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Das Abendland · 1866-01-04 · 1 (4.1.1866) · p. Seite 4

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Journal
Das Abendland
Volume
III (1866)
Issue
1 (4.1.1866)
Date
1866-01-04
Page
Seite 4 (sequence 10)
Language
German
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4 Neider tragen dürfen. 2) Den allgemeinen Leichenwagen und 3) Die cingeführte Leichenordnung nicht zu ändern. 4) Die Fraucngallerie im bisherigen Zustand (ohne Gitter) zu lassen. 5) Das mpö mit *a nicht in eine Kellerqucllenbad umzuwandeln. Und selbst dieses geschah unr, um einige Gemüther zu beruhigen. Später werde ich, so Gott will, die Sache näher beleuchten. Bamberg 27. XII. 65. Mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst Rabb. Or. Kodak. Aufruf au die Israeliten zu einer das Andenken an Samuel David Luzzatto ehrenden Liebesgabe. *) Der am 29. September d. I. erfolgte Tod des berühmten S. D. Luzzatto hat das Iudeuthum in tiefe Trauer versetzt. Es verlor in ihm einen seiner glänzendsten Sterne, einen tiefsinnigen Forscher, der sein ganzes Leben der lichtvollen Erklärung der heiligen Schriften widmete, und die Religion unserer Väter zum Gegenstände höheren Ruhmes für die Bekenner derselben machte, wie er nicht minder die Bewunderung auch von Nicht-Israeliten ihr zuwandte. — Ein solcher Manu gehört dem Iudenthume an, an welches die heilige Pflicht Hinantritt, sein Gedächtniß dadurch würdig zu ehren, daß es einen feierlichen Beweis seiner Erkenntlichkeit an den Tag lege, und Zeuguiß davon gebe, daß die Israeliten ihre großen Männer zu ehren wissen. Luzzatto hat Familie hinterlasseu: sie wird die unsere. Und wenn dieser große Mann durch seine zeitlebens ununterbrochene wissenschaftliche Arbeit seiner Nation ein reiches Erbe, seiner Familie aber keine irdischen Güter hinterlassen, so wollen wir uns zur Ausbringung eines Kapitals vereinigen, das derselben eine anständige Existenz sichere. Die Unterzeichneten, einzig und allein von Liebe und Bewunderung geleitet, die uns an den edlen Kämpfer für Wissenschaft und Judenthum fesselten, und andererseits überzeugt, daß unsere Glaubensgenossen im gebildeten Europa diesem Aufrufe bereitwilligst entsprechen werden, haben sich als Central-Commission coustituirt, und richten an die Israeliten gegenwärtigen Aufruf zum Zwecke der Bildung eines Capitals, unter dem Namen: Liebesgabe zur Ehre des Andenkens an 6. D. Luzzatto. Wir richten ihn ohne Unterschied an alle unsere Glaubensgenossen, besonders an die verehrten Herren Rabbiner und die Gemeindevorstände, um uns durch ihre gütige und geeignete Verwendung zur Erreichung unseres Zweckes behülflich zu sein. Wir fügen zugleich die betreffenden Formulare zur Unterschrift bei und bitten, dieselben ausgefüllt bis Ende April 1866 dem Ober-Rabbiner, Herrn Professor Marco Tedeschi in Triest, zurückstellen zu wollen. Möge dieser Aufruf von einem der Pflicht der Dankbarkeit und der Ehre des Judeuthums entsprechenden Erfolge begleitet sein! Sollten die Summen reichlicher eingehen, so würde das Andenken an S. D. Luzzatto durch diesen seiner Familie dargebrachten Tribut nicht nur in schönster Weise geehrt werden, sondern diese selbst in die Lage kommen, dem Judenthum dadurch einen großen Gegendienst zu erweisen, daß sie die vielen kostbaren Manuskripte des Entschlafenen durch den Druck veröffentliche, die einen Schatz tiefer Gelehrsamkeit über wissenschaftliche und religiöse Gegenstände bergen. Die Unterzeichnete Central-Commission wird seiner Zeit *) Diesen Ausruf haben wir als Cirkulär durch die Post erhalten, und wünschen wir durch Veröffentlichung desselben!in diesen Blättern nur Förderung dcö schönen Zweckes beitragen zu können. D. Red. das Verzeichn iß der Beiträge veröffentlichen, und über die Verwendung der Gesammtsumme Bericht erstatten. Triest, den 18 Dezember 1865. Die Mitglieder der General-Commission Profeffor Marco Tedeschi, Ober Rabbiner — Albert Cohn in Paris. Correspon-eilM. Aus Ungarn. Jüngsthin brachten die Zeitungen die Nachricht von den einancipationsfeindlicheu Bestrebungen einiger orthodoxen Rabbiner Ungarns, die sogar zu dem Zwecke in Nagy-Mihaly eine Versammlung abhieltcn, um gegen die Gleichberechtigung ihrer Glaubcnsbrüdcr in Ungarn gemeinsame Schritte einzulciten. Wir konnten uns schwer zu dem Glauben entschließen, daß Rabbiner, und wären sie den religiösen Zuständen unserer Zeit noch so abhold, in ihrem Fanatismus sich so weit hinrcißcn lassen könnten, im eignen Fleische zu wühlen und zu Verrätheru an den heiligsten Rechten ihrer Rcligionsgenoffen zu werden. Wie sehr auch solche Männer in den Anschauungen einer abgestorbenen Zeit stecken mögen, wie spurlos auch der Hauch des Fortschritts und der Aufklärung au ihnen vorübergezogen sein inag, konnten sie doch unmöglich in ihrer Verblendung so weit gehen um zu glauben, es sei der politische Druck in unserer Zeit ein geeignetes Mittel, um die Ausschreitungen auf religiösem Gebiethe einzudämmen und in das Geleise der Religiosität nach ihrem Schnitte, zurttckzuführen. Würden solche Männer mehr ihre Zeit mit dem Studium unserer religiösen Literatur als mit ihrer Werkheiligkeit zubriugen, müßten ihnen unzählige Stimmen zurufen, ja nicht den Pulsschlag der Zeit zu überhören. Schon der Prophet Jeremias ermahnt seine exilirten Brüder in Babylon, Häuser zu bauen, Felder zu bearbeiten und im Lande ihres Aufenthalts treu ihre Bürgerpflichten zu erfüllen. Der weise Hillel ermahnt nachdrücklich der Zeitströmung Rechnung zu tragen. „Siehst du, daß das Zeitalter ausschreitet, so ziehe ein." Jehuda Halevi spricht es offen aus. „Daß bei einem gedrückten Volke keine Weisheit gefunden werden könne." Wir könnten noch viele ähnliche Stetten anführen, wenn wir die Absicht hätten, auf die Uebcrzeugung von wahubefangenen Finsterlingen zu wirken. ES kam uns nicht in den Sinn, von solchen finstern Machinationen, wenn sie wirklich existirteu, einen nachtheiligen Einfluß auf die legislative Entscheidung der Emaneipatiousfrage in Ungarn zu befürchten, dazu ist gottlob die Zeit nicht angethan, eS schmerzte uns nur tief in die Seele, solche Erscheinungen in unserer eignen Mitte als Wasser auf die knarrende Mühle der Wiener Kirchenzeitung und Eonsorten registriren zu müssen. Wie bereits erwähnt, konnten wir die! ganze Nachricht nur schwer glauben, wurden aber dennoch! zweifelhaft, weil die Nachricht vielfach reproducirt wurde,! ohne daß sie ein Dementi von der beschuldigten Seite erj hielt. Um so angenehmer ist es uns, den Lesern unseres Blattes berichten zu können, daß wir aus befreundeter Hand, von einem ungarischen Rabbiner, der in der Literatur einen sehr klangvollen Namen hat, und seiner Richtung nach zu der Fortschrittsparthei gehört, die Mittheilung erhielten, daß die ganze Nachricht von dem Zwecke der Zusammenkunft in Nagy-Mihaly eine schändliche Lüge sein. Zur Bekräftigung seiner Behauptung sendet er uns eine in Pesti-Naplo abgedruckte mit einer uns unbekannten Namensunterschrift versehene Erklärung, die wir hiemit folgen lassen, obgleich wir gestehen müssen, daß sie uns nur in Bezug , auf den emancipationsfeindlichcn Zweck der Versammlung beruhigt, daß aber ihr geheimnißvolles Wesen, ihr Zusammentreffen mit der. politischen Regeneration des Landes noch immer dem Gedanken Raum gönnt, es müssen da Berathungen gepflogen worden sein, welche das Tageslicht der Oeffentlich-

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