Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 14 (26.7.1866)
- Date
- 1866-07-26
- Page
- Seite 110 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 110 — schönstes Kleid, deinen schönsten Schmuck von dem Staube und Schmutze irdischer Eitelkeit reinigt. Nimmermehr! denke an Joseph, und du wirst versöhnlich, die Rache wird dein reines Herz nicht vergiften. Und welches war das Glück, dessen sich Joseph durch das Unrecht seiner Brüder erfreute, dessen er sich in der Stunde der Aussöhnung mit ihnen rühmte? Etwa, daß er, der einstige Sklave, jetzt den Purpur trug, daß er ein so mächtiges Reich beherrsche? Daran dachte er nicht, er freute sich nur, daß es ihm gegönnt sei Menschenwohl zu fördern, Menschenglück zu gründen, Werke der Milde und Wohlthätigkeit auszuüben 21 Lp ivnn*7, daß er pflegen und erhalten konnte ein großes Volk. Wiederum eine eindringliche Lehre für uns eitle Menschenkinder, daß wir nicht nach Würde streben sollen der Ehre wegen, sondern um in unsrer Stellung unserem Nebenmenschen leichter nützlich sein, leichter Gutes wirken zu können. Der schönste Zug aber bei der Aussöhnung Josephs mit seinen Brüdern war der Ernst die Aufrichtigkeit mit der sie geschah. Es gibt Menschen, die erfahrne Unbilden leicht, oft gar zu leicht vergessen, es ist aber nicht die wahre Aussöhnung sie kömmt nicht vom Herzen, der scharfe Stahl des Hasses bleibt in der Brust stecken, es geschieht nur zum Schein, aus Interesse aus Rücksichten, es zeigt nicht von Sanftmuth und Milde, sondern von Charakterschwäche oft von Charakterlosigkeit, solche Menschen verfallen leicht wieder in den frühern Haß, in die frühere Feindschaft, du kannst dich auf sie nicht verlassen. Das war bei Joseph nicht der Fall. „Er beruhigte sie, er redete zu ihrem Herzen, eöwaren 2*7.1 88 8*87271 27.1 D’KJtvn 8'121 Worte, die aus dem Herzeu kamen und inS Herz drangen" eS blieb bei den Brüdern kein Zweifel, kein Mißtrauen zurück, sie wußten, daß er cS ernst meine, er stellte sich nicht, als ob er da einen großen Edelmuth beweise, als ob er von seiner Macht ihnen zu schaden, keinen Gebrauch machen wolle, nein! er sprach von seiner Pflicht, von seiner eigenen menschlichen Schwäche, ja von seiner Unfähigkeit ihnen zu schaden 1*721' 8*7 mi7 '* 1117 1122*7 *721' '8 17 18'1 litt 17 1122*7 10 Lichter konnten das eine nicht verdunkeln, wie sollte eines 10 verdunkeln 2v KW1 rra KC17 2"D7 ]'8 IPNTI '781 rp71 DIN. „Iyr seid, der Leib und ich der Kopf, nimmt man den Leib weg, wozu wäre der Kopf gut" iw? *?2i' 'B p8i ivy*7 Di*7ir>v7 '121 nw ivn*7 81*7ir>87 '121 D\2212*7 81*72'B7 f181 irr „Ihr wurdet verglichen mit dem Staube der Erde mit den Sternen des Himmels, wer will diesen beikommen, mit den Thieren des Feldes, wer will die erreichen? — 8*7 VI« Dy .17188 Wö »D cy .17128 ieip. Was würde die Welt sagen, beruhigte er seine Brüder, „wenn er seinen Brüdern nicht Treue hält, wem wird ein solcher Mensch Treue halten. Derartige Reden waren geeignet ihren Muth zu erfrischen sie konnten sich unbesorgt ihm in die Arme werfen, jugendlicher Leichtsinn hatte jihnen einen Bruder geraubt, dessen seltene Manneswürde hatte ihnen den Bruder wieder zurückgegeben. Suchschau. 1. Die fünf Megittoth nebst dem syrischen Thargum genannt „Peschito“ zum ersten Male in hebräischer Quadratschrift mit Jnterpunktation edirt, ferner mit einem Kommentare zum Texte, aus einem handschriftlichen Pentateuch Codex der k. k. Universitäts-Bibliothek zu Prag, und einem Kommentare zum Thargum, mit sprachlichen Erläuterungen, Nachweisungen der verschiedenen Lesarten, Pergleichung mit andern alten Versionen, Erklärungen vieler thalmudischer und midraschischer Wörter und Sätze n. s. w. von Dr. Adolf Hübsch, Rabbiner und Prediger der Neusynagogengemeinde zu Prag. Prag 1866. Druck v. Senders und Brandeis, Selbstverlag des Verfassers. XIV S. u. 76 Blätter in 8. Der allgemein verehrte, uns persönlich befreundete Herr Herausgeber und Verfasser dieses Werkes, der zum Bedauern seiner Gemeinde, Freunde und Schüler im Begriffe steht uns zu verlassen, um einem ehrenvollen Rufe jenseits des Oceans zu folgen, hat in Befolgung der thalmndischen Regel 1,11211 “]2 "piÖtP ,127,1 *'21 1110 8*78 11218 818 188' *78 D*7iy*7 »Man nehme Abschied von seinen Freunden mit einem Worte des Lcbensgesetzcs, wodurch man bei ihnen in Erinnerung bleibt" uns mit seiner Arbeit ein sehr schönes, seiner würdiges „Vergißmeinnicht" hinterlassen. Wir werden durch dasselbe Gelegenheit haben in Freud und Leid, an vier Festtagen und einem Trauertage uns seiner zu erinnern, indem wir sein Buch in die Hand nehmen um uns auf die, an diesen Tagen üblichen Synagogcnlectionen vorzubereiten. Dasselbe enthält: a, den correcten hebräischen Text mit Vocalen ohne Accente, b, eine syrische (westarmänische) Uibersetzung, welche unter dem Namen Peselüto nur in den Polyglotten Bibeln und einzelnen wenig verbreiteten Ausgaben anzutreffen ist, und weil in syrischer Schrift nur wenigen jüdischen Gelehrten zugänglich war. Der H. Herausgeber hat die syrische Schrift in hebräische umgesetzt und mit hebräischen Vocalen versehen, so daß nun Jeder, der des hebräischen kundig ist, sie lesen kann..— c, Ern bisher gänzlich unbekannter Kommentar zum Texte, von einem unbekanntem Verfasser aus einer Pentateuch-Handschrift, die bis zum A». fange des 15ten Jahrhunderts von der jüdischen Gemeinde zu Eger, in der dortigen Synagoge benützt wurde, bei einer Verfolgung aber zurückgelassen den Jesuitenvätern zufiel, welche sie der hiesigen k. k. Bibliothek einverleibten. Der H. Herausgeber hat damit ein schönes Werk der Pietät geübt, indem er ein fast verschollenes Denkmal einer ehrwürdigen Gemeinde in Israel nach mehr als 3 Jahrhunderten w ans Licht zog. Endlich ci. ein Kommentnr -nr syrischen Ue!n setzung, worrn uns der H. Vers, die Schätze seines ew"ne Wissens als Mittel zum Verständnis der syrischen 1 setzung darbietet. — Vielseitig und vielversprechend ist dieser Inhalt nnd sind überzeugt im Namen aller Israeliten Prags und a Freunde der Wissenschaft zu handeln, wenn wir hiermit in Herrn Herausg. und Verf. den auftichtigsten Dank für d uns dargereichte Frucht seines Fleißes aussprechen. Weilwi dies gern, noch während derselbe unter uns weilt thun woll> ten, darum müssen wir uns auf eine bloße Anzeige beschränken und eine eingehende wissenschaftliche Würdigung dieser Arbeit aus später Vorbehalten. Noch feucht von der Presse ist das Buch uns zu Händen gekommen und wir haben nur die Vorrede und einige Seiten des Werkes gelesen. Diese haben die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte gelenkt, die eine gründliche Untersuchung herausfordern, nämlich die Behauptung des H. Verf., diePesedito sei jüdischen Ursprungs und die Uebertragung des hebräischen Vokalsystems auf das syrische Idiom. Wir wünschen es mit Triumph verkünden zu können, daß jene Behauptung sich begründen läßt und diese Uebertragung gelungen wäre. Wir geben dem Herrn Verf. das Versprechen, daß die Beschäftigung mit seinem Werke im Geiste des collegialischen Zusammenwirkens und des freundschaftlichen Wohlwollens, in denen wir uns hier die Hand reichten, vollzogen werden, und die leiblich Gettennten^ im Geiste vereinen soll. Dr. A. Stem. II. Den Spruch unserer alten Weisen—li'2iv 81818p' *78 ,12*7.1 121 1iiv 8*78 beherzigend, hat der als Prediger bei uns