiaan Saa S"an naam si'ia mix Sr mair Sr ix xavn mx air n*n ax am mr ijSxipi inpm i:tpn nxi Sa inxi niair Sr ix xavn StP ana air anS n*nr nrx ix mx jn nra air nmr ix iaxr2 a*m nmr S"zn naam pa mix Sr Saa arnnx nianw nnn ix Benin nnn p nra annx ix nnrrx rraa a*emnn iana pS uNira xSi irxi xSi urar sS nxi *a Sar m ana n*renp ix a*xii SaS o*Trei cvrmai a*iia ix savn StP ana aitp x*irvr S"m pmam* mrn 'iaa xa*tp nr pS mipa mra n*nr S"jn iaam pan mix Sr niair StP kSi pi'ir xS pStaiaai j*S»a vn* n*anan anix Sa mn avn xn mS (*iavn* xSi raa ia pxr iar j.n mna paimi p"p mnx e\xan vrivSi S":n ireS*a pxo taajn paS uma pS rtvyi nn imemna m ana nnrSi n**xiSi niaiS ava nvnS d*bSx nren n:r p*j nnS av irr nrSra nara ’mana a*pi mir Sam uenm uana aSir nx*iaS ran a-aian nxai rar pnx i"a je*» rSr nra i"a ama Wir Endesgefertigte bekennen und thun kund Allen, welche von dieser Schrift sehen oder hören werden, die der edle und geehrte Herr Moritz Bilmer in der Synagoge zu Judenburg bekannt machen ließ, daß, wer einen Schuldschein von dem genannten edlen Herrn besitzt, sei es, dag diesen selbst schuldet durch eigene oder fremde Unterschriften oder Andere für ihn mit eigener oder fremder Unterschrift, derselbe binnen dreißig Tagen zu erscheinen habe und das Document vorzuzeigen, nachdem Rechte des Landes Steiermark, denn der genannte edle Herr will diese einlösen nach der Aussage *) Wir glauben in der uns vorliegenden, photographisch aufgenom- J Uvfunbe d-r bi-- W-r. 1» J« "->4-- leicht ursprünglich nicht .ganz deutlich geschrieben war, und durch die Photographie noch etwas alterirt wurde. Übrigens ist das Dokument, abgesehen von der eigenthümlichen unserer Schreibart ganz unähnlichen Form der Buchstaben, die zur Dechlffrlrung älterer hebräischen Manus cripte einen trefflichen Schlüssel abgeben durfte, n-cht nur deu ch, sondern auch schön geschrieben. Der Redakteur.

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