Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 24 (7.12.1865)
- Date
- 1865-12-07
- Page
- Seite 200 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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200 schastsbcricht XXVI. Vercinsbuch 240. ftalcnfccr X^ I in Wir habenden ersten Jahrgang dieses in diesem Bl. (2ir. 5> II. ^aljrgaino als eine That bcnriißt imb alb Iitcrnri|ri)c Erschcinnng bcfrrodic». Die -iljnt aiit in dicscni zweiten Zahrgang schon als Hcldcnthal auf; denn sic hat ihre ^yeinbe htldenmülhig befielt unb edclniülhig über sie triumphirt.?llb Feind trat gegen sic ans bcr .vieransgeber eines Zahrblickes, indem cr gegen ein Bkitglicd des Eomitcs, teil eigentlichen 3rfiöpfcr beb lirrrlichcn Werkes cine^ ganz unmotioirtc Bcrbäcl.tignng anssprach. nin daraus den 3dilun jit ziehen, die That könne nun gewiß leine gute und das Buch — müsse wenigstens schlechter alb das scinigc sein. — Als Feind trat ferner aus ein Mann, der auch einen Verein zn gleichen« Zwecke gründen wellte, aber damit scheiterte. t5r schließt so: Was ich gar nicht konnte, können Andere gewiß nur schlecht. Beweis: die Statuten geben feilte Sicherheit für die VercinSklassc. Darin hat cr al?rdings 9icdit, nw die Sicherheit nicht in dem Vctwaltnngspcrsonale liegt, im Statute wirb sic niemals liegen. — Als Feinde traten endlich mehrere Rabbincn aus, die den Debüt des Jahrbuches in ihrer Diöccse zu verhindern, oder doch zu erschweren suchten. Was that das Jahrbuch gegen diese Feinde? Was die Sonne tfjut, wenn Eule, Fledermaus und .Käuzlein sich gegen ihr Erscheinen beschweren. — Es erschien noch Heller und lieblicher als zuvor. vla, ein wahrer Sonncnblick für die Vclncr und ihre Freunde ist dieses Jahrbuch. Wem strahlt nicht dieser c r st c N c ch c n s ch a s t s b c r i ch t freudig ins Her; hinein! — Da ist zuerst die laste der Spcn d e r. nicht groß an Zahl, 5)6 in diesem, gegen 100 im vorigen Jahre, auch die Summe der Spenden nur mäßig, aus beiden Zähren st. 15)46. 24'„ kr. aber wohlthncnd durch das Zusammenwirken der verschiedensten Persönlichkeiten für den edlen Zweck, Zndcn nnd Christen, Rabbiner und Laien, der berühmteste Pädagoge mrever Zeit neben dem Dorsschull hrcr, der erste Repräsentant der In.ule finanee neben der Lchrcrwilwc. Dann die Ehrenmitglieder, 61 an Zahl, wen ive-ndelt nickt die Lust an, ihnen zngczühlt^ 311 werden. Wirkliche Mitglieder, d. h. solckc, die sich im Verein eine Zukunft sichern wollen, sind seht 171*, meistens den süddeutschen Staaten, mit Ausnahme Würtcmbcrgs angchörig. Die Förderer des Vereins durch Verkauf von „Achawah'z haben recht wacker geholfen, so daß von 2.700 Expl. nur 07 auf Lager blieben. Die Z n s a m m c 1: st c l l u n g weist nach eine Einnahme von st. 6024. 71 kr. eine Ausgabe von st. 15>."4. .72 kr. mithin lkeberschiiß - Gcsammtvermögcn 2661* st. 15»'.. kr. Das ist in einem Zabrc ein böchst^crsrculichcs Ergcbniß, und noch erfreulicher ist, daß das ^alz zur Eon'crvirnng dieses Vermögens (“try - j*auch nicht fehlt, cs sind schon in diesem ersten Jahre an 5' Personen st. 265). 22 kr. Pensionen ansgczahlt wordeit. Za, wir stimmcn von Herzen ein mit dir, lieblicher Sänger der Achawah, wenn du :nr Einleitung des zweiten Zahrgangs dein „Gclnngcn mir ö'ott!" anslimmst. „Heil Achawah!" schallts aller Crtni, „Wir freuen uns deiii, trcnbrüdcrlich!" Die ganze Lcl'rerbrudcrschast, Faßt Hoffnung, Mnth, Verirancn, Kraft, Daß iill „vereinten Bund der Stäbe" Der Einzlc sich znm Ein'gen hebe. Wir hoffen und wünschen auch deiii Ausruf: „Herbei, ihr reichen Gabcnträger Die C^ott beschenkt mit Scaensstuth Herbei, ihr reichen Gcistcspnegrr Die Gott belehnt mit höhrein (Mut! Herbei, ihr frischen Rettnngsgnellcn Den« Strom euch mehrend zn gesellen" wird nickt frnchtos verhallen. Wenn wir zur Empschlniig des zweiten Zahrgangs Achawah. Nichts weiter;n sagen hätten, als daß sein Erscheinen eine herrliche Dhat befestigt, einen heiligen Zweck befördert, wir mußten doch unseren Lesern znrnscn: Kaufet dieses Buck. — Aber wir haben auch dieses mal gar viel zur Enipschlnng des Buckes zn sagen. Die Lyrik ist würdig r treten durch Gedichte von L. 3 tein, Lcov. Koinpcrt, Lndw. A.ig. Frankl, Louis Lchmann, Dorothea Elsässer, A. Lcwi. — Zn den beiden homiletischen Gaben von L. Stein: „Die Lehrkräfte in der Scknle des Lebens" und „die Brücke des llcbcrgangs" erkennt Zeder mit Freuden, daß die Meistersckaft ans der Kanzel von der Me stcrschaft aus dem Katheder nicht verdrängt worden ist. — Ein neues Gebiet.betritt das Zahrbnch in den Biographien. Eine glückliche Wahl und eine vortreffliche Behandlung dcS Stoffes rufen nnS zwei Eharakterbildcr ins Gedächtniß zurück, die zur Zeit dcS lkebergangs ans einer schmachvollen in eine bessere Periode, in Zsracl als herrliche Licktcr glänzten, den Rabbincn S. W. 9i0scin'cld in Banibcrg »nd den Pädagogen I>r. Z .ob Weil in Frankfurt a. M. Die Aussicht, daß dies Gebiet weiter aiigebant werden wird in den folgendeti Zahrgängcn, ist eine '. ochst rrfr. iilicljc. „Der Lehrer im Dhalmnd" von Or. Falkcnhcint stellt mit vieler Belesenheit Aussprüche dcS Thalmuds über Pädagogik und Didaktik znsaminen nnd verwebt sic zn einem Bilde, welches uns zeigt wie ein Lehrer sein nnd nicht fein soll. — Daß die Auswahl reichlicher, das Bild vollständiger hätte sein köiiiicn, daß wir iltanchc schölten Züge von R. Mcir, vom großen Reformator des Schulwesens, Zoi'na b. Gamla vermissen, soll der Arbeit nicht zur Bemängelung, sondern zur Ermnntrrnng dienen, das zerstreute Material weiter zn sammeln. — „Rovclettcn ans Frauenhand" geben einen bcdentnngsvollcn Fingerzeig, der eben weil man ihn so oft gewahren laitn, meist unbeachtet bleibt, daß Rcichthnm und Arninth Glück nnd Unglück so nahe beisainmen weilen. — ^Geschichte der Zndcn im Elsaß", von I)r. M. Wicticr. ^chr gründlich, aber für das Zahrbnch batten wir lieber eine Evisodc ans einer andern Zeit gewünscht; denn die Gcichichte der Zndcn im Mittelalter hat überall einen nnd denselben Eharaktcr, die Zndcn werden ausgepr 5t, verschachert, verjagt, todtgcschlagcn. Der Gelehrte kann nun freilich nicht anders, als auch diese widerwärtigen Begebenheiten mit der Diene .eines Historikers zn zeichnen, das Volk aber, dem dieses Zahrbuck gewidmet ist, mag sic nur aus den Elcgiccn seiner Dichter kennen lernen, und auch so nicht zu oft. Die Krone am Baume der jüdischen Volksbildung hat sich schon zu lange in der Freiheit gesonnt, als daß sic noch mit Wohlgefallen dieser mit Blut gedüngten Entwickelnngsstnse sich znwcndcn mag. „lieber die Fabel bei den Hebräern" von Dr. Landsberger eine dankcnswcrthe gelehrte Forschung, die leider bei dem Resultate stehen bleiben muß, daß außer einer, höchstens zwei dieser Dic! aingsarten, welche in der Bibel anfbcwahrt sind, alle Driyinalc aus der jüdischen Literatur verschwunden sind. Alles was von dieser Gattung ttoch im hebräischen Gewände übrig ist, beweist n"r, daß sie v n Zndcn m:t Vorliebe behandelt und daher auch gern an. frembem Gebiete in das eigne übertragen wurde. So dic Sammlung von R. Bcrachja'var Ratranoi Hanakdan. Wir erfahren, ans welcher Quelle dieser Dichter zunächst geschöpft hat, näinlich ans einer französischen Sammlung Le Jure il’ ysoj.et, der er aber Manches anS altern jüdischen Quellen und vom Eigcncii hinznfngtc. Ter Verfasser verspricht uns eine vollständige Uebersetzyng der „Fuchsfabeln" dieses jüdischen Dichters und gibt uns hier dic Einlcitniig und 4 Fabeln als Probe, dic den Wunsch hervorrnsen, bald in den Besitz des Gaitzen gelangen zn können. 'Jiur möchten wir auch den Wunsch hiitzufügen, außer der llcbcrsctznng auch das Driginal in erneuter, verbesserter Gestalt vom llcbcrsctzer besorgt zu sehen; denn dic uns bekannten 4 Ansgobcn, Mantua l5)5»7 und 5>0 Prag 166.0 und Lemberg 15)00 sind so selten und besonders letztere so schlecht und fehlerhaft gedruckt, daß dieser Wunsch gerechtfertigt scheint. — Die Erzählung „Achtet die Kinder der Armen" von ' I)r. M. Wassermann, Rabbiner in Mühringcn wird jeden! Leser anmuthcn, dem jüdischen aber Persönlichkeiten ans sei-