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Das Abendland · 1866-07-26 · 14 (26.7.1866) · p. Seite 108

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
14 (26.7.1866)
Date
1866-07-26
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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Lm Louquet frommer Wünsche v. L. m. Man muß gerade nicht die Navara besteigen und in fremde Länder segeln, um neue Pflanz-und Thier-Gattungen zu entdecken; auch im hcimathlichen Lande kann man noch ohne große Beschwerden und ohne tiefsinnige Forschungen neue Specieö registriren. So wird die Zoologie in der Ordnung der Orthoptctern eine neue Unterabtheilung, eine Art Zugheuschrecken in unserem gesegneten Böhmerlande zu verzeichnen haben, nämlich: die Zug- oder Wander-Schochtim. Sie haben keine bestimmte Länge und Färbung, folgen instiuctartig der Richtung nach vereinzelten" Gehöften der 'Juden. Sie kommen wohl nicht in ganzen Schwärmen beisammen, jedoch auch der vereinzelte Flügler richtet großen Mchaden auf dem Felde des jüd. ritualen Lebens an und Äerden so eine Landplage. Dazu sind sie, wenn auch gewöhnlich . schon ausgetrocknet, doch unverdaulich und oft recht wide.lich. Es ist unbegreiflich, daß kein Draußiger darüber noch zme briefliche Mittheilung gemacht hat. Sie hätten zwar von einer Seite betrachtet ihr Gutes. Die Freizügigkeit, wie wün- ^imenswerth und vortheilhaft sie auch den Juden ist, daß sie Sicht eingepfercht an der Scholle, wo ihre Wiege gestanden, beisammen leben und entweder in ihrem Fette ersticken oder am Hungertuche nagen müssen, hat dem ritualen Leben cro- £<» Abbruch gethan. Es gibt derer Viele, die gerne den jüd. Satzungen gemäß leben möchten, aber von der Gemeinde zu entfernt und zu unvermögend einen Schochet zu halten, lassen sie die jüd. Küche allmälig gänzlich fahren. Da wären schon solche Wander-Schochtim vom Nutzen; jedoch sind nicht alle edelgeartet und frommer Natur, haben ihre plötzliche Wandlungen und die Erfahrung hat gezeigt, daß solche Halbflügler — qualisizirte niaiy Schochtim — auf Vorweisung ihres Drp'oms, das der Hauswirth nicht lesen konnte, sich Herausnahmen auch großes Vieh zu schlachten, und wer weiß, ob nicht Fälle Vorkommen, wo Einem auf Grundlage eines *on oder einer nairo das currende Schächteramt anvertraut wird. -<>'ä ist daher ein gerechtfertigter Wunsch, daß die Qualificat-.m mm Schlachten nicht wie bisher in hebräischer sondern in deutscher Sprache ertheilt werde, damit dergleichen Unzu- "^mlichkeiten nicht Vorkommen, damit Jene, die noch nach Satzungen leben wollen, nicht getäuscht werden. Erklärung. Die in N. 10 d. Bl. an das Comite gerichtete „Ein Theilnehmer an der letzten General Versammlung" Unterzeichnete Adresie beruhet auf völliger Unkenntniß der in der Generalversammlung gefaßten Beschlüsse so wie der dem Comite obliegenden Pflichten. — Das Comite hält es daher für überflüssig gegen die ihm unterstellte Absicht „die Angelegenheit unnütz verschleppen zu wollen" sich zu rechtfertigen. Dagegen will es mit dieser Erklärung die Lage der Angelegenheit, so wie seine Stellung zu derselben ins rechte Licht setzen. — Die Generalversammlung dachte nicht daran, daß von ihr gründlich debattirte und mit Majorität Punkt für Punkt angenommene Statut noch einer sofortigen Revision des Comites unterziehen lassen zu wollen. Sie war von der Vortrefflichkeit desselben so sehr überzeugt, daß sie die Frage eines Mitgliedes, ob das Comite berechtigt sei, jede von der Behörde geforderte Anordnung als statuarisch bindend für den Verein anzunehmen? einstimmig bejahete, „da diese Veränderungen der Behörde nur sehr unwesentliche sein Junten." Nun aber sind die Veränderungen der hohe» Landesbehörde, nicht nur nicht unwesentlich sondern hochdieselbe verlangt viele Zusätze die sich zum Theil auf Garantien beziehen von denen es zweifelhaft scheint ob sie der Verein wird bieten können diese Zusätze sind von der hohen Behörde nur angedeutet und müssen bei den Punkten wohin sie gehören erst ausgearbeitet werden — das Comite baS aus 5 Mitgliedern besteht, wird diese Ausarbeitung vornehmen, kann den neuen Entwurf aber nur einer neuen Generalversammlung vorlegen und von ihr bestättigen lassen. Das Comite hat bereits die Erlanbniß zur Einberufung dieser Generalversammlung erhalten, und berufet nach den Statuten dieselbe auf den Mittelfeiertagen des Hüttenfestes ein, das Comite glaubt hiermit den Vorwurf der Nachlässigkeit von sich abgewälzt zu haben. Prag im Juni 1866. Das Comite zur Bearbeitung der Statuten des Lehrervemns- LorrkspondenM. Kaifuug-Fu Der „North China Herald" enthält eine Reisebeschreibung eines Dr. Martin von Pecking nach Shanghai. Diese Reise wurde im Monate Februar und März ui nommen und zwar über eine Route, die noch nie früher einem Europäer beschrieben worden. Es wurde dieser Be in einer Versammlung der Royal Asiatic Society am Mürz 1866 vorgeleseu. Dr. Martin sagt, Honan sei Stadt, die 470 Meilen (engl.) von Kaifung-Fu ents - liege. Gerade hier habe er sich sehr sorgfältig über die i der dortigen Juden unterrichtet. Wir geben hier seine W wieder: „Die jüdische Colonie hat außerordentlich in i Bedeutung abgenommen. Diese Juden haben alle Kenn der hebr. Sprache verloren, obgleich sie noch einige Pe meutrollen, Copien des jüdischen Gesetzes, besitzen. Ihre nagoge, die sehr lange in einem sehr baufälligen Zufl dastand, ist endlich ganz und gar niedergerissen worden, - Baumaterial derselben verkaufte das arme Volk für 9 - rungsmittel. Ein steinernes Tischchen allein bezeichnet Stelle an der früher das Gotteshaus gestanden. Die > c zahl der dortigen Juden ist auf drei bis vier Hundert Se veranschlagt; jedoch sind fast alle religiöse Kennzeichen, d v die sie sich seither von den sie umgebenden Heiden ui schieden, seit dem Tode ihres letzten Rabbiners verschwun Die nächste Generation wird wahrscheinlich diese jetzigen N aus dem Hause Israel nicht mehr als gesonderte Religil gesellschaft kennen." Dem „I. E." wird über diese Berichte des Dr. Ma geschrieben: Die Notiz über die Lage der Juden zu Kaifu Fu erinnert mich an ein Project, daS vor einigen Jat in Bezug auf die beregten Verhältnisse, gemacht wurde. 3. beabsichtigte damals nämlich, mehrere begabte Leute - Kaifung-Fu nach England zu bringen, damit dieselben religiöses Wissen aueignen, um alsdann das Erlernte Brüdern in der Heimath mitzutheilen. Sr. Ehrwürden Chief-Rabbi, hatte lebhaftes Interesse für.die Sache Wonnen. Schon waren ihm die nöthigen Mittel zur äre« sirung dieses Projects von dem, für ähnliche Zwecke stimmten Fond, des Juda Toura zu New-Orleans, Verfügung gestellt. Da brach die chinesische Revolution au», dadurch hörte alle Verbindung zwischen Shanghai und Kalsung- Fu auf. Auch konnten durch den Bürgerkrreg m Amerika die erwarteten Summen aus New-Orleans nicht gehörig erpedirt werden. Da nun alle diese Hindernisse beseitigt sind, steht meines Erachtens wach der Sache kein Hmdernly mehr im Wege. Herr Juda Touro, der damals dre nöthigen Mittel

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