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Das Abendland · 1866-02-01 · 3 (1.2.1866) · p. Seite 21

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
3 (1.2.1866)
Date
1866-02-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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daß jeder Arme in den sieben Trauertagen mit dem nöthigen Lebensunterhalt versorgt wird. Es verdient diese Neuerung Nachahmung, umsomehr als die Ollevra kackiselia's zumeist nur jene beide Zwecke verfolgen. < , , v Nach einem feierlich mit Chorgesang abgehaltenem ^oinkippur-koton fand ein Festessen statt, bei welchem sowohl vom Rabbiner als von einzelnen Mitgliedern wie üblich „Thora gesagt" wurde. Herr vr. Mühsam ist vor einiger Zeit zum Ehrennutgliede der Ollevra-Kackisella ernannt worden. Lichtenstadt 13. Iäner 1866. Herr Redakteur! Ich lebe und wirke gerne bescheiden und geräuschlos. Aus diesem Stande laße ich mich auch nicht so leicht in die Öffentlichkeit locken; doch das edle, humane und segenreiche Wirken des verdienstvollen Cultusrepräsentanten vom egerischen Kreise Hr. S. H. durchströmt mein Gefühl, entflammt meine Anerkennung und Dankbarkeit derart, daß ich Sie bitten muß dem beifolgenden schriftlichen Akte, der von dessen Streben und Wirken Zeugenschaft ablegt, in Ihrem geschätzten Blatte einen Raum zu widmen. Solche Akte als ermunternde Beispiele den Lesern Ihres Blattes vorzulegen — ist ja dessen Ziel — und Jener Wunsch. Moses Sachs. Kreisrabbiner. Euer Ehrwürden! Das furchtbare Element, das Königswart leider in kurzer Zeit, 2mal heimgesucht, und das letztemal unsere Glaubensbrüder so hart betroffen, veranlaßte mich als Repräsentanten des dortigen Ortes resp. Kreises, einen Aufruf sowohl hier Ortes, als auch an auswärtigen jüd. Gemeinden ergehen zu lassen. Ich erachte es als Pflicht Euer Ehrwürden als würd. Kreisrabbiner, und zumal Sie jahrelang als Seelsorger in diesem Orte domizilirtcn, und überzeugt bin, welche Theilnahme Sie den Dortigen noch widmen dürften, das bisherige Resultat meiner Sammlung anzuzeigen. Nicht unerwähnt kann ich es lassen, das grade wohlhabende Gemeinden Ihrer Umgegend meinen Aufruf ganz außer Acht ließen. Euer Ehrwürden mich mit besonderer Hochachtung empfehlend, bin ich Euer Ehrwürden Ergebenster Sigmund Hosmann. Pilsen 1». Dez. 1865. Von der Stadt Pilsen und Umgebung 600 fl. erhielt ich zur Vcrthcilung ohne Unterschied der Confeffion. Ausschließlich für Israeliten von der Mzm. isr. Cultus- Nepräsentanz 100 fl., von der Prager. Cultus-Gemcinde- Repräscntanz 100 fl., von der Pilsner Cultus-Gcmcinde-Repräsentanz 100 fl., von der Pribramer Cultus-Gemeinde> Repräsentanz 15 fl., von der Strackonitzer Cultus-Gemeinde- Repräsentanz 30 fl., von der Lichtenstädter Cultus-Gemeindc- Repräsentanz 35 fl., von der Melnik und Schopkau Cultus- Gemeinde-Repräsentanz 20 fl., von der Pisek Cultus-Gcmeinde-Rcpräsentanz 21 fl. 50 kr., von der Königsberg Cultus-Gemeinde-Repräscntanz 25 fl., von der Bidschow: CultuS-Gemeinde-Repräsentanz 40 fl., von der Staab: Cultus- Gemeinde-Repräsentanz 10 fl. 20 kr., von der Dobrisch: Cultus-Gemeinde-Repräscntanz 16 fl. Summa 1112 fl. 70 kr. Herr M. Schnapper in Wien 20 fl., Herrn Gebrüder Bethmann in Frankfurt a. M. 20 fl., Herr Königswarther in Wien 100 fl., Herr Rothschild in Frankfurt 25 fl., Herren Bischofsheim, Goldschmidt in London 100 fl., Netfchetiner Gemeinde 10 fl., Raudnitzcr Gemeinde 15 fl., Nadnitzer Gemeinde 20 fl., Auscha Gemeinde 13 fl. 10 kr. Herr 'B. Goldschmidt in Frankfurt a. M. 43 fl. 50 kr. Weseritzer Gemeinde 15 fl. 50 kr., Tereschauer Gemeinde 15 fl. 16 kr., Herr Oppenheimer aus Cöln 77 fl., Frau Elise Herz aus Wien 25 fl., Vollmer Gemeinde 13 fl., Petschaucr Gemeinde 47 fl. 86 kr., Ronspcrg: Gemeinde 10 fl.. Lucker Gemeinde 10 fl., Hr. KönigSwarther.in Franks. 150 fl. Zusammen 1249 fl. 86 kr. Ferner sind eingegangen: Ohne Unterschied der Confession: von diversi baar 685 fl., 2 Paquete Wäsche, 2 Pequate Kleidungsstücke. Obige 685 fl. nebst 4 Paquete, habe ich, laut Quittung des Königswarther Bezirksvorstehers, zur Uebergabe und Vertheilung durch das dortige Comite verabfolgt. Breslau den 25. Januar 1866. H Heute ist das Programm des jüd. theologischen Seminars erschienen. Dem Jahresberichte voran geht eine Abhandlung des Prof. vr. S. Bernays über TheophrastoS Schrift, lieber Frömmigkeit. Es ist eine umfangreiche Arbeit von über 9 rl ogen. Ans dem Jahresberichte entnehmen wir Folgendes: Das Seminar feiert am Sonntag den 28. Januar e. die 12., an das Andenken seines Stifters (des königl. Eommerzienrathes Jonas Frankel) anknüpscnde, Stiftungsfeier. Wiederum haben 3 als Rabbiner bereit t entlassene Hörer des Seminars nicht unbedeutende Stellen erhalten. So Herr vr. I. Bamberger in Königsberg, H. I)r. I. Wallerstein in Danzig, H. vr. I. Glück in Samter. Neu entlassen werden an dem herannahenden Stiftungsfeste Herr I)r. A. Frank aus Oud- Beherland (Niederlande), H. vr. H. Groß aus Szenitz (Ungarn) H. vr. S. Michaelis aus Chodziesen (Posen.) Einen schmerzlichen Verlust erlitt das Seminar durch den Tod des Curators H. I. Prinz. An seine Stelle trat Herr vr. meck. I. Lobethal, der dem Seminar schon bei dessen Entstehen mit aufmuntcrndcr Anerkennung cntgegengekommen war. An dem Seminar wirkten: Herr Oberrabbiner vr. Z. Frankel als Direktor, ferner die Lehrer vr. I. Bernays, H. Gractz, B. Zuckermann I. Freuden - thal. Im Lehrerseminar crtheilte H. I)r. H. Vogclstein, Hörer der oberen Rabbiner - Abtheilung, Hilfsuntcrricht in manchen Lehrgegenstünden. Das Rabbinerscminar zählt 58 Hörer, und zwar 28 Preußen, 20 Oesterrcicher, 1 Würtcmbergcr, 3 Badenser, 1 Hanoverancr, 1 Lippedetmolder, 1 Niedeländer, 1 Russe, 2 Polen. Das Lehrerseminar zählt 8 Hörer, welche Preußen sind. Als Prcisaufgabe war Heuer gestellt worden: Die Fortbildung der hebräischen Sprache in der Mischna in formaler und realer Beziehung. Der Preis wurde den Herrn stuck xkil. I. Lcvy aus Jnowraelav (Posen) und cand. phil. A. Stein aus Grombach (Baden), zuerkannt. Wiederum ist das Seminar im verflossenen Jahre mit einer großen Anzahl zum Thcile sehr bedeutender Legate bedacht worden. Außer dem erhielt das Seminar wiederum eine bedeutende Anzahl von Werken, darunter einige werthvolle Manuskripte. Außer dem will ich Ihnen mitthcilen, daß Mittwoch den 25. dieses Herr vr. Goldschmidt aus Leipzig zur Feier von Lessings Geburtstage (allerdings Etwas verspätetim Vereine „zur Verbreitung der Wissenschaft des Iudenthums einen Vortrag hielt über den Einfluß Lessings auf das Iudenthum. Der Vortrag war sehr zahlreich besucht, und sind wohl alle Anwesenden von demselben befriedigt worden. Thorn (Preußen.) Mend cl so h n's-Fe i e r. Die vom Rabbiner Herrn I)r, Rahmer zur Gedächtnißfeier Moses Mendclsohn's im Saale der höheren Töchterschule gehaltene Vorlesung war von einem zahlreichen intelligenten Publikum besucht.

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