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Das Abendland · 1866-04-12 · 8 (12.4.1866) · p. Seite 60

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
8 (12.4.1866)
Date
1866-04-12
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 dessen überzeugt, — durch dieses einfache Heilmittel die Visionen unseres Geistersehers sichtlich vermindern. Meine Ercurstonen in das Reich unserer Ideale von Dr. S. H. Sonneschjein Rabbiner in Warasdin. III. „Alles hat seine Zeit und jedes Ding unter dem Himmel seine Bestimmung!" Die Luftwelle, die wir unbeachtet einathmen, die unbewegliche Koralle im tiefen Schooße des Meeres, der Wasserstrahl, der in der Sonnengluth verdunstet, der Eisgürtel an den unbewohnten Erdpolen: sie alle sind für den Weltenhaushalt unentbehrlich. Es besitzt jedes Wesen auf Erden nur diejenigen Eigenschaften oder Fähigkeiten oder Kräfte, die es zum Vollzüge seiner mehr oder minder reichhaltigen Bestimmung unvermeidlich nöthig hat. Je edler und mannigfaltiger der Organismus eines Geschöpfes ist, desto wichtiger ist auch der Lebenszweck, zu dessen Vollbringung es berufen worden, und desto selbstständiger verfolgt es seine Naturbestimmung. Und so ist es nur natürlich, daß der Mensch, dem offenbar die erste Stelle in der Rangordnung der Geschöpfe gebührt, dem von dem unsichtbaren Schöpfer die sichtbare Statthalterschaft auf Erden eingeräumt ward, sich hienieden a m fr e i e st e n un d s el b stständigsten bewegen kann. Die Bechira, dieSelbstbestimmung, auf S elbsterkenntniß beruhend und zur Gewissensfreiheit erwachsend, — das ist das leitende Prinzip der Feoffenbarten Lehre: des Mosaismus Im Judenthum gehört iwohl der Doppelbegriff von Lohn und Strafe zu den Strebepfeilern der sittlichen Weltordnung; denn der Mensch ist nur selbstständig aber nicht unabhängig, nur gewissensffei aber nicht unverantwortlich in seinem Thun und Lassen. Ohne Lohn und Strafe ist eine sittliche Weltordnung, ein Wirkungskreis für die geoffenbarte Lehre gar nicht denkbar; aber die Aussicht auf Lohn und die Furcht vor Strafe darf nicht der erste und letzte Beweggrund der menschlichen Handlungsweise sein. „Wir dienen Gott nicht, damit wir den Lohn für unsere Dienste empfangen," weil ja Gott den Dienst nicht um seinetwillen, sondern um unsertwillen verlangt. Wenn der Mensch Gott dient, so heißt das im jüdischen Religionsbegriff: Der Mensch dient sich selbst, lebt zu seinem und seiner Nebenmenschen Besten. Nur darf der Selbstdienst nicht zur Selbstvergötterung entarten, obschon jeder Mensch den Gott in sich fühlen muß. CorrespondenM. Prag 9. April. Den jüdischen Volkscharacter besonders auszeichnende Eigenschaften sind von jeher Milde und Barmherzigkeit gewesen, und nicht selten befindet sich auch dieses im echt jüdischem Geiste wirkende Blatt in der angenehmen Lage, den aus obigen zwei Humanitätsquellen hervorkommenden Ausflüssen, seine Spalten zu öffnen, um auf diese Weise auch weitere Kreise als Stromgebiet zu gewinnen und reichlicher Zufluß, dem von Wasser des Lebens sprudelnden Bächlein, zuzuführen. Auch dießmal ist es ein Werk, dessen Ursprung in wahrer Menschenliebe und Humanität liegt, über dessen erfreuliches Gedeihen wir gegenwärtig zu berichten haben. Bekanntlich besteht der Privat-Frauen-Verein zur Erziehung armer israel. Waisenmädchen seit einem Decenium (vom I. 1855) in unserer Mitte. Wie vielen Vätern dieser Verein seit seinem Bestehen bis zu den letzt verflossenen 3 Jahren wo der letzte Geschäftsbericht herausgegeben wurde, in herangenahter Stunde den letzten Todeskampf erleichtert, wie vielen Gattinen und Müttern er die ob des Verlustes ihrer Gatten, der Versorger und Beschützer ihrer Kinder, vergossenen Thränen getrocknet und Trost gewährt; wie viele arme verlassene Mädchen, welche ohne ihn dem tiefsten Elend preis gegeben wären, er liebreich ausgenommen, zart gepflegt und erzogen hat, wollen wir jetzt nicht wiederholen, da dieß aus den oben benannten Geschäftsbericht ersichtlich ist. Seit dieser Zeit aber hat das Gebühren des Vereines das Forum der Oeffentlichkeit gemieden, und zwar, wie Herr Dr. Pribram bei der am 2. d. M. abgehaltenen General- Versammlung erklärte, um die mit einer Drucklegung verbundenen Kosten zu ersparen. Wir brauchen aber nur den in dieser Sitzung für das Verwaltuugsjahr 1865 verlesenen Geschäftsbericht zu veranschaucn und nur Zahlen sprechen zu lassen um von dem fortschreitenden Gedeihen des Vereines auch während dieser Zeit und vor der immer regern Theilnahme, deren derselbe sich erfreut, überzeugt zu sein. Das Vermögen des Vereines belief sich mit Ende Decembcr 1865 aus 21738fl. 88^/^kr. außer einem Capital von 7030fl. das erst nach Ableben der actnellen Nutznießer flüßig gemacht werden kann. Um 2588fl. 56kr. mehr als im Vorjahre, trotzdem die Gesammtausgaben im abgelaufenen Jahr 3076fl. 71 kr. betragen, worunter, Verpflegung mit 1301fl. 51kr. Bekleidung mit 187fl. 68kr. Gehalte an Lehrer mit 515fl. 5Okr. Wohnung mit 42Ofl. anzunehmen sind, das übrige diverse Ausgaben in Anspruch nahmen. Die Verpflegungs und Bekleidungskosten sind deshalb so gering weil viele Damen den Verein mit Spenden in natura bedachten. Der Raum dieser Blätter gestattet nicht die edlen Spenderinen namentlich zu erwähnen, und wie wir hörten, wird ohne dieß nächstens ein Bericht über das Gebühren des Instituts erscheinen, welcher auch die Namen dieser hochherzigen Frauen bringen wird. Nach dem Geschäftsberichte wurde die Ergänzungswahl des Vorstandes, für die statuarisch zum Austritt bestimmten Damen vorgenommen. Sämmtliche wurden einstimmig wieder gewählt; es sind dieß die Damen: Karoline Stark dermalen Vereins-Präsidentin, Anna Goldschmied, Anna Jeiteles, Wilhelmine Hock, Amalia Fischel; neu hinzu gewählt wurde: Fr. Eleonore Schwab. Diese vollständige und einhellige Wiederwahl des Vorstandes zeigt zur Genüge wie sehr sich dieser die Angelegenheiten des Vereines angelegen sein lässt. Besonders müssen wir die Verdienste der Präsidentin Karoline Stark, welche mit seltner Hingebung, wahrhafter Liebe nnd zärtlicher Sorgfalt dem Vereine ihre Kräfte zuwendet, hervorheben, und in der Wahl dieser Dame, zur Vereins- Präsidentin lag schon ein gutes Omen für die Zukunft des Vereines. Der Verein, welcher im vergangenen Jahre seine Hauptstifterin und edelste Gönnerin Fr. Francisca Rosenberg s. A. durch den Tod verloren, deren Fürsorge aber für denselben bis über den Tod hinaus reichte; indem sie diesen mit einem ansehnlichen Legat bedachte, zählt gegenwärtig 3 Ehren- 23 stiftende" und 248 beitragende Mitglieder. Im Institut befinden sich gegenwärtig 12 Mädchen, nachdem bereits einige diesem ihre jetzige anständige Stellung, als Lehrerinen und Gouvernanten in vornehmen Privathäusern zu verdanken haben. K. Lieben. Der im vorigen Monate zu Wien verstorbene Herr Wolf M. Tanßig hat sich auch in unserer Gemeinde durch seinen Wohlthätigkeitssinn ein ewiges Denkmal der Erinnerung gesetzt. Ihm verdankt unsere Synagoge zwei prachtvolle Vorhänge zur heiligen Lade, 3 Fußteppiche am Standorte des Cantor's, und als ihm vor einigen Jahren sein einziger Sohn durch den Tod entrissen wurde, spendete er eine Summe, deren Zinserträgnisse dazu bestimmt waren, daß jährlich an dessen Sterbetage ein Licht in der Synagoge angezündet und das Kadischgebeth für dessen Seelender Synagoge i die Worte Chan gefleht' und er, Conflrrnanden, a dessen einstige ¥ Dienste Gottes Worten s'tt seinen Ködern z M brachte allge rneinde bewies d genden Tage ein ehrten Eltern de liensest verdient, mein geachteten Erwähnung wei Mit für hoffnungsvolle S Ehrentheil. Möge heranwachsen und Rudel Ej Spur ein i 5.); mal eine Plutarch aus der zeugt Apion derte, j thum rfW daß fl; Ae gewonnene lntet Plutarch e

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