Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- III (1866)
- Issue
- 4 (15.2.1866)
- Date
- 1866-02-15
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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27 Forschung zu erringende Erkenntniß erst nach einer gewissen Seit zu erlangen sei; wenn er uns daher mit der Erkenntniß ftiner Lehre bis zu jenem Zeitpunkte verwiesen hätte, so würden wir eine Zeit lang ohne Erkenntniß geblieben sein; im günstigsten Falle so lange, bis das angestrebte Ziel unserer spekulativenTbätigkeit erreicht worden wäre. Gar viele aber würden dieses Ziel gar nicht erreicht haben, entweder wegen der Mangelhaftigkeit ihres Forschens, oder aus Ucberdruß an demselben, oder wegen der Zweifel und Irrthümer, denen sic unterlagen. Aller dieser Mühseligkeiten hat uns Gott überhoben durch seine Gesandten, die Propheten die uns seine Lehre verkündeten und ihre Wahrheit durch Zeichen und Wunder in unzweifelhafter Weise gegen jeglichen Widerspruch für alle Seiten dokumcutirten, in deren Besitz^ wir auf traditionellem Wege durch die vom Bater auf ^ohn sich fortpflanzcnde Belehrung gelangt sind.«) Daran müssen wir festhalten. Aber nicht minder ergeht an uns die Aufforderung, über die auf diesem Wege uns zugckommenen Lehren mit Ruhe und ohne Uebereilung nachzuforschcn, fa lange bis wir uns von den Wahrheiten, deren Gewißheit uns durch die Offenbarung verbürgt worden ist, auch auf dem Wege der Forschung überzeugt haben. Durch die Philosophie soll der Mensch zu demselben Resultate gelangen, wie durch die Offenbarung. Die Philosophie soll ihn in seiner gläubigen Ueberzcugung stärken. Ist auch der Weg zu diesem Ziele ein langer und Manchen unzugänglich, wie den Denkschwachen, so bleibt ihnen doch die Lehre nicht verschlossen und sie sind nicht verlassen?) Saadia will, wie wir aus dem Gesagten ersehen, den Glauben zur Wissenschaft erhoben sehen. Der Glaube ist Gemeingut, die Wissenschaft der Autheil der Berufenen. Der Glaube ist für jene, die sich zur wissenschaftlichen Erkenntniß nicht zu erheben vermögen, sie ist für sic die Quelle und das letzte Ziel ihres Lebens und Strebens; für den Forscher aber eine Anticipation des Wissens, ein vorläufiges Hinnehmen der Wahrheit auf Grund der durch Wunder und Zeichen bestätigten Offenbarungslehre, um dadurch in den Ltand gesetzt zu fein, das gläubig Hingenommcnc nachträglich wissenschaftlich zu befestigen, zur wissenschaftlichen Erkenntniß zu erheben. Daß die Philosophie den Inhalt der Offenbarung in allen ihren Einzelnheiten nicht immer zur Höhe vernunftgemäßer Erkenntniß zu erheben vermag, daß sie manche Lehre und Satzung, manche biblische und traditionelle Sage begrifflich zu erfassen nicht immer im Stande ist, kann den Offenbarungsglanben nicht erschüttern. Denn wie könnte der Begriff unzerstörbareThatsachen, Wunderund Weissagungen,; worauf der Glaube beruht, vernichten? Die Philosophie, das Forschen an sich, kann daher nie irreligiös sein, da sie I nie die gcoffenbartcn Wahrheiten direkt negirt, sondern nur I ihre Erfaßbarkeit und Bcgreifbarkeit in einzelnen Fällen nicht concedirt. In einem solchen Nichtconcediren liegt nur das Geständniß, daß sie nicht im Stande sei, positiv Gegebenes zu erklären. Ein solches Vekenntniß ist kein Umsturz der Religion, des Glaubens, wogegen sich Saadia ganz entschieden ') Emuii. Wed. a. a. 8. C. 2lbf..'»pp^gmamaanaFinP *322 mr ck *a .jaina maa cs* *a iaSp* xS p*yn naxnaa 2‘xinan 'saSan cSpnp nj? mm xSa jai maja ,n*Sx mnm nrma um« maya naxSan 12 aSpn xS 1322 a*an xapi «na pcj?n cm*i na pip*p maya na pcynnS iS aSp* xSp is* 12 p*p pncn Saaxman lancpimix pSaSaai vSy 2*aSip nipecnp *322 ix i:xmi nnana 13S mani itiSp 13S hSpi mnea 2S3 avrcn nSx .pcc cna anynn xSp ameiai .n*Sy ninix i3*3*ya 7) Emun. Wed. n. a. O. Abs. 18. nx pri£2 p*j»S nan3P 111^1 na**pri3P ix Kinn nayana irc xSip*ya n; 13S xar*p »la'iiK iyapi i3*3*y ik-p nee mnma paxnS i32'*nnm i3*Sy *ci mS xS i3i*y aSp*p ix 132a p*yaS jam “px* cxi c*pan ja n*n*p *ai m *Sa nxp* xS me y:io nan maya nnxn*p •iS naSp im n*nn p*yS xn* xSp »bi 2*ny;n ix verwahrt8), sondern nur ein Mangel der Begriffe. Die Philosophie will begreifen; sie verneint daher nur Begriffe, die sie nicht fassen kann, nicht aber Thatsachen. Gibt es doch im Leben so viel Thatsächliches, was die Vernunft nicht begreifen kann, ohne es als Thatsache wegleugnen zu können. Jene Lehren und Gebote, deren begriffsmäßige Auffassung die Vernunft uns ermöglicht, nennt Saadia die vernunftgemäßen ') rnita) rmSaP) im Gegensätze zu den der Vernunft unfaßbaren, die er als ni'xap ni3t2 *°) bezeichnet, die aber deshalb noch' nicht vernunftwidrig sind. Auch den letztem darf die Vernünftigkeit an sich nicht abgesprochen werden, wenn uns auch ihre rationelle Begründung nicht gelingt, und wir ihren vernunftgemäßen Grund nicht auffinden können. Eine Vernunftreligion als Coincidenzpunkt, wo Vernunft und Offenbarung in allem Zusammentreffen und sich daher vollständig decken, zu eonstruiren, hält wohl auch Saadia für menschliche Kräfte kaum möglich. Nur eine den Boden der Offenbarung verlassende und sich von ihr lossagende Spekulation, die ihren eigenen Weg geht unbekümmert um die gcoffenbartcn Lehren und Wahrheiten und daher zu Jrrthümern führt, eine solche ist es, wogegen unsre Weisen warnen. Saadia sieht in der Philosophie in ihrem Verhältniß zum positiven Glaubcnsinhalt ein bloßes Nachrcchnen eines vorliegenden Rechnungsresultats. Nur was mit unsrem natürlichen Erkenntnißvermögen in einem nicht zu lösenden Widerspruche steht, das Vernunftwidrige, das Undenkbare, das Verkehrte kann nicht als Wahrheit gelten und anerkannt werden, wenn es sich auch durch Wunder legitimiren sollte. Dahin zählt Saadia den 'Glauben an Scelenwanderung ") (npnynnctÄiryyiVHni; itfTfin/n'xomi^) obschon in Talmud und Midrasch an vielen Stellen auf uns maP3.n SiaSa hingewiesen wird. Den Wundcrbegriff die den Glauben an Etwas, wenn es auch aus dem einmal vorhandenen Naturvcrlaufe nicht erklärlich ist, hält Saadia fest, aber er räumt den Wundern keine unbedingte Beweiskraft ein.ls) Die uns durch Schrift und Überlieferung.zugekommenen Fehren und Vorschriften sind ihm unanfechtbare Wahrheiten, die für alte Zeiten fort dauern, so wie das Iudcnthum selbst der Träger derselben. In der Fortdauer des letztern ist die Fortdauer und Giltigkeit der erstern begründet.13) Denn das Iudcnthum ohne seine Lehre und fein Gesetz würde aufhören *) Emun. Wed. Borw. Abs. 16. c*P3 *pK . >^1X n2X* CX1 na »sa nmx pas*3 npx ny a*pinpm my’ma p*yn j*nS i3*Sy jrynp c*naix anp ix ,nxm naxSan a*p*nna cym — mnan*p xSx i3*x m *a ,nas*3?mcnip*axn Sk x*aai nmaan x*aa na Skip* »Ban nan ibix nax* cxi-.cnap pxn *ay Sax imvaB'P jan* xS naxn p*yn *a cnnSxa niix*3i naxa ni Sx lmmn ♦132B ,j) Emunat Wed. in. c. i. ono niaup a*'N2 jvyn ,13X2fB a"nxi '°)A. A. 0.1113 Sapn px 2*nan niit.an »pSn *3P2 *3Pn pSm npsx *xni 2Xi — ,2B3f>*S 2*3132 xSi 223exS 2»aia 2nP2mx pno naj,*B nS'Syi m»pSn nSj?in mSanpnn 2j? 2nS n*n» xSp ■pnc nSna nS»Sjn nSna nSjnn ppxnn pSnS n»n npxa Sapian .Sapian ") E“unat Wed. VI. 7. «qq c*P3K TlXJföP 121X *?3X 2Satxi3»3yi ,npnjmn mix 2*xnpi ni3pna 2*nax 2*nin* 2*xnp3p P'i .nnn*a fa »mxi *iSa p nnxi pj?ap Sx aipn pixn nnp mm nanaa cnxn nn n*nnp 2*2x2 p* onaixp c*an cna .aianym pyapn ma c*a-i 2*nam anxa nanan u) Emunat Wed. in. 8. mmxnnnmxS npaa I33*axn nac na Sx nSnn iaxnp*px*a3Saana *.33*axn nac Sax,naSa 'maiam '*ii2ian i3aa ppaa npa*p mix nx->3i inan xaP3 npxai npa*p .^323 Sx naia px *a ,i*Sx ”) Emunat Wed. Hl. 7. n*mma 2X *a neix n3*x 13'naix |2 pxi c*ajjpn»ay fai Sa ma>*n naixnp xman naxp p*ai .cn*a» Sa nnnm maynp mann 4*