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Das Abendland · 1866-01-04 · 1 (4.1.1866) · p. Seite 7

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
1 (4.1.1866)
Date
1866-01-04
Page
Seite 7 (sequence 13)
Language
German
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7 Um ehemaligen Minister in Erinnerung an das eben erwähnte Gesetz bei den letzten Landtagswahlen ihre Stimmen entzogen haben demnach, obgleich mit ihrer Kundgebung in der Minorität geblieben, durch ihr festes Auftreten sogar die Achtung und die Sympathien des von ihnen bekämpften Gegners gewonnen. ., , eju, San Franciska (Kalifornien) im November. Hier herrschte ein starkes Erdbeben, das mehrere Häuser zum Einsturz brachte. Der Tempel, in dem grade die Andacht verrichtet wurde blieb aus wunderbarer Weise verschont. Luchschau. 13 Von dem in der vorigen Nummer d. Blattes angereiaten Buche des vr. Pollak „Persien. Das Land und seine Bewohner" ist bei Brockhaus in Leipzig der 2. Theil erschienen, den wir bei Gelegenheit einer eingehenden Besprechung unterziehen werden, da er viel des Interessanten und Wissenswerthen enthält. Für heute wollen wir dem Leser bloß dasjenige mittheilen, was der Vers, über die jüdischen Aerzte in Persien berichtet. „Viele Aerzte sind Juden oder jüdischer Abkunft namentlich befindet sich in Kurdistan und Turkistan die ärztliche Praxis fast ausschließlich in den Händen von Juden, und es scheint dieß von jeher der Fall gewesen zu sein: wenigstens besagt eine Votivtafel am Grabe Esthers in Hmnadan, daß im 13. Jahrhundert das Grabmal durch 3 Brüder, welche sämmtlich Aerzte waren, restaurirt worden sei. Auch in Teheran gehören 4 Brüder aus einer jüdischen Familie zu den beschäftigsten Aerzten der Stadt. Einer von ihnen, namens Hak Nüzär war einige Zeit Leibarzt des vorigen Königs Mehmed Schah, und der Umstand, daß er, obgleich sowohl dieser Fürst als auch der geliebteste zum Thronfolger bestimmte Sohn des jetzt regierenden Schah unter seiner Behandlung starben, noch immer am Leben ist, zeigt, wenn auch nicht von seiner ärztlichen Befähigung, doch jedenfalls von diplomatischer Gewandheit. Von dem Kanon des Avicenna existirt eine gute Ausgabe in hebräischer Sprache." 14 Kol Dodi oder die biblische Blumenlese. Ein Buch für jeden denkenden und gebildeten Menschen von vr. M. Deutsch in Pilsen 3. und 4. Lieferung. Dem Titel vollständig entsprechend ist der Inhalt dieses Heftes, in welchem „ein biblischer Charakter" der Patriarch Abraham dem Leser vorgeführt wird. Die Behandlung zeigt wirklich von dem bedeutenden Wissen und gründlichem Denken des Verfassers, der in einem kernigen gedankenreichen Style die wichtigsten Lebensmomente aus dem Leben Abrahams seiner Betrachtung unterzieht, und durch seine gesunde geistvolle Anschauung mehr dem Manne von Bildung als der Masse des Volkes, die seinen Reflexionen nicht immer folgen könnte, Anregung biethet. Mit viel Geschick zieht der Verfasser in seiner Darstellung manche Vergleichung aus fremden Wissensgebiethen herbei, und ist es rühmend hervorzuheben, daß die Form durch diese Uebersülle des Inhalts nicht leidet. Die Sprache ist meistens fließend, mitunter recht warm. Wir sind überzeugt, daß der Vers: auf der Kanzel vor einem gemischten Auditorium einen andern Ton anschlagen würde, jedoch kann man es nur loben, daß er bei jenen jüdischen Lesern, die sich mit der Lektüre derartiger Schriften befassen, den Sinn für eine ernste reflexive Darstellung voraussetzt. Das Publikum gleicht, wie Göthe bemerkt, einem Kinde, beide fassen sie mehr, je 'mehr man ihnen zutraut. Wir wünschen der Arbeit des Vers: die verdiente Anerkennung. R. Das Laden im lobten Meer. Albert Rhodes erzählt in seinem Reisewerk: Jerusalem as it is. „Ich blieb beinahe drei Viertelstunden im todten Meer, und fühlte mich gestärkt und erfrischt, als ich heraus kam. Das schmerzende Gefühl von welchem einige Reisende gesprochen haben, war mehr nichts als ein leichtes nicht unangenehmes Prickeln. Dadurch, daß ich mich rasch abrieb, ehe die Haut trocken geworden, wurde auch die Fettigkeit, deren einige Reisende Erwähnung gethan, kaum gefühlt. Die Hauptsorge beim Baden im todten Meer sollte darauf gerichtet sein Nase, Augen und Ohren außer Wasser zu halten; geschieht dieß, so ist das Bad eines der angenehmsten die man nehmen kann. Ich habe häufig im atlantischen und im mittländischen Meere so wie in Thermalquellen gebadet, nie irgend eines so erfrischend gefunden wie das tobte Meer. Zur Charakteristik bibtifcher Personen. 3. Das Wörtchen „auch". Der wilde unbändige Dämon des Hasses und der Zwietracht schreitet durch die Gemeinde Gottes, streut da aus seine gefährlichen giftschwangern Saaten, die nur allzubald emporschießen in reicher Blüthe, die ihren Pesthauch ausströmen, um jedes bessere Gefühl der Liebe und der Freundschaft zu vergällen und zu verbittern. Alle Bande der Geselligkeit werden gelöst, der Freund trennt sich vom Freunde, der Bruder vom Bruder, alle Bande des Gehorsams werden zerrissen, es gilt kein Ansehen mehr, dem Verdienste und der Tugend wird jede Anerkennung versagt; was die Auserwählten unter den Menschen gethan und geleistet, wird nicht so sehr vergessen als angeschwärzt und verdächtigt, der schwärzeste Undank ärndtet reichliche Garben; was der Edle großes gewirkt, was er für seine Brüder geleistet, war eitler Ehrgeiz war nichts als Herrschsucht. „Sie sammelten sich gegen Moses und Aaron, und sprachen zu ihnen: Ihr maßt euch zu viel an, denn die ganze Gemeinde sind lauter Heilige und unter ihnen ist der Ewige, und warum erhebt ihr euch über die Gemeinde Gottes." Eine Rotte von Bösewichtern erhebt sich und bald gesellen sich ihnen zu Männer von Einfluß und Ansehen, es sind my wtPJ Vorgesetzte der Gemeinde, allein sie erdrücken jede bessere Regung, jeden bessern Keim mit dem Gewichte ihres Ansehens lyi» 'snp Berufene zur Rathsversammlung, doch ihre Rathschläge bringen nur Unheil, es sind ov nw* Männer von Namen." Geist und Besitz ist ihnen nicht abzusprechen, allein ihr Geist ist ein ätzendes Gift, das nur trennt und auflöst, nicht bindet und vereinigt, ihr Besitz nährt nicht den Armen und Hungrigen, sondern ihren eignen Stolz und ihre Anmaßung. Und dieses schändliche Treiben hüllen sie in den Mantel der Scheinheiligkeit, sie mißbrauchen den Namen Gottes, um gegen die Auserwählten Gottes, Moses und Aaron aufzutreten. „Die ganze Gemeinde sind lauter Heilige." Braucht es wohl mehr, als den Eigendünkel des Pöbels zu schmeicheln, um sich einen Anhang zu verschaffen. Schon dieses einzige Wort hat sie gerichtet. Wie! ihr wollt das Volk anführen, und beginnet damit, jeden glühenden Funken im Herzen, der zur hellen Flamme der Tugend angefacht werden könnte mit dem Rauchqualm einer lügnerischen und verrätherischen Lobhudelei zu umnebeln? o, ihr Thoren, ihr werdet keinen Bruchteilen, keine Wunde vernarben machen, kein zerrissenes Herz beruhigen, keinen innern Schmerz lindern. Es fehlte zu keiner Zeit an falschen Propheten, an schändlichen Seelenärzten, an treulosen Hirten, die ihre Aufgabe und ihren Beruf verkannten, und die heftig die FeuerSbrunst, die i 4

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