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Das Abendland · 1866-07-26 · 14 (26.7.1866) · p. Seite 111

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
14 (26.7.1866)
Date
1866-07-26
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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111 fo beliebte, iw den jüdischen Journalen als Orientalist bereits rühmlichst bekannte Hr. vr. Hübsch, durch Herausgabe der Peschita auf die ni*?32 Ptsn in hebräische Lettern transsEribirt und interpunktirt, so wie durch den dieselbe erläuternden Kommentar, vor seinem Abschiede von uns, sich ein bleibendes Denkmal in unserer Gemeinde, namentlich in den gelehrten Kreisen derselben gesetzt. Hr. H. hat dieses Werk außerdem noch durch Edition eines in dem in,der hiesigen Universitätsbibliothek liegenden Egerer Pcntateuchkodex befindlichen anonymen Kommentars bereichert. Wir überlassen es kompetentem Federn über Elfteres zu rcferiren, und wollen uns nur über den letzten Theil einige Worte erlauben, und zwar über die Person des ungenannten Verfassers. Mit Recht schließt der Editor aus den sich vorrindcnden fremdsprachlichen Uebertragungen hebräischer Stelle», daß der Verfasser ein Franzose war, und aus dem Um- 'tande, daß dieser Kodex A. 1402 der Egerer Synagoge an- >.hörte, daß der Kommentar nicht jünger als das 15. Jahrhundert sein könne. Gewagt erscheint uns aber die Behauptung des Herausgebers, daß der Kopist des Pentateuchs zugleich Verfasser des fraglichen Kommentars, und vielleicht ein nach Egcr verschlagener französischer Exulant war. Der angeführte Grund daß der in demselben Ms. sich vorfindende Kommentar ans d.e 8aktarotd offenbar von demselben Verfasser sei, beweist noch nnmer nicht, daß dies der Schreiber des Kodex gewesen, und Epigraph, in welchem dieser sich als Fremdling gewir noch später sprechen. — Ist es nicht cinrklarlicher, daß beide Kommentare, eben so wie i Megiloth kopirt worden, als anzunehmen, ein Bibelexeget sei nach einem Winkel Böhmens ver- >cn, um dort sich von Bücherabschreiben zu crnebenbei Bibelkommcntare zu verfassen! ivzu uns in Konjekturen ergehen, wo volle Genns liegt. Der Autor jenes Kommentars ist, orschungen unseres verehrten Rappoport, Zunz, ger, Dukes, Jelinek u, a. m. kein Unbekannter kein geringerer als R. Joseph Kara, jün-!osse Raschi's, der bereits zu Ende des eilften n Viertel des 12. Jahrhunderts gelebt hat. zeigt schon der diesem Manne cigenthümliche tfiBl statt des gewöhnlichen nmei, darauf auch;eführte 33*7n 13 Brots 'i ('* 's ns'iS /r *3 pn), mand als eben Xiv Piai' '1, dessen Onkel Eritirt. «vli ..och mehr, von diesem Kommentar auf die fünf Megssoth befinden sich Bruchstücke nicht nur handschriftlich in »er Pariser, Münchner und Hamburger Bibliothek, sondem es wurden diese theilweise auch schon von Elieser Aschkenasi in seinem 2'23N '131 Mcz 1849, v. Jellinck Leipzig .1855, und v. Geiger in seinem xni3tna Leipzig 1856 cbirt, und stimmen mit dem Besprochenen größtentheils wörtlich mberein. [ 4ffiir wollen uns gestatten noch in Details einzugehcn. ' I. Der Kommentar zu nil findet sich theilweise bei Jelinek/ in einer dem Codex hebr. 32 der Hamburger Stadtbwliothek entnommenen epitomatorischcn Erläuterung mehrcrer französischen Exegesen. Dort findet sich beispielsweise gleich dw Erklärung des 1. Verses 112*7*7 33n3,l X3 bis ,13120 nxrtJ» M2.12 Wort für Wort.— V331 N13.123'NX3.'2 ss3 1.21.— ins 1 H' 7* u,,fcr Exemplar unterscheidet sich darin, m cs die erklärenden französischen Uebersetznngeu ausläßt, und wo cs sie gibt korrnmmpirt, offe.nbar, weilMer Kopist kein Franzose war und daher die Mrte nicht vctttand. Dafür find die Ep,grafe überall eigene'Zusätze dieses Abschrcivers, so endet der Kommentar auf nn bei Jelinek N12NV 33'v'3, dre weiteren Reime gehören dem Kopisten an. Auch der zu H3'X findet sich ebenfalls mit andern ilct ^b^iuck, und dessen Vcrmuthung, daß wenn ^au!en ^hlen, Vieles von Kara herrühre, bestätigt fich. Wir wollen wieder einige Beispiele anführcn. Die Errla, nug von 2'3'3Xi ,11 i'.i I. 2. — Die in geographischer Beziehung seltsarue Erklärung s323k*7 3N13 ,2'N3P 3X3 3ip2*7 'N13 2'231X 2311*7 3N13 ,133t '33 I. 3. Die Regel über den Unterschied zwischen *7*7ip mit und ohne 3PM I. 12 findet sich auch cbw XIX 25 bei Geiger in XN13L»12 p. 29. Ebenso die Erklärung zu ,1311'31.13 in XfH3lPia p. 32 zu W23 ix inH’i— 'Rur in Vers I. 14 zu ws ipJM finden wir die im fraglichen Commentar vorkommende Stelle '13 nobv 3331 '1123 Ti'Xi pnr etc. sonst nirgends. II. 5 ist bei Jellinek und im ll'123.1 '131 abgekürzt, und wird erst durch die bei un^vollfiändige Stelle verständlich. II. 6 Die Erklärung des 22N'3 f 13'3 'iriD findet sich auch bei I. und 2'23N '131, nur hat l . dieser die Belegstelle 7323 f233 22N', bei I. heißt es uner- / jl> yvt) klärlichcr Weise ss33p N'i3 N1X3 3123 — II. 10 findet sich in v rrV)yil. den andern erwähnten Editionen nicht. III. 1 lautet die fran- ' 4 zösische Stelle in n'i — 131'13NX*72 '2313 '3 23X *7'3t "IL'" * je suis ce l’homme qui grand mal a vedu (vu) — bei Jellinek 13"1',1 X'''*722313 worin I. sonderbarer Weise durch die beigegebene Stelle BIX *73 bl3' '*?? .1V1X '3X verleitet den sinnlosen Satz „je ressemble voir“ zu erkennen glaubt. — III. 5 D'inio fnna '^3x3 #’ij?d 3331 itna pi findet sich bei I. nicht. III. 9 Die Erzählung ans dem '2*7L>31' und L>112 ,13'X — v>3 13 IN findet sich auch etwas corrnmpirt bei I. III. 20 Das Pinteitat auS i'*7,l,i ttj?*?x '1 auch bei I. und n'i. III. 28 N3^N2 iwb D3T3 ''2 33*7.1 13 2130 '1 auch bei I. und n'i. III. 41 Das Zitat ans dem Pint des ,12*711 *i '*733,1 auch bei I. IV. 6. Die in n"i und im xrn3i3>ia ans Kodex München angeführte Stelle '2312 ,1S12 "112 'Np2L> 13 b"i ''Ipv 3331 2112 ,11VXL> fehlt tu unseren Kommentar. — IV. 8 Bi3>* I23f, die französisch sein sollenden Worte die sich V, 10 zu 31233 wiederholen, und welche zu erklären es der Herausgeber sich sauer werden läßt, sind gewiß, aus oben angeführtem Grunde ganz verschrieben, und lauten bei I. richtiger i""3'iij?l racornir einschrumpfen, in n'i korrumpirt I"öij7i. V. 18 2L»13 1331 12'tf X3.1 auch bei I. und N"1. Das Epigluph za N2'X rührt offenbar ebenfalls wieder nur vom Kopisten her. Hl. Auch in der Erläuterung zu 1N2X finden sich die bei Jel. unter Kara'S Namen gebrachten Stücke größtentheils in unserem Kommentar wieder, so I. 1,1121*7 "j’ixtfi> '21 '333 2'IBD n*72"3, I. 3 zu 33*72*7 L>*7!^ N3L>3, zu N1X2N ip' 2X3 die Bemerkung .1*72 *723, zu N33*72 f"3, tvo die eingeklammerte Stelle bei I. N33L»2 1" X'32 und das letzte Wort nicht P2L»*73, sondern P33^*73 heißt. 1.19 Bei I. der Text etwas korrumpirt. L ¥ und 'W Bon den Kommentaren fi*?,ij? und D'TtP.i TtP drang bisher noch gar nichts in die Oeffentlichkeit, der Erstere liegt zwar handschriftlich in Parma, was aber den Letzter» betrifft, so war es noch Zunz (z. G. u. L.) unbekannt, daß ein solcher auch zu a'i'tP.l i'lvon Kara existire. Bloß Geiger erwähnt, daß Kirchheim denselben in Paris gesehen habe. Und doch ist an der Authencität auch dieser beiden Karaischen Megilloth-Kommentare der Fassung und dem Geiste derselben gemäß, nicht zu zweifeln. Beispielweise in r>*7,lj5 I. 16 wird nxi als synonym mit 1.13 erklärt, wo sich auch zu ,13'X III. 36 eine gleiche Erklärung findet. In a'l'fc',1 i'L> I. 3 heißt cs 3331.12 by N'332 3Tp3 ,-f2L>, auf welche Eigenthnmlichkeit Kara's die Tonzeichen als Hilfsmittel zum Der ständniß der Bibelstellen zu benützen, schon Geiger a. a. O. p. 30 aufmerksam macht. Wir haben noch die Frage zu erörtern, wie es komme, daß der Text des ausdrücklich Kara zugeschriebenen Echakommentars in 2'23N '121 durchaus von dem in dem Egerer Kodex differire; wenn nämlich auch viele gleichartige Stellen Vorkommen, variren die beiden Texte andererseits dennoch sehr bedeutend, und sind im Allgemeinen bei uns ausführlich gegebene Sätze, im n'i höchst lakonisch gekürzt, viele felnen^ inanche lauten ganz verschieden, und finden sich dort wiede^ viele, die tvir nichd haben. Es gibt sogar Stellen, die in ba 2 Texten verschieden erklärt werden; es thäte da eine Vergleichung mit der Münchner Handschrift dringend noch. Bis dahin sehen wir uns genothigt, unser« Text für den authentischen, den des n*i aber für eine extrahirende Kompilation

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