Mannheim
Compact Memory

Das Abendland · 1865-12-21 · 25 (21.12.1865) · p. Seite 206

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
25 (21.12.1865)
Date
1865-12-21
Page
Seite 206 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/9050333-9088714-9050640--0313-9050644
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ii nur er ei:t!;ßl‘ rinn; 3Ii;fuif be»? moiif^cidiurKn x. bevfen* tere be* u'r. Tcmrd- *,u iJrng, Hern, vX?crrlcv5 an fcir.c wie nu dir Vm stände der!'. dstdieu Gemein bk„, der zur ‘Zbeiine! n:c eu eine* bei» Jubilar zu veran ficlunftr Cnciiou iiiificibni. -6ir sind gewip, daß btcfci 9luf..;f cliembalben An klang finden, und zur tbätigen S-u'it UMtluitg vcraulas'en weibe, und wiinfd n nur, daß dic kur e Lcit gehörig bcuützl werde, und' durch wanne und -srige Vlmuibme jum gewinisditen Ziele gelange. 'Wir bemerken noch, daß Herr ^crclcc, ein 2drfer Sulzn-, eine kindliche Bcr- (Iriiiui gegen seit n Meister liegt, und ebne ü.’ifibc und eigene kosten zn scheuen, die ge'att melken Beittäae aus eine kein Jvun'rf’c der ö'eber, wie der (ihre de- Jubilarentsprechende Weise zur Veiwendi -g bringen weide. Obgleich die Wiener Blätter bis jetzt lein Wort der Anregung für diese- Jubiläum entbaltcn, unterliegt edoch keinem Zweifit, daß edem würdigen Iubiler an Zeichen der H chachtung und Anerkennung von Seiten der Wiener Eultu-gemeinde nicht hlen werde, und sind wir auch seü überzeugt, daß die Gemeinde Hobenem-, durch Kultur und .numauität hervorragend, unter steitung ihr«.iresslich.en Rabbiner- und ihrewegen seinegemeinnützigen Wirkendurch die Gnade Sr. Majestät de- .Kaiserou-gezeidineten Bürgermeister-, diese Gelegenheit benützen werde, einem so würdigen und berühmten CrtMinbe ihre Theilnahme;n beweisen. - Correspondcn;en. Prag 18. Dezember 1865. beehrter Herr R e d a k t c n r! Sie haben bereitauden Tage-blättern erfahren, daß Sr. Majestät der .Kaiser dem Herrrr ^ruft Webli, früherem Prüfeder hiesigen israelit. Eultu-gemeiude»Repräsentanz allergnädigst dagoldene Verdiensikreu; mit der Krone verliehen habe. Wie hoch erfreulich es ist, und unsere Glanbeu-g.'nossen im Vaterlande mit inniger Tankb'.rkeit und?icbc erfüllen muß, daß unser hochherziger Moumch dieTKrdienfte einejeden Bürgerohne Unl..schied der Eonfession anerkennt und belohnt, so hat die dem Herrn Wehli zu Theil gewordene Au-zeichnung umscmehr allgemeine freudige Theilnahme erregt, alder Mann jene Verdienste, die ihn der allerhöchsten Anerkennung wiimg machten, zumeist auf dem heimischen Boden de- Iudenthumerwarb, und wir dadurch in der erhebenden Ileberzeugung bestärkt werden, daß unser lieber Herrscher auch der Blüthe und dem Gedeihen dejüd 'en Eultusein Baterauge zuwendet, und jene Mänr . belohnt, die sich um denselben vorzügliche Verdienste erwerbett. Ter dird) die l'^nade de- Monard)en au-ge;eichnete Biann hat nicht bloß für seine Glauben-genossen ersprießlich gewirkt, sein ganzesteben gehört dem Iudenthnme, für dessen Wo! l er noch im Greisenalter mit jugendlichem Eifer glüht und essen Wissensd-aft in ihm einen gelehrten Kenner und Ire . Pfleger gefunden. Edürste den Lesern Ihregeicn Blatte- Interesse bietben, wenn ich hier eine kurze biographische Skizze deverd^iistrollen Mannemittheile. Ernst Wehli wurde am 21. Ti ezentber 1787 (;?:pn ri- :’) zu Prag geboren, und auf dein Schooße de-berühmten Prager Rabbiner- Ezechiel Landau wurde er durd) den Akt der Besdmeidung in den religiösen Verband de- Iudenthumcufgenommen. Sein Großvater von väterlicher Seite war der berühmte Rabbi Evhrajim Webli, bei dessen von Ezechiel staudau gehaltenen steidteurede der Redner rühmend hcrvorhob, daß der Verblichene alle 4 Theile demaimonidii'chen Werke-. ,Iad Hackasakaau-wendig kannte. Müttcrlicherseithatte er den gelehrten mährischen standrabbiuer Gerion Pölitz zum Urgroßvater. Von seinen Eltern zum Rabbiuerstande bestimmt, wurde er zum fleißigen Talmndstudiuin au gehalten, und genoß auch durch einige Zeit den ll»terriri)t despätem mährischen X'andrabbiner- )!ehemia- Trebitsd). Im?llter von 10 Jahren fdmften ihn seine Eltern nach Kouig-wart. wo damalder al- Talmudist wie al- Hebraist berilhuue Isak Svitz lehrte. Ui rer dessen Leitung mad,te er so bedeutende Fortschritte im Tal und, daß er bei 'einer Eonfirmation r:w 2 in der Svn. möge einen Vortrag hielt, der sehr beifällige Aufnahme fand. _ ic'etn '?ehrer bat Wehli auch die stiebe zur bebräisdien Sprache zu verdanken, in der er sich mit einer Meisterschaft de- Stnlau-zudruckeu, weiß..Seine talmudischeu Studien setzte er an der damaligen Hod)sd)ule zu Mainz fort, wo Rabbi Herz Sdieier, eine Autorität in seinem Fache, lehrte, Radi einem Aufenthalte von .V * Jahren daselbst, kehrte er in : ic Heimaih jiiriuf, nad'dem er in Anerkennung einer Kenntnisse von seinem stebrer da- Morenuditlom erhielt. 26eHli veruadiläist ne bei seine» therlogischen Stud'en daweltliche 'Wissen ui t, und auch hierin erlangte er durch 'eine« Fleiß und sein aleut eine Tüditigkeil, die ihm die allgemeine Achtunz erwarb. In Folge de-Anseben-, dessen er s>ch erfreuete, wu -e er im Jahre 1812 .um Vorsteher de- Vereinmr Krankenvflege , Teredi Ieschara* gewählt, weldie- Ehrenamt er durd) 12 Jahre bekleidete, und alljährlich am Geburt-tage Sr. Majestät behödinseligen Kaiser Franz in der Verein-synagoge eine dent'd)e Rede hielt, wabei dem damaligen Eulturzuftand der prager Gemeinde alein bedeutender Fortsd)ritt betradUet werden muß. 18111 wurde er von der hohen staude-steile zum weltlichen Trl-- schulaufseher ernannt, und erhielt alsolcher mehrere Belobung-dekrete von Seiten der Aufsichtsbehörden. 18.84 wurde er Handlung-vorsteher, welche Stelung er durd) 18 I'.hre imte hatte. 1^15 wurde er Vorsteher der hiesigen Temvelgemeinde, in welcher Stellung er 8 Jahre verblieb, und während seiner Amt-leitung im Tempel dadeutsdie stied und die Eonsirmation-feier einfühlte. Im Jahre 1*52 winde er zum Vorsteher der prager Israeliten-C^cmeinde ernannt, in welcher Stellung er bivor einigen Monaten verblieb, wo er wegen seinevorgerückten stllterzum st idwesen der Gemeinde sein Amt uiederlegte. Seine Gememdeleitung ist besonderdadurch au-ge;eid>net, daß er eine Talmudtorahschule insteben rief, nm so den alten Ruf Pragal- Sitz der jüdischen Wissenschaft wied.r herzustellen. Wehli besitzt ein bedeutendetheologische- und profane- Wist'en. Wie bereiterwähnt, schreibt er einen vorzüglichen hebräischen Styl, und sein?l'ame ist auch in der stiteratur nicht unbekannt. Er hat die hebräischen Gebelbe indeuts e übertragen, und mehrere Aufsätze in jüdischen Zeitschriften verösfentlid)t. 2R. L . . . . Locale und auswärtige tteuigkeiteu. Prag. (Verleib ing) Sr. B?aj.''t't hat dem frühem Vorsitzenden der Eultu--9cepräsentan; in Prag Emst Wehli in Anerkennung seinevieljährigen gemeiuniitzigen und Humanitären Wirkendagoldene Verdienstkreu; mit der Krone perfid en. * Am vergangenen Sabbathe hielt Herr Vberrabbiner Rappoport in der Altneusnnagoge einen Vortrag, der von der jüdisd)en Intelligenz zahlreidi besudit war. Ter ehrwürdige Redner fiehrte nach einem trcffüdjcn hebräischen Eingang-- gedickte eine interessante halad)ische Erörterung vor, dann erponirte er in gewohnter 'charssinniger Weise den 111. Psalm, dessen Abfassung er dem makkabäischen Zeitalter vindieirt. In seiner Belehrung ermahnte er eindringlich. Prag möge sid) niemalvon der Reuernng-sudit anderer Gemeinden zur Rad)ahmung verleiten lassen, und stetseine bisherige loben-- wcrthe Haltung in religiösen Tingen bewahren. Wabi-her hierortzur Reglung de- Eultugesd)ehen, sei durdiaunicht tadeln-werth, da enid)t die Gräuzeu deeonservativen Iudeuthnmüberschreite, und sei umso weniger unter den von ihm verpönten 'A'euernngen zu verstehen, aland) die in den einzelnen mit Ehor und geregeltem Eultuversehenen Gotte--

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.