Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 12 (7.6.1866)
- Date
- 1866-06-07
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Trauer und Bußgebete veranstaltet. Glücklicher Weise kamen die Juden bloß mit dem Schrecken davon. Zizka's gefürchteter Name schlug das bei Saaz versammelte deutsche Heer 1421 in die Flucht.' Die bloße Nachricht von dem Herannahen des furchtbaren Feldherrn verbreitete einen solchen Schrecken, daß das Heer auseinander lief und größtenthcils aus der so schimpflichen Flucht zusammen gehauen wurde. Die Worte des R. Jakob Möln (angeführt bei Grätz ibid. 147 und Zunz, synag. Poesie, 48) sind auch anderweitig wichtig, daß wir sie hier wiedergeben wollen. Sm -pna nSm Sip Sc: nS'S mstw aixna ynap xarjpmin'x am naiaa eSa miai arnea xpitxi myn Sirx anx Sp Snm ,pa: maa laipaS p*x SrSa *aa nni :Ppa nSySipamx spn SS3 ipm xSi anmm nna Sy na iSxpi xia*xa omm wxn R. Jakob Möln, der 1427 gestorben und also den unglücklichen Ausgang der Hussitenkriege, Ende Mai 1434, nicht erlebte, scheint eben um 1421 in Eger gelebt und vielfach mit R. Nathan und dessen Sohn R. Eli es er verkehrt zu haben. S. Maharil ama, wo es heißt; xirxa 'wxi |31 "i3i rua pSSana imp anaiS ixpi irS i"in iaai fna n"na"a und ibid, nS'a M wird wiederum eine Frage eines irS i"in '131 S"T X"wxa pnx |3 erwähnt. In Eger lebten damals viele jüdische Gelehrte, da R. Nathan einer der vorzüglichsten Rabbiner Deutschlands war und sehr viele ausgezeichnete Schüler besaß. Bei R. Israel Bruna nmnt Rabbi Perez denselben mit der größten Hochachtung und Verehrung und berichtet, daß derselbe den von ihm ordinirten R. Meisterlein als Rabbiner in 'Neustadt eingesetzt habe. Nr. 227 lauten die Worte des R. Perez: im Slia X3D xmnn"3"a wxipn nny anp nan jn ia*aixa SaS ■pensm imaan xiax jn: i"ina amip annnxami anuSn.i iSx iaix »ax m SaS 'iai warn .S"i a'Smi iSx Sp nmau lieber die Lebensverhältnisse des R. Nathan, der ein Zeitgenosse des Maharil und des R. Lippmann Mühlhausen war, wissen wir wenig. Geburts- und Todesjahr sind unbekannt und ob derselbe identisch sei mit dem oben erwähnten R. Nathan, welcher seiner Frau zumuthcte, ihre eigenen Kinder zu schlachten, können wir auch nicht mit Bestimmtheit angeben. Nur so viel wissen wir, daß R. Nathan bei der Synode in Erfurt circa 1410 anwesend war, wie R. Israel Marburg, i"nn Dir. 24 berichtet. dp nmi 2112X3 lyian av nmp nap a^yaix anp m '3 'n ,,Yptrp Tine ,jn: i"in"e,|aa'S Tin"a,S3\xYina aup: n .xi:\x3 'S um -[3 .a'131,1 iSx lPinn: dpi S"i p"a aniax Bergl. Gratz ibid. 434 und Kerem Chemed 8. 207. Möglich ist der bei Grätz daselbst erwähnte R. Nathan, welcher bei der Synode in Nürnberg anwesend war, mit unserm R. Nathan aus Eger eine Person, und R. Nathan, der sehr alt wurde, musste also den R. Jakob Möln um mehrere Jahre überlebt haben. In den Minhagim des Maharil wird wohl dessen Namen mit der Eulogie S"i; citirt; allein davon lässt sich noch kein Schluß ziehen, weil die Minhagim von dem Schüler des Maharil gesammelt und redigirt wurden. Außerdem wird in einem interessanten Rechtsgutachten des R. Josef Kolon, 193, worauf wir noch zurückkommen werden, des R. Nathan Erwähnung gethan, von dem auch im Sheder Haget des R. Juda Minz einige Citate, Nr. 16, 17, 51, 96 und 103 angeführt werden. R. Nathan Eger erwarb sich nach Josef Kolon viele Verdienste um die Gemeinde in Eger, da er nicht nur eine stark besuchte Talmudschule daselbst unterhielt, sondern auch viele Institute einrichtetc und mit Statuten versah. S"i jMn"na nnp npy» Sai yepan *bS lim aaaiai Snai xia'xa na*p» pxi nm nvi ür]2 liipiL.i paya xia'xa Snpn. Um dielelfae Zeit, obwohl jünger als R. Nathan, blühete auch R. Jockel in Eger, welcher später nach Wien übersiedelte und daselbst bleibend niedergelassen zu haben scheint. Bei R. Juda Minz am na, wird darum R. Jöckel von Wien und bald von Eger angeführt und zwar Nr. 37, 46, 51 58. 72 und 105. Auch R. Meir aus Znaym lebte mit dem Letztgenannten zugleich in Eger, wie dieß ibid Nr. 51hervorgeht, naS 1)'X3 ana: »am ,D»iaio ai".ia 3n3P inx as wxi 'axi ppxin iix in 3ti3i S"i S'py* t™. Schriftstellerische Prodi kte haben sich von R. Nathan nicht erhalten, wogegen von R. Jäkel aus Eger sich in der Münchener Bibliothek ein handschriftlicher Commentar zum Pentateuch erhalten hat. Zunz, zur Geschichte 103. Die Rechtsgutachtendes Maharil, R.Jakob Weil und R. Moses Minz stehen uns jetzt nicht zu Gebote, woraus sich wahrscheinlich manche wichtige Daten zur Geschichte der Juden in Eger während dieser Periode ergänzen ließen. Ueberhaupt besitzen wir sehr wenig Werke und Rechtsgutachten aus dem Ende des 14. und dem Anfänge des 15. Jahrhunderts und selbst die Rechtsgutachten des Maharil; R. Jakob Weil (wovon die Qppenheimerscher Bibliothek die vollstündigern Manuscripta besitzt) und R. Israel aus Brünn sind nach dem Zeugnisse des Asulai unvollständig und sehr verstümmelt gedruckt. Fleißige Forschungen in Bibliotheken, so z. B. besitzt die Oppenheimeriana mehre Sheder Hagitin aus dieser Periode, die gewöhnlich reich sind an historischen Notizen, werden erst die Geschichte dieser Zeit aufhellen können. Schließlich erwähnen wir noch, daß der von Zunz, zur Geschichte 415, aus Maharil angeführte R. Meir ans Eger von uns daselbst nicht aufgefunden werden konnte. Uebrigens istdieVermuthung von Zunz über diesen R. Meir b. R. Jsack von Lewysohn, Epithaphen etc. als irrig nachgewiesen worden. Nachtrag. In einer andern Stelle Maharil nnstn 'aii'y, die wohl einer kleinen Emendation bedarf, wird berichtet, daß R. Jakob dem Märtyrer R. Josbel, welcher sich aus Furcht vor den Br ab a n t er u, den Hilsstruppen des deutschen Kaiserheeres, flüchtete, erlaubte einen doppelten Säbbatweg von Herlsheim nach Worms am Sabbath zu gehen: Y"n S'ati' 'i pnpnS S"nnta imn nnx aya Sy D"n"P"iii3 inix lxaaa imam a'Pin *33 Sy iaSna n:y"3na i'Sy “[S'S iS i»nm amaSiyn 1233 apva nmi Dian ina .napa xmamS So lautet die Stelle eäitio Hannu 1628 und es sollte entweder heißen: imairrp, d. h. R. Josbel fürchtete sich, daß ihn die Brabanter in Rüdesheim tödten werden, oder man muß lesen: l.liaini, welches dann ein eingeschobener Satz wäre, nämlich, die Brabanter tödten den R. Josbel später in Rüdesheim. Siehe Wiener's Emek Habacha S. 196. Lemerkungen. 1. Zu der trefflichen Recension des Buches xstlai 131 pip 131 („Abendland," 1866, Nr. 5, S. 39—40) erlauben wir uns vorläufig folgende Notizen beizufügen. — 1) Die Ansicht des Rabbi Lippmann Mühlhausen über Jbn Esra's mangelhafte Kcnntniß und geringe Werthschätzung (resp. Anerkennung) der jüdischen Tradition ist keineswegs aus der Luft gegriffen, und daher nicht so gering anzuschlagen, wie es der geschätzte Referent (Rabb. vr. Hübsch) thun will, Wir haben dieß bereits in unserer Zeitschrift „Jeschurun", Jahrg. I (1857,) hebr. Abtheilung, Beilage, S. 14—15, durch unwiderlegbare Beweise aus Jbn Esra's Commentar zum Pentateuch erhärtet, ohne von den Stellen in den R. G. A. des Rabbi Simon Duran (x"n ppi n"lP), in Lippmann Mühlhausens Nizachon (worauf uns unser gelehrter Freund S. I. Hal- . berstamm aufmerksam machte) und in der Vorrede des Rabbi Salomo Lurja ad Chulin (vrgl. unsere genannte Zeitschrift, Jahrg. III, d. Abtheil. S. 37) die geringste Kunde gehabt zu haben. Die Analogie, die der Herr Referent zwischen der Anschauungsweise des ehrwürdigen Oberrabbiners RappoPort und der Jbn Esra^s Betreff der Bibelexegese finden will, ist nur eine schwankende Conjectur, die weder richtig noch maßgebend sein kann. Selbst wenn wir auch 12* i