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Das Abendland · 1865-12-21 · 25 (21.12.1865) · p. Seite 204

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
25 (21.12.1865)
Date
1865-12-21
Page
Seite 204 (sequence 2)
Language
German
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zu brf:i:;.nien nid;t abgeneigt frin bürfte ein flniuc •“ i;pfnr:n::i für die l'ff:cn und fleißigsten Talmudfci’iiltr der d: a u s: i g e II Tckulen zu spende» kann webl mit 9ltci>k e:: ar:et t.eideu, da dieß Uidlcid't rin 2roru für arme (ilirrii iratc ihre J'imbr» dem Zoliiuijmmrriidjir zuztttuhren rivS x: rteS xrir — II. Niki t clinc?lbfidit habe ick birfe meine Bkittheilnngen mit dem feit brm Bcsuche beb »^rrifm TumaS bei nnJ br- \M\n: f.eU'O!beirr» Namen „tSanfcric“ »bendtriebrn; eS ift birfrr Name rin ,"\rribrirf für allerlei beliebige 9ibschwrifu,t' flrn vm: beut gewühlten Thema, enberfeitb au dt die i;rrbci l>uttg iml.t Viel ebrr dastir vielerlei;n beridtte». Wenn dir frae,cr inbem sie bas städtische Zniammetileben der jü> disckeu und d-risklichen Bevölkerung beobad)ten, ilir Cfyr an bßc Her; brr b b lj t» i f d) e n Bevölkerung gelegt, u»b / brsicii Ldläge lelausdit :u haben »laubcu, ba irren sie sehr die Hauptstadt, in brr die Extreme sidt oft so seltsam beruhreu in brr aus brr einen L..:e lobe Bildung aus brr andern lrasse No..eil sid) begegnen, kann sur beit natürlichen Llaud brr grgriisriligrtt Toleranz keineswegs den richtigen Grabmessrr abgeben, ba können wir .Traußigedie wir in dem Bolle und mit betnselben leben oft weit ricktigere Begriffe von dem Fortschritte der fid» in den VolkSmeinnngen über Juden und Iudenthum kund gibt erwerben und sind daher in dieser Beziehung die Berichte eines .Traußfl gen" durchaus nicht zn nnlersd'äyen. Während man in Prag zum Jahre VollSkalender frfjrc bt, und in denselben den Inden in cechiscker Sprache verhöhnt, bat der dranßige böhmisck-e Laudmann Taet genug ganz nnverbolen seine Entrustnng darüber auSzusprechen. baß die Herausgeber der genannten Kalender I’rorok und Naroilnf Valeiuluf ihm zuntutben, er wurde Geschmack an diesen Späßen a la Hanslvurit Tittbcn, denn das 1'c.r.dvolk ob and) von brr Onltnr noch wenig bei ft hat oft den rechten gesunden 2inn und dürste oft manchen Herrn Lladtprofessor der sich noch imm.er da- Vergnügen nid)t versagen kann, vom Katheder herab ein Nein wenig zu m a u s ch e l n gar sehr beschämen. — Bor einigen Tagen sah ich in Ehotzen wohin ich zur Abhaltung einer Leichenrede am Large der verblichenen edlen und äußerst wohlthätigen Iran L. Goldman» berufen wurde eine Theilnahme seitender christlichen Bevöllerung aller Schichten die mir die Ueberzeugung beibrad)te, baß einerseits meine Behauptung von brtn gefnnben Lin ne der ländlichen dirifili * eil Bevöllerung eine richtige sei, anderseits auch, baß eS unter den .Tranßigen- Vkänner und Frauen gebe die in schlichter Biederkeit lebend ihren christlichen Mitbürgern volle Achtung abgewinnen und dergestalt wirken, baß sie dem Inbentbume Ehre macken, und slir Verbreitung richtiger Keuntniß und Würdigung der jhbifdjeit ('ehre und deS judifdjcn Lebens nicht wenig beitragen. Ermhmig und Unterricht t>ci Lcn 3uöcit. (Schluß.) Wie eben der Mot'aiSmtiS die kindlichen Pflichten ansgefaßt haben will, zeigen unS deutlidt die Ausdrücke, mit weld'en die Ltellting der Eltern den Kindern in Erinnerung gerufen wird. »Ehre Vater und Mutter.- .Jeder von euch soll Mutter und Vater ehrsürcktenso lauten dieVerschristen der Kindespflickt, von dem natürlichstett Gesüb'l der Liebe ist keine Rede, während gegen Gott. nebst der Pflicht der Ehrfurcht, die Liebe ausdrücklich gebothen ersdteint, ,'o wie überhaupt jedem 9rebenmen'd en die Liebe zugeweudet werden muß nackt der biblisd)en Vorschrift: ^Liebe deinen Näd.sien wie dich selbst.- Ter an Gesehen der Milde t t:d deS Wohlwollens so reiche Mosaiemus will gerade in Bezug der Kitt-- desvflid'k bitte t^esnhlSgeflz-gebiing anerkennen. I,, ,*^rclt äußersten Eoiiseqnenzen berechn sich diese Anschauung bei dem strengen motai'd'en (^efe^e, welches den liederlichen gehorsamen Lohn ans Einschreiten der Eltern vom Berichte zum Lode vernnheilen läßt. Ein (Gesetz, welches gewiß nie. malS zur praktischen Anwendung kam, als Theorem hingegen die weiten Kränzen der elterlichen Macht über die Kinder bezeich. net. Wen ei» Talmudlebrer behauptet:.. Ter Fal. des widerspenfl zcn Lohnes ist niemals vorgeloninten und wirb niemals vo. komn. u,-so hat er schon aus dem Eu nude. baßer seine <-'ehauptnng ans die ibin unbekannte Inlni-.-r erstreckt, kein bislorisdtes aktum sonder» eine psychologische Ueberzeugung lonstatiren wollen. Ans Grundlage der allgemeinen biblischen Vorschrift hat der Talmud die einzelnen Vervslid'lnngen der Kinder gegen ihre Eltern detailirt, und gewisse äußere Iormen sesigesiellt, deren Beobachtung selbst in unserer Zeit nicht vernachlässigt werden sollte, die als Liiiyen der bänslidien Erziehting zur Heranbilbnng sittlicher tntb sromuter M'e.scheu beinahe tuteitlbebrlich sind, und bereit Mißadntnig in »euerer Ieit a.iSsdiließiidt die Ldmld so vieler zert iittelen Häuslichkeilen N gt. III. Ter Va.'er war bloß verpflichtet sein Kind in der Bibel unterrichten zu lassen, un) mußte er sur diesen Unterricht and; Lchulgeld zahlen, zu einem tveilern Unterrichte in der Mischna konnte er nicht angehaltcn werden, besonders wenn seine VermögenSverhältnisse ihm keine großen AnSlagen geitatteten. In '.Vl'ißud)tnng dieser Bestimmung tvurde in späterer Zeit der Bibeltinterrid)t vernachlässigt, und daS Kind vorschnell ohne biblische Vorkenntnisse zum Ltndium deS Talmud angehalien, ein Uebelstand, den schon Joel EerkaS im 17. Iahrhuneert rügt, und auch von dem bekannten Kabbaliflen Iesaias Harowitz beklagt wird. Ter le^genannte findet es sogar ungeeignet, baß nickt auch die hebräisd)e E^ramalik einen Vehrgegensiaud des Iugeiidnnterrichts bilde. Tie Kinder hatten die ganze Woche Lchule nur am Freitag 9cackmiltage, so wie an dem N'adt,mitlag der Festrüsttage waren sie von der Lelmle frei, auch an Neumonds und Halbseiertagen wurde ihnen der 9kachmittag zur Erho- ' lung gegonnr, wo sie meistens unter Leitung des LehrerS einen Lpaziergang nacht.». An solcheit Tagen brachten die Lchüler dem Lehrer ein kleines Geldgeschenk, eine Einrichtung die bereits im 13. Jahrhunderte bekannt war, und nod) heutigen TageS an manchen Tnen üb.id) ist. Labbath und Feste waren uatiirlidi Ferial!age, doch pflegte nndt der Lehrer an diesem Tage mit beit Lchnlern daS Gelernte;n wiederholen, wenn auch nichts?leueS gelehrt wurde, und sollten die Lcknler auch am Freitag Abend den Wockeuabsd)nilt auSder Torah unter Anleitung des Leh. rerS lesen. Um seiner heiligen Pslidtt gewissenbast nachkommen zu können, mußte der Lehrer, soviel es an ihm lag, für die Erhaltung seiner Gesundheit Lorge tragen, eine Pslidtt, die allerdings jedermann gebothen ist, bei dem Geist und Körv r zugleich anstrengenden Lehrerbernse aber besonders eiugeschät c wird. Ter vcl)rcr sollte weder burd) all.ugroße Geistesai flrengung uamenllid) dnrd) vieles Llndiren in der Nacht, noch btird) Unmäßigkeit in Lpeise und Trank seine Gesundheit schwadten, ebenso wenig durste er sid) die zur Erhaltung seiner Gesundheit nöthige Körperpflege entziehen. Bian siebt hieraus, daß man zu allen Zeueit »tebr bereit war recht viele Ausorderungen an den Lehrer zu stellen, als ans seine ruhige sorgenfreie Existenz Bedad)t zu nehmen. Tie Gemeinde hatte daraus zu sehen, daß eS an Lchule.t und UttterrichtSanflalten niemals fehle, jedoch galt vom gewerblid)en Ltanbpnnkte ans die Lehrsreib.il als Regel. ES konnte jedermann, wenn er sid) dazu berufen suhlte, eine Lchule erössueu, und daS Gelingen feine Unternehmens hing nur von dem Lulraueit ab, das feilt Ebarakler und feine Lehrsähigkeit eiuslößten. Zlus eine bereits bestehende Lchule hatte er keine Rücksicht zu nehmen. ES herrschte in diesem Punkte volle Gewerbesreiheit. T em gemäß waren and) die ge-

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